Der Fusselblog Jahresrückblick 2018

Was für ein Schrauberjahr! Sagen wir einmal so: Es gab schon Jahre, da konnte ich weniger Erfolge verzeichnen. Gleich zwei erfolgreiche Rollouts mit Einzelabnahmen – so oft war ich noch nie auf der KFZ Zulassungsstelle innerhalb eines Jahres.

 

Der Focht Titan

Dabei fing das Jahr doch eher deprimierend an der Titanfront. Ich wollte schon lange in die Zielgerade eingebogen sein, aber immer wieder fand ich Rost, Rost und noch einmal Rost.

Bedeutete hier noch ein Blech, da noch ein Blech, Rost wegschleifen, lackieren, versiegeln… Entsprechend demotiviert ging es ans Werk. Aber da musste ich durch.

Vorne gab es noch neue Dämpfer und Tieferlegungsfedern.

Irgendwann war es so weit, dass ich mich um den Motor kümmern konnte. Bevor der in den Motorraum einziehen durfte, musste erst einmal der Riemenantrieb neu. Schließlich hatte ich beim alten Motor schon einmal einen Zahnriemenabriss. Das sollte mir beim Ersatzmotor nicht wieder passieren.

Motor Escort Diesel

Dabei stellte sich heraus, dass an dem Motor gepfuscht wurde – die Steuerzeiten waren verstellt. Das machte dann auch Probleme, den Motor zum Laufen zu bringen. Das ging letztendlich nur mit vielem Nachkorrigieren.

Als mir ein Türgriff abriss, habe ich mich kurz vor Rollout doch noch einmal zu einem zusätzlichen Umbau durchgerungen. Es kamen Lancia Dedra Türgriffe in die Türen.

Im August war es dann so weit: Der Titan rollte aus eigener Kraft aus der Werkstatt und schaffte auf Anhieb die Einzelabnahme.

Es gibt so ein paar Ecken, die mir noch nicht 100% gefallen, aber er ist erst einmal unterwegs. Und das ist wirklich ein erhebendes Gefühl nach einer so langen Zeit des Entstehens das Auto endlich auch fahren zu können.

 

Der Pirat

Der Pirat ist und bleibt immer noch „mein Auto“. Also der Wagen, mit dem man mich am meisten identifiziert. Und natürlich durfte der 2018 wieder einige Kilometer unter die Räder nehmen.

Etwas Ärger machte da zum zweiten Mal die Lichtmaschine. Aber mein Fundus ist da noch nicht ausgeschöpft, es kam einfach die nächste zum Einsatz.

Derzeit ist eine ohne den Anschluss für den DZM drin, weshalb der ohne Funktion ist. Ich sollte einmal nachhaken, ich habe eine Kiste mit Limas zum Überholen gegeben. Aber wichtig ist ja erst einmal die Funktion. Geben wir mal zu: Ein DZM ist ja eher Spielerei.

Und es gab Pleiten Pech und Pannen. In meiner heimischen Garage krachte mir eine Stoßstange durch die Heckscheibe.

Da ich nur eine Klarglasscheibe hatte, kam die zum Einsatz. Inzwischen ist aber alles wieder in Colorglas.

An einem anderen Schaden war echte Dusseligkeit Schuld. Beim Einparken streifte ich eine Überdachung für Einkaufswagen.

Das war aber nach nur einem Abend wieder gerichtet. Nicht perfekt, aber ich bin ja immer der Meinung, dass man einem Wagen ruhig seine Kampfspuren ansehen darf – besonders beim Pirat.

Und der Pirat ist nun schon 9 Jahre lang mein Alltagsfahrzeug. Länger habe ich in meinem bewegten Autoleben kaum ein anderes Fahrzeug bewegt.

Eine Panne hatte er auch – mir war ein Kühlerschlauch verreckt.

Aber das passiert eben bei einem 36 Jahre alten Wagen eben einmal. Derzeit darf der Pirat neben dem Titan in einer Tiefgarage überwintern, ist aber einsatzbereit und ich könnte ihn jederzeit holen. Es ist bei so alten Autos immer gut, ein Ersatzfahrzeug zu haben.

 

Der VW Prolo

Das dritte Fahrzeug, an dem ich dieses Jahr geschraubt habe, war der Prolo. Anfang des Jahres war das einfach „nur“ ein Winterauto und nicht so wirklich ein Projekt. Nachdem ich auch schon einmal die komplette Auspuffanlage abgerissen hatte dank des Tiefgangs, habe ich den Mitteltopf so umgestaltet, dass er nicht mehr hängenbleiben konnte.

Im Juni hatten mir irgendwelche Arschlöcher die Seitenscheibe eingeschlagen. Einfach aus Zerstörungswut.

Natürlich wurden die Täter nie ermittelt, die Scheibe war glücklicherweise schnell gewechselt. Ich hatte noch eine im Fundus.

Die Ankündigung, da einen Mercedesgrill anbauen zu wollen, stie0 auf viel Gegenwind im Internet im Vorfeld.

Wer mich kennt, weiß, dass mich das eher provoziert, das durchzuziehen. Es gibt wenige solche Umbauten, die harmonisch aussehen, also stellte ich mich der Challenge.

Begonnen habe ich damit, Santana Scheinwerfer einzupassen.

Dazu mussten natürlich die Kotflügel geändert werden.

Die Hauptarbeit war aber die Mercedeshaube mit der Polohaube zu Verschmelzen.

So ganz ohne Spachtel ging das leider nicht.

Bei den Stoßstangenecken vorne war der Gestaltungsprozess etwas länger, bis es mir gefiel. Letztendlich wurden es die Ecken einer DKW Stoßstange mit Teilen eines Mercedes Grills.

Ach ja – der Grill. Der war mir viel zu normal. So wurde er länger, aus zwei Mercedes /8 Grills zusammengesetzt.

Das Highlight ist aber wohl das Jägermeister Logo im Grill, das ich mir auslasern lassen habe.

Die Heckklappe musste ich cleanen und auf elektrische Entriegelung umbauen, da mir die Zulassungsstelle kein Kennzeichen mit Engschrift stempeln wollte und ich deshalb ein zweizeiliges Kennzeichen montieren musste.

Die hintere Stoßstange entstand aus einer neuen Derby 1 Stoßstange.

Nach ein paar Reparaturschweißungen, etwas Rost Entfernen und vor allem dem sehr nervigen Entfernen des Graffiti Lack stand endlich das Lackieren auf dem Plan.

Der Grill bekam eine ordentliche Ladung Flakes ab.

Auch von innen wurde etwas gestaltet. Ich wollte auf der Innenseite den roten Lack nicht mehr sehen.

Inzwischen ist der Prolo wieder auf der Gasse und der Umbau hat auch den Segen des TÜV.

Der Tacho macht (mal wieder) Ärger, am Heck muss noch etwas passieren, aber das dann nach der Saison…

 

Treffen / Messen / Märkte

Natürlich war ich auch unterwegs in der Scene. So war ich auf fast jedem Altautotreff in Darmstadt. Nach wie vor ein Pflichttermin und das nicht nur, weil ich der Organisator bin. Dabei ist es relativ egal, ob wir eher im kleinen Kreis zusammenkamen, wie im Dezember…

… oder im November, wo ein echter Großauflauf stattfand.

Es ist einfach ein schöner Wochenendausklang, bei dem sich Schrauber verschiedener Couleur treffen und viele Freundschaften entstanden sind.

Auch dieses Jahr hatten wir vom Fusselforum einen Messestand bei der Techno Classica.

Dieses Jahr unter dem Motto „Viva la Autorevolution“. Das ist sozusagen eine Woche Urlaub vom Alltag. Mit vielen Teilnehmern unsererseits. Sowohl der Aufbau, als auch die Messe an sich ein großer Spaß. Es war das letzte Mal in der Halle 8.1 – kommendes Jahr werden wir wohl in eine Leichtbauhalle „ausgelagert“, also eine Art Zelt, weil die Messe umgebaut wird.

Am Carsamstag war ich im Limburg auf dem Treffen.

Ein Tuningtreffen im Jahr muss ich mir geben – bietet eben einfach sehr gutes Lästerpotential.

Sowohl im Frühjahr in Hockenheim…

..also auch im Herbst in Mannheim hatte ich einen Stand auf der Veterama.

Ob sich das finanziell lohnt, das kann man diskutieren. Es ist auf jeden Fall immer eine gute Gelegenheit, in der Werkstatt Platz zu schaffen und vor allem viele Leute aus dem Hobby zu treffen. Und natürlich eine Party über drei Tage mit „meinem“ Team.

Im Juni war das Fusselforum Treffen am Edersee.

Dieses Jahr platzte die Wiese aus allen Nähten. Ein echter Massenansturm, obwohl wir das intern halten. Das Fusselforum ist eben kein normales online Forum, sondern ein wunderbarer Schmelztopf automobiler Individualisten.

Im August war ich mit dem Titan auf der Carnight Dreihausen.

Das war sozusagen der erste öffentliche Auftritt des Titan. Und er stieß wie zu erwarten auf sehr fragende Gesichter. Eine Bestätigung meiner Arbeit 😉

Im September war die Automechanika, mit der ich ja ein wenig verbandelt bin.

Wieder eine gute Gelegenheit, neue Kooperationen abzuschließen, alte zu pflegen. Ich war aber auch mit lustigen Truppen unterwegs, um die Messe unsicher zu machen.

Mein traditionelles Hallengrillen ließ ich dieses Jahr ausfallen, weil ich im Mai einen runden Geburtstag hatte und den groß gefeiert habe, leider fiel auch die Rückenwind Tour aus beruflichen Gründen aus. Aber beides ist für kommendes Jahr wieder in Planung.

 

Fusselblog

Apropos Traditionen: Der Aprilscherz ging dieses Jahr auf Kosten der Tuningscene. Ich hatte behauptet, mit dem Prolo Best of Show gewesen zu sein.

War natürlich wie üblich ausgemachter Blödsinn.

Im Oktober kam wohl die einschneidenste Änderung im Fusselblog seit Bestehen. Ich habe den Fusselblog auf WordPress umgestellt.

Seitdem ist der Blog auch auf Smartphones gut zu lesen, eine längst fällige Neuerung. So ist der Blog auf einem aktuellen Stand der Zeit.

Gerade ausgelaufen ist meine Weihnachtsversteigerung für einen guten Zweck. Ich habe einen Kalender zugunsten der Kinderkrebshilfe versteigert.

Das Ganze ist noch nicht abgewickelt, aber das wird die nächsten Tage passieren. Immerhin 55,55 Euro sind zusammengekommen, was ich für ein beachtliches Ergebnis für einen Kalender empfinde. Vielen Dank an alle Bieter!

 

Danke!

Auch dieses Jahr möchte ich allen Helfern danken, ohne die so manches nicht möglich gewesen wäre. Sei es, dass sie aktiv in der Werkstatt mitgeholfen haben, ich zu ihnen in die Werkstatt kommen durfte, um mir beispielsweise die Spur einzustellen, Teile günstig abgegeben haben oder gar geschenkt, Teile transportiert haben quer durch Deutschland, … – aber auch für die vielen Kommentare im Jahr, die mich immer wieder motovieren, weiterzumachen. Denn ohne Feedback macht auch das Schreiben keinen Spaß. Es wäre ja schade, all die Stunden am Rechner zu verbringen und keiner liest es.

Ich wünsche allen Bloglesern einen guten Rutsch in ein erfolgreiches Schrauberjahr 2019. Mal sehen, was kommendes Jahr so alles in meiner Werkstatthölle entstehen wird. Bleibt mir treu!

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6 thoughts on “Der Fusselblog Jahresrückblick 2018

  1. Danke für die stets kurzweiligen Geschichten, die mich jeden Tag um 09:07Uhr aus dem Büro-alltag holen. Mach weiter so! Viel schaffenskraft für das neue Jahr, gute Ideen und weiterhin so viel Humor und Mut zur Lücke.
    Beste Grüße aus dem Westerwald

  2. Danke für auch dieses Jahr mal wieder.

    Um 09:07 ist Kaffee-Fusselblog-Zeit bei mir im Büro.

    Mein Arbeitskollege fragt schon, was „der verrückte Autobauer“ wieder online gestellt hat.

    Dank!

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