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Aus dem Familienalbum

Geht es Euch auch so? Wenn ein altes Familienalbum ausgepackt wird, schaue ich zwar auch auf die Personen, aber verschärft nach Bildern von Autos. So geschehen einmal wieder letzte Woche bei einer Familienzusammenkunft, als ein Großcousin die Hochzeitsfotos meiner Eltern sehen wollte. Und was finde ich? Das einzige mir bekannt Foto des ersten Käfers meines Vaters. Aufgenommen 1969.

VW Käfer

Der Knilch vorne vor meinem Vater ist mein großer Bruder und nicht ich. Wem der Typ 3 im Hintergrund gehörte, ist nicht mehr bekannt.

Meine Eltern konnten sich damals noch keinen Neuwagen leisten, der Wagen kostete damals wirklich Kleingeld. Es war eigentlich ein Brezelfensterkäfer, aber ein Vorbesitzer hatte den Mittelsteg entfernt. Das machte man damals eben so, um den Wagen moderner erscheinen zu lassen. Heute ein NoGo.

Ich kenne so ein paar Geschichten um den Wagen. So richtig gut war er technisch nicht mehr. Und damals war vieles anders als heute. Kein Handy, keine ADAC Mitgliedschaft und so richtig Vertrauen hatte mein Vater nicht in den Wagen. Deshalb gaben sie vor der Abfahrt zur ca. 200km weit weg wohnenden Verwandtschaft die Strecke durch, die sie fahren würden, damit, falls sie lange überfällig sein sollten, jemand zur Hilfe entgegenfahren könnte. Es ging meines Wissens aber immer gut.

Schön auch die Story beim TÜV: Der reklamierte, dass die Stoßstangen zu weit abstehen würden. Damals war der TÜV konkurrenzlos, der Graukittel war die einzige Alternative, an der man vorbei musste. Mein Vater ist kein Schrauber und fuhr mit dem Auto zum VW Händler. Der löste das schwer zu verstehende Problem pragmatisch: Er fuhr mit dem Wagen rückwärts an eine Mauer und bog die heute mit Gold aufgewogenen Sickenstoßstangen einfach etwas ans Fahrzeug.

Der Wagen ist inzwischen schon viele Jahre verschrottet.

Nach einem oder zwei weiteren Käfern kaufte sich mein Vater einen neuen VW 411 Variant sehr zum Ärger meiner Großeltern. Die fanden damals, dass man als Privatmann keinen Kombi fährt. Was sollen die Nachbarn denken? Einen Kombi fährt nur ein Handwerker, der Metzger etc. Heute kaum noch vorstellbar. Aber das war eine andere Generation. Mein Opa war auch wahnsinnig stolz auf mich, als ich mit meinem ersten Benz vorfuhr. Das war damals ein W123, den ich für 2.000,- DM gekauft hatte. Das war etwas Besonderes. Dass der neue Passat, den mein Vater damals fuhr, weit über das zehnfache gekostet hatte, war egal. Wer einen Mercedes fährt, hat es eben geschafft…

Nach dem 411 kam dann endlich der erste Passat.

Passat 32

Auch von dem kenne ich nur dieses eine Foto. Jedes Foto kostete eben Geld und meine Eltern hatten andere Prioritäten, als das eigene Auto zu fotografieren. Auf dem Bild stand er eher zufällig im Hintergrund.

Das Passat Chrommodell war nicht lange in der Familie. Er fiel einem Unfall zum Opfer. Mein Vater wog die Reparaturkosten ab, die die Vollkasko bezahlt hätte und entschied sich dafür, den Unfallwagen in Zahlung zu geben und einen Neuwagen zu nehmen. Schade eigentlich. Denn das Chrommodellfinde ich heute deutlich cooler. Damals waren aber eben Plastikstoßstangen moderner und man war stolz, den als Neuwagen zu fahren.

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Familienalbum

Es gibt inzwischen gefühlt Milliarden Fotos von meinen Autos. Digitalkameras, Handys – digitale Bilder kosten heute ja nix mehr. Da kann man schon mal von nem ausgefallenem Auto am Straßenrand, auf der Autobahn etc. ein Bild schießen. Das Bild zeigt man dann auf dem Handy, teilt es auf Facebook, oder löscht es einfach irgendwann wieder…

Ich habe einmal nachgesehen, ich habe derzeit in meinem Bilderordner auf der Festplatte meines Rechners 96,2 GB Daten, 167.038 Dateien. Ab und an frage ich mich, was mit all den Bildern passiert, wenn ich einmal nicht mehr bin und ob wirklich ewig Bilder von mir und meinen Autos durchs Internet geistern werden…

Früher war das anders. Da kostete jedes Bild Geld. Da überlegte man sich 2x ob man den Auslöser drückte. Nicht nur wegen dem Geld, sondern man musste auch immer daran denken, wieviel Material man dabei hatte. Auf so einen Film passten ja nur z.B. 24 Bilder. Ich kenne deshalb z.B. kein einziges Bild vom ersten Käfer meines Vaters. Das war eine Brezel, bei der einer der Vorbesitzer den Fenstersteg im Heckfenster entfernt hatte, um ihn optisch zu modernisieren. Er erzählt heute, dass sie damals bei längeren Verwandtschaftsbesuchen vorher telefonisch die genaue Fahrtstrecke durchgegeben haben, damit falls er zu lange überfällig war, die Verwandtschaft entgegenfahren konnte, um ihn zu bergen.

Meine beiden Großväter hatten nie ein Auto. Mein Opa mütterlicherseits stammt aus Schlesien war Bauer, Volksschullehrer und hatte eine Pferdedeckstation. Natürlich fuhr der ein Pferdegespann. Die Nachkriegswirren hat er nicht überlebt. Mein Opa väterlicherseits stammte aus Oberfranken und hatte ebenfalls kein Auto. Der war passionierter Radfahrer. Er hatte auch nie einen Führerschein.

Letztens haben wir eine familiäre Wohnungsauflösung gemacht. Dabei kam eine Kiste mit Fotos zum Vorschein. Alles Fotos, die ich noch nicht kannte von meinem Großonkel und meiner Großtante, der Schwester meiner Oma. Mit dabei: Drei Fotos mit den Käfern von meinem Großonkel. Das ist das älteste, der Käfer trägt noch das Kennzeichen der amerikanischen Zone Bayern. Meine Großtante steht neben dem Wagen:

Historisches Bild VW Käfer

Och, die hatten nur einen Käfer werden manche denken. Aber ganz ehrlich? Das war damals in der Zeit schon was Besonderes, wenn man sich überhaupt ein Auto leisten konnte. Und die Kennzeichen legen nahe, dass das ein damals neuer Käfer war oder ein junger Gebrauchter.

Die anderen zwei Fotos zeigen wohl den Nachfolgekäfer, dann schon mit Kennzeichen aus dem damaligen Landkreis Naila/Oberfranken.

Historisches Bild VW Käfer

Links meine Großtante, rechts meine Oma. Das zweite Bild zeigt meinen Großonkel, der die Käfer gefahren hat.

Historisches Bild VW Käfer

Den Landkreis Naila gibt es schon lange nicht mehr, die Kennzeichen gibt es inzwischen wieder und mein Vater und mein einer Neffe fahren inzwischen wieder mit den Platten herum.

Fragt sich, was passiert mit all den vielen Bildern aus der Kiste? Ich habe mir neben den Käferbildern ein paar andere Bilder herausgesucht. Ein Bild von der Konfirmation meiner Oma, ein paar Gemeinschaftsfotos, ein Bild vom Haus meines Uropas und ganz wichtig: Ich habe die Bilder auf der Rückseite beschriftet. Denn ich habe einige Bilder von Personen in meiner kleinen aber feinen Familienbildsammlung, von denen schon heute keiner mehr weiß, wer da abgebildet ist. Diese Bilder will ich irgendwann meinen Erben weitergeben als Erinnerung der Familiengeschichte.

Von den tausenden Digitalbildern sollte ich auch ein paar Papierauszüge machen. Nicht viele. Nur so ein paar, die vielleicht nachfolgende Generationen interessieren könnten. Vielleicht erinnert sich irgendwann auch mal ein Nachfahre meiner Familie einmal an mich, wenn er eines der Fotos in der Hand hat. Dass der dann darüber bloggt ist unwahrscheinlich. Keine Ahnung, welch Kommunikationsformen man in 50 oder 100 Jahren haben wird…

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Blogparade: Mein erster Führerschein

Führerschein

Marc Höttemann hat aufgerufen zur Blogparade “Mein erster Führerschein”. Ich fand die Idee lustig und deshalb erinnere auch ich mich einmal daran, wie das alles angefangen hatte…

Aufgewachsen bin ich in einer Kleinstadt am Arsch der Welt. Quasi schon Dorfjugend. Ich bekenne mich zu meiner oberfränkischen Heimat, ist eine tolle Gegend. Ich fahr da immer gerne wieder zurück, auch wenn ich inzwischen ebenfalls stolzer Wahlmainzer bin.

In meinem Freundeskreis hatte kaum einer ein Mofa, eine 80er, was das Höchste damals mit 16 war, hatte keiner eine von uns. Ich hätte gerne eine gehabt, aber mir fehlte das Geld, meinen Eltern das Verständnis. Dafür versprachen sie mir, wenn ich 18 werde, bezahlen sie mir den heißersehnten Lappen. Voraussetzung auch hier: Nur wenn ich keinen Motorradführerschein mache. Sie kannten eben ihren Draufgänger von Sohn. Erschwerend kam hinzu, dass die Schwester meiner Mutter in der chirurgischen Ambulanz arbeitete und Horrorgeschichten berichten konnte von Mopedfahrern, die sie von der Leitplanke abgekratzt haben.

Also fuhr ich wie alle anderen einfach Fahrrad, wobei meine Räder, ich hatte mehrere, anders aussahen, als die der anderen. Mein Lieblingsfahrrad aus Teilen vom Sperrmüll hatte hinten ein Rad von einem Klapprad, einen Rahmen von einem Herrenrad und vorne ein 18 Zoll Rad. Unvergessen auch das Rennrad mit 24 Gängen und 3 Schalthebeln: Hinten 6 Zahnräder, am Tretlager 2 und im Hinterrad zudem eine Nabenschaltung. Genutzt hat man davon maximal 3-4 Gänge, aber rein theoretisch…

Schon vor meinem 18. Geburtstag kaufte ich mein erstes Fahrzeug. Pannenkönig #1: Meinen Fiat Panda. Der Wagen stammte von einer Tante und auf dem Rückweg von einem Familientreffen nahmen wir ihn mit. Meine Mutter fuhr.

Was ist das grausam: Der Wagen steht vor der Tür, aber man darf nicht. Ich war weder 18 noch hatte ich den Lappen. Dieses wundervolle Stück hässlich rosarotes Papier, das das Tor zur Welt öffnete. Und ich bekam den Lappen auch nicht direkt zum Geburtstag. Mein Fahrlehrer – so kam es mir jedenfalls damals vor – hat Fahrstunden geschunden und mich einfach nicht zur Prüfung zugelassen. Was hatte ich einen Hals. Noch ne Stunde – jetzt aber, oder? Nein, Du bist noch nicht so weit.

Der Tag der Prüfung kam. Keinen Fehler bei der Theorie, die praktische Prüfung kam und begann super. Die Fahrschülerin vor mir kam genau bis zur ersten Ampel und hatte aus Nervosität den Rückwärtsgang eingelegt. Ende Gelände, bevor es überhaupt losging. Auf der Rückfahrt steuerte der Fahrlehrer das Auto vom Beifahrersitz aus. Ich hatte mehr Glück. Alles auf das km/h genau, rückwärts passend in die Lücke. Der Prüfer setzte seine Unterschrift.

Klar, dass gleich am Abend in die nächstgrößere Stadt gefahren werden musste mit vollbeladenem Panda. Unter heftigstem Protest meines Vaters. Der Fahrersitz ging nicht weit genug nach hinten, also hatte ich den Anschlag einfach herausgeklopft, damit der Sitz weiter nach hinten ging. Natürlich rastete er so nicht ein. Sturkopf und jugendlicher Leichtsinn setzt sich gegen die elterlichen Bedenken durch. Natürlich bin ich gefahren. Ist glücklicherweise auch gut gegangen.

Ab da stand die Welt offen. Fast mein komplettes soziales Umfeld änderte sich – ich bin mobil! Im heimatlichen Kaff weggehen? Hey, ich hab einen Führerschein! Das machen nur die Looser, die noch keinen Lappen haben. Ganz ehrlich? Ich hätte genauso im Ort weggehen können. Viel besser oder schlechter war es da draußen auch nicht. Aber das habe ich erst in der Retrospektive kapiert.

Und ich war der König in meiner Clique. Dank einer Ehrenrunde in der 8. Klasse war ich einer der ältesten der Klasse und somit einer der wenigen mit Führerschein. Und dazu noch mit eigenem Auto, das man immer hatte und nicht nur den Wagen von Vattern, den man nur dann bekam, wenn der ihn nicht brauchte. In meinem Kofferraum wurden die Bierfässer für legendäre Partys transportiert, ich war der Pilot bei den besten Ausflügen in dieser Zeit… Um mich kam man einfach nicht drumrum, wenn man bei den Coolen dabei sein wollte, auch wenn das Auto alles andere als cool war.

Ich habe bis heute einen rosa Lappen, leider nicht mehr den ursprünglichen, der wurde mit 1994 zusammen mit meinem Geldbeutel schlichtweg geklaut. Ich finde das Bild im „neuen“ auch nicht so prickelnd, aber das im ersten war brutal. Aber Führerscheinbilder müssen grausam sein. Denn das zeigt uns: Es war eine wirklich geile Zeit, damals als wir 18 waren. Ich will die Zeit nicht missen – aber nochmal 18 sein? Ne, danke, bitte nicht. Manches ist einfach besser, wenn man es sich in der Erinnerung schön redet 😉

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Das Vaterland Fahrrad meines Opas

Ich bin gestern beim Aufräumen meiner Wohnung auf etwas gestoßen…

Mein Opa hatte nie einen Führerschein. Er ist sein Leben lang Fahrrad gefahren. 1937 kaufte er sich ein neues Vaterland Fahrrad.

Vaterland Fahrrad

„Die Fa. Herfeld & Co. stellte zunächst Blasinstrumente und Akkordeons her und war damals einer der führenden Versandgeschäfte von Musikinstrumenten und Hersteller in Deutschland. Das Unternehmen ging aus dem Betrieb der Familie Herfeld hervor und stellte bis 1933 weiterhin vor allem Musikinstrumente her, ehe es 1933 die Produktion auf Fahrräder umstellte. Die Firma montierte und versandte bereits ab 1930 Fahrräder unter der Marke „Vaterland“. In den 1950er Jahren wurden auch Mopeds und Nähmaschinen hergestellt.

Der Markenname existierte seit 1906. Die Firma stellte zuletzt über 1.000 Fahrräder am Tag her. Zuletzt nutzte die Firma auch einen Online-Shop, um ihre Räder ab Werk zu vertreiben.

Ende 2007 stellte die Firma ihre Produktion ein und meldete Insolvenz an.“

(Quelle Wikipedia)

Gesehen habe ich das Fahrrad nie, das ist wohl schon in den 60ern verschrottet worden. Ich kenne ihn erst mit seinem 60er/70er Jahre Herrenfahrrad, das ihm irgendwann die Familie ersetzt hat, weil es schon lange nicht mehr verkehrssicher war. Bei dem Fahrrad funktionierte am Ende fast gar nichts mehr, das Tretlager war so ausgeschlagen, dass sich das eine Pedal um fast 90° drehen lies, ohne dass sich das zweite Pedal bewegt. Opa nutzte es weiterhin.

Ein Bild von meinem Opa mit seinem Vaterland Fahrrad habe ich leider nicht. Als Ersatz muss hier mal die Monatskarte der Reichsbahn aus 1932 von ihm herhalten.

Opa

Woher ich weiß, dass er ein Vaterland besaß? Nun, ich bin über seinen Fahrradbrief gestolpert.

Fahrradbrief

Darin all die Angaben zu dem Fahrzeug. Ich finde ein tolles Zeitdokument.

Fahrradbrief

Fahrradbrief

Alleine die Auswahlmöglichkeiten sind aus heutiger Sicht spektakulär. Drahtreifen? Geile Scheiße!

Natürlich lebten 1937 die Deutschen schon in Behördendeutschland. Deshalb eine Seite Belehrungen:

Fahrradbrief

Die Verwaltungsgebühr von 10 Reichspfennigen ist auch toll. Natürlich muss man das ins richtige Verhältnis setzen – wenn ein Fahrrad ab 28 Reichsmark zu bekommen war…

Im Fahrradbrief fand sich ein weiteres schönes Zeitdokument.

Erlaubnisschein

Als mein Opa 1946 aus Kriegsgefangenschaft zurückkam erlangte er einen Erlaubnisschein, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Schräge Zeiten. Ab und an ist es uns gar nicht bewusst, wie gut wir es heutzutage eigentlich haben.

Letzte Woche wäre mein Opa übrigens 101 Jahre alt geworden…

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Allianz 80er Jahre Werbespot: Mit dem Käfer Cabrio durch Neapel

Ich bin ja eigentlich ein alter Sack und ab und an kommen Erinnerungen hoch, die dank dem Internet nachrecherchierbar sind. In den 80ern wollte ich immer ein Käfer Cabrio haben und so ist es wenig verwunderlich, daß mir ein Werbespot der Allianz Versicherung bis heute präsent ist. Als ich den Spot das erste Mal bei YouTube wiederfand, konnte ich spontan mitsingen.

Das hat jetzt nichts damit zu tun, daß ich die Allianz besonders gut, oder besonders schlecht finde, aber der Spot ist so herrlich unrealistisch, mit Musik, die zum Ohrwurm wird (mal sehen, wie viele heute den Song nicht mehr aus dem Kopf bekommen) – man muß ihn einfach lieben.

Danke liebes Internet, daß Du mir diese Jugenderinnerung archiviert hast!

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VWs in den 80ern – jaja, die Mode im Tuning…

Nach der Resonanz gestern und da mich mein Job immer noch Abends ans Büro fesselt, will ich mal weitermachen, ein paar amüsante 80er Jahre Bilder zu posten und zu kommentieren.

Ja, die 80er Jahre Spoilerwelle machte natürlich auch nicht am VW Käfer Halt. Überauto war damals der Ferrari Testarossa – klar, daß das Design auch auf den Käfer adaptiert wurde:

Käfer Testarossa

Schlagt mich – soooo schlimm finde ich den garnicht. Da finde ich die obligatorische Mercedes Haube schlimmer – auch typisch 80er:

VW Käfer Mercedeshaube

Ob irgendwer die Spoilersätze aufgehoben hat? Das is inzwischen H-Kennzeichen fähig…

Auch die Frittentheke am Heck durfte nicht fehlen.

Frittentheke VW Käfer

Wie sagte man damals – Selber Schuldt! (Schuldt war der bekannteste Hersteller für Käferspoiler).

Ein Magazin machte einen Wettbewerb für den schönsten Käfer – herrlich! Da sind teilweise grausame Kisten bei aus heutiger Sicht. Damals fand man die teilweise Schweinegeil. Wie sich der Geschmack doch ändert.

VW Käfer 80er

Mein Favorit auf dem Bild – der oben rechts. Lieblos angeklatschte Flügeltüren, Frittentheke und Bullaugenfenster. Verursacht fast körperliche Schmerzen beim Ansehen. Und wieder einmal: Bitte nicht schlagen! Nummer 10 mit der Mercedeshaube – wenn da freistehende Scheinwerfer dabei sind, dann is das garnicht mehr sooo schlimm…

Seite 2 der Bewerber:

VW Käfer 80er

Eckige Doppelscheinwerfer (#21 /#23) gehen garnicht. Sorry. Nummer 22 hätte ich gerne mal aus anderen Perspektiven gesehen, wie sich das Rolldach aus der Ente so optisch am Käfer macht.

Seite 3:

VW Käfer 80er

Sprühnebel absichtlich auf den Scheiben – schäm Dich Bewerber Nummer 29! Was ich aber damals geil fand und mich heute noch überzeugt ist der Roof Scoop in Verbindung zu nem Streaker Bausatz und Brezelfenster (#28) – sowas habe ich jahrelang nicht mehr gesehen. Bitte bau das doch mall einer wieder – das will ich wieder sehen!

Und die letzte Seite:

VW Käfer 80er

Herr/Firma Rohrer (#37) – irgendwas paßt mit den Proportionen Ihres damaligen Autos nicht – ist Ihnen das aufgefallen?

In den alten Custom Magazinen, aus denen ich die Bilder habe, fehlen wassergekühlte VW fast komplett. Waren die denen damals schon zu prollig? Ausnahme bildet dieser VW Golf 1 Flügeltürer TopChop:

VW Golf 1 Flügeltürer

Und ich muß sagen, da sind einige nette Details dran – der könnte auch heute noch überzeugen. Steg in der Mitte des Grills – hmmm, wäre das was für den 5ender?

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Die fiesen automobilen 80er…

Ich hab beim Ausmisten ein paar Custom Magazine aus Ende der 80er, Anfang der 90er gefunden. Verdammte Hacke! Was ne Horrorshow! Die Amikisten gehen teilweise noch bzw. sind teilweise ganz geil – aber die deutschen Karren – Haue Haue! Ich hab mir einmal ein paar Fords rausgegriffen.

Eine wahre Schlacht der Spoiler – war das fiiiiiiiiiiies!

Hier z.B. ein 1982er Ford Granada Bj. 1982 – zwar aus Frankreich, aber angeblich auch mit deutschem TÜV.

Ford Granada 1982 Spoilermonster

Ein Heckspoiler reicht natürlich nicht – und immer dabei: Der obligatorische Gurkenhobel.

Ford Granada 1982 Spoilermonster

Den gab´s natürlich auch für die Seitenscheiben, wie bei diesem Ford Escort MK3 – die Überschrift spricht mir aus der Seele:

Ford Escort MK3 Spoilermonster

Hutzen & Spoiler wohin das Auge reicht.

Ford Escort MK3 Spoilermonster

TFT Monitor? War noch nicht erfunden – aber es gab ja den guten alten Röhrenfernseher!

Ford Escort MK3 Spoilermonster

Und Airbrush war total Hip – und was für geile Motive!

Airbrush

Das obligatorisch Airbrush findet sich auch auf diesem Ford Capri. Tolle Idee: Das Auto auf dem Auto…

Ford Capri Spoilermonster

Der passende Innenraum dazu – Holla die Waldfee! Das is Oldschool Pornstyle!

Ford Capri Spoilermonster

Und das war jetzt nur eine Automarke – vielleicht zeige ich Euch noch ein paar andere demnächst. Es ist einfach zu schon fiiiiiiies….

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Die geilsten Autoprospekte aller Zeiten: Fiat Panda

Mir sind 2 alte Fiat Panda Prospekte wieder in die Hände gefallen – hach, die waren einfach geil. Schon alleine der Titel: Prospekt.

Fiat Panda Prospekt

Selten haben Werbestrategen – in dem Fall Michael Conrad und Leo Burnet – ein dermaßen selbstironisches Werk zu Papier gebracht. Beispiele? Kritiken für die Hinterachse – wer kann die am besten geben? Klar – Ärsche!

Fiat Panda Prospekt

Wenn man Frauen fragt, was für ein Auto sie fahren, sollen dem Klischee nach Antworten kommen, wie „ein rotes“ – also ist die Seite mit den Lackfarben auch tituliert mit „Die Seite für die Madln“ und die Lackfarben werden mit Nagellack präsentiert.

Fiat Panda Prospekt

Der Hammer ist aber der Artikel über die Motorleistung. Ob die bei Porsche wirklich gezittert haben? :.

Fiat Panda Prospekt

Einfach herrlich, diese Prospekte. Heute traut sich so etwas kein Autohersteller mehr. Warum eigentlich nicht? Die tolle Kiste verkaufte sich auch wegen dieser abgefahrenen Werbung damals wunderbar…

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Albrecht Tuning Katalog von 1985

Gestern bekam ich von Marcus ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk – einen Albrecht Tuning Katalog von 1985.

Albrecht Tuning Katalog 1985

Geile Sache sowas, denn einerseits ist so ein Katalog nützlich, denn er kann als Nachweis dienen, daß es z.B. Felgen schon damals gab. Das kann bei der H-Abnahme zukünftig sehr wichtig sein, denn oft sind die Gutachten zu den Felgen neuer, weil sie um aktuelle Fahrzeuge erweitert wurden.

Historische Alufelgen Katalog

Andererseits birgt so ein Katalog natürlich genug unfreiwilligen Humor. Einfach nur geil, die Frisuren etc. von damals.

Der Werkstattleiter – ein Traum!

Auto Albrecht Katalog 1985

Auch der Chef – das Bild erinnert heute eher an ein Fahndung-Plakat der Polizei, als an einen seriösen Geschäftsmann. Aber so war eben die Mode…

Fiese Scheitel

Ich hatte den Katalog damals auch. Und ich spielte damals wirklich mit dem Gedanken, ein solches Aufkleber Design auf die Karre zu kleben.

Aufkleber Designs 80er Jahre

Ich steh ja so ein wenig auf 80er Jahre Trash und ich bin in dem Katalog auf Zubehör gestoßen, das ich noch nie am Passat gesehen habe – jedenfalls nicht bewußt. Da gab es z.B. die Aerolift Deflectoren. Ein herrlicher Blödsinn, den ich bisher nur am Golf 1 bewußt gesehen habe. Aber konnte man auch am Passat Variant montieren:

Aerolift Deflector

Wobei die Baujahresgrenzen irgendwie komisch sind.
Ebenfalls nie gesehen habe ich eine Zastrow Heckblende für den 32B – gegeben haben muß es sie aber.

Zastrow Heckblende

Der Passat ist eben kein klassisches Auto zum tunen frisieren. Ich weiß nicht, ob ich die Scheiße montieren würde, aber wenn ich SEHR günstig da drankommen würde – ich würde es zumindestens mal hinlegen…

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Der 35iiiiiiiiii

Zu meinem VW Passat 35i kam ich durch die Vermittlung von Monsterbacke. Wir waren damals bereits befreundet und ich suchte nach dem Ludenbenz wieder eine Vernunftskarre. Der 35i gehörte einem Palettenhändler, der in derselben Fabrik untergebracht war, wie die Schrauberhalle von Monsterbacke damals. Gekauft habe ich ihn als Unfallwagen.

VW Passat 35i Unfallwagen

Der Wagen hatte eine abenteuerliche Vorgeschichte. Der Vorbesitzer wollte ihn ohne Unfall verkaufen, als sich ein ehemaliger Schulkamerad meldete. Der wollte den Wagen, konnte ihn aber nicht gleich bezahlen, sagte aber, er bekomme eine Erbschaft ausgezahlt und würde das Geld nicht viel später zahlen. Da man sich kannte, war er einverstanden. Kurz daraus war beim Verkäufer die Polizei und fragte, ob er denke, daß die Polizei wirklich so dumm sei, das nicht mitzubekommen. Er war vollkommen perplex, wußte nicht, um was es ging. Es stellte sich heraus, daß der Käufer des Passat noch mit der Zulassung des Verkäufers ein stehendes Polizeiauto gerammt hatte und Unfallflucht begangen hatte.
Ein paar Tage später kam der Käufer mit dem Wagen zurück und wollte ihn zurückgeben. Die Erbschaft sei ausgefallen, er könne den Wagen nicht bezahlen. Seit dem stritten sich die Anwälte um den Wagen. Er stand lange und irgendwann konnte er dann weg. Ich setzte eine Batterie ein und weil der Wagen spontan ansprang, kaufte ich ihn für 3000 DM.

Bestandsaufnahme: Front krumm, ein Scheinwerfer, die Frontmaske und die Stoßstange platt, hintere Bremse fest.

Unfallschaden VW Passat 35i

Monsterbacke und der Verkäufer richteten mir die Front mit dem Gabelstapler wieder gerade. Ich garnicht mehr, ob ich die Teile, die ersetzt werden mußten, selbst besorgte, oder beim Kauf dabei waren. Die Frontmaske änderte ich noch ab, indem ich das VW Zeichen mit GFK schloß, ich montierte ihn zusammen und ließ die Front neu lackieren in der Originalfarbe. Der Lackierer verklebte leider die Frontmaske mit Sikaflex – ich hätte gerne noch die Blinker gegen weiße getauscht – das ging da leider nicht mehr mit bloßem Auswechseln, also ließ ich es sein.

Front geschlossen VW Passat 35i Vorfacelift

Ich besorgte gebrauchte Fire & Ice Felgen und einen Satz rot/schwarze Rückleuchten.

VW Passat 35i

Das Dach beklebte ich mit weißen Karos zum Schachbrettmuster. Damals hatte das eigentlich niemand, da war das ziemlich cool – heute ist das Hauptstrom und würde es sicherlich nicht mehr machen.

VW Passat 35i

So richtig bequem war er nicht – ich suchte noch höhenverstellbare Sitze – egal welche. Also gab ich ein Inserat auf. Mir wurden Lederhocker angeboten, wollte eigentlich abwinken, weil zu teuer, aber als der Verkäufer meinte, ich solle ihm einen Hunni (DM!) geben, schlug ich natürlich zu.

Ledersitze VW Passat 35i

So war er erträglich. Aber er war für mich nie etwas anderes, als ein Vernunftsauto – so richtig hübsch fand ich den Wagen schon damals nicht. Was sich VW bei dieser komischen Front gedacht hat – ich weiß es nicht. Und dann noch den Motor quer eingebaut – das wiederspricht meiner Religion beim Passat. Es war bis dato dem Baujahr nach das neueste Auto, das ich jemals besessen habe. Der Wagen war Bj. 1991, hatte den 1,8l 90PS Versagermotor, 5gang, Schiebedach, Colorverglasung und das war?s auch mit den Extras. Einen Zigeunerhaken habe ich noch nachgerüstet irgendwann.
Er brachte mich verläßlich von A nach B, mehr läßt sich emotional nicht erzählen. Auf Autotreffen war ich mit dem Ding nie – da hatte der meiner Meinung nach auch nix zu suchen. Ausnahme waren nur Treffen, bei denen der Kübel es mal wieder nicht schaffte, wie einmal das Maikäfertreffen, einmal nach Spa und einmal zum Käfertreffen nach Mannheim. Da parkte der Wagen aber stets abseits.

Ich fuhr den Wagen aber relativ lange, weit über 3 Jahre, was für mich ein Mörderzeitraum ist. Verreckt ist nur einmal die hydraulische Kupplung und ständig machte die eine hintere Bremse schlapp. Das erledigte sich erst, als ich die komplette Trommel inkl. dem Achszapfen gegen ein Gebrauchtteil aus einem Schlachter tauschte.

Irgendwann verreckten Kopfdichtung und Kupplung gleichzeitig. Ich wollte es reparieren, aber brauchte erst einmal ein Fahrzeug als Ersatz, um von A nach B zu kommen. Deshalb kaufte ich mir den Pornstyler. Inzwischen hatte ich meine Werkstatt. Das war damals eine ziemlich große Halle, da war Platz, den 35i erst einmal wegzustellen. Ich reparier den dann bei Gelegenheit.
Meine emotionale Bindung zu dem Wagen drückte sich darin aus daß diese Gelegenheit eigentlich nie kam. Der Wagen stand sich die Reifen platt. Sinnvoll wäre gewesen, den Wagen sofort zu verkaufen. So stand er und er stand und stand uns stand…

Ich denke mal, daß er ca. 2 Jahre stand und stetig an Wert verlor. Also setzte ich in ins eBay – egal, was er bringt. Hauptsache weg. Vorher habe ich noch die Alus runtergeschraubt und die Lederhocker rausgenommen. Ich weiß garnicht mehr, was er gebracht hat – irgendwas um die 300 Euro. Erstaunt war ich, als der Käufer mit einem Forstanhänger gekommen ist. Eigentlich viel zu kurz für ein Auto. Irgendwie haben wir ihn draufbekommen. Die hinteren Räder saßen nur Ansatzweise obendrauf.

VW Passat 35 i auf Anhänger

Abtransport VW Passat 35i

Der Wagen wurde reaktiviert und fuhr meines Wissens nach noch sehr lange im Saarland durch die Gegend – evtl. sogar noch heute. Den Fusseltuning Schriftzug auf den hinteren Scheiben ließen mindestens 2 Nachbesitzer auf dem Wagen…

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