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Wasserpumpensexuel

Ich hatte ja einen Torso besorgt für die Techno Classica. Der musste noch etwas gefusselt werden.

Alles, was ich besorgt habe, war eine Perücke vom Flohmarkt. Für einen obligatorischen Euro.

Als erstes störte mich, dass das Ding einfach eine Beule zwischen den Beinen hatte. Das sieht albern aus. Aber bitte keinen Penis nachbauen. Das war mir zu primitiv. Ich wollte es irgendwie bescheuert haben. Also durchsuchte ich die Schrottonne und holte eine Wasserpumpe raus. Macht das Sinn? Nein. Na und? Da die zu weit weggestanden hätte, bohrte ich mit einer Lochsäge ein passendes Loch. Zwei Holzschrauben durch vorgebohrte Löcher – sitzt!

Einen Kopf wollte ich auch. So ein Torso kann ja ruhig inkomplett sein, aber ich hatte ja die Perücke. Mein Plan: Ein Scheinwerfer. Ich hatte mal eine Kiste mit Garantierückläufern von billigen schwarzen Scheinwerfern gekauft. Irgendwas hatten sie alle – an einem war das Glas 45° verdreht aufgeklebt. Schrott, aber für den Zweck ideal. Ein Blech drangebraten und festgeschraubt.

Damit die Perücke nicht in der Luft hängt, habe ich zwei Blechstreifen angeschraubt und gebogen.

Wie auch bei der ersten Statue, habe ich wieder mit Wandfarbe gearbeitet. Die Perücke habe ich getränkt, den Rest angepinselt. Das Scheinwerferglas habe ich dabei abgeklebt.

Die viele Farbe in der Perücke trocknet sehr langsam. Die Werkstatt immer noch ist sehr kalt. Die andere Statue habe ich in die Sonne gestellt zum Trocknen – auch wenn sie inzwischen fast trocken ist. Aber das getränkte „Kleid“ war lange noch nass.

Bei der Perücke habe ich den Heizlüfter genutzt. Da kam die Idee: Warum den Scheinwerfer nicht beleuchten? Es fehlte der Haltebügel für die Birne, ich hab das so einigermaßen mit Draht drangetüddelt. Wird ja nur Indoor genutzt.

Für die Messe hänge ich da ein Steckernetzteil dran. Das muss nicht hell sein, da reicht wenig Strom.

Viel besser, als vorher. Jetzt hat das einen gewissen Unterhaltungswert. Die wasserpumpensexuelle Büste…

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