Der EuroHotRod

Ich baue mir mein eigenes Auto auf Basis eines Framo V901/2. Wie es dazu gekommen ist und um was es genau geht, seht Ihr in der Projektbeschreibung.

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« Rohrrahmen einkleidenRahmenplanung »

Bei Anruf Framo

25.11.13

Permalink 09:07:00, von KLE E-Mail

Bei Anruf Framo

Telefon

Als ich wieder anfing den Framo aufzubauen, schaltete ich diverse Kleinanzeigen. Ursprünglich wollte ich eine zweite Motorhaube, um meine zu verlängern, die Zierleisten der Haube fehlten mir. Und manche dieser Kleinanzeigen geistern noch durchs Netz, weil man sie nicht löschen kann, oder weil ich das schlichtweg vergessen habe zu tun. Vielleicht auch deshalb, weil sich darauf keiner gemeldet hatte. Die Framo Gemeinde ist nicht so wirklich groß.

Letzte Woche kam dann ein Anruf aus Sachsen-Anhalt. "Ich habe gelesen, Sie suchen Framo Teile?". Ich saß in meinem Büro und wartete gerade auf Kundenfeedback, hatte also etwas Zeit bis der Kunde sich meldet und ich dann sofort weiterarbeiten musste. Ich habe ihm gesagt, dass sich meine eigentliche Suche erledigt hätte, fragte aber aus reiner Neugierde nach, was er dann anzubieten hat. Oft ist es so, dass man da auf Dinge kommt, an die man noch gar nicht gedacht hatte. Und wer weiß, vielleicht ist ein Schnapper dabei.

Es stellte sich heraus, dass er zu DDR Zeiten Framos repariert hat. Und er hat noch Buchsen etc. für die Vorderachse, Teile zur Optimierung der Bremsen etc. Klar, er konnte nicht wissen, dass ich meinen Framo nicht original herrichte. Und so kamen wir ins Reden. Zum Beispiel über die Schwachpunkte des Framos damals. Irgendwie hatte ich das Gefühl außer dem Aschenbecher war alles dabei. Aber die Dinger mussten laufen. Die Rahmen sind von innen heraus gerostet und dann gerissen. Im Westen ein Totalschaden, im Osten gab es "regenerierte" Rahmen. Es wurden alte Rahmen genommen, nur die schlechten Teile weggeflext und der Rest ersetzt. Und das hat wieder jahrelang gehalten und das bei den schlechten Straßen in der DDR und auch wenn die Dinger oft heillos überladen waren.

Es gab eben für viele kleine Betriebe einfach keine andere Möglichkeit, Ihre Sachen zu transportieren.

Nach der Wende machte er einen Schrottplatz auf. Und er weiß nicht, wie viele Framos, Wartburg, Trabis etc. damals weggeworfen wurden. Und man merkte - da schwingt Sentimentalität mit. Nicht, dass das ein tolles politisches System war. Er erzählte auch von Ärger mit der Stasi und dass man sich besser nicht politisch geäußert hat. Aber alles war nicht schlecht. Und irgendwie verstehe ich diese Ostalgie. Fassen wir uns mal an die eigene Nase: Wie ungern bin ich damals zur Schule gegangen? An manchen Tagen habe ich es wirklich gehasst. Prüfungsstress, fiese Lehrer und verdammt, ich habe es mal wieder nicht geschafft, die Hausaufgaben zu machen, weil wir lieber uns mit den Fahrrädern auf nem Parkplatz getroffen haben, um verbotenerweise EIN Bier zu trinken. Als ich volljährig wurde und immer noch im Gymnasium festgehangen war, obwohl ich nun wirklich besseres zu tun hatte, endete die Fahrt zur Schule auch schon einmal in eine Café oder ins 150km entfernt Nürnberg. Hatte mich eben verfahren, es gab eben noch keine Navis ;-). Und heute? Heute sagt man sich: Was war das doch für eine schöne Zeit, diese tolle Schulzeit. Verdrängt sind all die Ängste um die Versetzung und dieses mulmige Gefühl im Mathe Leistungskurs zu sitzen ohne zu verstehen, was der Typ da vorne erzählt. Stochastik? Das hat der Folterknecht sich doch nur ausgedacht, um uns zu ärgern.

Mein Gesprächspartner erzählte mir, dass sie oft prophylaxisch unter den Rahmen ein durchgehendes dickes Flacheisen geschweißt haben, damit er länger hält. In Schönebeck gäbe es einen Betrieb, der Blattfedern überholt hat und sich mit der Materie auskennen würde. Falls der noch existiert. Und ich solle mir Blattfedern vom Kombi besorgen, mit denen von der Pritsche würde der Wagen unbeladen fies springen, weil sie einfach zu hart sind. Aber so weit bin ich noch nicht. In die Hinterachse wird noch viel Hirnschmalz fließen.

Irgendwie ein kurzweiliges Gespräch. Ab und an bringt unser Hobby aus so etwas mit sich und ich bin nicht böse drum. Er hat inzwischen wegen den Umweltauflagen seinen Schrottplatz geschlossen, weil er die Investitionen gescheut hat und betreibt jetzt u.a. einen Eiswagen. Bei ihm gibt es das originale DDR Softeis, das gut ankommen würde. Nicht alles von damals war schlecht...


Neues von der Materialsammlerfront für die Türverkleidungen:

Das Wochenende brachte einige Flohmarktfundstücke:

Holz

Die Uhr hätte ich normal nicht gekauft, aber ich war sehr spät auf dem Flohmarkt und ein Stand hat dicht gemacht und hat den ganzen Rest verschenkt. Da konnte ich nicht nein sagen. Uhrwerk fliegt auf den Müll, geht wahrscheinlich eh nicht mehr. Aber das hölzerne Zifferblatt könnte evtl. in Teilen den Weg auf die Türverkleidungen finden.

5 Kommentare

Kommentar von: Sammy [Besucher]
sind die betenden Haende nicht fuer dein Bad?*ggg
25.11.13 @ 17:57
Kommentar von: Sebastian [Besucher]
Aber eine Uhr die geht wär doch auch nicht schlecht. Vielleicht hat das Werk ja an einer Stelle platz dahinter. Und wenn das Werk nicht geht: Ein Mechanisches lässt sich vielleicht durch Reinigung und neue Ölung aktivieren. Ein Quarzwerk wird ersätzt. Oder eine Uhr an anderer Stelle "aufhängen"...
25.11.13 @ 20:33
Kommentar von: egalkarl [Besucher]
Also wenn schon kein Komfort, dann aber wenigstens ne Uhr!
26.11.13 @ 06:18
Kommentar von: egalkarl [Besucher]
Und falls Du viiiiel Holz geschickt bekommst:

http://i108.photobucket.com/albums/n19/Bstardchild/2013RTMusclecarmuseumFL/USA2013FL511-1200.jpg

Dann hätte sich auch das Problem mit den zu harten Pritschenfedern erledigt. +g+
26.11.13 @ 06:25
Kommentar von: Dirk P [Besucher]
Vielleicht meinte der Kollege diese Firma:

http://www.federnwerk-bischoff.de/

Die machen viele Spezialsachen.
Kannst ja mal unter Presseberichte nachschauen.
26.11.13 @ 12:24