Mein wahrscheinlich teuerster Schlachter…

Wie sagte der Eigentümer vom weißen Klaus (geliehener Autotransporter auf Basis eines Citroen Jumper) noch am Vortag beim Abholen: „Fahr mir ihn nicht kaputt“ – angeblich kann das Unterbewußtsein das Wort „nicht“ nicht speichern… Am Samstag Morgen machte ich mich motiviert auf, den Schlacht-32B zu holen. Alles lief glatt, Schlüssel hatte ich mir am Vortag geholt, Spanngurte waren da, auf auf die Piste. Ein kleiner zähflüssiger Verkehr, mehr nicht. Es lief bis zu dem roten T5 VW-Bus, der mit vielleicht 70 km/h über die Autobahn schlich. Ich einen Moment unaufmerksam und irgendwie kurz vor Feindberührung. Wollte die Fahrspur wechseln, aber huch, da ist einer. Bremse. Voll draufgehaun, Reifen qualmen. Der Abstand zum VW Bus wird nicht merklich größer. Bremst die Sau? Ich weiß es nicht mehr, es ging einfach zu schnell. Bei der Vollbremsung rutschte Klausi nicht geradeaus sondern nach rechts. Rechts vorbei gehts leider auch nicht. Komm komm komm, ich schaff es! BATSCH! Leitplanke geknutscht. Verdammte Scheiße! Nicht nur, daß ich Flurschaden verursacht habe, der Klaus hat auch Schaden genommen. Der Standstreifen war verdammt schmal, gleich dahinter ein Parkplatz, also erst einmal auf den Parkplatz. Bestandsaufnahme.

Stoßstange verschrammt, ob außer optisch beschädigt auch richtig hin, muß ich erst checken. Kotflügel verbogen und nach hinten gedrückt, Radlauf Matsch, Nebler am Sack. Wer braucht sowas! Ich mach noch Detailfotos, es ist nicht nur eine Lappalie leider.

Erstmal durchatmen. Ne Fahrerflucht wäre doof, also die Autobahnmeisterei angerufen. Die informierten die Polizei. Haben alles aufgenommen, beneideten mich nicht um die Situation und verpaßten mir zudem 35 Euro Strafe. Rechnung von der Autobahnmeisterei kommt noch.

Dann die Beichte am Telefon: „Ich hab Deinen Transporter gegen die Leitplanke gesetzt“ Der Besitzer reagierte unerwartet ruhig. „Du hast ja Werkzeug dabei.“ Gut, mit dem Überbrückungskabel und dem Kompressor habe ich den Unfallschaden nicht repariert bekommen. Also schauen wir erst einmal, ob er noch fährt. Was soll ich sagen: Er fährt genauso wie vorher – Glück im Unglück. Fahrwerk scheint nix abbekommen zu haben, er zieht nicht einseitig, nix schlägt – guter Klaus. Was tun? O.k. – fahre ich eben weiter und mache das, was ich tun wollte. Ein Schlachtfahrzeug bergen. Das war keine Enttäuschung. Ein KX GT mit Motorschaden.

Lustig: Vorne zwei Noträder, hinten 15 Zoll Felgen vom Golf 2 G60. Hinten Tief wie Otter, weil irgendwelche Federbeine dranstecken – nur keine vom Passat. Der Verkäufer hat die Dämpfer noch rausgeholt, irgendwelche Superduper Dämpfer, die waren erst 2.000 km gelaufen. Machte den Wagen so tief, daß wir ihn nur mit Arschanheben auf den Klaus brachte. Dem Verkäufer wurde übrigens der Passat zu klein – sein 7. Kind ist gerade auf dem Weg… Er hatte noch diverse Teile in den Kofferraum geworfen. Geile Sache. Vom Verkäufer im Kreis Balingen gings weiter zu Jürgen Arnold. Da hatte ich mich selbst zum Grillen eingeladen. Bruce, mein Navi, wollte mich durch die Stuttgarter Innenstadt lotsen – Klausi hat aber keine Feinstaubplakette, also Alternativroute manuell gefunden. Bei Jürgen angekommen saß da schon ne gemütliche Runde und das Fleisch lag schon auf dem Grill. Sehr geiler Service. Also erstmal gefuttert. Für Jürgen hatte ich auch was dabei: Die Frontmaske des Passat von Michael, der seinen Wagen von Zwischenmodell auf Chrommodell umbaut.

Hatte ich erwähnt, daß bei Jürgen diverse Tiere rumlaufen?

Er hatte aber auch Besuch, da waren 2 Jungs, der eine kam aus England vom Retrorides Forum, der andere – äh, irgendwie habbich garnicht gefragt… Der war auf jeden Fall auch automobil interesssiert. Ich hatte garnicht unter die Haube gesehen, das holten wir jetzt nach. Wie schnell drei Mann auf nem Abschleppwagen stehen können, wenn es etwas zu sehen gibt.

Nunja, Motor ist nicht mehr komplett, aber da sind noch z.B. Kühlerpappen drin!

Für die Nicht-Passat-Kenner: Der 5zylinder Passat ist anfällig für Hitzeprobleme. Ein Grund dafür ist, wenn diese komischen Pappen vor dem Kühler fehlen. Und die fehlen oft. Und sie sind schon lange bei VW nicht mehr erhältlich. Jürgen schielte auf die Türen des Schlachters. Er hatte von mir schon die vom beigen Schlachter bekommen, die stellten sich aber als gespachtelt und unterrostet heraus. Sein Lackierer hat die ihm quasi um die Ohren gehaun, die lackiert er nicht, die werden nach kurzer Zeit wieder rosten. Die an dem schwarzen Schlachter sind deutlich besser. Gut, bekam er die eben auch noch. Es kam zu ner Blitzaktion. 4 Leute schrauben Türen ab.

Es hätte noch schneller gehen können, aber BINGO! Der Wagen hat Zentralverriegelung – die wollte ich natürlich haben. Also nicht für mich, sondern zum Verkaufen, ich habe bei dem Tripp VIEL zu refinanzieren. Das wird die Karre nie und nimmer hergeben. Es dauerte nicht lang, dann stand die Karre ohne Türen da.

Auf meine beifällige Bemerkung, ob er nicht noch ein paar 15 Zoll Felchn hätte reagierte Jürgen mit nem Satz King Alus.

Die habe ich spontan auch mit eingeladen – kommen auf den 5ender. die 13 Zöller überzeugen mich da nicht mehr. Zudem; Wenn ich die Bremsanlage aus diesem Schlachter in den 5ender fummle (Scheiben rundum, vorne größere Scheiben), paßt die Bremsanlage nicht mehr unter die 13zöller. Sind sogar brauchbare 195/50/15 druff – Felchn sind 7J15 ET 25. Felchn brauchen Lack und Bordsteinrempler muß ich verschleifen, ein Reifen verliert etwas Luft – mal zum Reifenhändler geben. Dann mal alles reingepackt, wurde eng im Kofferraum.

Damit nix rausgeweht wird, habe ich den Wagen dann noch in Folie gepackt.

Ich telefonierte durch die Gegend, wer abladen helfen könnte an der Werkstatthölle. klapperte einen nach dem anderen üblichen Verdächtigen ab. Was waren da viele Mailboxen dran. Ben hatte sie nicht angeschaltet und erklärte sich spontan dazu bereit, das Abendprogramm zu ändern – super. Also machte ich mich auf die Fahrt. So gegen 22 Uhr war ich vor der Halle. Ben kam auch – äh, was ist das für ein Auto?

Ein ziemlich verrotteter Vorfacelift Fließheck. Den hatter er an diesem Wochenende geborgen. Ich hatte schon einmal über den Wagen berichtet. Wieso man sich sowas holt, bzw. was an dem Ding so besonderes sein soll? Schaut Euch die Innenausstattung an!

Und genau wegen dieser Sitze hatte er den bei eBay ersteigert. Finde ich sehr geil, ich kenne keinen zweiten 32B mit der Innenausstattung, wobei es sicherlich noch welche geben wird. Wenn auch nicht viele. Back to Topic: Runter mit dem Schlachter! Wir mußten mit Wagenheber etc. tricksen, daß der Wagen, der auf den Halterungen der Auffahrrampen auflag, wieder herunterkam. Aber letztendlich schafften wir ihn in die Werkstatt.

Herausragende Details sind z.B. die GT Innenausstattung.

Der Fahrersitz hat normal IMMER durchgescheuerte Wangen vom Einsteigen – der hier nicht.

Auf die Sitze (Türpappen dazu habe ich auch noch) hat Ben Vorkaufsrecht bis Montag, weil er beim Abladen geholfen hat, wenn er sie nicht nimmt, werfe ich die auf den Markt. Es folgt eine Art Inventur. Ich sag aber schonmal vorab: Wenn einer große Brocken haben will, wie Motorhaube, Kotflügel, Heckklappe, Stoßstangen, sollte er sich umgehend melden, ich will die Teile nicht einlagern. Leute kauft Teile von dem Wagen, ich hab viel zu refinanzieren diesmal! Das war ein verdammt teuerer Tripp – alleine die Leitplanke wird ein Vermögen kosten. Heute kommt dann noch der Gang nach Canossa: Den Klaus zurückgeben. Mal sehen, wie wir das aus der Welt schaffen, da muß ich nun dazu stehen und es ist schon einiges dran an dem Bock leider. Und das zahlt keine Versicherung.

9 thoughts on “Mein wahrscheinlich teuerster Schlachter…

  1. Schöne Scheiße!!!

    Ich drück Dir die Daumen das die Leitplanke nicht zu teuer wird und Ihr für den Klaus eine halbwegs preiswerte Lösung findet mit der der Eigentümer eiverstanden ist.

    Gruß Ansgar

  2. Hallo KLE,das war ein Zeichen von oben ! Er wollte dir sagen,das es so nicht mehr weitergehen kann.Zu viele Projekte schwächen die Sinne.Einen Gang runterschalten und mal eine Pause einlegen.

  3. Dann lass dir die defekte Leitplanke aber auch aushändigen, nicht dass die dir ne neue in Rechnung stellen und die alte nur n bissl richten ;). Nee, im Ernst, das sind tolle Auffahrrampen.

  4. KLE braucht keinen eigenen Klaus, er hat doch eh keinen Platz mehr, wo er geschlachtete Teile lassen könnte, geschweige denn ein neues Projekt…
    Drum: Größere Halle vor Klaus! 😉
    Gruß Stefan

  5. Wieviel Meter Leitplanke haste denn geschrottet ? Meines Wissens leigt bereits eine „Leitplankeneinheit“ (eine Planke mit 1-2 Pfosten) bei 1500-3000 Euronen. Und damit dürfte man langsam in den Bereich kommen wo es lohnt die Haftpflichtversicherung des Transporters zahlen zu lassen.
    gruss, termi

  6. Hab‘ vor 2 Jahren auch mal ’ne Planke geschrottet – dürfte nur ein einzelnes Plankenelement ohne Pfosten gewesen sein. Kosten inkl. Arbeitszeit für den Austausch: 296 ?uronen und ein paar Zerquetschte – ging eigentlich….

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