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Lückenfüller

Die Decke meines neuen Vitrinenaufsatzes gefiel mir nicht. Ich habe ein wenig umhergedacht, was so passen könnte und entschloss mich, da in die Lücken irgendwelche Bretter einzupassen. Ich wollte die direkt im Baumarkt sägen lassen und musste dazu in einen anderen Baumarkt. Mein Stammbaumarkt sägt nur Platten bis minimal 30cm Breite. Aus Sicherheitsgründen hieß es, als ich das einmal versucht hatte zu bestellen. Also ging ich eben in einen anderen Baumarkt, der nicht wusste, wie todgefährlich das ist, Bretter in 27cm Breite zu sägen. Das war meine Breite und die Stärke musste 15mm sein, damit das bündig abschließt. Was gibt es für kleines Geld? OSB Platten in der Stärke. Kosteten keine 5.- Euro zusammen.

So OSB Platten haben schon eine interessante Oberfläche, das passte aber nicht so recht zusammen. Also habe ich es lasiert – und da die Leisten drumrum schon dunkel waren, eben dunkel in Nussbaum. Natürlich vorher die OSB Platten angeschliffen.

Nein. das war es noch nicht, erst die zweite Schicht brachte ein interessant aussehendes Ergebnis. Ich habe das übrigens gerollt, mit dem Pinsel hatte ich zu sichtbare Streifen.

Als ich im Baumarkt wollte ich auch Möbelmagnete kaufen und da sah ich, dass es für kleines Geld Möbelschlösser gab, die mit meinen identisch auszusehen schienen. Also eines mitgenommen. Als ich das alte Schloss abgeschraubt hatte, wusste ich warum die so billig sind. Es zerfiel in seine Einzelteile.

Das neue Schloss reingeschraubt – äh, da passt was nicht!

Das neue Schloss ist kleiner – zum Vergleich die andere Seite:

Ein lösbares Problem. Ich muss eben ein Blech biegen als Gegenstück, das einen cm weiter reinreicht. Ärgerlich ist es trotzdem.

Über der Vitrine habe ich die vorbereiteten Regulatoren Gehäuse aufgehängt, andere gesammelte Vitrinen vom Flohmarkt, einen umfunktionierten Humidor und meinen eigentlichen Regulator.

Der Humidor ist eigentlich kein „richtiger“ Humidor, es fehlen Belüftung etc. Ich denke, das war mal ein Verkaufsregal für Zigarren. Man erkennt in ihm den Inhalt schlecht, weil die Scheibe getönt ist und dann auch noch das dunkle Holz. Deshalb habe ich ihn innen weiß rausgestrichen.

Er bekommt noch eine zweite Farbschicht, das hat nicht 100% gedeckt.

Der Regulator ist etwas ganz Besonderes für mich.

Zunächst erscheint er eher schmucklos gegenüber anderen Pendeluhren. Man muss schon genauer hinschauen, um die Besonderheiten zu erkennen. Da ist dieses Rad, das sich mitdreht.

Hier kann man Stifte einstecken. Wozu das? Das ist eine alte Werksuhr. Obwohl eine mechanische Uhr, ist sie verkabelt, denn sie steuerte sie Werkssirenen und vielleicht sogar noch mehr. Am faszinierenden finde ich diesen Schalter.

Kapiert, was der macht? Das ist tatsächlich ein mechanischer Schalter. wird er durch einen Stift gekippt, fließt in dem Glaszylinder mutmaßlich Quecksilber auf die andere Seite und schließt den Kontakt. Habe ich nirgendwo anders gesehen.

Leider läuft die Uhr nicht. Wenn man das Pendel anschmeißt, tickt sie, der Sekundenzeiger will sich drehen, hängt aber. Zudem ist leider die Kette zu weit durchgezogen, so dass ich das Gewicht nicht anhängen kann.

Neben der faszinierenden Technik begeistert mich aber noch mehr an der Uhr. Zum einen die Geschichte, wie ich zu ihr gekommen bin. Sie stammt aus der selben Fabrik, aus der auch meine Lampen im Büro sind. In diesem Fabrikgebäude, das damals zum Teil schon eingestürzt war, haben wir Anfang der 90er eine große Party veranstaltet. Ein Stück Jugenderinnerung. Die Fabrik wurde danach eingerissen. Und im Gehäuse fand sich ein Wartungszettel.

Der Regulator wurde am 14.05.1968 das letzte Mal gewartet – exakt einen Tag vor meiner Geburt…

Vielleicht finde ich irgendwann jemanden, der die Uhr wieder zum Laufen bringt. Scheint nur ein kleines mechanisches Problem zu sein – aber ich bin eben kein Uhrmacher.

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