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Manchmal hasse selbst ich VW

Ich gebe zu, ich war die letzten Wochen etwas faul, was meine Werkstattaufenthalte angeht. Aber gestern war ich dann wieder in der Werkstatthölle.

Ich hatte den Kofferraum voll, ich hatte auf dem Sperrmüll einen Dachgepäckträger gefunden und den musste ich einfach mitnehmen. Da der mir den Kofferraum blockierte, nahm ich das eben zum Anlass.

Da waren so ein paar „Kleinigkeiten“, die ich „schnell mal“ erledigen wollte.

Die Steckdose am Pirat war relativ tot. Als ich das letzte Mal einen Hänger ziehen wollte, staunte ich nicht schlecht, dass fast gar nichts ging.

Der Deckel war schon lange abgebrochen und so war die Steckdose ständig dem Spritzwasser ausgesetzt. Also zerlegt. Auf dem Bild sieht man es besser:

Die Kontakte sind total oxidiert. Hinten sah es nicht besser aus.

Total verrostet und ein Kabel war abgerissen. Ich wollte da jetzt nicht einfach eine neue dranschrauben, sondern verhindern, dass es wieder so weit kommt. Also habe ich die Kabelenden verzinnt.

Jetzt konnte die neue Steckdose dran. Auf jedem Kabel war der richtige Strom, es war wirklich nur die Dose. Aber als ich die neue Dose festschraubte fiel mir etwas auf.

Warum war eigentlich der Deckel abgebrochen? Nun, der neue Deckel ging nicht richtig auf, sondern er stieß an der Stoßstange an. Klar bei dem Gefummel musste der zwangsläufig irgendwann wegbrechen. Aber zu was gibt es eine Flex und Fächerscheiben. Ich schaffte mir Platz – da unten sieht man das eh nicht.

Jetzt geht auch der Stecker ganz geschmeidig drauf ohne heftig Fummeln zu müssen.

Denke mal, da hab ich jetzt Ruhe. Und ich hatte noch Zeit. Ich könnte mich noch um das Heckklappenschloss kümmern. Hätte ich gewusst, was ich mir damit antue…

Ausgangslage: Ich hatte das Schloss eines Schlachters eingebaut. Das funktionierte mit meinem Schlüssel – aber eben auch mit wirklich jedem Schlüssel, sogar mit dem Fingernagel. Ich wollte das ändern.

Also das Schloss zerlegen. Zuerst muss der Sprengring hinten ab. Ich habe erst einmal an einem Ersatzschloss getestet. Das sah etwas anders aus. Eines ist Vorfacelift, das andere Nachfacelift. Welches welches ist? Ich habe keine Ahnung. Am Pirat finden sich vermutlich sämtliche Baujahre des Passat 32B.

Dann kann man das Metallteil aus dem Plastikteil ziehen.

Dann heißt es den Stift hinten rausschlagen, der den Hebel befestigt.

Diese Plättchen, die man da sieht, sind sowohl in den Türschlössern, als auch im Hackklappenschloss zu finden. Das ist ein Geduldsspiel. Man muss die passenden Plättchen finden, die das Schloss schließt.

Damit ich eine Auswahl an Plättchen hatte, habe ich ein paar Türschlösser zerlegt, aber auch das alte Schloss. Dann wusste ich auch, warum sich das so einfach drehen lässt. Das Schloss ist im Plastikgehäuse mit einer Nase fixiert eine zweite Nase fixiert den Schließzylinder. Und da hat ein findiger Mensch einfach an der einen Scheibe den Zapfen entfernt, dass sich der Schließzylinder beliebig drehen lässt.

Nach ewigem Herumprobieren, habe ich das Schloss, das sich jetzt mit meinem Schlüssel schließen ließ, wieder zusammengebaut. Ich habe das andere Plastikgehäuse genommen, weil sich das Schloss immer wieder gelöst hat. Eingebaut und es funktionierte nicht. Der Zapfen traf nicht das Schloss.

WTF! Ein Vorfacelift/Nachfacelift Problem? Vielleicht ist das Schloss anders. Ich wollte den anderen Zapfen einbauen, konnte ihn aber ums Verrecken nicht mehr finden. Muss sehr unglücklich irgendwo dazwischen gefallen sein. Ich hab mir echt einen Wolf gesucht. Aber ich habe etwas anderes gefunden: Ein anderes Heckklappenschloss.

Was Vor- was Nachfacelift ist? Keine Ahnung. Ist ja auch egal, Hauptsache es funktioniert. Tat es aber nicht.

Was hat sich da VW für eine Scheiße ausgedacht? Das macht doch keinen Sinn, da etwas zu ändern, wenn es funktionierte. Ich hab ewig gebraucht, den Fehler zu finden. Das Plastikgehäuse wurde geändert!

Der Zapfen, an dem das Gewinde für die Befestigung ist länger – das ändert den Winkel. Also in ein anderes Plastikgehäuse eingebaut und jetzt tut das Schloss, was es soll.

Meine Fresse, sowas kostet echt Nerven und das nur, weil irgendein Ingenieur meinte etwas ändern zu müssen, was vorher auch gut funktioniert hat.

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Der W126 Rapid

Derzeit geistern wieder einmal Bilder von dem Mercedes W126 500 SEL durch Facebook, der ein Renault Rapid Heck implantiert bekommen hat.

Und einige verlinken mich dann auf diesen Beiträgen unter dem Motto: „Kuck mal, da hat jemand Deine Idee geklaut“, oder „Warst Du das?“.

Natürlich war ich das nicht und der hat auch nicht meine Idee geklaut. Eher umgekehrt. Der Umbau entstand lange vor meinem. Ich habe das Auto auch schon live gesehen, als es bei der Techno Classica zum Verkauf stand vor Jahren. Und damit ich es nicht 100x erklären muss, dachte ich mir, ich schreibe hier im Blog einmal meine Gedanken dazu.

Der Umbau hat mich damals tatsächlich inspiriert. Auf zweierlei Arten. Zum einen finde ich die Idee klasse, sonst hätte ich sie nicht umgesetzt, aber zum anderen finde ich den Umbau als mehr als misslungen.

Das darf man jetzt nicht verkehrt verstehen. Respekt vor der Arbeit, er hat es durchgezogen und durch den TÜV geboxt. Das ist mehr, als 99,9% der Schrauber hinbekommen hätten. Aber ich denke ja immer weiter. Ich will, dass es danach so aussieht, als hätte es das ab Werk geben können. Nun ist der W126 breiter, als der Rapid (und der Escort) Und damit hätte auch der Aufbau vom Rapid breiter werden müssen. Ebenso ist der Benz länger. Und das „Vordach“ sollte eben bis zur Windschutzscheibe gehen, wie beim Rapid. Nur dann wirkt es stimmig. Ich habe das mal im Photoshop simuliert.

Noch besser werden die Proportionen, wenn man die Türen nach hinten verlängern würde.

SO würde es ungefähr passen, wobei man dann noch ins Detail gehen müsste. Ein wirklich entscheidender Punkt bei meinem Umbau ist, dass ich die Neigung des Aufbaus an der vorderen Kante geändert habe damals.

Der Umbau wäre der Wahnsinn, noch um einiges aufwändiger, als meiner. Und der hat schon extrem viel Schweiß und Zeit gekostet. Aber ich schreibe hier ja auch nur über die Theorie. Was hätte dazugehört, dass der Umbau stimmiger geworden wäre.

Und wie schon geschrieben: Respekt, dass der mir unbekannte Erbauer das damals durchgezogen hat und vielleicht hätte es ohne diesen Umbau meinen Focht Titan in seiner heutigen Form nie gegeben.

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Sendetermin verschoben!

Glaubt mir, mir ist das echt unangenehm, Leute heiß zu machen und dann etwas vertrösten zu müssen, aber die Ausstrahlung der ersten Folge unseres Schraubereposses wurde um eine Woche verschoben. Ich habe das gestern erst erfahren.

Aber so ist das eben. Verschoben ist aber nicht aufgehoben. Neuer Sendetermin ist der 03.05.20, weiterhin innerhalb von VOX auto mobil. um 17:00 Uhr. Später wird die ganze Folge auch bei TVnow zu sehen sein, wer es verpassen sollte.

Aber ich weiß jetzt, dass ich wenigstens schon einmal verraten darf, welche Basis wir umbauen werden. Es geht um einen VW Käfer. Vor dem Umbau durfte ich damit ein paar Runden drehen und es ist schon schräg, dass ich sowas mal im Alltag gefahren habe. Denn schaut einmal genau hin, wo mein Kopf ist.

Gesehen habe ich bei der Fahrt wenig und mein Orthopäde hatte schon einmal seine Praxis vorbereitet. Dabei hatte ich ja mal einen Käfer als Alltagsfahrzeug zu meiner Studentenzeit. Um genau zu sein einen Jeanskäfer Baujahr 1982.

Ich hatte damals andere Sitze eingebaut, glaube die waren von einem Einser Golf. So sicher bin ich mir nicht mehr. Auf jeden Fall war ein Sportlenkrad drin, damit ich mit den Haxen nicht so die Probleme hatte.

Der Käfer ist natürlich inzwischen fertig umgebaut, sonst würde das jetzt nicht ausgestrahlt werden und wir bauen bereits an einem zweiten Fahrzeug – das darf ich Euch aber wirklich noch nicht verraten. Ist gerade etwas schwierig zu drehen wegen der Corona Kriese. Vieles hat geschlossen, wir müssen (und wollen) Sicherheitsvorschriften einhalten. Aber es muss ja weitergehen, wenn schon meine anderen selbstständigen Jobs gerade brachliegen. Ihr könnt Euch ja ausrechnen, wie viele Auftritte ich beispielsweise als mobiler DJ ist derzeit habe. Und das zur Hochzeitshauptsaison…

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Der KLE am kommenden Sonntag in VOX auto mobil

Ich hatte einmal angedeutet, dass ich zu Probeaufnahmen im tiefsten Bayern war Anfang des letzten Jahres. Aber ich konnte noch nicht so viel darüber berichten aus vertraglichen Gründen. Aber es ist Fakt: Ich schraube inzwischen für das Fernsehen an Autos. Nicht alleine, sondern im Team mit drei anderen.

Das sind neben mir:

  • Adele. Eine Schweißkünstlerin und Tempramentsbündel aus dem hohen Norden. Sie hat früher einige Autos original restauriert mit ihrem damaligen Mann und weiß mit Blech umzugehen.
  • Jens. Den Sandmann muss ich vielen hier nicht weiter vorstellen. Autonerd und Blogger. Auch einen schönen Schuss im Hirn.
  • Diego. Werkstattmeister bei Volvo und einfach eine Universalwaffe, was Autos angeht.

Zusammen bauen wir Autos im Gegensatz zu anderen deutschen Autoformaten sehr aufwändig um. Nicht nur einen Spoiler dranschrauben und eine fette Musikanlage verkabeln, sondern richtig. Ich umschreibe es mal so: Ich hatte mein privates Schweißgerät mit am Start, weil uns ein Schweißgerät nicht gereicht hat.

Ein Fahrzeug haben wir fertig und kommenden Sonntag wird die erste Folge ausgestrahlt. Nicht als eigene Sendung, sondern als Rubrik in VOX auto mobil.

Sonntag , 26.04.20, 17:00 Uhr auf VOX

Also einschalten! Ich bin gespannt, wie das Format ankommt bei Euch! Ein Auto wird auf mehrere Sendungen verteilt, ich weiß es nicht, aber wahrscheinlich werden es jeweils die letzten 20 Minuten jeder Sendung.

Was wir wie umbauen, darf ich Euch natürlich vertraglich nicht verraten, aber gerade das erste Auto – ich bin mir relativ sicher, das hat noch keiner so gebaut. So viel kann ich versprechen.

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April, April! Der Fusselblog Aprilscherz 2020

Es war natürlich ein Aprilscherz, dass ich ein Autohaus in Brandenburg ersteigert habe. Dass ein ehemaliges Autohaus ein Traum von mir ist, stimmt, der Rest war aber erstunken und erlogen. Ich werde natürlich nicht nach Brandenburg ziehen – nicht, weil ich Brandenburg nicht mag, aber ich habe eben in Mainz mein soziales Umfeld. Freunde, die Fastnacht… Und das Kleingeld, um mir ein Autohaus zu kaufen, habe ich eigentlich auch nicht – und da wären ja bei dem Zustand auch noch große Geldsummen reingeflossen, bis es voll nutzbar ist.

Dieses Jahr entstand der Aprilscherz übrigens im wahrsten Sinne in einer Nacht & Nebelaktion. Kurz nach Mitternacht fiel mir auf, dass ja der 1. April ist und der Aprilscherz hat inzwischen eine lange Tradition, die ich nicht so einfach sterben lassen wollte. Und ich hatte zu dem Zeitpunkt noch nicht die geringste Idee, was ich schreiben sollte. Manch anderen Aprilscherz hatte ich oft schon ein halbes Jahr vorab angefangen zu planen, als mir eine Idee kam – oder schon vordatiert geschrieben.

Als mir die Idee mit dem Autohaus kam, fehlten noch legale Bilder eines stillgelegten Autohauses, das natürlich relativ runtergekommen aussehen musste, damit das ein wenig realistischer erscheint. Ich fand keine kostenlosen Bilder, ich musste sie bei einer Bildagentur kaufen.

Das abgebildete Autohaus stand übrigens nicht in Brandenburg, sondern in Herne und wurde bereits 2014 abgerissen. Das recherchierte ich aber erst später.

Natürlich ist einigen sofort aufgefallen, dass es ein Aprilscherz war, aber ein paar habe ich doch wieder erwischt. Ich habe wieder Kommentare gesperrt, die das viel zu früh aufgedeckt hätten. Die schalte ich jetzt frei. Mal sehen, ob ich das auch mit den Facebook Kommentaren machen kann, die ich auf „verbergen“ geschaltet hatte. Aber jetzt mal Hand aufs Herz: Findet Ihr es nicht auch lustiger, wenn man das nicht aufdeckt und andere ins offene Messer rennen lässt? Besonders kreativ finde ich übrigens Kommentare, die die Geschichte noch stützen, wie den von Jens, der angeblich das Autohaus kannte. Danke dafür!

Ich hoffe, Ihr hattet ein wenig Spaß mit meinem Aprilscherz. Mal sehen, was mir kommendes Jahr einfällt. Vielleicht schreibe ich einen normalen Bericht und warte darauf, dass jemand April, April darunterschreibt 😉

Das war der ursprüngliche Beitrag – natürlich ohne die Beschriftung der Bilder:


Blind ersteigert – ein Traum wird wahr!

Es war schon lange mein Traum, nun wird er endlich wahr! Ich glaube den Traum hatten schon viele, aber ich kann ihn endlich realisieren. Schon lange durchforstete ich Zwangsversteigerungsplattformen nach einem stillgelegten Autohaus. Klar war mir: In Mainz oder Umgebung kann ich das nicht realisieren. Das wäre einfach zu teuer. Also suchte ich bundesweit. Und gestern war es so weit: Der Hammer fiel und ich konnte für wirklich kleines Geld meinen Traum verwirklichen. Darf ich präsentieren: Mein „neues“ Autohaus:

Es ist wirklich in der tiefsten Pampa von Brandenburg, aber anders ließ sich dieser Traum nicht realisieren. Bedeutet leider auch, dass ich aus Mainz wegziehen muss. Aber das ist mir dieser Traum einfach wert. Und wie man sieht – es steht schon etwas länger leer, da steht einige Arbeit an.

Ich plane jetzt die Büroräume zu meiner Wohnung umzubauen, in den Showroom kommen all meine Karren und die Werkstatt ist groß genug für neue Projekte. Und natürlich werde ich Schilder anbringen vom Autohaus Fickfrosch. Den Gag muss ich bringen. Geil auch, dass ich jetzt genug Abstellplatz für Schlachtfahrzeuge habe und ich hoffe, das Gelände ist groß genug, da auch einmal ein echtes Treffen zu veranstalten. Ihr müsst eben nur nach Brandenburg kommen.

Ich bin noch voll im Freudentaumel, hoffe, dass die Bausubstanz in Ordnung ist, so ein Blindkauf ist eben immer ein Risiko. Dafür war es aber eben billig.

Ende der Woche fahre ich zur Besichtigung und natürlich werde ich Euch hier im Blog berichten, was ich da vorgefunden habe. Ein wenig Angst habe ich schon – auch vor dem Umzug meiner Werkstatthölle. Da wird wohl ein großes Ausmisten stattfinden, was ich mitnehme und was ich entsorgen werde.

Es wird hier wohl demnächst viele Berichte geben, wenn ich dort den Umbau starte. Also seid gespannt, was die nächsten Monate passiert. Hoffen wir, dass der Traum kein Alptraum wird…

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