Auf der Suche nach den Pferdchen…

Auf dem letzten Altautotreff lernte ich Andreas kennen. Ein Autonerd nach meinem Geschmack. Hat diverses Altblech, auf dem Parkplatz damals war er mit dem Opel Blitz da. Und im Gespräch stellte ich raus, daß er viel an VW TurboDieseln geschraubt hat, ne Schrauberwerkstatt hat und Bock drauf hätte, bei der Leistungsuche am Pirat mitzuhelfen. Um Missverständnisse zu vermeiden: Der Pirat läuft, Verbrauch von Benzin und Öl ist im Lot, ist agiler als ein Saugdiesel, aber 80PS? Da müßte mehr sein. Also machten wir aus, daß ich mal zu ihm nach Darmstadt komme und wir mal gemeinsam danach sehen. Vorab nen Zahnriemen und ne Spannrolle besorgt und dann am Nachmittag da hin. Wir fanden einen Termin, der Mann ist Student. Und was studiert man an nem Hochschulort mit technischer Universität? Richtig. Biologie 😉
Wir trafen uns auf dem Parkplatz vor einem Studentenwohnheim, wo ein Teil seines Fuhrparks steht. Und er wollte schnell erstmal ne geladene Batterie in seinen Merkur bauen, der über den Winter stand.

Geiles teil, Nachdem die erste Batterie streikte, brachte eine zweite Batterie Erfolg und das Monster erwachte nach sehr kurzem Orgeln zum Leben. Beeindruckend. Ich mußte mit ihm erst mal ne Runde um den Block fahren, ein völlig ungewohntes Fahrgefühl so weit oben, aber mit Haube vor der Nase. Und für den Fahrer echte Schwerstarbeit. Das Ding hat keine Servo.

Aber dann machten wir uns an den Pirat – erstmal auf dem Parkplatz.

Erste Analyse: Steuerzeit stimmte nicht richtig. Macht aber keinen Sinn, das einzustellen, beim alten Zahnriemen – aber ich hatte ja vorgebaut und en vorab besorgt. Also wechseln. Ging nur nicht so leicht. Die Riemenscheibe hatte total vernudelte Inbusschrauben. Und was das Absurde daran war – die waren schon einmal mit dem Meisel geöffnet worden und offenbar danach wieder eingebaut worden.

Also fuhren wir zum Baumarkt und holten neue Schrauben und danach in seine Werkstatt. Da kam der Pirat das erste Mal seitdem ich ihn habe auf die Hebebühne.

Gute Gelegenheit, ihn mal von unten anzusehen. Sieht garnicht so schlecht aus für sein Alter. Die Schrauben hat Andreas mit dem Meisel aufgeklopft. Alles andere war Routine – und wenn man das richtige Werkzeug hat und die Übung, geht das alles im überschaubaren Rahmen.

Für den Diesel braucht man ein „Lineal“, um die Nockenwelle zu fixieren, einen Zapfen, um die ESP zu blockieren, dann geht das alles. Alle anderen Schrauben waren gangbar. Wir haben sogar nen Marken-Zahnriemen verbaut.

Wenn der Zahnriemen reißt, ist schließlich ein kapitaler Motorschaden die Folge.
Alles zusammengebaut und Probelauf – subjektiv lief er schon etwas runder. Und auch bei der Probefahrt war ein subjektiver Leistungszuwachs zu registrieren. Auf der Heimfahrt mal Butter bei die Fische. Nach GPS auf der Ebene 158km/h – das sind immerhin 8km/h mehr, als er vorab geschafft hatte, aber noch 10 km/h weniger als die eingetragene Höchstgeschwindigkeit. Kann sein, daß er auf einem Topf nicht mehr die volle Kompression hat.
Jetzt muß noch die andere Auspuffanlage drunter, noch ist ja ne Saugdiesel Auspuffanlage dran, aber die muß noch angepaßt werden. Einfacher wär?s, wenn ich das Rohr zwischen Turbo und Hosenrohr vom Golf 2 TurboDiesel hätte.

Hat jemand sowas zufällig rumfliegen?

Danke an Andreas für die Hilfe!

9 thoughts on “Auf der Suche nach den Pferdchen…

  1. Aha, der Verbrauch an Benzin ist also im Rahmen? Ich glaub ich habe den Grund gefunden. Versuchs doch mal mit Diesel tanken 😉

    Ach ja, grüß den Karlshof von mir, wenn Du wiedermal da bist…

  2. Dass Du so modernes Teufelszeug wie GPS verwendest, ts ts ts. 🙂
    Einen weiteren Geschwindigkeitszuwachs wirst Du nicht mehr bekommen, Du hast durch die Nieten den cw Wert und das Leistungsgewicht zu sehr verschlechtert…..

  3. Hallo,

    habt ihr auch die Einspritzpumpe eingestellt? Da gibt es von VW eine Messuhr die wird von hinten in die Pumpe geschraubt, damit wird der Förderbeginn eingestellt.

    MfG

  4. … und dann gibt es da noch die böse Schraube, mit der man die Einspritzmenge bestimmt. Aber die kennst du bestimmt schon.

    Der Mercur ist schon ein schönes Wägelchen. Lärmgekühlt!!! Da ist mein Mercedes 1113 mit Servolenkung und syncr. Getriebe ja richtig modern gegen. Ich werde ab Sommer als Biologe auch nach Darmstadt gehen. Vielleicht sieht man sich ja mal!

    Gruß Dietje

  5. Hai,

    Also so ein neuer ZR ist ja prima, aber auch die Spannrolle gewechselt ? wenn die blockiert dann geht auch ein neuer ZR hopps…mit den bekannten Folgen.
    Dann Förderbeginn mit Messuhr eingestellt ? NÖ ? Machen….
    Und wenn dann endlich mal ne kompletter TD-Abgasanlage verbaut ist dann kann der Motor auch richtig ausatmen und die letzten Pferde aus dem Stall lassen.
    Die wollen aber auch Hafer, äh Diesel in ausreichender Menge, also mal die Fördermenge dem Bedarf anpassen. Reindrehen bis die Bock anfängst beim Gasgeben zu rußen und dann wieder ein Stückchen raus bis knapp unter die Rußgrenze.
    Dann Fahrversuch auf der Bahn und schön im Rückspiegel das Rußverhalten beobachten, ggf. anhalten und nachjustieren.
    Tipp für die nächste AU : an verborgener Stelle den Schlauch zur LDA einklemmen damit diese nicht mehr angesteuert wird, das gibt dann prima AU-Werte 🙂
    Eine defekte LDA kann übrigens auch einen merklichen Leistungsverlust (vor allem im oberen Drehzahlbereich) verursachen.
    Hast du die auch schon geprüft ?
    Gruß
    Pascal

  6. den förderbeginn können wir gern noch mal beim nächsten altautotreffen einstellen, geht ganz fix, aber ich glaub die ursache liegt noch woanders…ich hab mal in die heimat telefoniert und meinen kompressionstester geordert!

    mfg
    andy

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