Fusselblog - KLEs Schrauberblog

 
Im Fusselblog schreibe ich über den Aufbau meiner Autos im Fusseltuning Stil. Zudem berichte ich über Veranstaltungen, Trends, etc. rund um Oldtimer, Youngtimer und Tuning.

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30.11.10

Permalink 08:40:24, von KLE E-Mail

Der Pappsatt - mein erster Passat mit 2 Leben...

Intensiver kann man einen Wagen nicht Probe fahren. Ich habe meinen ersten Passat 32B über 4 Jahre lang und vielleicht 5.000km probegefahren, bevor ich ihn gekauft habe. VW Passat 32B CL Formel E 1983 Und es war mal wieder ein Auto, das ich mir nicht wirklich ausgesucht habe. Man mag es nicht glauben - aber ICH wollte keinen Passat. Aber der Vorbesitzer, der sich übrigens mein Vater nennt, wollte es so. Irgendwie war meinen Eltern offenbar mulmig in der Magengegend, wenn ich immer mit solchen Seelenverkäufern, wie dem Scirosto unterwegs war und so bot er mir sein eigenes Auto weit unter Marktwert an. Der hatte den 1983 neu gekauft. Ein Fließheck in Cosmos Metallic, CL Ausstattung, innen in blau inkl. blauem Armaturenbrett, Formel E Ausstattung, bedeutete 5ganggetriebe, dezenter Front und Heckspoiler und Start-/Stoppautomatik. Ja - Start-/Stoppautomatik gab es schon 1983, auch wenn sie heutzutage als Innovation von manchen Herstellern gefeiert wird. Ich hatte gerade mein Ausscheidergeld vom Bund erhalten und gab meinem Vater die 3.000,-DM für das 75 PS Geschoß. Der Wagen wurde nicht einmal umgemeldet - auch ich fuhr in der Anfangszeit offiziell den Zweitwagen meines Vaters, um Versicherung zu sparen. Und die 907 hatte das Auto eh auf dem Kennzeichen. Der Pappsatt war der erste Familienwagen, der die 907 auf dem Kennzeichen trug. Wir hatten zu der Zeit 3 907er Passat in der Familie (das Haubenbild wird gleich noch erklärt). 3x 907 Ich fuhr den Wagen erst einmal im Originalzustand. War ja nicht schlecht beieinander. Scheckheftgepflegt, null Rost, nur der eine hintere Radlauf hatte einmal einen abbekommen - das war der Sohn des Vorbesitzers, der Arsch &amp;#58;&amp;#46; Der hatte das aber mit morz schlechtem Gewissen das damals beigespachtelt und in Originalfarbe mit der Sprühdose beilackiert, da sah man nur beim näheren Hinsehen. Mit dem Originalzustand bzw. dem guten Lack war es vorbei, als ich eine kleine dezente Party mit meinen engsten Freunden veranstaltete. Sprich: Wir verwüsteten in einer gigantischen Bottleparty an einem Sylvester mit ca. 1.500 Gästen einen Gemeindesaal. Als Veranstalter stand meine Karre direkt vor der Eingangstür. Und wenn so eine wilde Meute losgelassen wird, da wird die Tanzfläche schon einmal um meine Motorhaube erweitert. Schade, daß das ein Schotterbparkplatz war - ich hatte Kratzer bis zum Blech durch auf der Haube. Ich war damals auf einer Vorbereitungsschule für mein Grafikstudium und einer meiner Mitschüler experimentierte mit Airbrush - an dem Pappsatt das erste Mal auf einem Auto. Er zauberte mir einen Kaffeelöffel auf die Haube. Leider vertrugen sich die Lacke nicht wirklich miteinander - das Ganze war wie craqueliert am Ende - dafür hatte es nur das Material gekostet. Ich fuhr jedes Wochenende von jener Schule nach Hause und eben Montag früh zurück nach Neustadt an der Waldnaab. Auf dieser Fahrt passierte dann ein glücklicher Unfall. Ein Rentner nahm mir die Vorfahrt und bretterte mir mit Anlauf ins hintere Seitenteil. Ich würde sagen - das hat sich gelohnt! Unfallschaden VW Passat 32B Unfallschaden Radlauf hinten Der Rentner unterschrieb meinen Unfallbericht, ich fuhr in meine ehemalige Kaserne, die nur wenige Kilometer weiter war, ich dengelte das so weit raus, daß ich weiterfahren konnte und fuhr direkt zum TÜV für ein Schadensgutachten, das die Versicherung ohne mit der Wimper zu zucken bezahlte. Loch durchgebohrt, Abschleppseil dran, rausgezogen. Ein Kumpel schweißte mir einen Reparaturradlauf einfach drüber, eine Tür vom Schrott und ein wenig Spachtel - das kostete nicht viel. Nicht mehr original, aber von der Versicherung kamen fast 3.000,-DM und ich hatte ein geschenktes Auto. Und: Ich hatte einen Gestaltungsanlaß. Ich fing an, ein Streifendesign mit Sprühdosen zu zaubern inspiriert von amerikanischen Customs. Passat Custom Mit dem Pappsatt war ich dann unter anderem beim 1. internationalen VW Forum in Castrop Rauxel. Dort war auch ein Beschleunigungsrennen. Ich hatte 165er Schlappen druff - könnten sogar Winterpneus gewesen sein - 75 Pferde, und? Mitfahren war angesagt. Und da es mir nicht auf Zeiten ankam, machte ich Show. Ich fuhr in Schlangenlinien, um am Ende leicht die Kontrolle zu verlieren und mir erneut die Beifahrerseite zu verdellern. Diesmal beide Türen - was ne Scheiße. Ich lernte dort Olaf kennen, der kurz darauf die Passat Kartei Deutschland ins Leben rief. Und weil man mit Olaf so gut saufen konnte, wurde ich Mitglied Nummer 2. Olaf war auch der, der mich nach dem Treffen anrief, warum ich nicht bis zum Ende geblieben wäre - ich hätte nen Pokal gewonnen. Es gab tatsächlich eine Passatklasse und ich war dritter geworden - von 3 Teilnehmern. Ich hatte einen Pokalgewinner &amp;#58;&amp;#46; Mit dem Bock kachelte ich immer kurz unter der Drehzahlgrenze quer durch Oberfranken. Auch der Motor hatte bei mir nix zu lachen. Hügelige Landstraßen, immer mußte ich der schnellste sein, geschaltet wurde, wenn der Motor am Kotzen war. So bekommt man sogar die ultrarobusten VW Reihenschlampen kaputt. Auf der Autobahn passierte es dann. Spontaner Leistungsabfall, Ölleuchte taucht den Innenraum in Rotlicht. Motor aus und auf den nächsten Parkplatz ausrollen lassen. Motorhaube auf, viel Ahnung hatte ich noch nicht von Motoren, aber daß aus dem Luftfilter Öl kam, diagnostizierte ich als nicht ganz so normal. Handy gab?s noch nicht, also kontaktierte ich über die Notrufsäule meinen Vater, der mit einem Freund kam und mich mit dem Abschleppseil nach Hause zog. Diagnose: Motorschaden. Mir war tatsächlich bei Kilometerstand von ca. 170.000km ein Kolben geplatzt. Äh ja. Für die Motoren mußte man damals noch Geld ausgeben, aber ich hatte nicht lange zuvor einen 1977er Passat geschlachtet. Eine Schlachtung, die mir heute noch leid tut. Der Schlachter kostete 100 DM und ich habe nur den Motor ausgebaut und die Türgriffe abgeschraubt. Der Rest ging in die Presse - inkl. aller Zierteile, heilem Armaturenbrett etc. - ich hatte eben noch nix mit 32er Passat am Hut... Den Motor wollte ich eigentlich in meinen VW 1600TL bauen, war teilzerlegt, weil ich ihn optisch aufhübschen wollte. Ich brauch einen Motor - nehmen wir doch den. Ich kombinierte naiver Weise den Block aus dem 77er Passat mit dem Kopf aus dem 83er Passat - aber das funktionierte tatsächlich trotz unterschiedlicher Motorkennbuchstaben. Auch der elektronische Verteiler vom 83er Passat pflanzte ich an den alten Block. Beim Motorwechsel mitten auf der Gasse war die halbe Nachbarschaft beteiligt. An einen Balken gebunden hievten wir den Motorblock mit Muskelkraft in den Motorraum und erst da komplettierte ich den Motor. Aufgehübscht habe ich ihn auch ein wenig. Motor VW Passat 32B 75PS Vergaser Der Motor hielt dann bis zum bitteren Ende. Geliebt habe ich den Wagen nicht wirklich, auch wenn ich ihn mit diversem Kokolores immer weiter aufgepeppt habe. Türpins Würfel Irgendwann fing der Vergaser an, Zicken zu machen. Eigentlich keine zu große Reparatur. Entweder Versager vom Schrott holen oder eben auf Fehlersuche gehen. Könnte durchaus sein, daß es nur das Leerlaufabschaltventil war - ich weiß es nicht mehr. Aber just zu dieser Zeit trat ein anderer Wagen in mein Leben in Form eines VW 1600 Variant Typ3. Und der hatte einen viel größeren Coolneßfaktor. Also wurde der Passat abgemeldet. Ich hatte inzwischen eine Doppelgarage in einer alten Fabrik gemietet und darin verschwand er dann. Ich wechsele die verdellerte Beifahrertür gegen eine vom Schrott und fing an, den Wagen komplett mit der Rolle zu lackieren. Irgendwann verließ mich dazu die Lust. Später parkte ich ihn um in einen anderen Bereich der Fabrik, die als Abstellhalle genutzt wurde. Damals kostete da ein Stellplatz nur 5.- DM oder 10,- DM/Monat. Da wurde er erst einmal vergessen...

29.11.10

Permalink 08:56:00, von KLE E-Mail

3. intenationales Treffen der IG Typ 3 Liebhaber in Freiligen/Eifel 1990

Ich hatte meinen VW 1600TL noch nicht sehr lange und wenn man einen gefühlten Oldtimer hat, dann will man auch auf ein Treffen. Recherchiert und ich suchte mein erstes Treffen heraus: Das 3. internationales Treffen der IG Typ 3 Liebhaber in Freiligen/Eifel vom 03.-05.08.1990.

Ich hatte keine Ahnung, wie fit der Typ 3 war, ach, der wird den weiten Weg schon schaffen. Hat er auch. Ich war mit meinem Kumpel Harald unterwegs. 1990 war ja weit vor Routenplaner im Netz - von Navis ganz zu schweigen. Bei der Anfahrt verzettelten wir uns ein wenig, irrten eher hilflos durch die Gegend, letztendlich fanden wir das Gelände aber.

Schock auf dem Gelände: Es gab nur Bier in Kölschgläsern. Es war höllisch heiß und der Durst war groß. Also bestellte ich gleich 4 Bier - und Harald eine Cola

Insgesamt war es ein schönes Treffen, gut, die Biergläsergößen nervten das ganze Wochenende, aber ansonsten alles geschmeidig. Gut, bei der Mitgliederversammlung der IG, an der man automatisch mit teilnahm (hatte ich auf keinem anderen Treffen danach), war es ein Wunder, daß kein Blut floß, aber sonst war?s wirklich sehr harmonisch. Campen, grillen chillen - so wie man es sich vorstellt.

Typ 3 Treffen 1990

In meiner Gegend war ein Typ 3 damals schon ein absoluter Exot. Scheiße, der Wagen war grad mal 20 Jahre alt. Aber in einer Gegend mit harten Wintern und viel Salz... In anderen Gegenden war er sicherlich noch häufiger anzutreffen. Die teilnehmenden Fahrzeuge waren von unterschiedlichster Qualität. Von original bis 80er Jahre Callook.

VW Typ3 Callook

Denke mal, der ist - wenn er noch lebt - heute nicht mehr so unterwegs.

Früher Kurzschnautzer mit Faltdach. Mein Favorit auf dem Treffen.

VW Typ 3 1963

Ob es wirklich ein Wagen aus dem ersten Baujahr war, kann ich nicht mehr sagen - das "1500" auf der Heckklappe gab?s jedenfalls nur ein Baujahr lang.

Typ 3 Kurzschnautzer

Karmann Ghia Typ 34 waren nicht viele da.

VW Karmann Ghia Typ 34

Schon damals für mich einer der schönsten je gebauten VWs - schön mit Petri Lenkrad

Petri Lenkrad VW Karmann Ghia

Der linke TL ist meiner, damals noch mit GFK Kotflügeln.

VW 1600 TL 1970

Typ 3 Cabrio - ein Eigenbau.

VW Typ3 Stufenheck Cabrio Langschnautzer

Typ 3 Vari mit Kotflügelverbreiterungen hinten. Mit den guten alten 04er Kurzzeitkennzeichen, die man damals noch von der Zulassungsstelle leihen konnte. Die wurden irgendwann durch die 5tages-Kennzeichen ersetzt. Die waren lustig. Wenn man Pech hatte, bekam mein ein Kennzeichen, daß mehr Löcher für Befestigungsschrauben hatte, als ein Nudelsieb

VW Typ 3 Breitbau

Die restlichen Bilder reihe ich mal einfach kommentarlos an.

VW Typ 3 Treffen Freilingen/Eifel

Typ 3 Treffen Freilingen/Eifel

VW Typ 3 Variant Langschnautzer

Bin mal gespannt, ob irgendwer sich oder sein jetziges/damaliges Auto auf den Bildern wiedererkennt...

28.11.10

Permalink 09:09:07, von KLE E-Mail

Neue Zeitschrift: VW Classic

Link: http://www.vw-classic-magazin.de/

Seit letztem Montag ist ein neues Magazin am Kiosk: VW Classic Ich war recht gespannt auf das Heft. Es ist ein Sonderheft der Guten Fahrt und soll 2x im Jahr erscheinen. Und: Im ersten Heft ist ein Bericht über einen 1977er Passat GLS. Irgendwie ist es weniger eine Zeitschrift, eher schon fast ein Buch. Klebegebunden, hochwertiges Papier und mit 5,50 Euro auch nicht so billig. Aber es ist es wert. Das Magazin legt viel Wert auf gute Fotos und "opfert" für ein gutes Bild auch schon mal eine Doppelseite. Die ausgewählten Fahrzeuge sind auch eine gute Wahl. So hat es der Käfer Prototyp VW38 aus der Sammlung Grundmann, der gerade restauriert wird, ins erste Heft geschafft. VW Käfer 1938 Keine Nachbildung, sondern ein echter Prototyp. Nicht mal VW hat einen. Der Wagen ist irgendwann in Litauen aufgetaucht auf einem DKW Fahrgestell und jetzt ist ALLES Handarbeit. Mehr Informationen zu dem Wagen gibt es auf der Grundmanschen Homepage www.vw38.de. Zudem finden Sich Bilder bei Facebook. Der Bricht über den Passat, meine ursprüngliche Motivation, das Heft zu kaufen ist "nett" - wirkliche Infos zum Passat gibt es nicht, es ist eher die Geschichte, wie einer einen Passat kauft und in welchem Zustand der war. Dennoch: Ich würde das Heft empfehlen, schon alleine für die guten Fotos...
Schlagworte: k70, magazin, neu, passat, vw classic, vw38

27.11.10

Permalink 08:47:00, von KLE E-Mail

Der Scirosto Teil 2

VW Scirosto GT

Ich war beim Bund, als ich den Scirosto fuhr und beim Bund kommt man auf dumme Ideen. Also unterzogen wir den Wagen diversen Tests, wie z.B., wieviele Personen hält die Motorhaube au. Ergebnis: Mindestens 7, dann wurden die Fluchtersheinungen nach unten zu groß.

Im Winter machten wir Schneewandrennen. Wer das nicht kennt: Man häuft einen großen Schneehaufen auf, nimmt Anlauf und brettert einfach durch. Die ersten drei Schneehaufen schaffte der Wagen ohne Probleme, beim 4. Haufen - da gaben die Schneeanhäufer richtig Gas - riß das Stehblech raus und die Motorhaube knickte in der Mitte. Hammer geholt, Haube wieder runtergedroschen und das Stehblech mit 2 Blechen und Blindnieten wieder festgeschossen - an dem Auto waren solche Schäden schlichtweg egal. Auch der herausgerissene Blinker wurde so wieder instandgesetzt.

Blinker Reparatur Pfusch

Der Sold war knapp, der Rostzustand wurde zunehmend grausamer. Also griff man zu billigsten Mitteln und improvisierte einfach. Kann man einen Radlauf mit einer Gipsbinde reparieren? In die Sanitätsstation gegangen, eine Gipsbinde organisiert und nein, das hält nur eine Woche, dann fällt das ab. Aber da war ein Rest Alublech und Blindnieten - ich modellierte schon damals gerne mit der Methode.

genietete Radläufe

Die Kotflügel hätte ich auch beinahe verloren mangels Substanz zum festschrauben. Und was macht man da? Richtig! Haltebleche und Blindnieten!

Haltebleche Kotflügel

An dem Wagen war wirklich alles egal. Als mich einer vor der Disse fragte, ob er über mein Auto laufen dürfte, stimmte ich zu. Der erste Tritt auf die vordere Stoßstange und der Plastiküberzug brach herunter. Der Typ wollte das Teil als Souvenir haben, aber ich konnte leider nicht zustimmen: Das Kennzeichen hing schließlich noch dran &amp;#58;&amp;#46;

Strenger Winter, also waren Winterreifen angesagt. Ich organisierte diverse Reifen von Kammeraden auf Felgen. Alles Winterreifen, alles runderneuert, aber von 3 verschiedenen Herstellern. Hatten aber alle das gleiche Profilmuster und die gleiche Größe - laut Aufschrift. In der Praxis waren sie aber unterschiedlich hoch - deutlich unterschiedlich. Egal - waren billig und leider total überaltert. Haftung auf Schnee - naja, ansatzweise. Bessere Reifen hätten vermutlich Unfall 2 verhindert.

Es war dichtes Schneegestöber, man sah kaum die Hand vor Augen. Ich stand an einer T-Kreuzung - sah links und rechts, alles frei und fuhr los. Links und rechts war auch niemand, aber direkt vor mir ein im Schritttempo kriechender Audi 80. Den hatte ich übersehen. Ich versuchte zu reagieren, lenkte extrem ein, wäre auch vorbeigekommen, nur rutschte ich auf der schneeglatten Straße seitlich an den Audi und gab ihm eine volle Breitseite. Der Audi hatte Dellen von vorne bis hinten. Der Scirosto sicher auch - nur fiel das bei dem Bock nicht mehr auf...

VW Scirocco 1 GT 1978

Als der Wagen so langsam auf die TÜV Grenze zu vegetierte, machte ich mir Gedanken über die Entsorgung. Ich inserierte ihn in einem bundesweit erscheinenden Anzeigenblatt mit folgender Anzeige:

Verkaufsanzeige VW Scirocco

Das Telefon stand nicht mehr still. Angebote, wie ein Restaurant, das anbot, ich solle zum Essen kommen und den Wagen einfach stehen lassen kamen zuhauf. Auch rief mich ein Mädel ein, sie wolle nur den Vergaser haben. Ich bot ihr an, sie bekäme den evtl., aber nur, wenn sie Fotos von ihr in Unterwäsche schicken würde. Und was soll ich sagen?

Sciroccoschlampe ;-)

Sie hat den Vergaser nicht bekommen.

Mir wurde also klar: Der Wagen war zu billig, also nochmals inserieren:

Verkaufsanzeige Scirosto

Auch diese Anzeige hatte großes Echo, wie ein paar Jungs an einer Tankstelle irgendwo aus dem Ruhrpott, die einfach mal so anriefen, um mir mitzuteilen, daß ich ihren Tag gerettet habe. Oder der junge Mann aus den neuen Bundesländern, der sich nach dem Höchstgebot erkundigte. Die 300 DM, die einer geboten hatte, hätte er gerade so aufbringen können, fragte mich aber ernsthaft, daß er das mit der Eigentumswohnung nicht verstehe und ob ich nicht wisse, was heutzutage eine Eigentumswohnung kosten würde. Ich habe lauthals lachend aufgelegt.

Leider kam es nie zu einem Verkauf.

Ich war auf der A9 unterwegs, Vollgas, wie immer, als auf der rechten Spur ein Unfall war. Ich bremste runter auf Tempo 100-120km/h und was passierte? Vor mir bremste ein BMW 3er. Gaffer, dachte ich, der gibt wieder Gas. Bis ich schnellte, daß der neben dem Unfall eine Vollbremsung machte, war es zu spät. Ich konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen, obwohl ich auf dem Pedal stand.

Unfall VW Scirocco 1

Das war?s dann. Der Wagen sprang nicht mehr an, die Scheinwerfer hatten sich in die Lichtmaschine gedrückt.

Kaputt

Der Rest-TÜV war einfach zu knapp, das lohnte nicht mehr. Wenn da noch min. 5 Monate Guthaben gewesen wären, hätte ich mir nochmal die Mühe gemacht, aber so...

Der Abschlepper schleppte den Wagen direkt zum Schrottplatz. Da stand ich nun. Außerhalb von Hof/Saale mitten im Industriegebiet mit 10 DM in der Tasche. Ich lief die Strecke bis zur Innenstadt - das sind ein paar Kilometer - und investierte die 10 Euro für 2 Getränke an 2 Mädels, die mich nach Hause fuhren - ca. 20 Kilometer.

Ich habe den Scirocco dann noch einmal auf dem Schrott besucht und habe die Felgen mitgenommen, die guten 5,5J13 vom Einser Golf GTI, und das Radio rausgeschraubt. Eigentlich wollte ich noch eine Warnung auf das Auto pinseln: Kaufen Sie sich nicht diesen Wagen, er bringt Unglück - 13 Vorbesitzer können sich nicht irren.

Der Scirosto wurde ersetzt durch den VW 1600TL, den ich bis heute habe. Der hat seinen eigenen Blog...

26.11.10

Permalink 09:21:00, von KLE E-Mail

Der Scirosto - Rost auf Rädern

Es war 1989. Der Panda war verreckt, ich war zum Fußgänger mutiert. Das ist auf dem Land der Overkill, weil wenn man abends etwas erleben will, muß man mobil sein. Ich brauchte ein Auto - irgendein Auto. Thomas, ein Kumpel aus meiner Stammdisse, hatte da etwas.

Thomas war sein Simmer BMW verreckt und er kaufte sich von einem Hinterhofschrauber einen VW Scirocco 1, Bj. 1978, den der gerade neu lackiert hatte, nach einem Motorschaden einen Motor aus einem Automatikfahrzeug eingebaut hat und frisch geTÜVt hatte. Thomas hatte nicht viel Spaß an dem Wagen. Vom 6zylinder auf einen Vierzylinder mit 85 Pferden "abzusteigen" viel ihm schwer. Maschine einfahren? Ach was - das ist nur ein Drecks-VW. Der Motor überlebte das nicht und quittierte den Dienst. Thomas hatte die Schnauze voll und besorgte sich wieder einen Simmer Beamer.

Der Wagen hatte noch 1,5 Jahre TÜV und Thomas meinte, wenn ich ihn haben wolle, könne ich ihn haben. Einfach so. Aber Motor hätte er keinen auftreiben können. Na da muß es doch eine Möglichkeit geben? Ich wußte, wo an einer Tankstelle ein abgemeldeter Scirocco stand. Angerufen und ja - könnte ich für nen Hunni haben. Das war ein 77er Scirocco ohne Papiere mit 70 oder 75PS. Weniger als "mein" Scirocco, aber scheiß drauf - einfach fahren. Kaum war der abgeholt, wurde mir ein anderer angeboten - diesmal mit richtiger Maschine. Der guten 1,6l Maschine mit dem Registervergaser mit 85PS. Ebenfalls für 100 DM - ich kaufte auch den. Den Einbau übernahm die Hinterhofwerkstatt, bei dem Thomas den Wagen gekauft hatte, als Kulanz. Man muß dazu sagen, daß Thomas sein Vermieter war. Im Nachhinein wäre es besser gewesen, den 2. Schlachter aufzubauen, der hatte eine deutlich bessere Substanz als mein Scirosto.

Als er halbwegs fahrfertig war, wurde er angemeldet. Ich bekam einen neuen Brief - der alte war vollgeschrieben mit 6 Vorbesitzern und hatte den Eintrag "Ersatz für Fahrzeugbrief Nr. Blablabla, Zahl der Vorbesitzer: 6". Ich war also der 13. Halter eines 11 Jahre alten Autos. Und soviel kann ich schon jetzt verraten - ich war auch der letzte. Leider habe ich keine Bilder von dem Wagen, wie er ursprünglich war. Er war wirklich mies in Ferrari rot lackiert, hatte einen Frontspoiler und eine Abdeckung über den Lüftungsschlitzen und einen Frontspoiler. Sonst Serie.

Ein Kamerad beim Bund, der für den Bund bei einem Bosch Dienst beurlaubt war, baute mir einen anderen Verteiler ein, damit lief er dann auch.

Zu jener Zeit fiel die Mauer und am 12.11.1989 stand vor unserer Haustüre ein Konvoi von Ostautos. Der Cousin meiner Mutter war mit Frau und Kegelclub da. Insgesamt 4 Pärchen, teilweise mit Kindern. Keiner zu Hause, außer meinen Großeltern und mir. Was machen? Nun, ich entschied mich, den Besuch Bayreuth zu zeigen - 50km südlich meines Heimatortes. Und alle waren total begeistert von meinem "Sportwagen". also machten wir es so: Ich lud alle Ehefrauen in den Scirosto und die Ehemänner fuhren hinterher. Dann auf die Autobahn, Pedal to the Metal, alles was rauszuholen war bis zum nächsten Parkplatz. Sitze wechseln - jede wollte einmal vorne sitzen, warten bis die zwei Trabbis, der Lada und der Wartburg aufgeholt hatten und dann wieder Vollgas bis zum nächsten Parkplatz. Immerhin lief der Wagen laut Tacho knapp über 190km/h - die Mädels waren nie vorher so schnell gefahren. In Bayreuth stiegen sie mit großen Augen aus und berichteten vollkommen aus dem Häuschen, daß sie fast ZWEIHUNDERT Sachen gefahren wären. Und sie konnten es nicht begreifen, daß ich den Wagen nach Ablauf des TÜV definitiv entsorgen würde. Denn ich war nicht blind. Der Verfall war weit fortgeschritten, nur der Lack eben relativ neu.

Die Türen begannen sich zu senken beim Öffnen, da die A-Säulen Kompost waren und hinteren Radkasten aus hätte man Bierflaschen in den Schweller schieben können. Die A-Säule habe ich notdürftig mit eingenieteten Blechen gestützt.

Scirocco GT Verfallsstudie

Das Bild vom Schweller ist übrigens der Zustand, als ich ihn bekommen habe - das Loch wurde mit der Zeit natürlich immer größer.

Auf der Heimfahrt vom Bund wurde mir dann klar, warum der Wagen so viele Vorbesitzer hatte - er brachte Unglück. Genervt bin ich im Stau immer nahe an den Vordermann aufgefahren, bis ich mich mit der Sohle an den Pedalen hängen blieb. BUMM! Und schon hatte ich einen Skoda auf einen Wartburg geschoben.

Unfall VW Scirocco

Das war nicht der einzige Unfall in dem Stau. Cool war der Polizist der das aufgenommen hat. Der war tierisch genervt von den vielen Unfällen.

Polizist: "Junge, wenn Du einem hinten draufknallst, dann gibt das 3 Punkte und ne saftige Geldstrafe. Is mir zuviel Schreibkram - bist Du mit 75 DM Strafe einverstanden?"
Ich: "Ich hab aber nur 50 DM einstecken"
Polizist: "Gib her"!

Kotflügel und Haube habe ich zurechtgedengelt, Scheinwerfer, Blinker und Grill hatte ich noch vom Schlachter, weiter ging?s.

Ich mag keine roten Autos und ich mochte eigentlich auch keine Sciroccos. Der war mir viel zu prollig. Das waren teilweise ziemliche Spackos, die damals mit sowas durch die Gegend fuhren. Also dachte ich an eine andere Individualisierung, als Spoiler und Sportliches Outfit. Ich war damals beim Bund offiziell als KFZ Elektriker in der KFZ Wartungseinheit der Kaserne in Wunsiedel. In der Nato-Pause fuhr ich den Scirosto in die Waschhalle gab meinen Kameraden einen Eding und bot an, jeder dürfe auf den Wagen schmieren, was er wolle. Falscher Fehler. Der Chef vom KFZ kam mit einer Sprühdose "cremeweiß für Markierungszwecke" in die Halle und lackierte quer über die Haube "Pißfotze" und darunter "anal fatal". Äh ja. Oder besser gesagt: Äh, nein, so kann ich nicht nach Hause kommen. Also suchte wir alle Sprühdosen im KFZ zusammen und nach der NATO Pause sah der Wagen so aus:

VW Scirocco GT 1978

JETZT war das MEIN Scirocco. So habe konnte ich den endlich ohne Tüte überm Kopf fahren. Wir hatten uns aneinander gewöhnt. Auch innen wurde er immer individueller. Am Ende sah das Armaturenbrett so aus - inkl. fixierter Kotztüte auf der Beifahrerseite.

Armaturenbrett VW Scirocco GT 1 1978

Unter dem ganzen Brimborium im Auto war unter anderem ein kleines Spielzeug: Der "Soundgenerator Kampfstation"

Soundgenerator Kampfstation

Ein witziger kleiner Kasten. Wen man ihn anstellte, lief ein Lauflicht und hinter jedem Knopf war ein Geräusch. Maschinengewehr, Laserkanone, Bomben... Damit konnte man akustisch seine Verkehrsgegner abschießen. Was ein herrlicher Blödsinn. Genau dieses Teil rettete mich bei einer Polizeikontrolle in München.

Mich zog eine Streife nach einem gewagten Fahrspurwechsel auf dem Mittleren Ring raus und der eine Polizist stellte mich ins Hallo, während der zweite kopfschütteld um den Wagen lief. Der erste Ordnungshüter testete, ob das CB-Funkgerät Polizeifunk empfangen kann und stieß auf den Soundgenerator Kampfstation. Erst fragte er mich, was der Scheiß soll und ich erklärte es ihm. Er rief seinen Kollegen, das müsse er gesehen haben. Ende vom Lied war, daß 2 Polizisten im meinem Auto saßen und alle Sounds mehrfach lauthals lachend durchprobiert haben.

Weiter mit dem Scirocco gehts demnächst im zweiten Teil...

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