Etwas Philosophie zu Ostern: Warum sind eigentlich nur noch glänzende Fahrzeuge unterwegs?

Ich hatte die Diskussion schon öfters: „Sag mal KLE, hast Du auch das Gefühl, daß früher mehr Verbrauchtwagen auf der Gasse waren?“ Ja, waren sie, davon bin ich überzeugt.

Ich habe meinen Führerschein seit 1986 und als ich meine ersten automobilen Gehversuche machen, gab es eine einfache Rechenformel für Verbrauchtwagen bei uns in der Provinz: 1 Monat TÜV = 100,-DM. Das Auto konnte schlimm aussehen, wenn es technisch so einigermaßen auf der Reihe war und nicht vom Rost komplett zerfressen, bedeutete das immer für Schülerverhältnisse einen ganz ordentlichen Wert. Und die Autos in den 80ern waren oft üble Roster.
Als Beispiel nenne ich die verfallenste Karre, die ich jemals gefahren habe, meinen Einser Scirosto.

VW Scirosto GT 1978

Leck mich am Arsch war die Karosse tot. Bis heute weiß ich nicht, wie der Bock den letzten TÜV geschafft hatte. Schweller zum hinteren Radkasten weg, A-Säulen durch, Radläufe fratze, Kotflügelauflagen abwesend, Stehwände – reden wir nicht drüber…

Es gab für die Karre eigentlich nur eine zeitwertgerechte Verwendung: TÜV runterfahren und wegwerfen. Gut, vermutlich hat der Bock sein Leben nie viel Pflege bekommen und jeden Winter viel Schnee und folglicherweise viel Salz. Aber meine Damen und Herren: Der Bock war damals schlanke 12 Jahre jung.

Wie sieht heute ein 12 Jahre altes Auto aus? Also ich bezeichne so „junge“ Autos scherzhaft als Neuwagenscheiße. Außer ein wenig Kantenrost findet man da meist nicht. Trotzdem gibt es Karren, die auch in dem Alter in die Presse oder nach Afrika gehen. Aus der Sicht der 80er Jahre Wahnsinn, als der Rost noch der Hauptgegner war. Heute hat es oft andere Gründe, warum ein gar nicht sooo altes Auto auf dem Schrott landet. Als die Autoindustrie das Rostproblem im Griff hatte mit Ausnahmen, wie z.B. der Opel Omega, stand sie vor einem Problem: Die Autos hielten einfach zu lange.
Aber das hat sich relativiert: Die technische Instandsetzung wird oft einfach zu teuer. Lichtmaschinen, bei denen man die Kohlen nicht mehr einzeln wechseln kann, streikende Steuergeräte, die nur komplett getauscht werden kann, etc. sind einfach zu teuer, um sie zu erneuern. So werden optisch gar nicht mal so elendige Fahrzeuge zu wirtschaftlichen Totalschäden – denn der nächste Gebrauchtwagen kostet oft weniger, als das Ersatzteil. Und das mit ordentlich Guthaben auf dem TÜV Konto. Ich hätte beinahe einmal einen A6 der ersten Generation deshalb gekauft: Der Kostenvoranschlag der Werkstatt für den nächsten TÜV überschritt den Zeitwert. Und der war noch deutlich über 2.000 Euro.

Optisch runtergeranzte Autos fährt man heute nicht mehr aus wirtschaftlicher Not. Man bekommt einfach für zu kleines Geld einen optisch wunderbar dastehenden Wagen, der auch noch einigermaßen aussieht, wenn der Reparaturstau eine Instandsetzung der Technik unwirtschaftlich macht.

Runtergeranzte Autos sind meiner Meinung nach heute Lifestyle, so absurd das klingt. Wenn sich jemand entschließt, Schweißarbeiten in Kauf zu nehmen oder eine Karosserieinstandsetzung mit einfachsten Mitteln, dann tut er es aus Liebe zum Modell und nicht, weil er sich kein besser erhaltenes Fahrzeug leisten kann. Eine mies aussehende Karre wird zum Luxus, die Patina von Ratten ist inzwischen meist gefaked und nicht mehr „natürlich gewachsen“.

Wir leben schon in einer verrückten Welt und ich freue mich über jeden Verrückten, der sich diesen Luxus gönnt…

In diesem Sinne: Frohe Ostern Ihr Verrückten da draußen!

20 thoughts on “Etwas Philosophie zu Ostern: Warum sind eigentlich nur noch glänzende Fahrzeuge unterwegs?

  1. Hast schon recht.
    Ein Winterauto fuhr man einfach übern Winter dann war das tot…wie es aussah war wurst.
    Meinen Fiat hab ich 2005 als Winterkarre gekauft aber das Ding vergisst jedes Frühjahr zu sterben….

  2. geht mir ähnlich. Ich hab für meinen 35i 600 euro gezahlt und nochmal 1500 euro an Neuteilen damit der irgendwie übern Tüv kommt… Der Koffer hat jetzt lt Tacho 220tkm gelaufen, realistisch ist wohl eher 300tkm! Warum ichs trotzdem gemacht hab? selbst wenn mir der Motor platzt, krieg ich an jeder Ecke Ersatz für nichtmal nen Hunni… Für die Kohle hätte ich allerdings auch direkt nen viel besseren kaufen können 😉

  3. ganz so schlimm es meist ja auch nicht.
    ausnahmen bilden z.b. mercedes-w210er mit wassergekühlter lichtmaschine und integriertem zuheizer, der auch strom aus wärme machen kann… son ding kostet mal eben vierstellig… und ein kugellager für 3,50 reicht da schon zum austausch, verrückt.

    andererseits; was kostet?s z.b. hinterachslager im vierer golf tauschen zu lassen, dazu noch 4 neue reifen, 2 vordere stoßdämpfer und domlager, dazu ein fälliger zahnriemen, 4 x bremmscheiben + klötze neu, ölwechsel und ne fällige neulackierung der heckklappe wegen dem letzten parkrempler…? da wächst schnell der wunsch nach was neuem.

    meine persönliche meinung: die meisten leute überschauen ein auto einfach nicht. dass man im fiktiven fall oben einfach das geld investieren sollte weil man danach wieder lange jahre ruhe hat was diese normalen verschleißteile betrifft, kommt keinem in den sinn.

    der reale wert eines fahrzeuges hat doch heutzutage mit den aufgerufenen preisen nichts zu tun. wenn ich sehe was man für 2000 euro schon für autos bekommt: meine schwester sucht grad einen, beispiel: clio neuestes modell, 1,2 16v, prins gasanlage, 170tkm, super lack in schwarz, 8fach bereift, alus, viel ausstattung für 3000!! ist doch n brüller. der tatsächliche wert des autos ist doch viel höher und wird nur durch konsumgier und hohe werkstattkosten so niedrig.

    kollege versucht grad n passat zu verkaufen. limo, bj 99, 220 tkm, tdi. TOP auto, super gepflegt. bekommt keine 2 riesen mehr dafür.

    das dauert vermutlich keine 50 jahre mehr, auf keinen fall 100, dann sieht die welt ganz anders aus. dann müssen sachen wieder halten und das traditionelle handwerk mit reparatur kommt zurück.

    ich weiß gar nicht, wie ich mein auto bezahlen sollte wenn ich nicht alles selbst reparieren und warten würde. und dabei hab ich zurzeit relativ viel geld. frag mich wie das andere machen.

    meine jetzige gurke war allerdings nur wegen dem rost so billig, das gibts heute auch noch. 250 euro fürn technisch guten wagen mit 2 großen hässlichen durchrostungen ist eben n realistischer kurs wenn man sich die stundenlöhne anguckt.

    könnte stundenlang darüber reden…

    frohe ostern noch,

  4. „ausnahmen bilden z.b. mercedes-w210er mit wassergekühlter lichtmaschine und integriertem zuheizer, der auch strom aus wärme machen kann… son ding kostet mal eben vierstellig… und ein kugellager für 3,50 reicht da schon zum austausch, verrückt.“

    Wie würde Dr.Klenk sagen? „In der Taaaaat!“ Is halt so, wenn bei der Konstruktion eines Fahrzeugs nicht nur Designer und Ingenieure beteiligt sind, sondern auch noch Controller…

    „das dauert vermutlich keine 50 jahre mehr, auf keinen fall 100, dann sieht die welt ganz anders aus. dann müssen sachen wieder halten und das traditionelle handwerk mit reparatur kommt zurück.“

    Bis dahin sind die, die sowas reparieren könnten, aber alle tot und wir müssen „Fachkräfte“ aus Afrika holen, weil unsere Teiletauscher an der Reparatur scheitern…

  5. Nicht in 50 sondern in max. 10 Jahren wird das Autphobby nur noch ganz wenige Ewiggestrige interessieren. Hochpreisige Fahrzeuge (besser wohl Stehzeuge) werden in Kliniksälen am Leben gehalten und der Rest wird Geschichte sein. Der Autonachwuchs von morgen kennt heute nur noch PS3, Wii, Computer, Smartphone und chillen. Und die Eltern sind froh, daß sie ihre Ruhe haben.
    Werkunterricht in den Schulen besteht aus stricken und häkeln, „Männerwerkzeuge (Säge, Bohrer, Hammer)“ würden zu Verletzungen führen.
    Konflikte werden nur noch im Kreise der Eltern ausdikutiert…. Aber dies führt vom Thema weg.
    Wieviel Geld hatte man den in den 80ern für ein Auto übrig? Hat Oma, Opa, Tante, Onkel soviel gesponsert wie heute, waren sie in der Lage dazu. Klar gab es Ausnahmen, aber die jetzigen Führerscheinanfänger haben mehr Geld zur Verfügung und die oben Angesprochenen ein ausgeprägtes Sicherheitsdenken (keine Auseinadersetzungen untereinander (regelt die Schule…), ABS,ESP, ASR, Pi PA PO.

    Ein super Osterbeitrag von Dir.

  6. Mein erster war ein Astra F Kombi, 6 jahre alt beim kauf, 9,5jahre super mit gefahren, kurz vor Weihnachten aufs dachgelegt, für Schrott und ein paar teile so vertickt noch 300? bekommen und mir nun nen Omega B kombi für 650? mit nem jahr TÜV geholt. noch mal für ein paar gut erhaltene Reifen, Bremsen, handbremsseil und Querlenker 280? reingesteckt. Aus nem gedacht kleinen blech wurde nen Neuer Radlauf, alles scheiß egal, ist halt nen Gebrauchsgegenstand. Werde zwar ab und an schief angeschaut, aber dann sach ich, der ist von anfang an Bezahlt!:)

  7. „von anfang an Bezahlt!:)“
    Genau meine Meinung. Ich liebe die Verduzten und blassen Blicke, wenn ich im Krankenhaus(Arbeite nun Dort) auf meinen alten verranzten Impreza GT angesprochen werde. Und ich dann easy Sage: Der lauft halt noch Rädern, nicht auf Kredit- oder Leasingraten:-) Ganz lustig wars, als ich das am Ärzteweihnachtsessen gesagt habe. Jeder fühlte sich beleidigt und die folgenden Diskussinen und Gesten währen was für: Verstehen Sie Spass, oder Mit versteckter Kammera gewesen.

    Grüsse aus der CH
    Domi

    PS: Das neue Captcha macht kommentieren wieder angenehm:-)

  8. Irgendwie ist es ein schmaler Grat zwischen schönem Altblech und Patina und Verkehrsunsicherheit und Fahrlässigkeit.
    Erstes ist schön, zweiteres eher nicht.

    Ich hab mich auf einen Neuwagen (bj 2005) eingelassen, weil jeden Tag 70 Kilometer und Zuverlässigkeit nicht zu nem alten Auto passt. In 6 Jahren bin ich 7 Mal nicht zur Arbeit gekommen, weil das Auto nicht wollte… und die Karren waren „nur“ zwischen 11 und 21 Jahren alt. (200SX, Galant, 35i, E34)

    Jetzt fahr ich ein 163 PS Diesel mit 5,5 Litern Verbrauch, der zuverlässig ist und viel Platz bietet. Aber ein Spaßauto ist das nicht. Ich muss raus, meine 5 Tages Kennzeichen laufen heute ab 😉

  9. …ich habe mich eben in KLE`s Worten wiedergefunden: `86 Lappen gemacht, erster Käfer mit 17 auf mich zugelassen, Kumpels waren älter, hatten schon Führerschein aber kein (Geld für nen) Auto. Den Käfer hab ich ner Freundin meiner Omi für 100 DM abgekauft mit der Rolle rot/weiß lackiert und 1,5 Jahre gefahren. Parallel/danach kamen noch weitere 9 Käfer, die ich alle nur verbraucht habe. Gab ja genug davon. Bei uns war die Wertermittlung: pro Jahr TÜV 1000 DM.
    Wir hatten keine Kohle, uns „neue“ Autos kaufen zu können. Wir fuhren was billig war, wenn etwas kaputt ging gab es drei Schrottplätze hier auf dem Land, da baute man sich für schmales Geld das aus, was man brauchte. Oder man kaufte sich Dienstags und Freitags die Kleinanzeigenzeitung (Der heisse Draht) und suchte so lange, bis das gesuchte angeboten wurde (ebay wäre ein Traum gewesen).
    Ich bin nur einmal richtig liegen geblieben: auf der A2 kurz vor Garbsen mit nem Ventilabriss beim Käfer. Dann bin ich eben den km zur Raststätte gelaufen, mit nem Münztelefon nen Kumpel angerufen, der kam und schleppte mich die 25 km wieder nach Hause. Den Käfer hab ich dann geschlachtet, alle Teile übern Heissen Draht vertickt und damit mehr Kohle gemacht als mich der nächste Käfer mit einem Jahr Tüv gekostet hat.
    Das waren schraubergeile Zeiten!

    Und heute?
    Selbst auf dem Firmenparkplatz unserer Arbeiter steht nur noch Neuwagenscheisse. 90er-Jahre-Autos sind schon die Ausnahme. Selbst die armen Leiharbeitnehmersklaven mit ihren nicht mal 1000?/Monat fahren (fast)neue Autos. Leasing und Überschuldung sei dank.
    (Auf meinem Parkplatz steht übrigens ein 94er 2,4L PÖL-Saugdiesel T4 Krawa mit 300tkm, selbstgetauschter Kupplung und pinselausgebesserten Roststellen)

    Meine Befürchtung für die Zukunft besteht darin, daß ich in 10 Jahren keine bezahlbaren „mechanischen“ Autos mehr finden kann und auf elektronisch geregelte (heute) Neuwagenscheiße ausweichen MUSS.

    In dem Sinne noch frohe Restostern!

  10. „das dauert vermutlich keine 50 jahre mehr, auf keinen fall 100, dann sieht die welt ganz anders aus. dann müssen sachen wieder halten und das traditionelle handwerk mit reparatur kommt zurück.“

    ich glaube das in diesem Zeitraum unser Hobby aus ganz anderen Gründen ausgestorben ist; Das Öl wird (hoffentlich) dann so teuer und knapp sein, dass es nicht mehr im heutigen Maßstab verfeuert wird, was auch gut so ist. Im Grunde ist dann auch der Fortschritt im Automobilbau völlig irrelevant – seit über 100 Jahren kippt man Öl rein, und man kommt vorwärts, ein bisschen weiter oder kürzer, ,schneller oder langsamer, komfortabler oder unkomfortabler. Je nach Wirtschaftlichkeit und technischem Stand eben, und stößt dabei u.a. CO2 aus. Diese Art von Fortbewegung ist toll für die , die in deren Genuß kommen (wie ich und ihr) , aber extrem Lebensbedrohend für die nächsten Generationen.V.a. für jene, die in geographisch vom anthropogen induzierten Klimawandel besonders benachteiligten Regionen leben (das sind sarkastischerweise nicht die Industrieländer, deren Reichtum und entspanntes Leben auf dem bisher verfeuertem Öl beruht). Wenn ich ein Idealist wäre, würde ich mein Altauto-Hobby sofort an den Nagel hängen, weil es für das Weltklima und die zu neige gehenden fossilen Brennstoffe auch kein Unterschied macht ob das Blech um meinen Verbrennungsmotor 30 Jahre älter ist als das eines Neuwagens, der bei gleichem Verbrauch doppelt so schnell ist wie mein kultiger oller Passat. Ich bin aber kein Idealist, und hab aus dem Grund immer noch das gleiche, eigentlich nicht mehr zeitgemäße Hobby wie die Leser dieses Blogs. Jetzt bin ich mal gespannt welche Reaktionen der beitrag in diesem Forum auslöst (und ob ich halbwegs glimpflich davonkomme), und wer nun wie versucht mit pflanzlich erzeugtem Sprit gegenzuargumentieren.

    In diesem Sinne frohes Schrauben!

  11. Um auf den Titel des Themas zurückzukommen.

    Ich hab letzte Woche an einem Tag und 30min fahrzeit 3 Matt-Schwarze Fahrzeuge gesehen (Baujahr 2005 und jünger)

    Da gibt es wieder einen Umkehrschluss, der vom KLE beschrieben Lifestyle will natürlich auch auf Leasingfahrzeuge übernommen werden, also wird der Porschw Cayenne mal eben Schwarz-Matt Foliert, damit jeder sieht wie „hart“ man unterwegs ist ohne sich im Gesicht tätowieren lassen zu müssen 😉

    Naja un nach 2 Jahren geht die Folie wieder runter, der Wagen zum polieren und dann gibts wieder nen Neuen.

    Und der Golf2, der selbst in der Garage gerollt wurde, wird nurnoch belächelt, weil der Lack nicht so schön gleichmäßig ist wie beim Cayenne.

    Der Unterschied wird aber sein, dass der Golf in 2 Jahren immernoch schwarz Matt sein wird 😉

  12. Tja, warum sieht man heute keine alten Autos mehr?
    Ich denke, weil wir, wie jeder weiß, in einer Wegwerfgesellschaft leben (die jugendlichen und jungen Erwachsenen heutzutage kennen es auch nicht anders. Es ist seit Jahren günstiger etwas kaputtes gleich neu zu kaufen als das alte reparieren zu lassen. Siehe Computer, Haushaltsgeräte, Elektrowerkzeuge, etc.
    Man hat aufgrund der Massenproduktion schlicht keinen Grund etwas altes so lange als möglich zu erhalten (es sei denn man will es so).
    Außerdem hat aufgrund von Leasing und Finazierung jedem dahergelaufenen Penner die Möglichkeit Neuwagen, einen neuen 500″ Bildschirm oder was weiß ich fürn Scheiß zu erwerben.
    Frage: Wie sähen denn die Strassen und die Zulassungszahlen aus, wenn, wie früher, ein Wagen komplett bezahlt werden müsste? Genau. Es wäre viel mehr Platz zum fahren da und die Leute würden ihr Auto mehr zu schätzen wissen und dementsprechend auch länger fahren! Die Autoindustrie wäre doch schon längst tot ohne die möglichkeit der Finanzierung.
    Mich kotzt die Philosophie der Autokonzerne schon seit langer Zeit richtig an. Jedes Jahr neue Modelle, ständig irgendwelche Facelifts und absolut jeder will in allen Segmenten vertreten sein.
    Diese „immer mehr“, „immer weiter“ kotzt mich derart an, das ich langsam vom Autoliebhaber zum Autohasser mutieren. Den Sprit/Umweltbeitrag von Ed hier finde ich gut.

    Im Spiegel war die Tage ein schöner Bericht zum Thema Auto früher und heute, leßt Euch den mal durch, der trifft es eigentlich sehr gut.
    http://www.spiegel.de/auto/fahrkultur/0,1518,825790,00.html

  13. sorry, der letzte Beitrag hatt inhaltliche Fehler.
    Als Autos in der BRD noch beim Kauf komplett bezahlt wurden, waren

    – Sprit und Autos im Verhältnis zum Stundenlohn viel billiger
    – die Konzerne verkauften nicht weniger, sondern mehr Autos (Paradebeispiel Opel und Ford), weil diese auch nur 8 Jahre fuhren
    – die Straßen waren deutlich voller als heute, weil sich in den 50ern/60ern/frühen 70ern Millionen von Autos über das Straßennetz der Vorkriegszeit quetschten
    – Verkehrs- und Raumplanung steckte noch in den Kinderschuhen
    – die Zahl der Verkehrstoten in der BRD betrug 1970 ca 32000 statt heute 4000 mit „SBZ“
    – …

    Irgendwas ist immer

  14. Hallo,

    die heutigen alten Autos (ab 10 Jahre) sind vom Zustand einfach wesentlich besser als ein 10 Jahre altes Auto 1985. Durch das große Angebot sind diese Autos ab 10 Jahren entsprechend günstig. Die Probleme mit diesen Autos sind eben nicht mehr Rost, sondern verschlissene teure Technikteile.
    Einen Alltagswagen gekauft 2000 neu für 30T DM (z.B. Golf 4 1,6). Jetzt nach 12 Jahren würde man dafür vielleicht 3T Euro bekommen. Bei einem Restwert von Null hätte man inklusive der Reparaturen/ Verschleißteile pro Jahr 1.500 Euro bezahlt, was den Vorteil des Vebrauchens von Rest-TÜV doch etwas relativiert.
    Wenn nach 12 Jahren dann Hinterachslager, Flexrohr am Krümmer, Zahnriemen, Kupplung und Lamdasonde fällig sind, lohnt die Reparatur nur, wenn man alles selber machen kann. Die Schrauber sind aber deutlich in der Minderheit.

    Grüße Detlef

  15. Und jährlich neue Modelle und ständige Facelifts sind auch keine modernen Errungenschaften.
    Siehe Tri-Chevys aus den Fuffzigern etc.

    Und wenn ich mal aus Bluies Brothers zitieren darf: „Der neue Oldsmobile ist dieses Jahr früh rausgekommen“

  16. alt – neu, guter geschmack – abgeschmackt…manche machen sichs zu einfach – andre komplizieren sich durchs geschraubte ! ich wollt ich könnt mirs aussuchen wie alle andern da draussen, aber mein geräderter begleiter ist geerbt…immer schon familienmitglied und mitgewachsen. so viel, wie ich bereits investiert hab ( der kleine is grad erst aus den kinderschuhen – Bj. 88), wäre aufhören ein verlust…so rein finanziell gesehen. bei genauer analyse des strassenbilds im letzten jahr, waren auch nur 3 weitere Derbys in meinem kreis zu erspähen.
    auch wenn ich ihn schonen möchte…solang ich noch stehe; wird er fahren… gute fahrt liebe gemeinde!

  17. Hab auch vor meinen 77er Volvo durch die Zeit zu bringen, die Technik von damals lässt das problemlos zu und man braucht nicht mal viel Fachwissen und ein „Werkzeugkistl“ reicht auch.

  18. Alte Autos zu fahren hat eher was mit der Lebenseinstellung zu tun.
    Ich bin stolz darauf nicht nur das älteste Auto (Audi 200 Typ43) in der Nachbarschaft zu haben, sondern auch das zweitälteste (T3 Bus).
    Den Spitznamen hab ich direkt nach dem Einzug weg gehabt: Schrotthändler. 🙂

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