Noch eine weitere Standparkverkleinerung

Ich bin ja zu dem Schluss gekommen, dass ich irgendwie nie fertig werde mit all den vielen Projekten, die ich am Hacken habe. Und ich habe aussortiert: Welche Autos will ich, ob es Sinn macht oder nicht, behalten. Und welche wären EVENTUELL abzugeben. Ich habe das auch in einer internen WhatsApp Gruppe angesprochen, in der noch echte Schrauberhelden sind. Komischerweise auch viele Katzenbesitzer. Keine Ahnung, warum die alle diese Drecksviecher halten – aber ich schweife ab…

Einer davon meinte, dass der 5ender eventuell etwas für ihn wäre. Der 5ender. Noch lange nicht fahrbereit, seit über 4 Jahren im Außenlager Tiefgarage. Einst eines meiner Lieblingsprojekte, aber irgendwie habe ich die Beziehung zu dem Wagen verloren. Marktwert? SEHR schwierig. Aber ich wäre naiv zu denken, dass man da Unsummen dafür bekommt. Ich nannte einen aus der Hüfte geschossenen Freundschaftspreis und er sagte ja. So werden Autos verkauft unter Freunden. Punkt.

Abholung ginge zwischen den Jahren und was soll ich sagen: So, wie ich es mag: Ein Mann, ein Wort. Oder um es beim Namen zu nennen: Ein Burt, ein Wort.

Also zog ich gestern in die Werkstatthölle und suchte die Teile zusammen, die zum 5ender gehören. Er war länger zu mir unterwegs, eigentlich wollten wir uns an der Werkstatthölle treffen, aber wir disponierten um und trafen uns direkt an der Tiefgarage. Der dritte im Bund war Ronny. Für den hatte Burt einen Motor dabei, Ronny für mich ein Stativ – Teilemauschereien auf höchstem Niveau wie immer. Der Motor stand auf einer Palette und wurde erst einmal in Ronnys Letzthandfiasko geworfen.

Austauschaktion

Dann ging es zu dritt in die Tiefgarage. Analyse: 2 Reifen platt. Wusste ich aber schon vorab. Ich hatte eine elektrische Pumpe dabei aus einem Pannenset. Mit vereinten Kräften ließ er sich auch so schieben, bis das Kabel zu meinem Zigarettenanzünder reichte, dann aber Luft auf die Pneus.

5ender

Die Räder drehten wieder frei, wir waren zu dritt, also Spanngurt an den Prolo als Abschleppseil und dann aus der Tiefgarage gezogen. Der 5ender sah seit ewiger Zeit wieder das Tageslicht!

5ender

Auf den Hänger ging es ohne Winde, der Hänger stand bergab. Ein Kinderspiel. Also nur noch mit Gurten sichern.

5ender

Die Teile kamen beim Zugfahrzeug in den Kofferraum, dann konnte es losgehen.

5ender

Aber noch nicht auf die Autobahn. Wenn Schrauberkumpels, die quer über Deutschland verteilt wohnen, sich schon mal treffen, dann geht man wenigstens noch einen Happen essen.

Team

Kurz nach dem Aufladen fing es heftig an zu schneien. Glück gehabt. Also ich. Denn ich musste ja nicht mit dem Gespann durch das Schneegestöber quer durch Deutschland.

Gespann

Was wird nun mit dem 5ender passieren? Ich denke erst einmal nicht viel. Burt hat die Gelegenheit genutzt, sich ein Projekt aufzuhalsen. Er will da sein Projekt draus machen. Anders weitebauen, als ich es getan habe. Und das darf er natürlich auch, das ist jetzt sein Auto.

Die Basis dafür hat auf jeden Fall einen entscheidenden Vorteil: Man zerstört keinen gesuchten Oldtimer, der Wagen ist nun wirklich schon versaut. Wir dürfen Gespann sein…

Einerseits fiel mir der Abschied auch ein wenig schwer, aber andererseits muss ich sage: Irgendwie ist es auch ein wenig, wie wenn eine Last von mir abgefallen ist. Wann hätte ich auch noch den fertigstellen sollen? Das war es wahrscheinlich mit der Fuhrparkverkleinerung. Vorerst. Ich habe mir für die Zukunft vorgenommen, wenn ein neues Auto kommt, muss ein anderes gehen. So ein Fünkchen Vernunft in meiner absolut unvernünftigen, aber liebgewonnenen und intensiv gelebten Schrauberwelt.

Und nebenbei: ich habe ja immer noch sieben Autos…

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7 thoughts on “Noch eine weitere Standparkverkleinerung

  1. da ich selber mal einen 87er Variant GL mit dem 5Zylinder (115PS) hatte, hab ich mir vorhin die zeit genommen, und habe mir alle 45 Seiten vom 5Ender angetan 😉 ein 1,9ltr-5Zylinder-Vergaser ist mir aber noch nie untergekommen, wo gabs den denn ???
    guten Rutsch und mach bloss weiter so 🙂

  2. moin bernd

    einer der besten texte die du seit langem geschrieben hast. etwas persönlicher als man es gewohnt ist. (was will man auch groß persönliches schreiben, wenn man vom schrauben berichtet?)

    ich verstehe dich übrigens richtig gut. dabei hab ich nichtmal einen fuhrpark wie du. aber manchmal muss man sich einfach vom scheiß der vergangenheit losmachen. in ein paar jahren kann man dann wehmütig an die karre zurückdenken, bei nem gläschen jägermeister kurz bereuen ihn verkauft zu haben und in bittersüßen erinnerungen schwelgen. und in solchen augenblicken hat man ironischerweise mehr von dem auto (haus, exfrau, modellautosammlung etc.) als in den letzten 4 jahren, in denen die karre in der garage verstaubt ist.

    ich glaub mit einer standparkverkleinerunf und etwas ausmisten ist man nie schlecht beraten. man braucht ja auch platz für neues spielzeug.

    bis demnächst in der katzengruppe.

  3. ps: ich hab mich gerade mit taxi-bernd (43) unterhalten. als ich ihm den punkt mit der exfrau vorgelesen hab fing er an heftig zu nicken. und beim jägermeister brummelte er was von fernet wär das beste und jäger der letzte mist. aber sonst hat er mir und dir zugestimmt.

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