Roadtripp mit Hindernissen

Ich war letztes Wochenende auf Roadtrip. Ich wollte gleich drei Dinge verbinden. Am Freitag hatte ich eine Weiterbildung in Gießen, das konnte ich doch gleich nutzen, um von da aus mit dem Pirat weiterzufahren in meine alte Heimat. Sparte immerhin so 120km Wegstecke und die Fahrt nach Gie0ßen wurde zudem bezahlt.

Zunächst ging es zu meinen Eltern nach Froschgrün in Oberfranken. Ja, kein offizieller Ortsname, weil der durch eine Eingemeindung gestrichen wurde, aber der Name hält sich wacker. Und wer wäre nicht darauf stolz in Froschgrün aufgewachsen zu sein?

Wer es nicht wusste: Naila, zu dem Froschgrün gehört, wurde einmal berühmt, weil da der Heißluftballon mit DDR Flüchtlingen landete. Die Geschichte wurde mindestens zweimal verfilmt.

Es ging aber nicht nur darum, meine Eltern einmal wieder zu besuchen, es ging auch um eine Teilebergung für den ColdRod. Mir gefällt das mit den Heckfenstern noch nicht so 100%. Die sind einfach zu plump eingesetzt. Und wenn ich ehrlich bin auch etwas schepp, weil ich die Löcher im ausgebauten Zustand eingebaut hatte.

Das sind ja Seitenscheiben von einem Barkas B1000. Und ich fragte auf Social Media, ob irgendwer eine Schlachtkarosserie hätte, bei der man die Scheibenrahmen raustrennen könne. Und es meldete sich Stefan, der nur 15km von meinen Eltern entfernt wohnt. Der hätte da einen Schlachter, den ich kostenlos der Partien berauben könne. Jackpot!

Am Samstagmorgen fuhr ich da hin und da stand das Wrack.

Coole Sache. Da schnitt ich dann die Partien erst einmal großzügig aus.

Ich überlege gerade noch, ob ich die nicht verkehrt herum einschweißen werde, damit die Fenster noch tiefer in die Türen reichen. Könnte aber Probleme mit der Verriegelung bringen.

Die Überschrift heißt aber „Roadtrip mit Hindernissen“ – was war passiert. Ihr erinnert Euch, dass mir der Lichtmaschinenhalter einmal weggebrochen war. Nun, genau das ist wieder passiert – 100m vor dem Haus meiner Eltern krachte die LiMa wieder auf die Straße. Nicht auszumalen, was passiert wäre, wenn das bei hohem Tempo auf der Autobahn passiert wäre.

Ich habe leider keine Bilder gemacht, aber ich fragte Stefan, ob wir das gemeinsam vor Ort bei ihm fixen könnten. Ich habe leider bei der Aktion weder Bilder noch Videos gemacht. Erkenntnis: Ein Gewinde der Halteschrauben des Halters war wie neu, in einem hat die Schraube gearbeitet und das dritte war vollkommen am Sack. Schöne Scheiße.

Stefan organisierte zwei Kumpels, der eine hatte Helicoil Einsätze und das passende Werkzeug dazu, der andere Schraubensicherungslack.

Damit gingen wir ans Werk. Das eine Gewinde nachgeschnitten, das andere haben wir aufgebohrt und einen Helicoil Einsatz eingebaut. Schrauben mit Schraubensicherung eingesetzt, das sollte normal halten. Da an dem Halter auch die Drehmomentstütze ist, werde ich wohl mal die Motorlager neu machen, damit da nicht so viel Kraft auftritt.

Lichtmaschine rein, einen passenden Keilriemen hatte Stefan zufällig auch. Aber die LiMa funktionierte nicht mehr. Es ging nicht einmal die Kontrolllampe an. Schöne Scheiße. Stefan hatte keine Zeit mehr, was ja auch in Ordnung war, ich holte mir am Baumarkt ein billiges Messgerät, um mal die Kabel durchzuchecken. Ich hatte ja die LiMa eine kurze Strecke am Kabel hinterhergeschleift, vielleicht war da etwas kaputtgegangen. An den Kabeln lag es nicht, die LiMa selbst musste wohl den Sturz nicht überlebt haben.

Ich brauchte innerhalb von einem Tag eine LiMa und das 350km weg von meiner Werkstatt, wo ich eine liegen habe. Man hätte ohne fahren können, weil so ein oller Diesel braucht ja außer dem Leerlaufabschalter keinen Strom, aber mit war mir deutlich lieber. Nur woher nehmen. Kleinanzeigen war nix in der Nähe zu holen. Da meinte mein Vater, ich solle doch mal bei Marcus nachfragen, der vor 18 Jahren(!) geholfen hatte, als mir in der alten Heimat die Zylinderkopfdichtung gestorben war.

Und Tatsache – er hatte eine von einem Golf 2 Diesel. Problem: Bei dem sind die Anschlüsse an der Lima geschraubt, beim Pirat ist es ein Stecker. Aber als alter Pfuscher bastelte ich mit Marcus zusammen einen provisorischen Adapter.

Also einfach zwei passende Kabel verschraubt und mit teilweise improvisierten Quetschverbindern in den Stecker gesteckt.

Getestet, die „neue“ LiMa läuft! So bin ich dann problemlos nach Hause gekommen. Natürlich werde ich die LiMa wieder gegen eine andere mit Stecker tauschen. Aber für die Fahrt war das Provisorium das Beste, was man auf die Schnelle hinbekommen konnte.

Danke an Stefan, seine zwei Kumpels und Marcus für die Hilfe/die Teile!

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