Das wird leider nix – Bock auf eine Gemeinschaftsschrauberaktion?

Die letzten Tage beschäftigte mich ein Thema, das ich Euch nicht vorenthalten will.

Wer hier schon sehr lange mitliest, kennt vielleicht die Geschichte. Ich habe mir vor 12 Jahren einen Bundeswehr Passat 32B angesehen. Eigentlich brauchte ich den nicht. Aber so in originaler BW Ausstattung und als Vorfacelift Variant. Interessant war der Wagen schon. Ich dachte mir damals vielleicht als Winterauto? Und so mit eingeschlagener Seitenscheibe etc. Teuer kann der ja nicht sein. Und vor 12 Jahren wurden Passat 32B ohne TÜV noch echt billig gehandelt.

Das war damals bei einem der skurrilsten Autohäuser in der Mainzer Umgebung, die ich jemals gesehen habe. Die Teile im Verkaufsraum standen da teilweise seit Jahrzehnten. Ein bunter Gemischtwarenhandel. Autozubehör, Mopeds, Rasenmäher, Traktoren, so ein richtiges Konzept konnte man nicht erkennen. Und auch bei Teilen, wo es damals kaum einen Markt gab, wollte er Preise die keiner zahlen wollte. Man hatte allgemein das Gefühl: Der will einfach nichts verkaufen. Und den Passat wollte er damals, obwohl nicht wenig Arbeit dran war, zu keinem günstigen Preis abgeben. Er hätte da einen Käufer, wenn er TÜV draufgemacht hat. War wohl sein Standardspruch.

Ob der Typ jetzt verstorben ist, Konkurs gegangen ist, oder was auch immer, weiß ich nicht. Auf jeden Fall soll das jetzt abgerissen werden und alles geräumt. Und da stehen massig Autos, teilweise auch interessante Karren und auch ein großes Lager an Mopeds, Autoteilen, Autozubehör, …

Und was da nach 12 Jahren ebenfalls noch steht, ist ein gewisser Passat.

Wundert mich jetzt nicht ernsthaft, dass den keiner gekauft hat.

Jemand hat das mitbekommen, dass das aufgelöst wird und mit Erlaubnis der Abbruchfirma eine Begehung gemacht und auf Facebook Bilder gepostet. Gefühlt war da auch noch jedes einzelne Auto vorhanden, das da auch schon vor 12 Jahren stand. Wobei ich damals nicht in die Hallen gekommen bin und nur die Autos gesehen hatte, die draußen standen. Die Resonanz war riesig. Wobei da wahrscheinlich auch viele Traumtänzer dabei waren, die dachten, es handelt sich da um fahrbereite Autos und nicht Karren an denen wahrscheinlich mächtig viel Arbeit ist. Aber auf jeden Fall absolute Goldgräberstimmung…

Mich interessierte aber keines der “guten” Autos, ich sah Potenzial bei einem der aussortierten Autos, einem Omega A.

Zwar wurde der umgeparkt, indem sie mit dem Gabelstapler die Windschutzscheibe durchstochen haben und damit das komplette Dach verbogen, aber wenn das einer mit C20NE Motor sein sollte, wäre der als Schlachter für den ColdRod interessant. Ich habe zwar inzwischen Motor/Getriebe, aber hier wäre eben ALLES dabei. Zündspule, der Rest des Kabelbaums, Spritpumpe, evtl. der Tank, Kardanwelle, … UND: Ich könnte erst einmal versuchen, im Auto den Motor zum Laufen zu bringen. Dann wüsste ich wenigstens, ob er läuft.

So, wie der mit dem Gabelstapler zusammengeschoben ist – der kann nicht viel kosten dachte ich mir. Und wer weiß, wie lange der schon steht und ob der Motor überhaupt läuft. Das ist eh Lotto spielen. Ich hoffte, dass ich den für 200€ bergen könnte. Der geht doch sonst so wie er ist eh in die Presse. Und nur über die eine FB Gruppe erfahren auch nicht so viele “Konkurrenten” von dem Fund.

Nun beantwortete derjenige bei Facebook, der die Bilder gepostet hat, meine PNs nicht. Was aber wahrscheinlich daran lag, dass sie ihm durch seine Privatsphäre Einstellungen nicht zugestellt werden konnten.

Er wollte alle Anfragen an die Abbruchfirma weiterleiten, die das alles einreißen wird. Aber wenn er meine Nachricht nicht zugestellt werden kann – wie soll der das denn dann weiterleiten?

Der Jagdinstinkt in mir wuchs. Also habe ich den Namen, der relativ eindeutig ist, gegoogelt und fand einen Kleinanzeigen Account unter dem Namen, Ort passte auch. Also schrieb ich ihn darüber an und er antwortete wirklich freundlich. Er gab mir dankenswerterweise den Kontakt der Abbruchfirma.

Also mailte ich die Abbruchfirma an und fragte nach dem Omega, bot an, den direkt da wegzuholen. Papiere und Schlüssel bräuchte ich nicht. Antwort kam aber nicht von der Abbruchfirma, sondern von einer Autoverwertung. Anscheinend hat die Abbruchfirma die Autoverwertung beauftragt mit der Räumung und mein Mail an sie weitergeleitet. Die meinten, sie holen diese Woche alle Fahrzeuge dort weg und ich solle mich am Ende der Woche melden. Bei mir klingelten natürlich wieder die Alarmglocken: Wenn die den erst da bergen, fallen ja logischerweise Kosten für die Bergung an. Die müsste ich letztendlich mitbezahlen und dann ist Essig mit 200€ für den Wagen.

Also habe ich den Verwerter direkt angerufen und bekam Dinge zu hören, die ich nicht hören wollte. Die Tonne Schrott kostet laut deren Aussagen derzeit 375€ und für den Schrottwert geben die den sicherlich nicht ab. Das sind inzwischen sehr rare Teile und damit auch entsprechend etwas wert. An diesem Punkt muss ich dann nicht mehr weiterreden. Wenn ich jetzt jedes Teil zum Schrottplatzpreis kaufen müsste, das lohnt nicht. Da fahre ich bei Kleinanzeigen deutlich billiger.

Es ist ja eigentlich logisch, dass jetzt die Goldgräberstimmung nun vorbei ist und nichts mehr mit extremen Schnäppchen möglich ist. Die Autoverwertung lebt schließlich vom Verkauf der Teile und hat nicht das Problem, dass das schnell weg muss, um das Gebäude abreißen zu können.

Schade auch, hätte eine coole Aktion geben können. Hatte schon mit Oli ausgemacht, dass ich den in seiner Halle schlachten würden und ich hätte dann hier im Blog aufgerufen, ob jemand mithelfen würde. Ich habe lange keine Aktion mehr gemacht, bei der ein paar Leute mithelfen. Das macht immer Laune. Eventuell gibt es demnächst aber trotzdem eine Aktion, bei der Blogleser mithelfen könnten: Der Aufbau hinten auf dem ColdRod braucht ein Gerüst, um den mit dem Rahmen zu verschrauben. Dazu muss er noch einmal runter, ein Hilfsrahmen geschweißt werden, der Boden vom Ausbau raus, der Hilfsrahmen eingeschweißt und dann das Ganze wieder auf den Rahmen gehoben. Ginge normal bis das Runter- und draufheben alleine. Aber dadurch, dass ich die Vorhölle nicht mehr nutzen kann, muss das aus Platzgründen an einem Tag / einem Wochenende zügig durchgezogen werden. Hätte da jemand Lust mitzuschaffen?

2 thoughts on “Das wird leider nix – Bock auf eine Gemeinschaftsschrauberaktion?

  1. Wenn mein Kerngeschäft Abbrucharbeiten wäre würde ich mich auch nicht darum kümmern wollen jedes einzelne Fahrzeug zu verkaufen (man hat ja die Erfahrung wie das meistens abläuft :-)). Ein paar Verwerter anrufen, der das meiste fürs Paket bietet kriegt den ganzen Rummel-fertsch. Ist natürlich trotzdem schade für Dich, so ein “Fund” gibt es ja auch nicht mehr an jeder Ecke.

  2. Echt, der Z wird jetzt platt gemacht? (ich wohne nicht mehr da, bekomme das, was dort passiert nicht mehr so schnell mit)
    Das Areal ist schon seit dem Tod von dem Besitzer vor einigen Jahren ungenutzt, aber die Hallen & Räume sind voll mit Fahrzeugen, Teilen, Teilen, und noch mehr Teilen. Damals, als es das „klassische“ ebay noch als Verkaufsplattform für Autoteile gab, war ein Bekannter von mir mal in den Hallen, und wollte mit dem Herrn Z einen Deal aushandeln. Er verkaufe die Sachen als Auktion mit einem festen Prozentsatz für den Aufwand – wie eben ein eBay-Shop der Zeit. Ist der Besitzer aber nicht drauf eingegangen, eine Handvoll Sachen waren mal versuchsweise online, aber mit einem hohen Startpreis, und da ist dann keiner drauf angesprungen. Offenbar hatte der Herr Z es finanziell nicht nötig…

    In dem Laden ging es wohl ursprünglich um Landwirtschaftsmaschinen und Autoteile – Fahrräder und was sich über die Zeit noch so alles angesammelt hatte kam dann dazu. Schrauber-Gemischtwarenladen, da war wohl auch mal ein Meister für den Einbau & Reparatur angestellt. Mein Vater war früher öfter dort…
    Ich auch, aber das war schon nach der „goldenen Zeit“ des Ladens: Ich hatte mal ne Gartenfräse von dem Vater eines Freundes geliehen, bei der dann der Gaszug gerissen ist. Ich mit dem Zug in den Laden, an der Theke gewartet bis Herr Z aus den hinteren Räumen geschlurft kam, „Tach, ich brauch nen Gaszug für nen Hako“ – „Das ist kein Hako, das ist Sachs!“ Schlurft zurück, kommt mit nem Zug wieder, „macht dreizehn-fuffzich.“ Herr Z hatte den alten Zug noch nicht mal in der Hand gehabt, hat aber auf Anhieb Hersteller, Nippel, Pinökel, Länge, Details gesehen und in seinem unergründlichen Lager den richtigen Zug gefunden. Fand ich beeindruckend…

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