Posted in KLEs Home

Wespen? Ernsthaft?

Ich hatte in der neuen Wohnung übernachtet, um rechtzeitig da zu sein. Man schläft gut, aber ich brauche dringend noch eine Nachttischlampe. Der Techniker der Telekom sollte zwischen 8 und 16 Uhr kommen, um mein Telefon/Internet freizuschalten. Gegen 11 Uhr ein Anruf von einer 0800er Nummer. Ah! Der Techniker kündigt sich an! Von wegen. Er hat abgesagt. Mein Anschluss kann nicht freigeschaltet werden, im Verteilerkasten wäre ein Wespennest und die Viecher wären extrem aggressiv. Und nun? Jetzt wird der Schädlingsbekämpfer beauftragt, das Nest wegzumachen. Dauert min. zwei Tage. Moment. Donnerstag, man rechnet in Arbeitstagen – diese Woche wird das also nix mehr. Tolle Wurst.

Kümmern wir uns um das Highlight der Wohnung, das Ess- und Schlafzimmer. Und auch zur schlimmsten Sache – die Decke. Da ist eine dunkle Holzdecke drin.

Drückt den Raum doch erheblich. Mag ich nicht. Ich kann laut Vermieter alles mit der Decke machen, weiß streichen etc. Ich könnte sie auch rausreißen, aber was sich darunter verbirgt? Mir schwante nix gutes. Ein besonderes Highlight war dieses optisches Verbrechen:

Styroporstuck auf einer Holzdecke? Ernsthaft? Wie wenig Geschmack muss man haben? Ein kräftiger Ruck und die Sache hatte sich erledigt. Also wenn man von dem großen Loch in der Holzdecke absieht.

Ich wollte Nägel mit Köpfen machen, also ab in den Baumarkt. Drive In Baumärkte sind schon was Tolles. Und ein oller Passat auch. 26 Rigipsplatten, davon 19 Stück 2,60m lang? Passt tatsächlich rein.

Das doofe Gesicht der Dame an der Kasse – unbezahlbar. „Der geht aber ganz schön in die Knie“ „Ne, der ist tiefergelegt“. Das Einladen war easy, das Hochtragen in das 2. OG durch ein enges Treppenhaus bei Sommertemperaturen eine elendige Ochserei. Aber ich bin ja nicht aus Zucker. Was muss, das muss.

Zum Anbringen hatte ich einen Helfer – Sebastian, der schon beim Küchenabbau-/transport geholfen hatte.

Keiner von uns beiden hat jemals Rigipsplatten verlegt, aber wie schwer kann das sein? Die Holzdecke ist anständig befestigt, die muss die Rigipsplatten auch noch tragen. Und die eine oder andere Schraube sollte auch im Tragwerk gelandet sein.

Das Zimmer besteht aus zwei zusammengelegten Zimmern. Der eine Raum ist einigermaßen rechteckig, der ging verhältnismäßig schnell.

Die kleinen Ecken haben wir erst einmal ausgelassen – die kann ich auch alleine.

Der zweite Teil des Raums hat so gut wie keinen rechten Winkel, das macht die Sache komplizierter. Aber das ist auch der schönere Teil des Raums mit einem schönen Erker. Ganz fertig sind wir gestern damit nicht geworden.

Immerhin 20 der 26 Platten sind dran. Und dann kommt das Spachteln – das, was ich eigentlich auch bei Autos nicht wirklich mag. Aber ich denke mir, ich mache mir jetzt die Arbeit, jetzt ist der Raum noch leer und es ist viel einfacher, als wenn man alles ausräumen müsste. Würde es mich jetzt nicht machen, ich würde mich jahrelang über diese Decke ärgern.


Nachtrag

Offenbar habe ich einen Fehler gemacht und habe die Stoßkanten nicht abgeschrägt und auch nicht einen Versatz eingebaut, wie bei Laminat. So werden die Fugen an den Stellen nach dem Spachteln wieder aufgehen – ich werde das nacharbeiten vor dem Verspachteln. Lernen durch Schmerz.

An dieser Stelle mal zwischendurch ein Danke an alle, die mitdenken und hilfreichte Tipps geben.

4+
Share: