Hofschlachtung im Odenwald

Den Turbodiesel, den wir gestern geschlachtet haben, haben mir gleich 2 andere Schrauber angeboten. Der Kontakt kam zustande über Benni, der selbst ein paar Teile aus dem Wagen geborgen hatte und als das schon halb in trockenen Tüchern war, rief mich Coup?-Kai an, er hätte da einen TD-Motor für mich und meinte den gleichen. Also auf in den Odenwald!
Es ist wirklich ein wenig am Rande der Welt, aber trotzdem war es relativ einfach zu finden. Als ich ankam hatte Rüdiger, der „Verkäufer“, schon mal aufgebaut. Auf seiner Auffahrt hatte er einen Halogenscheinwerfer auf die Karre gerichtet, Strom war schon da und er war sogar schon am Schrauben – er half mit beim Zerlegen.

Mit dabei war Asgard. Zwei andere Helfer kamen (entschuldigt) nich. Muß auch zu dritt gehen und das ging es auch. Wir waren ein gutes Team. Leitungen vom Motor ab, Verbindungen lösen… Parallel schraubte ich die Federbeine raus. Ging Hand in Hand.

Als die Federbeine raus waren, legten wir den Wagen auf die Vorderachse – so mußten wir den Motor nicht so hoch heben. Das Gewicht von dem Teil is ok zum Rauswuchten, fehlten doch schon die wichtigsten Anbauteile.

Viele Anbauteile, wie Lichtmaschine, Turbolader, Krümmer etc. gab es für nen kleinen Preis mit dazu – für den Motor selbst wollte Rüdiger nichts haben. Ihm war es nur recht, daß damit noch irgendwas Nützliches angefangen wird. Er hing sehr an dem Wagen und ist damit wohl um die 600.000km unterwegs gewesen. Er vergab keine Chance, den Wagen stets zu loben. So lobte er auch das Getriebe hoch, daß das seidenweich schaltete – ok, dann nehmen wir das auch noch mit.

Danach das ganze Gulasch in meinen Kofferraum. Is ein Passat, der packt was weg…

Wir haben Rüdiger noch geholfen, den Wagen an die Straße zu bringen, da holt den ein Alteisenhändler demnächst ab.

Werkszeug eingepackt und verabschiedet – kurz vor 21 Uhr waren wir fertig – keine 3 Stunden.

Also zurück über wacklige Landstraße – direkt zum goldenen M – ich hatte noch nix zu Abend gegessen und mich hungerte dann doch. Asgard habe ich mit eingeladen als kleines Dankeschön für seine Hilfe. Die brauchte ich dann noch einmal beim Ausladen.

Bleibt die Frage, was ich mit dem Zeug machen werde, da ich ja heute noch einen Motor mit entschieden weniger Kilometern holen werde. Nun – in den Wagen schaffen werden es sicherlich die Federbeine. Die sehen noch ganz gut aus und ich brauche 32B Federbeine zum Tieferlegen der Vorderachse. Die vom anderen Schlachter eignen sich dazu nicht – der hat Servo und damit andere Federbeine. Der Rest? Wir werden sehen. Ich schraube doch so gerne mit Fundus…

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8 thoughts on “Hofschlachtung im Odenwald

  1. Wäre nicht aufwendig. So viel Kabelbaum is an den Dingern nich dran 😉 Je ein Sensor für Anzeige und Glührelais, 2 Öldruckschalter, das Magnetventil für die Pumpe, Anlasser und Lima – schon fertig. Und auch der Rest ist schnell umgebaut. Den Sauger wirste sogar bei ebay noch gut los für ca 100 Äppel.

    Sollte KLE keine Lust auf den Umbau haben, würde ich ihm den Motor aber wohl abnehmen 😀
    Son Turbo wär schon was feines! KLE weiß wovon ich spreche als JP-Leidensgenosse^^ Beschleunigung is nich so harre.

  2. @Nils wennde mir die Komplettlackierung in Viperngrün zahlst, dann wird der wieder so 😉 Ihr unterschätzt immer die Kosten, wenn man sowas zusammenschraubt – und hier geht es „nur“ um eine Alltagskarre. Es sind ja nicht nur die Kotflügel, die neu lackiert werden müssen. Die Türen sind unten rostig, die Heckklappe hat Schäden, die Radläufe hinten bedürfen Arbeit, Die Schweller sind angerostet…

    BTW: Die Kotflügel haben auch von außen Durchrostungen, der Kotflügel Fahrerseite zudem eine nicht zu übersehende Delle vorne beim Scheinwerfer. Selbst, wenn ich die retten würde (was in keinem Verhältnis steht, vor allem, wenn man Ersatz hat) müßten die neu gelackt werden.

  3. Ich kenne den Wagen nicht, nur Fotos. Randbereiche wie Radläufe lassen sich mit der Dose lackieren, wenn es eine Lichtkante gibt, so dass der Farbunterschied nicht auffällt.

    Kritisch ist es ja erst, Metalliclack auf einer Flächenzu versprüchen.

    Ich ging davon aus, dass es mit geschickter „Rand“arbeit getan sei. An den Kotflügeln hatte ich nur die Rostpickel gesehen.

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