Die wunderbare Welt der Autoblogs

Ich hatte ja letzthin eine Umfrage zur Blogkultur gestartet mit ein paar Fragen rund um Automobilblogs. Ich habe die Umfrage inzwischen gestoppt. Erfahrungsgemäß nehmen nach den ersten Tagen der Veröffentlichung die Teilnehmerzahlen rapide ab und die Umfrage hat es auf stattliche 314 Teilnehmer gebracht. An dieser Stelle ein großes Danke an alle, die teilgenommen haben, besonders an die, die sich die Zeit genommen haben, bei den freien Textfeldern etwas einzugeben.

Natürlich sind die Ergebnisse statistisch für Automobilblogs nicht global zu verwenden, weil eben viele teilgenommen haben, die über einen Automobilblog gekommen waren. Aber es ist einiges herausgekommen, das für mich mehr als interessant ist. Hier meine persönliche Auswertung, in die ich zusätzlich persönliche Erfahrungswerte einfließen lassen habe:

1. Liest Du Blogs zum Thema Automobil. Egal ob private oder kommerzielle Blogs, egal welche Themen (Neuwagen, Oldtimer/Youngtimer, Tuning, Zubehör, Werkstattberichte, Subkultur…) Anzahl Antworten: 314

Diese Frage war insoweit für mich interessant, dass ich die Antworten filtern konnte. Denn was nützen Antworten zum Autoblogs, wenn derjenige sie gar nicht liest. Der Vollständigkeit halber hier die Ergebnisgrafik:

Grafik 1

2. Liest Du nur deutschsprachige Blogs oder auch Blogs in fremden Sprachen? Anzahl Antworten: 81

Diese Frage habe ich nachträglich eingefügt, deshalb sind da weniger Stimmen zusammengekommen, als bei den anderen Fragen:

Grafik 2

Hätte ich jetzt nicht gedacht: Etwa die Hälfte der Teilnehmer liest auch englischsprachige Blogs. Sprachbarrieren sind also kein wirkliches Hindernis, wenn der Content interessant ist. Mag aber auch daran liegen, dass weltweit viel passiert, was Autos angeht und natürlich die deutschsprachigen Publikationen verschwindend gering sind im Verhältnis zu den englischsprachigen im Internet.

3. Welche Blogs liest Du regelmäßig (min. 2x im Monat)? Anzahl Antworten: 229

Klar, dass hier der Fusselblog als Fragesteller am meisten genannt wurde. Nicht weil ich ihn für den besten Blog des Universums halte, sondern weil die Umfrage eben vom Fusselblog ausging. Weiterhin – damit habe ich gerechnet – ist der OST-Blog und Bamako Motors häufig in den Antworten wiederzufinden. Beide Blogs sind etwas verwand mit dem Fusselblog. Der OST-Blog beschäftigt sich auch mit alten Passat und Olaf schildert genau wie ich, viele Arbeitsschritte sehr detailliert, was für Restaurierer sehr interessant sein kann.

Bamako-Motors stammt aus dem Umfeld des Fusselforums, also auch aus meinem Umfeld. Dahinter steht die Idee, dass Christoph, der Autor, eine Lücke aufgefallen ist. Anfangs berichtete das Motor Maniacs Magazin auch über die ungeliebten Stiefkinder der Automobilscene. Angeranzte Karren, für einige absolut unspektakulär, aber von ihren Besitzern aber heiß und innig geliebt. Und diesen Underdogs bietet der Blog eine Bühne.

Ansonsten werden neben dem Fusselblog, den viele als einzigen Auto Blog lesen, viele Blogs genannt, die sich um Youngtimer und Oldtimer drehen. Sei es nun um Vorstellungen von Fahrzeugen, oder Berichten von Veranstaltungen und Rallyes. Und was auch viel genutzt wird, sind Blogs, die sich um spezielle Automarken oder Automodelle drehen. Die werden vor allem von denjenigen gelesen, die ein entsprechendes Fahrzeug haben.

4. Nutzt Ihr Portale, wie z.B. www.chromjuwelen.com, www.motorkultur.com, www.facebook.com/deutsche.autoblogger, die mehrere Blogs spiegeln, um eine größere Themenauswahl zu bekommen? Anzahl Antworten: 310

Grafik 3

Es ist nicht der Löwenanteil der Leser bzw. meiner Leser, die solche Portale Nutzen, aber ein durchaus respektabler Anteil. Aus einer ähnlichen Umfrage im Fusselforum weiß ich, dass manchen diese Portale auch etwas zu umständlich zu Navigieren sind und deshalb nicht genutzt werden. Da mag durchaus etwas dran sein.

Andererseits zeigt es, dass man als Blogger auf solchen Portalen vertreten sein sollte. Denn es bietet die Chance, dass Leser so den Blog das erst Mal wahrnehmen und dann evtl. als Stammleser hängen bleiben. Einige meine Inhalte, besonders der über den Nazibericht in der AutoBILD hätten zudem nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen, wären sie nicht auf solchen Portalen gespiegelt worden.

5. Besucht Ihr die Blogs, die Ihr lest, direkt, oder entscheidet nach Teasern, z.B. über Twitter, Facebook, Newslettern etc.? Anzahl Antworten: 296

Ich veröffentliche ja Teaser (Auszüge) meiner Blogartikel auf unterschiedlichen Kanälen. Dass über Facebook viele Leser kommen, weiß ich aus meinen Revers (Wenn ein Link geklickt wird, um z.B. auf den Fusselblog zu kommen, wird dieser Link in der Statistik des Fusselblogs angezeigt = Rever). Hier die Auswertung der Frage, bei der Mehrfachantworten möglich waren:

Teaser

Die Statistik zeigt, es ist durchaus wichtig, einen Blog über verschiedene Kanäle zu bewerben und einen RSS Feed öffentlich anzubieten. Vieles davon funktioniert einmal eingerichtet vollautomatisch und bedarf ab dem Zeitpunkt keiner Mehrarbeit.

Was mich dabei etwas stört ist, dass die Kommentare, die bei Facebook zu den Beiträgen gepostet werden, in der Timeline verschwinden und nicht unter dem Artikel im Blog zu sehen sind. Das selbe Problem auch bei gespiegelten Beiträgen in Portalen, auf denen man kommentieren kann. Daran kann man arbeiten, dass sich das evtl. in Zukunft ändert.

6. Was interessiert Dich am meisten in den Blogs bzw. was macht für Dich den Reiz aus? Anzahl Antworten: 191

Hier wurden die unterschiedlichsten Antworten gegeben, die schwer unter einen Hut zu bekommen sind. Aber so einige Trends lassen sich erkennen.

Neben den Inhalten ist für viele der Schreibstil wichtig. Was nicht angenehm zu lesen ist, verliert schnell an Reiz und gute Bilder sind auch sehr vielen wichtig.

Speziell an Schrauberblogs interessiert die Leser nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Weg dahin als Arbeitsanregung für die eigene Werkstatt. Einige lesen das auch ganz gerne, weil sie früher einmal geschraubt haben, heute aber andere Prioritäten im Leben haben, aber sich so an ihre Schrauberzeit erinnert fühlen. Oder sie können gar nicht schrauben, sind aber von dieser Welt fasziniert.

Viele interessieren Berichte von Veranstaltungen, Vorstellungen von einzelnen Fahrzeugen und Hintergrundinfos zu diesen Fahrzeugen.

Natürlich waren viele Antworten, die sich direkt auf den Fusselblog bezogen dabei. Vielen Dank an alle, die da ein Lob loswurden. Offensichtlich freuen sich viele an meinem persönlichen Wahnsinn und meiner Kreativität. Gut, das ist meine Art mit Autos umzugehen und schön, wenn ich damit Leute inspirieren und unterhalten kann. Ach ja – Entertainment stand auch mehrfach in den Antworten.

7. Wie glaubhaft sind für Dich Fahrzeugtests von privaten Autobloggern für Dich? Anzahl Antworten: 298

Diese Frage interessierte mich, weil oft über Sinn und Zweck von Neuwagenblogs diskutiert wurde. Denn man muss keinerlei Qualifikationen haben, um einen Blog schreiben zu können. Ob das dann wiederum jemand liest, ist natürlich wieder ne ganz andere Geschichte.

Grafik 4

Da finde ich die Auswertung erstaunlich. Immerhin 26,85% werten Blogs als glaubhaft, dass sie also unabhängig testen. Ganz verloren ist das Vertrauen der Teilnehmer in Blogs nicht. Wobei ich zugeben muss: Sehr konkret war die Frage nicht gestellt. Eine Einleitung mit Hintergrundwissen wäre aber manipulativ gewesen.

Fazit

Ich finde die Ergebnisse der Umfrage sehr informativ. Sehe ich doch, dass einige Aktionen, die ich treibe, Sinn machen. Auch sehe ich, dass meine Reichweite größer ist, als die reinen Besucherzahlen der Seite.

Andererseits kann diese Umfrage auch ein wenig zeigen, was wichtig ist, wenn man einen eigenen Blog rund ums Automobil schreiben will. Ich bin ja immer noch der Meinung, Blogschreiben muss man im Blut haben. Einen Blog ins Netz zu stellen ist heutzutage kein Problem. Das geht, wenn man mal die anteiligen online-Gebühren ignoriert, auch kostenlos über die verschiedensten Anbieter. Was aber oft unterschätzt wird, dass so ein Blog davon lebt, regelmäßig neue Inhalte zu liefern und das kostet Zeit. Viel Zeit. Und es braucht Zeit, eine Leserschaft aufzubauen. Und die bekommt man nur, wenn die Inhalte stimmen. Sowohl vom Thema, als vom Schreibstil, von den Bildern und auch von der Frequenz.

Es gibt da draußen viele Blogs, deren Hauptleser die Autoren selbst sind und die meisten Hits durch Suchmaschinen haben. Und ich kenne massig Blogs die gut gestartet sind und nach relativ kurzer Zeit wieder aufgegeben haben. Man probiert die Welt einfach mal aus. Vielen merken auch, dass es für sie reicht, ab und an etwas über Ihre Autowelt in sozialen Netzwerken zu posten. Umso mehr freue ich mich über jeden Blog, der sich etabliert und für längere Zeit ein interessantes Puzzleteil zur Informations- und Unterhaltungswelt Internet beiträgt.

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