Was war nur mit der Veterama los?

Freitag früh fuhr ich zur Veterama zum Hockenheimring. Und es fing schon kurios an. Ich hatte am Vortag alles gepackt bis auf den Pavillon. Kofferraum auf, Pavillon aus dem Keller rein, Kofferraum zu. Dachte ich. Nur fand ich ums Verrecken meinen Pavillonbezug nicht. Hatte ich ihn evtl. in der Werkstatthölle zum Trocknen mitgenommen. Ich wusste es nicht und ich wollte mich nicht ewig mit der Suche aufhalten. Also musste ich einen neuen kaufen. Das tat weh im Herzen, denn es war eine schöne Tradition: Meine Pavillons bei der Veterama bestanden immer aus Teilen von Schrottpavillons, die andere weggeworfen hatten. Und nun so ein jungfräuliches weißes Ding überm Kopf – ungewohnt.

Veterama

Weiter ungewohnt: Wir hatten traumhaftes Wetter. Kein einziger Tropfen fiel vom Himmel. Nur die erste Nacht war etwas kalt, die zweite deutlich wärmer. Sonne, Sonne, Sonne! Ich bin mit einem Sonnenbrand zurückgekommen.

Wir hatten wieder unseren Gemeinschaftsstand an Pole Position. Insgesamt 4 Stände zusammen plus Cateringbereich. Unser Veteramateam schlug wieder zu mit kulinarischen Höhepunkten, wie diesmal Hamburgern am Samstagmittag, dem traditionellen Braten mit Folienkartoffeln am Samstagabend und Eifeltee, wie wir das Bitburger Pilsner nennen. Drei spaßige Tage hintereinander – und um das geht es bei der Veterama ja irgendwie auch. Gut, auch ums Verkaufen, das Entrümpeln der Werkstatt. Und da stehen wir vor einem Rätsel, denn die Umsätze hinkten bei vielen um ein Vielfaches den letzten Jahren hinterher. Geiles Wetter und die Besucher? Gingen durch die Gänge und blieben selten stehen. Nun könnte ich sagen, dass vielleicht meine diesjährige Auswahl, die ich dabei hatte, den Geschmack des Publikums nicht traf, aber sehr viele Stände hatten Grund zum Klagen. Es ging irgendwie sehr wenig.

Fiese Theorie: Das Wetter war einfach zu gut?

Nunja, wie ließen uns den Spaß nicht vermiesen. Ich finde es immer cool, auf der Veterama die verschiedensten Schrauber zu treffen, die ich von verschiedensten Gelegenheiten kenne und über die Vergangenheit, aber auch die Zukunft zu quatschen. Einen Floh hab ich ins Ohr gesetzt bekommen, aber ich klau dem Ideengeber nicht die Premiere, es umzusetzen und schreibe auch nicht hier, um welches Detail es geht. Macht man nicht. Aber schön, ab und an zu merken, dass es noch kreative Köpfe da draußen gibt!

Ich machte nur eine flüchtige Runde über den Platz. Ich brauchte Trennscheiben für die Flex und wollte eigentlich nix weiter kaufen. Ich ließ mich mit Kampfpreisen eines Besseren belehrten. Für den Prolo Umbau auf Benzgrill brauche ich voraussichtlich 2 Grillmasken. Ich habe zwei, aber zwei gute opfern? Diese leicht angeschossene für Kleingeld tut’s auch.

Mercedesgrill

Einen passenden Stern dazu habe ich sogar geschenkt bekommen.

Mit einem Nachbarstand tauschte ich Teile. Ich will Bügelspiegel am Titan. Sicherlich werden diese nicht Plug & Play passen.

Rückspiegel

Es ist aber eine brauchbare, stylische Basis.

Ich bin nicht reich geworden, hab aber auch nicht draufgezahlt, den Break Even habe ich geschafft. Und ich habe neues Spielzeug. Also war es doch irgendwie ein gelungenes Wochenende.

Kleine Geschichte noch am Rande: Da sonntags wirklich wenig passierte, bauten einige Stände vorzeitig ab. Gut, bis 16 Uhr wartet kaum einer, aber schon vor Mittag abzuhauen, oder Sonntag erst gar nicht aufmachen, ist einfach nicht fair gegenüber den zahlenden Besuchern, die Eintritt für den Markt zahlen. Klar, Sonntag ist weniger los, aber wenn da viele Lücken sind, kommen in Zukunft sonntags noch weniger Besucher. Kleiner Tipp vom Insider: Am Sonntag macht man die besten Schnäppchen. Denn es gibt immer wieder Händler – auch mich – die einige ihrer Ware am liebsten nicht wieder mitnehmen wollen und dann zum Dumpingpreis abgeben. Bei uns im Gang machte einer einen Tisch komplett zu einem 1 Euro Tisch, einen anderen zu einem 3 Euro Tisch (4 Teile 10 Euro). Und da lag nicht nur Unbrauchbares, ich habe auch für 6 Euro sechs Zusatzinstrumente in meinen Fundus aufgenommen. Aber ich schweife ab. Das Orgateam von der Veterama steuert inzwischen da konsequent dagegen. Sie kontrollieren am Sonntagnachmittag, wer vorzeitig abgereist ist. Angeblich verschicken sie einmalig ein Schreiben, in dem sie auffordern zu bestätigen, beim nächsten Mal am Sonntag nicht vorzeitig abzureisen. Schickt man das nicht unterschrieben zurück oder hält sich nicht daran, verliert man sein Recht auf seinen Stammplatz. Dann bekommt man überhaupt nur einen Standplatz, wenn noch Plätze übrig sind, was gerade bei der Herbstveterama selten der Fall ist. Es sind schon Fälle bekannt, von Hobbyhändlern, die seit Jahrzehnten dabei sind und deshalb nun draußen bleiben müssen. Hart, aber fair den Besuchern gegenüber. Und kein Gerücht, das Veterama Team war auch in unseren Reihen unterwegs und schrieb die entsprechenden Standnummern auf, die um 15 Uhr leer waren.

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7 thoughts on “Was war nur mit der Veterama los?

  1. Zur Überschrift: Mir persönlich macht die Veterama auf dem Hockenheimring überhaupt keine Laune. Ich war einmal da, um dann zu beschließen, daß ich es einzig bei dem Herbsttermin belasse. Frag‘ mich warum, aber die Frühjahrsveterama hat kaum Flair.

    Adios
    Michael

  2. Ich bin gestern kurzentschlossen nach Hockenheim gefahren. Ich war um 13:00 Uhr dort. Das Wetter lud richtig zum Bummeln ein. Aber überall wurde schon eingepackt und abgebaut. An solchen Ständen bleib ich schon gar nicht mehr stehen. Ich will ja nicht beim Aufräumen stören. Bei den Komplettfahrzeugen war auch schon fast nichts mehr los. Auf der weiteren Runde sah ich schon etliche leere Stände und die ehemaligen Standbesitzer fuhren mit ihren Transportern und Bussen durch die Gassen. Das hat was von Rauswurfstimmung. Da hatte ich schon wieder die Lust verloren und bin gegangen.
    Ich weiß nicht ob das immer so ist, oder ob das auch daran lag, dass die Standbesitzer über Lautsprecher dazu aufgefordert wurden, möglichst schnell abzubauen um die DTM-Teams nicht zu behindern. Aber das ist mir eigentlich auch egal. Die zwei Stunden Anfahrt geb ich mir sicher nicht noch mal. Nicht an einem Sonntag.

  3. Ich finde es ok wenn die Veterama-Organisation schaut wer frühzeitig abbaut und diese Leute auch abmahnt. Andererseits nehmen sie fürs „Premiumticket“ reichlich Kohle und lassen „Schnäppchenjäger“ bereits am Freitag rein, das wiederum ist unfair den Samstagsbesuchern gegenüber, denn DAS ist eigentlich der erste Tag. Am Freitag wird ja schließlich angereist und aufgebaut.

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