Pirat unten ohne

Ich bin am Dienstag hoch nach Hannover gefahren. Die Fahrt lief gut, aber als ich von der Autobahn abfuhr wurde der Bock laut. Wirklich laut. Ich dachte: o.k., hat es die Hosenrohrdichtung, die ich gebraucht verbaut hatte, ihren Geist aufgegeben. Ich dachte schon daran, im Baumarkt einen 13er Schlüssel zu holen, um die Muttern fester anzuziehen, aber ein Blick in den Motorraum zeigte, daß das nicht die Ursache war – verdammt, das Hosenrohr ist komplett direkt hinterm Flansch abgebrochen!

abgerissenes Hosenrohr

Bedeutet: Der Turbo ist nun die komplette Auspuffanlage des Piraten. Der Rest baumelt nur so spaßeshalber unterm Auto.

Klar, daß ich mit dem Sound erst einmal etwas Show in Hannover gemacht habe – es kommen gleich 3 Soundfaktoren zusammen:

a) das abgebrochene Hosenrohr

b) der Turbo aus dem Fundus pfeift wie die Sau (nervt, wird mittelfristig wieder ausgewechselt)

c) durch das abgebrochene Rohr, hört man das Abblasgeräusch vom Turbo

Sportwagensound – leider ohne die entsprechenden Fahrleistungen…

Aber gut, daß es ein Turbodiesel ist. Hält man ihn bei niedrigem Gas so um die 2.000-2.500 U/min, ist das Fahrgeräusch erträglich. Natürlich habe ich noch Hosenrohre aus Schlachtfahrzeugen im Fundus – ich war aber in Hannover, 380km fern der Heimat.

Ich hab es durchgedacht. Schnell fahren darf ich eh nicht, ich hatte ja den Anhänger am Haken. Wenn ich mit dem Verkehr mitschwimme, bin ich in vernünftigen Drehzahlbereichen. Bleibt noch die Gefahr, die von eventuell in den Innenraum kommenden Abgasen ausgeht. Sollte man nicht unterschätzen.

Also fuhr ich mit den Fenstern einen Spalt offen zur Belüftung und bin wohlbehalten problemlos in Mainz angekommen. Eigentlich wollte ich heute Abend anfangen, den Motor der Sackratte zu wechseln, aber die Prioritäten haben sich jetzt geändert…

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2 thoughts on “Pirat unten ohne

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