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Blumenkinder

Ich habe lange gebrütet an dem Gardinenproblem, dass die Klebehalterungen für die Vintagestangen nicht gehalten haben. Noch andere Klebemethoden ausprobiert etc. Nette Vorschläge kamen hier. Sikaflex? Sekundenkleber? Das ist natürlich Unsinn bei einer Mietwohnung. Ich würde als Vermieter ausflippen, sollte an meinen Fenstern bei einem eventuellen Auszug Kleber am Rahmen sein.

Von oben Aufhängen schien mir irgendwann die einzig praktikable Lösung. Aber da Schnüre, Drähte etc., die man sieht? Auch doof. Bis mir die Idee kam: Wenn man es schon sehen würde, dann doch etwas von Jägermeister. Ich kramte in meinen Kisten und fand Blumenketten.

Hmmm, och jo, das könnte gehen – und es geht.

So sieht es nicht nach einem Provisorium aus, sondern nach voller Absicht. Ich habe die Blumenketten zerschnitten, auf richtige Länge gebracht und auf beide Seiten je einen Schlüsselring geknotet. Für den Fensterrahmen gibt es Haken aus durchsichtigem Plastik, die nur knapp um die Ecke gehen, so dass ich sie nicht unter die Dichtung des Fensters geklemmt werden müssen und so keine Wärmebrücke entsteht.

Die Klebehaken lasse ich komplett weg. Eventuell ersetze ich die Metallstangen noch durch Holzstangen. Mal sehen…

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Stauraum

Natürlich arbeite ich ab und an weiter an meiner Wohnung. Kranke Ideen übersetzen, Lösungen austüfteln, …

So habe ich im Flur Handtuchstangen aufgehängt.

Natürlich nicht für Handtücher. Ich bin ja großer Fastnachter und ich habe eben auch den einen oder anderen Orden verliehen bekommen. Viel zu schade, in einer Kiste zu verstauben. Irgendwie wollte ich die präsentieren.

Ich befürchte, ich brauche nach dieser Kampagne eine dritte Stange…

Wie ich schon berichtet hatte, hatte ich einen weiteren Vitrinenaufsatz abgestaubt.

Ich habe damals noch nicht gewusst, ob ich den nutze. Aber da er umsonst war, hatte ich ihn damals eingepackt. Aber bei der Planung des Wohnzimmers fiel mir auf: Die Stereoanlage steht im verkehrten Raum, nicht bei dem Sofa. Ich könnte die doch da drauf stellen. Dazu brauchte ich eine Ablage obendrauf,

Noch zu offenen Baumarktzeiten hatte ich mir eine günstige Leimholzplatte besorgt, das Thema aber immer nach hinten geschoben. Jetzt habe ich das Brett zugesägt und lasiert.

Passt exakt in die Nische, in der sie soll, hat eine gerade ausreichende Tiefe, nur steht das Ding etwas wackelig, weil das Laminat an der Stelle etwas nachgibt.

Mal sehen, wie ich das Problem löse.

Ein anderes Problem war die Präsentation meiner Sammlung an Jägermeister Schlüsselbändern. Und eines der Fenster war mir zu nackt. Wieso nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen?

Sind ein paar Doppelte dabei, aber man muss ja noch Luft nach oben lassen. Das System treibt mich aber nach wie vor in den Wahnsinn. Ich bin weiterhin am Tüfteln, denn das ist zu schwer für diese Vintage Stangen. Ich habe schon 2 verschiedene Haken ausprobiert, verschiedene Klebebänder, u.a. Spiegelklebeband. Und immer wieder höre ich ein verdächtiges Geräusch und stehe vor dem Desaster, dass es wieder abgefallen ist.

Bohren will ich nicht in die Fensterrahmen einer Mietwohnung. Eventuell die Klebefläche vergrößern?

Im Büro wollte ich an der letzten Wand noch Hängeschränke. Mir reicht der Stauraum immer noch nicht. Eine „ungeliebte“ Vitrine hatte ich noch. Einen Hängeschrank habe ich mir schenken lassen, zwei weitere für wirklich Kleingeld über eine Kleinanzeige geborgen. Was fehlte, waren Einlegeböden.

Baumarkt wegen der Pandemiemaßnahmen geschlossen. Woher? Klar, vom Sperrmüll.

Ich habe tagelang gewartet, weil es ständig regnete und Spanplatten quellen bei Nässe auf. Da gestern endlich mal wieder die Sonne rauskam. Es ist echt eine Schande, was da alles rausgeworfen wird. 22mm Einlegeböden von einer Qualitätsküche – originalverpackt!

Zwar nicht in der Traumfarbe Weiß, aber das ist auch schon egal – die Schränke passen eh null zusammen.

Das einzig gemeine – sie hängen unten auf der selben Höhe. Da sollen noch LED Leuchtstofflampen drunter, weil darunter zwei Arbeitstische kommen. Ich habe wieder etwas mehr Stauraum, ich kann weitere Umzugskisten ausräumen, aussortieren, einlagern, was ich behalten will. Ob jetzt der Platz reicht? Ich kann es nicht sagen.

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Leuchtorange

Nicht, dass Ihr denkt, ich bin mit meiner Wohnung fertig, weil ich lange nichts mehr hier darüber geschrieben habe. Ich miste immer noch aus und tüftle an Lösungen. Beispielsweise für meine Jägermeister Krawatten. Ja, es gibt Jägermeister Krawatten.

In meiner alten Wohnungen hatte ich die in einer Art Minivitrinen von IKEA, wenn ich richtig recherchiert habe, heißt das Modell BAS.

Problem 1: Ich habe inzwischen mehr als 2 Krawatten von Jägermeister, Problem 2: Die Vitrinen gibt es nicht mehr bei IKEA. Die Suche war gar nicht so einfach. Entweder waren solche Vitrinen, oder wie man sie in flacher auch nennt: Objektrahmen nicht tief genug, oder ich war nicht bereit, den Preis dafür zu zahlen. Wenn die Vitrine teurer als der Inhalt ist, hört bei mir der Spaß auf.

Ich wurde fündig in einem Billigmarkt: Teekisten für 2,91 Euro.

Für den Preis riskierte ich es einfach. Wäre die Scheibe Plexiglas, hätte ich vermutlich abgeloost. Aber ich hatte Glück: Die Scheiben sind Echtglas. Die Beschriftung war von innen. Mit einer Klinge flach über die Scheibe geführt, ließ sich das abkratzen. Die Einteilung raus, einen Aufhänger hinten dran und ich hatte meine Vitrinen.

Problem war noch, dass die Türen nicht geschlossen blieben an der Wand. Ich behalf mir erst einmal mit doppelseitigem Klebeband.

Diese Wand ist einigermaßen komplett.

Auch eine andere Wand hat ihre Jungfräulichkeit verloren. Da hängt jetzt vieles unter dem Motto: Hauptsache rund.

Für die Tabletts musste ich mir dafür eine Halterung ausdenken. Ich habe sie aus Draht gebogen.

Von hinten gesehen nicht sehr hübsch – aber das sieht man ja nicht. Billig und tut seinen Zweck.

Neben den ganzen Jägermeister Sachen hatte ich noch etwas unterzubringen: Meine Autopokale. Da habe ich länger nach einer passenden Vitrine gesucht, die neben Besenschrank im Flur passt. Irgendwann fand ich eine gebrauchte Vitrine aus dem schwedischen Möbelhaus für einen 10er. Für das Wohnzimmer wäre mir die zu unspektakulär, für den Flur taugt sie mir.

Damit sie neben den Besenschrank passt, musste ich die Stecker für DLAN etc., die links neben dem Besenschrank waren, in den Schrank verlegen. Sogar die FritzBox hängt jetzt da drin.

Die Beleuchtung der Fenstervitrine war mir zu kalt, zu unangenehm das Licht. Was hilft? Tönungsfolie.

Dass die orange ist, hat nichts mit Jägermeister zu tun. Das ergibt eben warmweißes Licht. Hier ein Vergleich – die linken drei Fenster sind mit Folie, die rechten zwei ohne.

Und so alle getönt.

Wenn jetzt nur die Vitrinenbeleuchtung an ist, hat man nicht mehr das Gefühl, im OP zu stehen. Sortiert ist das jetzt auch einigermaßen, was in der Vitrine ist – ich komme voran. Fertig wird das wohl nie, aber ich sag mal, ich bin fertig, wenn keine Kartons mehr herumstehen. Ich habe zu viel Zeug. Immer diese Sammler…

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Erhöhung

Letzthin habe ich die Tischkreissäge in der Werkstatthölle angeworfen – in der Wohnung will ich inzwischen wegen den Sägespänen nicht mehr sägen – es steht schon zu viel rum, das ich danach wieder putzen müsste.

Holzreste, die ich noch hatte oder vom Sperrmüll geholt hatte in verschiedenen Stärken. Ich brauchte lauter kleiner Bretter in bestimmten Höhen.

Ich wollte damit ein optisches Problem lösen – ja ich weiß, ich verliere mich ab und an in Details. Teilweise habe ich sie auf dem Balkon lackiert, teilweise war es nicht nötig, weil man die Brettchen eh später nicht mehr sieht. Sie waren für verschiedene Vitrinen, wie zum Beispiel hier eine Seite des Buffetschranks.

Mich nervte einfach, dass der Rand mancher Vitrinen viel zu viel verdeckte. Also habe ich das hochgeholt bis zur Kante.

Die zwei größeren Vitrinen bekamen zusätzlich Glaseinlegeböden – ich habe noch genug Glasplatten zum Verschneiden. Da kann ich ruhig verschwenderisch arbeiten und immer so eine geschliffene Kante vorne behalten.

Uhrenkasten? Kann man gerne wissen, aber als Vitrine funktioniert das auch super.

Selbst die dreigeteilte untere Hälfte des anderen Regulatorgehäuses – das ist doch 1000x besser als eine schnöde IKEA Vitrine.

So langsam zieht die Sammlung ein. Und ich habe immer noch nicht alles in der Wohnung.

Passt überhaupt nicht zu mir, aber ich habe jetzt die Chance, das mal vernünftig zu ordnen und so einen Überblick zu bekommen, was man so alles hat. Es fällt einem auf, dass so manches doppelt in Vitrinen war. Das wird jetzt radikal aussortiert und zum Tausch oder Verkauf angeboten.

Und ich habe immer noch Sachen, von denen ich bis heute nicht weiß, wo ich sie unterbringen kann…

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Lückenfüller

Die Decke meines neuen Vitrinenaufsatzes gefiel mir nicht. Ich habe ein wenig umhergedacht, was so passen könnte und entschloss mich, da in die Lücken irgendwelche Bretter einzupassen. Ich wollte die direkt im Baumarkt sägen lassen und musste dazu in einen anderen Baumarkt. Mein Stammbaumarkt sägt nur Platten bis minimal 30cm Breite. Aus Sicherheitsgründen hieß es, als ich das einmal versucht hatte zu bestellen. Also ging ich eben in einen anderen Baumarkt, der nicht wusste, wie todgefährlich das ist, Bretter in 27cm Breite zu sägen. Das war meine Breite und die Stärke musste 15mm sein, damit das bündig abschließt. Was gibt es für kleines Geld? OSB Platten in der Stärke. Kosteten keine 5.- Euro zusammen.

So OSB Platten haben schon eine interessante Oberfläche, das passte aber nicht so recht zusammen. Also habe ich es lasiert – und da die Leisten drumrum schon dunkel waren, eben dunkel in Nussbaum. Natürlich vorher die OSB Platten angeschliffen.

Nein. das war es noch nicht, erst die zweite Schicht brachte ein interessant aussehendes Ergebnis. Ich habe das übrigens gerollt, mit dem Pinsel hatte ich zu sichtbare Streifen.

Als ich im Baumarkt wollte ich auch Möbelmagnete kaufen und da sah ich, dass es für kleines Geld Möbelschlösser gab, die mit meinen identisch auszusehen schienen. Also eines mitgenommen. Als ich das alte Schloss abgeschraubt hatte, wusste ich warum die so billig sind. Es zerfiel in seine Einzelteile.

Das neue Schloss reingeschraubt – äh, da passt was nicht!

Das neue Schloss ist kleiner – zum Vergleich die andere Seite:

Ein lösbares Problem. Ich muss eben ein Blech biegen als Gegenstück, das einen cm weiter reinreicht. Ärgerlich ist es trotzdem.

Über der Vitrine habe ich die vorbereiteten Regulatoren Gehäuse aufgehängt, andere gesammelte Vitrinen vom Flohmarkt, einen umfunktionierten Humidor und meinen eigentlichen Regulator.

Der Humidor ist eigentlich kein „richtiger“ Humidor, es fehlen Belüftung etc. Ich denke, das war mal ein Verkaufsregal für Zigarren. Man erkennt in ihm den Inhalt schlecht, weil die Scheibe getönt ist und dann auch noch das dunkle Holz. Deshalb habe ich ihn innen weiß rausgestrichen.

Er bekommt noch eine zweite Farbschicht, das hat nicht 100% gedeckt.

Der Regulator ist etwas ganz Besonderes für mich.

Zunächst erscheint er eher schmucklos gegenüber anderen Pendeluhren. Man muss schon genauer hinschauen, um die Besonderheiten zu erkennen. Da ist dieses Rad, das sich mitdreht.

Hier kann man Stifte einstecken. Wozu das? Das ist eine alte Werksuhr. Obwohl eine mechanische Uhr, ist sie verkabelt, denn sie steuerte sie Werkssirenen und vielleicht sogar noch mehr. Am faszinierenden finde ich diesen Schalter.

Kapiert, was der macht? Das ist tatsächlich ein mechanischer Schalter. wird er durch einen Stift gekippt, fließt in dem Glaszylinder mutmaßlich Quecksilber auf die andere Seite und schließt den Kontakt. Habe ich nirgendwo anders gesehen.

Leider läuft die Uhr nicht. Wenn man das Pendel anschmeißt, tickt sie, der Sekundenzeiger will sich drehen, hängt aber. Zudem ist leider die Kette zu weit durchgezogen, so dass ich das Gewicht nicht anhängen kann.

Neben der faszinierenden Technik begeistert mich aber noch mehr an der Uhr. Zum einen die Geschichte, wie ich zu ihr gekommen bin. Sie stammt aus der selben Fabrik, aus der auch meine Lampen im Büro sind. In diesem Fabrikgebäude, das damals zum Teil schon eingestürzt war, haben wir Anfang der 90er eine große Party veranstaltet. Ein Stück Jugenderinnerung. Die Fabrik wurde danach eingerissen. Und im Gehäuse fand sich ein Wartungszettel.

Der Regulator wurde am 14.05.1968 das letzte Mal gewartet – exakt einen Tag vor meiner Geburt…

Vielleicht finde ich irgendwann jemanden, der die Uhr wieder zum Laufen bringt. Scheint nur ein kleines mechanisches Problem zu sein – aber ich bin eben kein Uhrmacher.

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Aufsätze

Begonnen haben die Begehrlichkeiten mit diesem Buffetschrank.

Der stand letzten Freitag in der Gruppe „Free Your Stuff“ bei Facebook zu Verschenken. Er hatte einige Schäden, aber ich wollte nur den Aufsatz und die zwei Abplatzer – dafür findet sich eine Lösung. Da aber niemand sonst den Schrank wollte, ließ sich der Verschenker darauf ein, dass ich auch nur den Aufsatz bekommen könnte. Anfangs. Wir telefonierten, da ich das erst gestern hätte abholen konnte, alles kein Problem. Bis gestern die Meldung kam, der Schrank wäre kaputt gegangen.

Kann man jetzt glauben oder nicht, besonders wenn die Nachricht über den Messenger kommt und niemand mehr ans Telefon geht. Aber es änderte ja nichts am Umstand, dass ich den Schrankaufsatz nicht bekommen konnte. na dann schauen wir mal bei eBay Kleinanzeigen, ich war im Abholmodus.

Anderer Style, die Vitrine nicht bis nach unten, aber auch für umme. Rufen wir doch mal an, ob ich auch da nur das Oberteil haben könne. Konnte ich. Also hin und was stand da? Ein weiterer Schrankaufsatz. „Was ist mit dem?“ „Ach, nehmen Sie ihn mit, der fliegt sonst auf den Sperrmüll.“ Dann kam mein Sprachfehler zum Zug – ich konnte nicht nein sagen. Passte nicht mehr in den Kofferraum neben dem anderen Aufsatz, aber ich hatte die Dachträger mit.

Den kleineren Aufsatz konnte ich alleine in die Wohnung tragen.

Zu dem mache ich mir noch Gedanken – der war ja eigentlich gar nicht geplant. Für den anderen brauchte ich einen Helfer, um ihn in die Wohnung zu tragen, aber auch der fand sich.

War schon etwas mitgenommen, viele Kratzer etc. Zudem fehlte eine Blende am Schlüsselloch.

Ich griff zum Leinöl, 1:1 mit Terpentinersatz gemischt. Die Blende hatte ich vom Unterteil geklaut. Die Verschenkerin hatte das erlaubt. Die Schraubenlöcher waren natürlich ausgerissen, die habe ich erst einmal mit Holzleim aufgefüllt. Muss ja nicht viel halten. Ist doch gleich ein komplett anderes Bild:

Die Schlüssel, die dabei waren, passen natürlich mal wieder nicht zum Schloss. Ich denke mal, ich lass die Schlösser weg und mache dezente Griffe und Magnetschnapper dran. Ich verstehe das eh nicht, warum an solchen Schränken immer Schlüssel dran sind. Wer sperrt schon seine Schränke daheim ab? Also außer man hat Kinder und sperrt beispielsweise den Alkohol oder die Pornosammlung weg.

Das war ein Küchenbuffetschrank. Und diese Schränke haben meist Einsätze für Schütten für Mehl, Zucker, … Meiner machte da keine Ausnahme.

Mehl im Speisezimmer? Raus mit allem, das keine Miete zahlt!

Die Einlegeböden muss ich noch versetzen – der Aufsatz hat die ideale Tiefe für Aktenordner. Für was ich mir noch Gedanken machen muss, ist die Fläche oben.

Das war eben nicht dafür gedacht, dass man da draufsieht, entsprechend lieblos ist das gemacht, die Flächen zwischen dem Gerippe ist nur Sperrholz. Vielleicht sollte ich das kacheln? Ob mich dann der Zentralrat der Fliesentischbesitzer aufnehmen würde?

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7 Jahre Pech

Ich hatte ja meine restlichen großen Möbel in die Wohnung geholt, aber die bedeuten weitere Arbeit. Fangen wir mit dem Sofa an. Das stammt von meiner Ur-Uroma. Entsprechend alt ist es. Nicht aber der Bezug. Meine Oma – die übrigens letzten Samstag 100 Jahre alt geworden wäre – hatte sich damals so gefreut, dass ich das Sofa haben will und es nicht nach ihrem Tod auf den Sperrmüll geht, dass sie es auf ihre Kosten neu beziehen lies.

Ich find es extrem cool, auch wenn es bequemere Sofas gibt. aber über 100 Jahr gehen nicht spurlos an so einem Möbelstück vorbei. An einer Seite der Lehne war das Holz schon einmal geklebt. Und da war es bei Transport wieder auseinandergebrochen.

Nicht komplett ab, aber das musste ich natürlich Fixen. Wie anpressen dafür? Ich wählte einen Spanngurt. Um die Ecken habe ich beidseitig ein Handtuch gelegt, damit der Spanngurt das Holz nicht beschädigt.

Holzleim rein und festratschen. Ich denke, das Sofa macht wieder mächtig etwas her.

Nächster Patient ist ein hoher Schrank mit Spiegel.

Gerade am unteren Rand sieht man: Der hat gelebt! Es handelt sich um einen Schrank komplett aus Fichtenholz. Bin mir jetzt gar nicht sicher, ob er von einer Großtante stammt, oder von meinen Urgroßeltern. Nun darf man in meinen Augen einem Möbelstück ruhig sein Alter ansehen, aber dass das so rausblitzt gerade am unteren Rand, das war mir zu viel.

Ich griff zu Beize in Nussbaum dunkel. Mit dem Pinsel aufgetragen und danach abgewischt.

Ich wiederholte den Vorgang mehrmals, bis ich der Meinung war, das ist ok für mich.

Die freigeschliffene Stelle kam daher, dass die Tür da heftig klemmte. Ich habe sie ein wenig abgeschliffen. Es ist noch nicht ganz weg, aber inzwischen nicht mehr so heftig.

Natürlich hatte ich wieder mit den schiefen Böden. Ich behalf mir mit der Lochsäge, um entsprechende Scheiben zu sägen in verschiedener Dicke.

Natürlich mussten auch die Stützen mit Beize dunkel gemacht werden.

Dazu mussten die Stützen wieder raus und da passierte es. Der Schrank kippte nach vorne, ich stütze ihn an der Tür und KNACK. Was hab ich mich geärgert, Der Spiegel war das geilste an dem Schrank. Schön mit einem geschliffenen Rand.

Wäre ich abergläubisch, würde das 7 Jahre Pech bedeuten. Mir reicht das Pech, dass der Spiegel jetzt hin ist.

Und wie nennen wir das? Gestaltungsanlass! Orangefarbener Streifen, Jägermeisterkleber drüber, die Schadstelle ist überklebt.

Ohne den Kleber und stattdessen einen heilen Spiegel fände ich 1000x besser, aber das ist eben jetzt so. Aber gerade wenn man den unteren Rand sieht – das sieht deutlich besser aus, als vorher. Und ich habe dem Schrank nicht die Seele geraubt.

Die Ausgleichscheiben schauen sich jetzt auch einigermaßen weg.

Eventuell spende ich dem Schrank noch etwas Leinölfirnis.

Am oberen Rand fehlte seitlich ein Teil des Rands. Den hatte ich auch, aber der war zu groß. Keine Ahnung, wie es zu dieser Konstellation kam.

Ich hatte das immer verschoben, das einmal zu fixen. Doch jetzt einmal Nägel mit Köpfen. Ich habe mit einem Cuttermesser beidseitig etwas weggeschnitzt, bis es passte. Das war schon mehrfach geklebt, so dass beide Seiten Leimspuren hatten. Da hält kein Holzleim mehr, deshalb entschied ich mich für Montagekleber. Der hält im Gegensatz zu Uhu Alleskleber, den vermutlich als letztes meine Oma verwendet hat.

Dritte Baustelle sind eine Anrichte und ein Buffetschrank aus dem Vorbesitz meiner Urgroßeltern. Am vergangenen Freitag haben wir das einfach in die Wohnung getragen.

Problem: Der Aufsatz von dem Buffetschrank musste auf das Unterteil. Vorher wollte ich aber erst das Unterteil an den schiefen Boden angleichen und dann das Teil hochheben. Aber alleine? Vergesst es. Also habe ich am Sonntag auf Facebook einen Aufruf in einer „Free Your Craft“ Gruppe losgelassen. War je keine große Aktion. Und tatsächlich stand 20 Minuten später ein mir vollkommen unbekannter Helfer in meiner Wohnung und hob das Teil mir an.

Ursprünglich wollte ich den hohen Schrank direkt daneben stellen, deswegen hatte ich die Anrichte in die Mitte platziert. Denn Buffetschrank und der Spiegelschrank haben unterschiedliche Höhen. Meine Oma hatte die nebeneinander stehen und das sah richtig depp aus. Aber ich habe mich umentschieden und den Spiegelschrank gegenüber gestellt. Und je mehr ich mir das angesehen habe, desto mehr kam ich zur Einsicht: Die müssen anders herum stehen. Der Buffetschrank klaut zu viel Licht.

Ich wollte auch hier den Lack, der anders als am Spiegelschrank ist, mit Beize nacharbeiten. Ging aber nicht, anscheinend ist das Holz geölt oder gewachst, es nimmt die Beize nicht an. Da muss ich mir weitere Gedanken dazu machen.

Bei den Schlüsseln für all den Vitrinenaufsätzen und Schränken habe ich soweit alles wiedergefunden. Nur ein Vitrinenaufsatz war zugeschlossen und es passte ums Verrecken kein Schlüssel. Des Rätsels Lösung: Der alte Schlüssel war abgebrochen. Kaum zu glauben – er hakelt ein wenig, aber es schließt ein eigentlich vollkommen anders geformter Möbelschlüssel aus der Grabbelkiste.

Glück gehabt! Sind die 7 Jahre Pech schon rum?

 
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Ich hab ja noch mehr…

Es wurde langsam Zeit, meine restlichen Möble, die ich eingelagert hatte, in die neue Wohnung zu bringen. Vorher hieß es aber erst einmal wieder Platz zu machen – einen kompletten Pirat mit Sperrmüll und Elektronikschrott habe ich zusammenbekommen.

Wenigstens ist Sperrmüll und Elektrokschrott zu entsorgen kostenlos. Und es tut manchmal weh, was weggeworfen wird. Diese Kühlschranktür – schon abmontiert – hätte eine schöne Magnetpinnwand abgegeben.

Aber einmal dort abgegeben, darf man es nicht mehr mitnehmen – glaubt mir, ich habe gefragt.

Ich wollte eine große Aktion anzetteln, die restlichen Möbel zu bergen – es war den meisten zu kurzfristig. letztendlich habe ich gestern „nur“ zwei Helfer zusammenbekommen. Doro und Calli. Der kam stilvoll im VW T2a.

Und er brachte seinen Anhänger mit. Kein Riesending, offen, aber mit 2x Fahren war es zu schaffen.

Einige meiner Wohnzimmermöbel sind Familienerbstücke. Einige Schränke stammen aus dem Besitz meiner Urgroßeltern. Aus dem Holz der damals eigenen Wälder von einem Schreiner gebaut. Trotzdem wollte sie außer mir niemand in der Familie – zu dunkel. Ich bin sentimental, ich steh auf Möbel mit Geschichte.

Mein Sofa stammt von meiner Ur-Urgroßmutter und meine Oma durfte als Kind auf dem guten Stück nicht sitzen.

Macht das Zeug nicht leichter. Aber ehrlich gesagt: Die drei Mann, bzw. eine Frau und zwei Männer, waren genug. Eine fiese Schlepperei in den 2. Stock durch eine enge Treppe war es trotzdem. Aber es ist alles da.

Bei dem Ohrlehnensessel (ohne Geschichte) hatte ich Bedenken, dass er durch die Türen passt. Aber es ging ums Arschlecken.

Ich zog es vor, dann etwas zu chillen, das Sofa beispielsweise schraube ich später wieder zusammen.

Auch muss ich die Möbel ausrichten – die schiefen Böden. Aber ein was konnte ich mir nicht verkneifen – Vitrinen stapeln.

Das sind drei Vitrinenaufsätze von Buffetschränken, die mich schon länger begleiten. Wenn so etwas beim Sperrmüll an der Straße steht, kann ich nicht vorbeigehen. Die klobigen Teile darunter lasse ich immer stehen. Früher standen die bei mir in einem schmalen Flur – an der Wand in einem größeren Raum kommen sie aber erst richtig zur Geltung.

 
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Ich geb mal Gas

Im Bad über der Toilette war bereits eine Lampe, als ich meine Wohnung bezog. Naja, positiv ausgedrückt, ich fand die langweilig.

Ich hab das erst einmal gelassen, aber als eine der Birnen kaputt gegangen ist, hatte ich meinen Gestaltungsanlass. Eine Lampe kaufen? Wollte ich nicht. Ich erinnerte mich an eine Lampe, die ich eher mal zwischen 12 und Mittag für die Werkstatt gebaut hatte, aber nicht nutze- Ein Vergaser mit Ansaugbrücke, eine gebrauchte Keramikfassung rein, fertig.

Schockte nicht wirklich, aber eine gute Basis. Da das viel zu schräg hing, flexte ich den Krümmer erst einmal schräg ab. Aber da fehlte schon noch etwas – ein Sockel. Ich flanierte durch die Vorhölle, da stand irgendein Rest herum von einer alten Tür oder whatever. Müll, aber altes Holz.

Ein Brett herausgetrennt, abgesägt auf richtige Länge, Löcher gebohrt zur Verschraubung des Krümmers. Aber was noch fehlte, war der Platz für den elektrischen Anschluss. Das Brett war dick genug. Ich habe mit so einem Dosenbohrer, oder wie man das nennt, erst ein kleines Stück reingesägt, dann den Bohrer in der Mitte kürzer eingestellt, damit ich das Brett nicht durchbohre und tiefer gebohrt. Mit dem Stechbeitel habe ich dann das Holz in der Mitte herausgestemmt.

Das Holz auf der Sichtseite habe ich nur etwas angeschliffen, um die Patina zu erhalten. Zwischen Vergaser und Krümmer habe ich ein Erdungskabel geschraubt – sicher ist sicher.

Alles zusammengeschraubt, sah schon einmal viel besser aus.

Die „Technik“ habe ich mit einer kleinen Drahtbürste etwas sauber gemacht, das Brett mit Leinöl behandelt. Und je mehr ich mir das ansah, desto mehr kam ich auf den Gedanken, dass die Birne nicht nach oben, sondern nach unten zeigen sollte. Die Löcher zum Verschrauben, ermittelte ich vor Ort – ich wollte nicht mitten in den Kacheln bohren. Und ich besorgte eine dekorative Birne, die von den Proportionen passt.

Fertig ist die Lampe und natürlich leuchtet sie auch.

Wenn wir gerade beim Leuchten sind. Ich hatte da schon länger billige „Leuchtstoffröhren“ besorgt. Also keine „echten“ Leuchtstoffröhren, sondern natürlich LED Leuchten. Damit wollte ich die Fenstervitrinen illuminieren.

Für den kleinen Preis sind die Gar nicht schlecht. Vor allem haben sie je ein Verbindungskabel dabei, um sie in Reihe zu schalten, das macht das Verkabeln sehr easy.

Doof nur, dass die für meinen Zweck viel zu kurz waren. Aber ab Lampe zwei brauchte ich ja das eigentliche Kabel nicht, also lötete ich mir einfach längere Verbindungskabel zusammen.

Was die Beleuchtung bringt, sieht man am besten an einem Bild, bei dem noch nicht alle Lampen angeschlossen sind.

Jetzt zahlen sich auch die Glasböden aus, denn sie lassen das Licht durch zu den unteren Ebenen.

Noch muss ich das in der hintersten Vitrine einstecken, aber ich will da einen Stecker einbauen, der mit Fernbedienung – oder noch besser mit irgendeiner Handy App funktioniert. Denn ich weiß genau – die Fernbedienung werde ich wieder ständig suchen…

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Regulierung

Ich bin immer noch am Ausmisten in der neuen Wohnung, was nicht bedeutet, dass nix Neues passiert, so habe ich in der Küche das Radio und die Mikrowelle verblendet.

Einfach aus Kennzeichen gebaut und mit Spiegelklebeband verklebt. Nicht berühmt, aber besser als vorher. Und natürlich sind schon längst die DDR Bakelit Kabelklemmen an der Decke.

Musste eben nur die passenden Schrauben besorgen. Passen normal metrische rein.

Übertrieben? Ja. Aber das ist so gewollt.

Ich hatte ja schon angedeutet, dass meine Jägermeistersammlung groß ist. Sehr groß. Da reicht die neu geschaffene Vitrine natürlich bei Weitem nicht. Ich hatte schon für die alte Wohnung Speisekartenkästen umgebaut. Die kamen jetzt an die Wand.

Und das sind noch nicht alle – an der Wand soll das bis zum Boden gehen.

Seit Jahren bin ich ständig auf der Suche, was sich zur Vitrine umnutzen lässt. Irgendwann kam ich auf Gehäuse von Regulatoren, als Wanduhren. Und davon habe ich auch einige zusammengetragen – mit deutlicher Patina. Deshalb habe ich die erst einmal mit Leinöl Firnis geölt. Das holt nochmal einiges raus bei solchen Stücken.

Derzeit trocknet das auf dem Balkon, den Geruch möchte ich nicht so intensiv in der Wohnung.

Mal sehen, ob ich ein zweites Mal öle, wenn das durchgetrocknet ist.

Wie das so vor mir lag, dachte ich mir – die runde Blende in dem einen Regulator Gehäuse, die nimmt schon viel Sichtfläche weg.

Ich hab mir das genauer angesehen. Das ist einfach eine Blende vor einer Scheibe. Blende raus, Scheibe wieder rein und mit Montagekleber eingeklebt.

Schon hatte ich mehr Sichtfläche.

Diese Kästen inkl. weiterer Vitrinen lassen sich sicher sehr gut arrangieren.

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