Das Ende einer Dienstreise…

Naja, Dienstreise war es nicht gerade…

Ein langer Tag geht zuende. Hauptdarsteller war heute wieder das 32BQP, das gerade seine Tage zu haben scheint. Was habe ich nicht alles versucht zu organisieren, damit ich damit wieder nach Mainz komme. Ich habe sogar versucht einen anderen Motor zu bekommen. Was wäre das wieder ein herrlicher Hardcore-Schraubertag geworden… Alles, was ich auftreiben konnte, war ein weiterer Zylinderkopp von einem Turbodiesel. Zustand naja…

Stammte aus dieser U-Boot-Werft.

Immerhin: Er kam Sonntags an die Werkstatt, um ihn herauszusuchen und neue Koppschrauben hatte er auch – aber leider keine passende Kopfdichtung. Jetzt nochmal alles von vorne und riskieren, daß die inzwischen ja gebrauchte Dichtung nicht dicht hält? Nun probieren wir erst einmal was anderes.
Es war ums Verrecken kein Gewindeschneider aufzutreiben. Improvisieren. Die Idee kam von meinem Neffen Peter – ein selber gebauter Gewindeschneider. Alte Einspritzdüse und Kerben reingeflext – das könnte doch gehen…

Gut, es grenzte an einer Verzweiflungstat, aber ehrlich gesagt, etwas Verzweiflung war ja auch dabei. Gaaaaaanz vorsichtig reindrehen und immer wieder ein Stück zurück, bis wir den improvisierten Gewindeschneider drin hatten. Man sieht die Risse – aber: Das Gewinde hatten wir nun schon mal drin.

Dann die Einspritzdüse mit Schraubensicherung reingedreht. 80 Newtonmeter muß es halten. Peter drehte am Drehmomentschlüssel. Ich glaube, wir haben beide minutenlang die Luft angehalten, bis es endlich KNACK machte. Halleluja! Es hält! Nun die spannende Frage, ob er läuft. Nun, ich habe schon deutlich sauber laufende Motoren gesehen. Probefahrt. Auf der Ebene gehts, am Berg keine Kraft.
Nochmal die Koppschrauben nachgezogen. Keine Besserung. Schwere Entscheidung. Was tun? Schnautze voll, Augen zu und durch! Das ist ein Passat 32B mit Bauernmotor. Der muß das ab können. Sind ja nur 350km nach Mainz. Macht der Locker aus dem Handgelenk.

Blinker links, Gas ist rechts und rauf auf die Autobahn.
Auf der Piste, ich war nicht weit gekommen, streikte die Elektrik. Hä? An der hatten wir doch garnix gemacht. Es roch etwas angeschmort, also ma schnell auf den Standstreifen. Nix gefunden. Aber wie ich so mit der Taschenlampe nach dem Fehler suche, hält hinter mir die Polizei. Ich erkläre, sie lassen gewähren. Sehen noch nach den Papieren und als sie feststellten, daß ich ein Ex-Einheimischer bin, wünschten sie noch gute Fahrt. Zum Abschied schrie der eine noch: „Und vergessen Sie nicht, einen Srich auf Ihrer Heckklappe zu machen!“ Na, wenns von der Obrigkeit sogar extra verlangt wird:

Das mit der Elektrik passierte mir bei Bamberg noch einmal – Ursache? Woher soll ich das wissen? Findet sich, kann nix ernstes sein, denn der Wagen fuhr irgendwie immer weiter. Bergauf immer kämpfen, vor allem, weil ich nicht hochtourig fahren wollte mit neuer Koppdichtung. Ein Rennen war es nicht, aber ich kam voran.

Bei diesem Anblick war ich dann doch glücklich.

Er hat es geschafft, der Wagen! Etappenziel erst einmal erreicht, wie es weitergeht, sehen wir die kommenden Tage…

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7 thoughts on “Das Ende einer Dienstreise…

  1. Glückwunsch zur geglückten Heimreise!
    In längst vergangenen Schraubertagen hatte ich ein ähnliches Drama mit meinem R4, weil es unerwartet -25? Nachtfrost gab, bevor ich das Geld für ausreichend Frostschutz gespart hatte.
    Der musste dann mit Milchtütenkarton als Zylinderkopfdichtung nach Hause zuckeln.

    Jetzt wird wohl die Opelwerkstatt vom Peter jetzt als offizieller Ehren-Partner des Autohauses Fickfrosch geführt?

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