Veterama – für mich eher eine Nullnummer

Was ein Wetterchen. Drei sonnige Tage in Hockenheim bei nahezu hochsommerlichen Temperaturen im April, Besser kann es für eine Veterama doch nicht laufen, oder?

Also erst einmal an die eigene Nase gelangt: So wirklich Mühe hatte ich mir nicht gegeben beim Zusammenstellen meines Sortiments. Ich hatte fast 1:1 die Kisten dabei, die ich im Herbst aus Mannheim zurückgebracht hatte. Umsatzwunder waren damit nicht zu erwarten. Ich hatte einfach durch die Techno Classica in der Vorwoche und den Elektrikbasteleien am Pirat einfach keine Zeit, da noch etwas zusammenzusuchen. Oder keine Lust?

Auf jeden Fall ging es für mich gleich am Freitagmorgen los, denn die Veterama öffnet mit Insider Ticket schon am Freitagmittag für die Besucher und bis dahin stand mein Stand auch so einigermaßen.

Normal geht am Freitag schon so einiges an Verkäufen, aber dieses Jahr? Es waren einfach wenige Besucher da am Freitag. Ich hätte meinen Stand auch erst gegen Abend aufbauen können. Viel weniger Umsatz hätte ich nicht gemacht.

Wir hatten wieder unseren Gemeinschaftsstand, diesmal bestehend aus sechs Einzelständen und unserem Cateringbereich. Und es ging allen von uns am Freitag so: Viel ging nicht. Aber wir fahren ja nicht nur zum Verkaufen nach Hockenheim. Es ist ein Männerwochenende und zum Männerwochenende gehören Freunde, Bier und Fleisch.

Wir sind ja eine Veterama Familie. Also sowohl am Gemeinschaftsstand, als auch viele sonst, die man immer sieht. Ich weiß den Namen nicht, aber der Typ, der den ganzen Tag herumfährt und gegen Bezahlung anbietet, schwere Brocken zum Auto zu bringen, ist beispielsweise auch schon gefühlt immer dabei.

Auf jeden Fall kann ich mich an keine Veterama erinnern, bei der er nicht über das Gelände fuhr.

Wenn man einen Stand hat, kommt man nicht so dazu herumzugehen und selbst nach Teilen zu suchen. Was vielleicht besser ist, ich will ja Masse abbauen und die Werkstatthölle nicht weiter zumüllen. Trotzdem habe ich so ein paar Sachen mitgebracht, an denen ich nicht vorbeigehen konnte bzw. ich tatsächlich brauche. So habe ich Dichtungen mitgebracht, die eventuell für die Hecktüren des ColdRod funktionieren könnten. 15m in neu für 10 Euro, das habe ich einmal riskiert. Es gibt die originalen Dichtungen noch. Aber man braucht eben diese 15m für zwei Türen, weil die Dichtungen sowohl an den Korpus, als auch an die Türen gehören. Und das kostet dann mit den originalen ca. 230€, obwohl ich ja nur noch an einer Seite Türen habe. Der Hängeraufbau selbst hat 100€ gekostet…

Und ich konnte nicht anders, als Blödsinn zu suchen und auch zu finden. Diese Schilder sind irgendeine Ausschilderung vielleicht für einen Wanderpfad – der Verkäufer wusste es selbst nicht.

Den Ort(steil) Aua gibt es tatsächlich. Sowas kann ich eben nicht liegen lassen, wenn es nur einen Euro in einem Stapel mit solchen Schildern ist. Zwei habe ich schon meiner Zahnärztin versprochen. Ob sie sich traut, sie in der Praxis aufzuhängen, weiß ich nicht 😉

Die Frühjahresveterama ist traditionell sehr mopedlastig. Es sind zwar immer wieder Stände mit Autoteilen dabei, das Angebot für Motorradteile ist aber deutlich größer. Samstag war mehr los als Freitag, da war es fast normal, aber am Sonntag war es wieder echt relativ mau besucht. Wir machen das am Gemeinschaftsstand oft so: Wenn einer mal etwas herumlaufen will, passen wir gegenseitig auf die Stände auf. Kommt jemand, der etwas kaufen will und man weiß den Preis nicht, rufen wir den Verkäufer an. Und am Sonntag war schon einmal ein Standnachbar zwei Stunden unterwegs war, ohne dass er einen einzigen Anruf bekam.

Ich hatte wie schon erwähnt, kaum neue Sachen dabei und bei manchen Sachen hatte ich mich entschieden, das einfach mal auszuverkaufen für einen schmalen Taler, um das endlich einmal weg zu bekommen, weil ich wenig Verkaufschancen sehe. So hatte ich eine riesige Kiste mit Fuzzy Dices. Die interessanten Farben sind langsam alle weg und eh ich die Kiste jetzt noch ewig mitschleppe, verkaufe ich die lieber für 3€/Satz – die exotischen davon habe ich früher auch für über 10€ angeboten. Es ist der Punkt gekommen, wo die einfach nur noch Platz fressen und so gehen die noch weg. Und irgendwie ist der Trend mit den Plüschwürfeln schon länger einfach durch. Nachkaufen werde ich wohl erst einmal keine.

Letztendlich kam ich mit dem UMSATZ, also nicht mit Reingewinn etwas über die Kosten für Standmiete, Hängermiete. Finanziell eher ein Desaster, wenn man den Aufwand rechnet und dass die Ware selbst ja auch irgendwann mal etwas gekostet hat. Und so geht es nicht nur mir. Klar, es ist schön, viele Leute aus dem Schraubernetzwerk zu treffen, zu grillen, am Abend am Biertisch zu versumpfen etc. Trotzdem fragte ich mich langsam, ob sich das noch lohnt…

5 thoughts on “Veterama – für mich eher eine Nullnummer

  1. KGV kenn ich noch aus dem Mathe-Unterricht, kleinster gemeinsamer Vielfacher, und GGT war größter gemeinsamer Teiler.

    Aua, was man sich so alles merkt.

    1. Auch schön 🙂
      Bei Aktien gibt es auch noch das Kurs-Gewinn-Verhältnis.

      Bei mir ist KGV aber als Kleingartenverein gespeichert. Da könnte ich mir sogar Schilder vorstellen.

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