Der Passaratti BSE Kuh-Pee Teil 2

VW Passaratti BSE Kuh-pee 1978

Einen anderen Unfallschaden zog ich mir in einer verkehrsberuhigten Zone zu. Ein wunderbarer Slalom, den ich immer weiter ausreizte, wie schnell er zu fahren ist spät nachts. Ich sag mal so: 80km/h sind zu schnell. Problem waren Betonblumenkübel, die als Begrenzung da standen und so knalle ich mit dem Hinterrad gegen einer dieser Kübel. Der Kübel überlebte das, der Wagen sah aber sehr komisch aus. Das eine Rad stand jetzt satt im Radkasten, während das andere sich tief in den Radkasten verflüchtigt hatte. Die Achse war verschoben.
Eine freie Werkstatt sagte: Auto wegwerfen! Aber nicht mit mir.

Ich suchte einen Ausschlachtwagen und wollte die Hinterachse wechseln. Ich fand einen inseriert für 100 DM. Stand in Offenbach. Ich also dahin, Treffpunkt war ein Parkplatz – er stehe dann da. Hä? Wer steht denn tagsüber den ganzen Tag an einem Parkplatz? Nun, an dem Parkplatz war eine Trinkhalle und der Verkäufer begrüßte mich stilsicher mit der Bierflasche in der Hand. Der Schlachter war abgemeldet, der Besitzer hatte den Schlüssel verloren und versucht den zu überbrücken. Also erst einmal alle Kabel am Zündschloß durchtrennt. da er das mit den richtigen Kabeln nicht hinbekommen hatte, hat er den Schalter hinterm Zündschloß irgendwie rausgefuddelt bekommen, alle Kabel einfach irgendwie miteinander verzwirbelt und so ließ sich der Wagen mit einem Schraubenzieher starten. Abenteuerlich. War aber ein GLS mit 85PS, hatte sogar noch etwas TÜV. Wir einigten uns auf 50 DM und so holte ich den Wagen.
Ich verglich die Hinterachsen der beiden Wagen und stellte fest, daß der Panhardstab unterschiedlich war. Scheiße, ich hatte mir „nur“ den Panhardstab verbogen und dafür sollte ich den Wagen wegwerfen? Den Panhardstab aus dem Schlachter verbaut und die Achse stand wieder da, wo sie hingehörte.
Aus dem Schlachter habe ich dann noch den Motor ausgebaut und die Auspuffanlage.

VW Passat 32 Schlachtfahrzeug

Eigentlich wollte ich noch die Colorverglasung ausbauen, wenn da nicht… Der Wagen stand vor dem Studentenwohnheim, in dem ich mal gewohnt habe. Und wir räumten ein Zimmer aus. Und Möbel wurden damals grundsätzlich zertrümmert, die Bretter aus dem Fenster geworfen und auf dem Lagerfeuer verbrannt. Dumm nur, daß bei einer solchen Aktion sich ein Brett in einem Baum verfang und eine ungewollte Flugbahn nahm. Landeplatz: Stumpf durch die Heckscheibe des Schlachters. Colorverglasung nicht mehr komplett, also wurde der Wagen mit den Restscheiben entsorgt. Scheiße, war ich doof.

VW Passaratti BSE Kuh-Pee 1978

Ich hätte zu mindestens mal die Antriebswellen bergen sollen. Denn eine der Antriebswellen fing irgendwann an zu klackern. Ich drehte das Radio lauter, bis das zu schwach wurde. Als Rundruf bei diversen Schrottplätzen und einer hatte die passende Welle – die Reparatur kam etwas zu spät, denn bis ich dazu kam, war die Antriebswelle schon komplett verreckt. Ein Kumpel holte mich mit dem Abschleppseil ab.

Damals hatte ich den Dreh mit den umgeschweißten Sitzen noch nicht so raus und ganz ehrlich? Mit 2,04m Körpergröße ist so ein 32er Passat mit Seriensitzen nicht lustig. Und so kam es, daß ich irgendwann wieder Bock auf einen neuen Wagen hatte. Ich brauchte einen Anlaß zum Fahrzeugwechsel und der fand sich in Form der kaputten Auspuffanlage. Ich hatte den Auspuff vom Schlachter – aber das wäre Arbeit gewesen.
Ein Bekannter wollte den Passaratti BSE unbedingt haben, aber als der seinen Führerschein verloren hatte, weil er – festhalten – Rosenmontag in Mainz betrunken eine Ampel überfahren hatte, dachte ich mir: inserieren wir ihn. Es kam sofort ein Protestanruf vom Bruder des bekannten: Hey! Nicht verkaufen! Der ist meinem Bruder versprochen. Ich ließ mich überreden, was ich bis heute bereue.
Resultat war: Der Wagen stand abgemeldet ein halbes Jahr vor dem Studentenwohnheim, der Rest-TÜV verfiel und irgendwann hieß es, daß er weg muß. Dringend.
Letztendlich wurde eine Anzeige geschaltet, daß der Wagen zu verschenken wäre. Und irgendwer hat ihn auch abgeholt – informiert wurde ich nicht, wer ihn geholt hat. Der Wagen war damals nicht wirklich schlecht. Eine Endspitze durch, technisch bis auf den Auspuff fit – und das Armaturenbrett auch noch ansehnlich.

Armaturenbrett Passat 32

Hach, ich könnte mich in den Arsch beißen – hätte ich doch damals ne Unterstellmöglichkeit gehabt, ich würde den Wagen heute wieder ab und an zu irgendwelchen Treffen rausholen…

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