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Veterama im Winter - es ist eine Herausforderung. Ich muß den Pirat nehmen, der stand noch auf Sommerreifen und auch der Bestattungsanhänger ist nicht optimal ausgestattet für diese Temperaturen. Der Wetterbericht bessert sich, aber in der Nacht von Freitag auf Samstag sollen es immer noch -4°C werden.
Also habe ich den Pirat genommen und hab die Leiche hinten drangehängt und bin erstmal zum Baumarkt.

Die Hauptstraßen waren frei, aber auf dem Parkplatz vom Baumarkt - gut Bremsen geht anders...
In der Werkstatthölle kamen erst einmal die Allwetterreifen auf den Pirat, die auf dem letzten Schlachter waren - ein deutliches Sicherheitsplus, auch wenn so originale Stahlfelgen vom Passat 35i, auf denen die Reifen nun mal waren, schon nicht der Bringer sind.

In dem Fall geht aber eben Sicherheit vor Optik. Ist ja nur für dieses Wochenende. Danach wird wieder Panda gefahren.
Im Baumarkt hatte ich mir einfachen Teppich geholt. Keinen zu dicken, denn ich wollte den verkleben. Zurechtgeschnitten und doppelseitiges Klebeband drauf.

Das Dach des Bestattungsanhängers war bisher nicht gedämmt. Einfach nur Blech. Da kann sich die Wärme im Hänger nicht halten. Deshalb habe ich das mit Teppich gepolstert. Die Dachform ist nicht so einfach zu bekleben. Ich hab erst einmal die Mitte mit einem Streifen kaschiert und dann an den Seiten Klebeband aufgeklebt.

Eigentlich wollte ich das nach dem Aufkleben beischneiden, aber warum eigentlich? Ist eigentlich scheißegal, wie es aussieht - die Wärme soll es halten. Die Ecken habe ich mit kleinen Stücken beklebt. Ging einfacher, als gedacht, warum habe ich das nicht schon früher gemacht? Hoffen wir, daß das Klebeband hält. An den Seiten hält es ja auch - und das schon seit Jahren. Auch die Scheiben als weitere Wärmebrücke habe ich verkleidet.

Gestern aber nur auf einer Seite - mir ist das Teppichklebeband ausgegangen.

Die passenden Teppichstücke sind aber schon zugeschnitten. Kann ich notfalls sogar noch in Hockenheim reinkleben. Ist nicht perfekt geworden, sind ein paar Falten drin, aber Hauptsache es isoliert.
Auf den Pirat habe ich den Dachgepäckträger wieder montiert, um möglichst viele Teile unterzubringen, der Kofferraum ist komplett vollgeladen.

Heute wird der Hänger vollgeladen, damit es Freitag losgehen kann. Bin gespannt, wie die Winter-Veterama angenommen wird...
Bei unserem Gemeinschaftsstand ist gesundheitlichen Gründen 12m Standfläche (2,5m tief) nicht besetzt - wenn einer dazustoßen will: Zum Selbstkostenpreis abzugeben. Die Veterama ist seit Wochen ausgebucht und wir haben mit dem Freigelände 2 eine sehr gute Position.
Was haben sie die Organisatoren der Veterama nur dabei gedacht, den Termin für die Frühjahresveterama vorzuverlegen? Roch es letzte Woche noch nach Frühling, kommt jetzt der Winter wieder. Veterama alias Wetterdrama mal anders. Kein Wunder - wir haben ja erst März. Das ist jetzt nicht wirklich verwunderlich. Der kalendarische Frühlingsanfang ist auch erst die Woche drauf.
Ich habe mich jetzt erst einmal am letzten Wochenende auf dem Flohmarkt eingedeckt: Ein elektrischer Heizstrahler und ein Teppichläufer unter die Füße soll es erträglich machen.

Aber trotzdem ist unsicher, ob wir unsere Veterama so feiern können, wie gewohnt. Denn nicht alle von unserer Truppe haben es so nahe nach Hockenheim, wie ich. Dirk, der das Cateringzelt etc. bei sich eingelagert hat, kommt aus der Gegend von Aachen. Er zieht normalerweise einen riesigen Hänger mit dem ganzen Material hinter seinem 280er W123er T-Modell zur Veterama. Wenn nun aber auf der Strecke Schnee liegt, verstehe ich, daß er Bammel hat, das Gespann zu fahren. Das ist schon ohne Schnee ein abenteuerliches Gespann.
Auch ich wollte den Pirat nicht im Winter fahren, aber da muß der jetzt durch. Glücklicherweise waren auf dem letzten Schlachter gute Allwetterreifen, Winterreifen habe ich keinen kompletten guten Satz für den Bock mehr, weil er ja keinen Winter mehr erleben sollte. Für den Panda hätte ich zwar eine AHK rumliegen, die ich montieren könnte, aber einen vollbeladenen Anhänger mit Teilen darf der nicht ziehen.
Aber egal ob mit oder ohne Cateringzelt - ich werde am Wochenende auf jeden Fall in Hockenheim verkaufen kommendes Wochenende (15.-17.03.2013). Nur die Harten kommen in den Garten...
Gestern war es so weit, der Schlachter wurde vom Sascha, meinem Stammschrotti geholt. Der Wagen stand ja auf meiner Rollenpalette. Ließ sich anfangs mies schieben, wegen dem Teppich unterm Auto und es knirschte verdächtig. Auf halbem Weg ging erstmal nichts mehr - die Europalette gab den Geist auf.

Mal sehen, wie ich die Palette das nächste Mal verstärke, daß sie das aushält.

Kein Grund zum Verzweifeln, der Rangierwagenheber übernahm die Aufgabe des abgeknickten Rades. Sind ja nur ein paar Meter, die so überwunden werden müssen. Dann ging´s schnell. Kralle angesetzt...

...und hoch damit.

Der Bock war ruck zuck auf dem LKW.

Tja, wieder ein VW Passat 32B weniger...
Am Freitag kommt der Schrotti und holt den Eimer endlich, den ich geschlachtet habe. Vorgestern habe ich noch zu Ende filetiert. Den Auspuff habe ich noch rausgerissen, wenn der Aufkleber auf dem Topf noch lesbar ist, kann der noch nicht alt sein.

Den Stoßdämpfer Fahrerseite hinten mußte ich ebenfalls rausflexen. Wie auf der anderen Seite bombenfest. Ohne Räder rollt der so schlecht raus aus der Halle, aber ich hab da meine Standardmethode. Eine Palette mit Rollen dran. Die Rollen, die ein Blogleser gestiftet hatte, hatten den letzten Rollout überlebt, nur eine war lose. Ich hatte nicht genug Unterlegscheiben und die Mutter hatte sich ins Holz gearbeitet.

Das ließ sich aber fixen, einfach einen übriggebliebenen Winkel dagegen geschraubt, das sollte diesmal halten.

Unter den Passat gepackt - rollt!

Den Innenraum habe ich weiter mit Schrott zugemüllt, so habe ich die Restsitze von der Sackratte von den heilen Bezügen befreit und reingeworfen. Über so einen Platzgewinn freue ich mich immer. Da muß noch die durchgefaulte Motorhaube vom Panda rein, aber das Wichtigste ist reingepackt.

Raus jetzt endlich damit - hat mich genug aufgehalten!

Man erlaube mir den kleinen Exkurs weg von Automobilen, aber wie ich heute erfahren habe, hat uns am 21.02.2013 einer meiner Helden des deutschsprachigen Internets, Professor Werner Heise, verlassen.

Er war sicherlich eine Koryphäe in seinem Fach (Mathematik), aber darauf will ich gar nicht eingehen. Für mich war er einfach ein Meister des tiefsinnigen Schwachsinns, einer der sich und das Leben nicht so ernst genommen hat. Was Werner für ein Mensch war, möchte ich Euch an zwei Geschichten erklären.
Werner ist Autor des Buches "Einführung in die Kombinatorik", das auch in der DDR verlegt wurde. Und Werner erlaubte sich den Spaß im Text anscheinend willkürlich ein paar Buchstaben fett drucken zu lassen. Las man die fett gedruckten Buchstaben hintereinander, ergab das den Satz "Nieder mit dem Sowjetimperialismus!". Das flog irgendwann auf, daraufhin wurde das Buch aus allen DDR Bibliotheken entfernt, Werner wurde von der Stasi bespitzelt und von 1979 bis 1985 durfte er nicht in die Sowjetunion einreisen.
Er hatte die Angewohnheit bei seinen Vorlesungen mit 2 Overheadprojektoren zu arbeiten. Auf dem einen die aktuelle Folie, auf dem 2. die letzte Folie für Langsamschreiber. Am Anfang der Vorlesung war der 2. Projektor leer. Dort legte er immer eine Folie mit einem Bild von einer leicht bekleideten Brigitte Bardot auf. Als sich darüber Feministinnen aufregten, blieb er stur. Diese Marotte verhinderte eine Beförderung und brachte ihm einen Zeitungbericht (wir sind nicht sicher, ob in der BILD Zeitung oder der Coupé) ein mit dem Titel "der Porno-Professor". Und wenn Werner Dir diese Geschichte erzählte, hatte er immer ein Grinsen im Gesicht. Ihm war das der Gag einfach wert.
Kennengelernt habe ich ihn über seine virtuelle "Blasted University of Laputa at Lagado (BULL)". Basierend auf "Gullivers Reisen" von Jonathan Swift schuf er seine eigene virtuelle Welt, in der er seine Umwelt, politische Geschehnisse und seine Universität (TU München) auf den Arm nahm. Als z.B. einer seinen Doktortitel seiner Meinung nach vollkommen unberechtigt erhielt, vergab er auf seiner Homepage einen Doktortitel als automatischen Reply auf ein Kontaktformular.
Leider ist Laputa inzwischen offline, meiner Meinung nach gehört dieses Werk in ein virtuelles Museum.
Kennenlernen durfte ich Werner, der im Netz meist als "Lemuel" unterwegs war, auf einem Treffen der "Spaßwelle", dem ersten deutschsprachigen Webring, den ich in den 90ern gegründet hatte. Auf dem Bild ist Werner ganz rechts zu sehen.

Ich weiß nicht, ob es zu diesem Termin war, aber bei einem Zusammentreffen kam er mit einer Plastiktüte als Koffer - Aufschrift: "Eigentum der Universitätsklinik München" - er war frisch aus dem Krankenhaus entlassen. Auch persönlich war er einfach ein humoristischer Mensch, wobei man seinen Humor oft als pornokratisch (Zitat W.H.) bezeichnen konnte.
Werner war einer der Leute, die einfach positiv in der Ursuppe der privaten humoristischen Webschaffenden ganz oben trieben. Werner - wir werden Dich in guter Erinnerung behalten!
Links zu Professor Dr. rer. nat. Werner Heise:
- Interview mit dem Tagesspiegel
Danke an Wolfram Eder für die Genehmigung, sein Foto von Werner Heise für diesen Nachruf zu verwenden.
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