Basisfahrzeug geholt und dem Hänger Deutschland gezeigt…

Vorsicht ? heute gibt?s etwas mehr Text…

Schon vergangene Woche kam Kollege Monsterbacke vorbei und meinte, er müsse ein Auto in Luckau bei Berlin holen und ich solle doch mitkommen. Nun ? wenn er ein Auto holt und bei mir ein ganzer Tag druffgeht, dann soll es für mich auch ein Auto sein. Also organisieren. Ingos Bericht war ja schon im letzten Eintrag hier zu sehen ? der Wagen sollte es sein. Problem: Der Typ arbeitet Schicht und zu der Zeit, zu der wir kommen wollten, musste der arbeiten. Es hätte nicht jeder gemacht, aber Ingo erklärte sich bereit, den Wagen dort auf die Straße zu schieben und die dazugehörigen Ersatzteile zu sondieren und in den Wagen zu stopfen, dass man den abholen kann.

Donnerstag ging?s zu Uwe, der uns seinen Ducato mit der Pritsche zum Aufladen und einen Transportanhänger geliehen hat zum Verladen. Freitag morgens um halb sieben fuhr ich dann in Mainz los. Den abgestellten Hänger anhängen und tanken und weiter nach Wetzlar, wo Monsterbacke wohnt.
Erstes Ziel war Luckau ? da wo auch viele Autoevents stattfinden. Teilweise ging?s ziemlich flott voran, der Ducato war zwar laut, lief aber wie ein Uhrwerk. Mit der Zeit kam ein Geräusch dazu. Wir rätselten, bis die nächste Möglichkeit zum Abfahren kam und wir lagen beide verkehrt: Es war das Endrohr des Auspuffs, das abgebrochen war und nun noch an den Gummis hängend auf der Autobahn schliff. Nix tragisches, eingesammelt und weiter.
Es gab einen Stau, ne Baustelle, nen Stau… Irgendwie kamen wir nicht so voran, wie es sein sollte. Auch erlebten wir den unglaublichsten Autofahrer, den wir in freier Wildbahn gesehen hatten: An einem Autobahnkreuz, zwei Spuren geradeaus, zwei biegen rechts ab. Wir müssen von der einen linken Spur auf die Abbiegespuren rechts ab. Vor uns ein Auto, das trotz zügig fließendem Verkehr 50km/h fuhr. Und er biegt nicht ab und er biegt nicht ab. Also Blinker rechts und rechts dran vorbei ? is ja legal, wenn sich die Spuren teilen. Was macht der inzwischen als Rentner identifizierte Fahrer? Er bleibt mitten auf der Autobahn stehen und wartet bis eine Lücke bleibt, die groß genug zum Abbiegen ist ? mitten auf der Autobahn.

Kurz vor Luckau noch ne nette Panne: Der Scheibenwischer auf der Fahrerseite blieb einfach stehen. Hatte ich erwähnt, dass es regnete? Blindflug bis zum nächsten Parkplatz, nachgesehen: Gestänge ausgehängt. Leider kamen wir nicht wirklich dran, um das zu richten, da der Reservereifen im Weg war. Und der war fest reingeschraubt und ohne Werkzeug nicht herauszubekommen. War aber eh kurz vor Luckau, da würden wir Werkzeug bekommen.
Wir hatten Luckau so um 15 Uhr geplant, wir waren eine Stunde zu spät. Wenigstens empfing uns der Verkäufer von Peters Wunschautos am Ortseingang und lotste uns zur Halle, wo der Wagen stand. Ein VW Karmann Ghia Typ 34. Kürzen wir das Fluchen ab: Der Wagen war übelst verpfuscht, entsprach in keinster Weise der Beschreibung und nur mit sehr viel Liebe und finanziellem Aufwand in einen hübschen Zustand zurückzuholen. Ergebnis: Der Wagen blieb in Luckau. Hunderte Kilometer und Stunden Zeit zweier Selbstständiger für die Katz ? danke auch…
Wenigstens haben wir Werkzeug geliehen bekommen, um das Reserverad auszubauen und den Scheibenwischer zu reparieren. Eine Plastikschale im Gestänge war abgegangen. Auseinanderfummeln, zusammenfummeln, geht. Schnell bei nem Schnellchinesen ne Mahlzeit eingeworfen und weiter. Inzwischen hatte Ingo angerufen und mitgeteilt, dass der Verkäufer des Dreitürers etwas durchdrehte und mit der Version Karre uff die Gasse stellen nicht einverstanden war. Kurzentschlossen holte Ingo den familieneigenen Schleppwagen und holte die Karre da weg inkl. Teilelager. Die Strecke wuchs damit um die Strecke von Bremen nach Oldenburg. Und die Fahrt zog sich, und zog sich. Irgendwann ein Kontrollanruf von Ingo, der meinte, wir sollten ja eigentlich gleich da sein und wir waren gerade mal 30km vor Hannover. Derweilen hatten wir das Scheibenwischer-Gestänge erneut zusammengebaut und mit Kabelbindern fixiert. Letztendlich trafen wir gegen 23 Uhr in Oldenburg an. Irgendwie komisches Gefühl, wenn man sich bewusst macht, dass wir diese Nacht noch zurück nach Wetzlar/Mainz wollten. Ingo und dessen Bruder Malte empfingen uns an der Einfahrt zu deren Hof am Rande von Oldenburg. Kaum zu glauben, dass dieses Schraubereldorado zum Stadtgebiet gehören. Da stand das berühmte Rostloch und noch ein anderer Strichachter Benz und eben auch ein Dreitürer 32B ? übrigens vor dem Synchro der Brüder. Türen Hauben, Achse etc ? die Teile waren nicht schlecht, die da rumstanden. Und vor allem reichlich ? ach ja, die Karre an sich war schon vollgestopft mit Teilen. Is klar, was man in der Situation macht: Richtig, erst mal ein kühles Bier aufmachen und etwas Konversation. Noch ein paar Ersatzteile in die Karre gequetscht, unter anderem ne AHK (sehr geil) und Ersatz für den angeschrammten Kotflügel. Der Verkäufer wollte da echt ein Sahnestückchen draus machen und hatte die Lust verloren oder war über die eigenen Fähigkeiten gestolpert. Nun, es wird ja auch jetzt ein Sahnestückchen. Ich weiß nur nicht, ob das Körperverletzung wäre, wenn ich ihm ein ?Danach?-Bild zuschicken würde 😉

Wagen auf den Trailer, Ersatztüren auf den Ducato gebunden ? hätten wir es gewusst, hätten wir die Ladebordwände mitgenommen ? fertig zur Abreise. Wäre aber schäbbisch gewesen und Hunger hatten wir auch. Also sind wir mit den Oldenburger Schrauberbrothers zu ner Pizza gefahren. Fahrzeug: Maltes grüner Stricher. Schleifende Auspufftöpfe ? das ist der Sound, auf den Männer stehen. Die Pizza war lecker und reichlich und das Oldenburger Nachleben, das sich durch die Straße zwängte gab genug Gelegenheit für Sozialstudien.

Etwa um 2 Uhr schafften wir den Absprung. Irgendwie waren wir bei der Abfahrt schon müde. Komisch, kann gar nicht verstehen, warum. Monsterbacke übernahm die erste Schicht. Es ist wirklich für mich mit meinen 2,04m eher Yoga, den Bock zu lenken, aber Pennen geht erst recht nich. Erste Pause bei Osnabrück. Monsterbacke war nicht wirklich fitt und bei mir war wohl der tote Punkt überschritten. Grund der Pause war eigentlich die flatternde Haube des Dreitürers, die nicht festgeschraubt war und nur mit nem Spanngurt gesichert, der sich gelockert hatte, aber wir nutzen das dann gleich für einen Fahrerwechsel. Der nächste Tankstopp ? Diesel ist inzwischen unverschämt teuer ? war dann ein Kaffee fällig, den ich ? ganz wichtig ? im Stehen trinken wollte. Die Beinverrenkungen hinterm Steuer gingen inzwischen auf die Knie. Der Ducato lief und lief und lief, die Kilometer schwanden und auch die Stunden. Angekommen in Wetzlar musste ich Monsti nur rauswerfen, einen Karmann mussten wir nicht abladen. Naja, kam ich da wenigstens zügig weiter. Die letzten Kilometer waren hart. Längst war die Sonne wieder aufgegangen und irgendwie musste ich kämpfen. Weit wäre ich nicht mehr gefahren. Fast genau um 9 Uhr nach ca. 1.700km Strecke war ich dann in Alzey, ca. 40km südlich von Mainz. Hier ist der Betrieb von Uwe, dem der Ducato gehört. Die brauchten das Auto an dem Tag. Der Dreitürer steht da jetzt noch auf dem Hänger, hole ich kommende Woche. Ich komme derzeit nicht in die Scheune mit dem Ding, weil der Schrotthändler den grünen Schlachtpassi noch nicht geholt hat und der steht direkt hinterm Tor. Die Rangiererei wollte ich mir sparen.

Sorry übrigens, dass es keine Bilder von der Aktion gibt. Ich hatte meine Digicam vergessen. Ingo hat ein paar Bilder vom Aufladen in Oldenburg geschossen, aber mit der Spiegelreflex ? da muss jetzt erst der Film voll werden, dann die Bilder entwickelt, gescant,… ? so, wie es vor ein paar Jahren noch vollkommen normal war…

Nachtrag:
Inzwischen gibts Bilder von der Abholaktion – Ingo hat sie am 05.10.2005 geschickt – also nicht viel später 😉

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