Der dritte und letzte Schlachter der Anfangszeit.

Auf dem Parkplatz einer Disco – dem DC1 in Naila (wir nannten das Dorf Club Eins) sah ich einen anderen 1600TL – einen Kurzschnautzer! Cool! Es gab noch einen im meinem Landkreis. Ich kannte genau 4 Typ 3 damals in der Umgebung – wohlgemerkt 1990 – da war mein TL gerade einmal 20 Jahre alt! Als wie ein später Passat 32B, ein Golf 2 etc. heute. Der Wagen war saharabeige mit Grundierung im Mix. Ich sprach den Besitzer gleich an. Er hatte den Wagen gerade gekauft und von VW komplett neue Bremsen einbauen lassen – also neue Scheiben, Trommeln, Radbremszylinder, Bremszangen etc. Er müsse jetzt nur noch TÜV machen. Ca,. 1 Monat später stand folgende Anzeige in der lokalen Presse:

Ich fuhr mit Harald – nicht dem „schönen Harald“ sondern mit dem Fotografen-Harald da hin. Der Vari entpuppte sich als eben jener TL von dem Parkplatz, der Besitzer erkannte mich wieder und war ganz kleinlaut. TÜV nicht geschafft. Wir kauften uns den Wagen zu zweit für 300,- DM um uns die Teile zu teilen. Wenn jetzt jemand aufschreit, wie man einen Kurzschnautzer TL schlachten kann – vermutlich würde man das heute noch tun.

Zwar sieht er auf den Bildern nicht sooo schlecht aus, aber in dem Wagen war wirklich alles verbaut. Coladosen, Bauschaum, Blindnieten, Hasendraht, Zeitungen, … Autoschrauber sind schon sehr kreativ. Wir haben den Wagen wirklich gründlich zerlegt und ausgeweidet. Harald bekam die Bremsen – scheiße die hätte ich nehmen sollen 😉 Ich sackte ein, was mir brauchbar erschien, den Rest boten wir in der VW Scene an – wir haben extra Bilder gemacht für „Teile aus eigener Schlachtung“:

Der Mann an der Axt bin wirklich ich – hach, war ich da jung…
Die Lüftungsschlitze an den hinteren Kotflügeln sind übrigens die, die ich jetzt in meinem 32B in die vorderen Flügel genietet habe. Seit damals lagen die in meinem Fundus – manches hebt man ewig auf und verbräts dann wahllos, eh man nochmal drüber stolpert.

Am Schluß gabs noch ein Bild fürs Familienalbum:

Das Bild habe ich irgendwann auch mal an die VW Scene eingeschickt und die haben das abgedruckt – ich bin der an der Radkappe. Geschlachtet haben wir damals auf dem Bauernhof, der den Schwiegereltern von Harald gehörte. Harald war (ist?) auch so ein Automessie, wie ich. Ich hab damals nicht gezählt, wieviele Autos in all seinen Scheunen und Hallen standen – 10-15 waren es Minimum. Zusammengekommen waren wir damals dadurch, daß ich Praktikum bei ihm gemacht habe. Er ist Werbefotograf.

Ich hatte damals endlich auch meine erste Schrauberbleibe gefunden – eine Doppelgarage, die zu einer stillgelegten Fabrik gehörte in Uschertsgrün. Ihr könnt ja mal googeln, wo das ist.

Kostet damals schmale 40 DM (nicht Euro!) im Monat. Anfangs zumindestens. Und anfangs hatte ich dort auch Strom. Aber der wurde mir abgederht, als ich ein einziges mal einem Bekannten vor der Garage an seinem Auto geholfen habe – offiziell war die Doppelgarage als Unterstellplatz und nicht als Werkstatt gemietet. Und in einer Garage braucht man ja keinen Strom. Der inzwischen verstorbene Vermieter war etwas schräg drauf…

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4 thoughts on “Der dritte und letzte Schlachter der Anfangszeit.

  1. Nur damit es keine Verwechslungen gibt – ich hab mit den ganzen Haralds in KLE?s Dunstkreis nichts zu tun!!!
    Auf diesem Niveau bin ich doch nicht unterwegs….. (Damit es keine Mißverständnisse gibt):*SMILE*SMILE*SMILE*

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