A bisserl Schwund is immer – Januar Roadtripp Teil 1

Heute (gestern) früh um halb acht gings los, die zwei Schlachtwagen zu holen. Doch zunächst mußte ich den weißen Klaus holen. Dumme Idee, bei DEN Temperaturen Autos zu bergen. 1. Problem an dem Tag: Beim weißen Klaus war die Steckdose für die Anhängerbeleuchtung total vereist. Die mußten wir erst einmal auftauen. Erste Hürde genommen, kostete mich schon wieder Zeit, aber jetzt schnell auf die Piste. Ich kam nur eine Ausfahrt weit, dann war der Motor heiß – und die Heizung immer noch kalt. Motor schnell aus, eh er verreckt und vom Highway rollen.

ADAC hilf! Bis der kam, machte ich noch einen Test: Motortemperatur normal, Heizug geht. Sah so aus, wie daß ein Eisklumpen den Kreislauf blockiert hatte und nun war das getaut. Ich machte in Begleitung des gelben Engels ne kleine Runde – alles in Ordnung. Formalitäten geklärt. Jetzt aber.

Bei Heilbronn mußte ich tanken. Runter von der Piste, an die Tanke: Tankdeckel eingefroren. Wer hat gestern nicht aufgegessen, daß das Wetter so mies ist?

Die Tanke hatte keinen Türschloßenteiser, also den Schlüssel mit dem Feuerzeug warm gemacht, damit gings. Na also. Nu aber. Klausi fuhr gut, im Auto wars mollig warm, nur die Füße blieben kalt. Nur, Klausi, eine Kritik mußt Du Dir noch gefallen lassen: Daß Dein Radio einen Code braucht, der aber nirgends im Auto zu finden ist, is ne Quälerei. Die ganze Fahrt selber singen…

Der erste Schlachter, der 33er, stand im Landkreis Balingen – ganz nah an der Heimat von Tony, der daheim war und mit zur Bergung kam. Wir trafen uns mit dem Vermittler an einer stillgelegten Tanke. Der hatte gleich schöne Nachrichten: Die Räder sind fest und die Reifen platt. Ach du Scheiße. Also fuhren wir hin, Augen zu und durch. Aber es war alles easy. Wir haben ihn mit der Elektrowinde von Klausi hochgezogen, das Seil is lang genug glücklicherweise. Es war auch nur ein Rad platt und fest und über den Schnee lies sich das ziehen.

Als leichteres Auto kam der auf den Hänger. Zustand: Erwartungsgemäß unter aller Sau. Nur mal zwei kleine Impressionen – genaue Bestandsaufnahme kommt vor dem Schlachten. In meinem Freundeskreis heißt der Wagen übrigens mit Spitznamen „Hotel“. Der Name kommt daher, weil in diesem Wagen eine gewisse Zeit lang ein Student gewohnt hat…

Natürlich noch etwas Smalltalk und auch mal nen Blick in die Schrauberhalle, vor der der Schlachter stand. Da standen so Autos, wie ein Golf Cabrio mit 16V Turbo – eingetragene 199PS – Respekt!
Ich könnte da stundenlang rumstehen und quatschen – half aber nix, ich mußte weiter. Kurz vor der Autobahn, wir hatten es inzwischen schon nach 14 Uhr, schnell Futter beim Burgerking geholt und den Sitz der Spanngurte überprüft.

Und weiter auf die Piste. Nächstes Ziel war Bad Liebenzell. Irgendwie mitten in der Pampa. War so schon ne Gurkerei – ohne Navi wärs vermutlich ne Katastrophe gewesen. Bruce (mein Navi spricht in der Synchronstimme von Bruce Willis) hat mich wirklich geil gelotst diesmal. Auch wenn er mich ab und an „Schweinebacke“ nennt. Diesmal war glaubich kein „Blödmann“ dabei.

Der nächste Schlachter ist von Frank (Forenneme kirschbaum). Preis war lächerlich, er will aber ein paar Teile zurück, die ich für ihn ausbauen soll – kein Problem. Dort einen Kaffee getrunken und dann aufgeladen. War garnicht so einfach. Denn der Passat mußte ganz nach vorne auf den Klausi. Und da die Elektroseilwinde mittig ist und die Abschleppöse seitlich zieht sie nicht bis ganz nach oben. Ab einem gewissen Punkt zieht sie die Schnautze einfach nur noch nach unten. Wie lösen? Nun, wir entschieden uns für folgende Methode: Klausi an den Hang stellen, dann müßte der leicht zu schieben sein – die Gravitation sollte helfen. „Haste Gang eingelegt und Handbremse angezogen?“ „Handbremse rastet nicht mehr ein“ Gut, naiv, wie ich war, ging ich davon aus, daß dann zumindestens der Gang drin war. Sehr naiv. Vor mir schnitt mich ein Verkehrsteilnehmer, Vollbremsung bei Schritttempo KLIRRRR!
Äh ja, Gang war nicht drin. Das massive Rohr hinterm Fahrerhaus rettete mir Kopf und Kragen. An dieser Stelle verabschiedeten wir uns von einem Nebelscheinwerfer.

Gut, jetzt steht er richtig. Verzurrt und Anhänger wieder dran.

Zur Ladungssicherung kam mir noch eine Idee, also raus auf den nächsten Parkplatz. Gurte wollten ja auch überprüft werden.

Wenn der Handbremshebel nicht einrastet, bedeutet das ja nicht, daß die Handbremse nicht funktioniert, man kann sie nur nicht normal arretieren. Aber zu was gibts Spanngurte?

Beide Wagen hielten bombenfest, ich mußte bei meinen Kontrollen nix mehr nachziehen.

Nächste Strecke waren ca 140km zur Halle von Kai. Also mal schön auf Bruce gehört und den kürzesten Weg genommen. Zwischendrin etwas geschwitzt – scheiße, es ging durch Pforzheim: Feinstaubplakettenpflicht und Klausi hat keine drin, obwohl er vermutlich eine bekommen würde. Ging gut. Bruce verriet mir, wann ich an Kais Halle sein würde und als ich da ankam, stand er schon parat. Klasse. Leider konnte weder ich noch Kai noch einen dritten Helfer zum Abladen organisieren. Und das bei Bremse fest. Das mag was werden. Aber Glück gehabt: Die Bremse hat sich durch das herumschaukeln auf dem Hänger gelöst, so gings sogar mit plattem Reifen einigermaßen gut, den abzuladen.

Doch dann der 32B. Der geht einfach meinte ich ganz naiv. Aber er lies sich nur ein Stück leicht schieben, nachdem wir die Spanngurte gelöst hatten und dann war Schluß. Kagge. Bremse fest? Vielleicht, wenn man es mit Motorkraft probiert? Wir probierten es mit überbrücken.

Aber Kais Batterie war zu schwach für einen lange gestandenen Dieselmotor bei tierischen Minusgraden. FUCK! Ich dachte DER geht einfach. Pustekuchen. Wir versuchten es mit einem Abschleppseil. Auch nix. Kommt einer auf die Lösung, der aufmerksam mitgelesen hat? Es war so idiotisch. Das Stahlseil der Elektrowinde war noch dran und das hatte nach dem ruckartigem Aufladen das besagte Spiel um ein wenig runterzurollen, aber eben nur ein wenig. Peinlich, peinlich, peinlich. Zur Entschuldigung: Es war außerhalb der Halle stockfinster und es war einfach schon ein langer Tag…
Abgemacht, getestet und scheiße, der rollt uns weg. wir konnten ihn abfangen, leider waren die Räder eingeschlagen. Das Letzte Stück verfehlten die Räder leicht die Rampe, die Frontstoßstange haben wir weggerissen auf einer Seite. Muß die mal abnehmen, ob sie Schaden genommen hat, oder nur aus dem Halter geflutscht is.

Kaputte Funzel, Stoßstange schief. Na toll. Aber es is nur n Schlachter und ich brauche eigentlich nur den Motor. Der Wagen wäre übrigens rettbar, aber was soll man tun, wenn man einen Motor braucht und Teile zurückgeben muß? Der wird getötet. Fertig.

Da stehen sie nun friedlich nebeneinander und warten auf die Hinrichtung.

Kai konnte es sich nicht verkneifen, noch ne 50 auf den beigen zu sprühen – ja, Jubiläum, der ist tatsächlich mein 50. Auto.

…und der manilagrüne dann folgerichtig der 49.

Halle abgesperrt, Schlüssel mitgenommen und weiter nach Mainz. Da den morgigen Tag vorbereitet. Damit ich zumindestens in die eine Richtung etwas flotter fahren kann, habe ich den Teilehänger auf den weißen Klaus aufgeladen.

Sieht komisch aus, is aber die beste Lösung. Jetzt schnell ein paar Stunden Schlaf tanken, dann gehts weiter…

2 thoughts on “A bisserl Schwund is immer – Januar Roadtripp Teil 1

  1. Prima, dass die Kisten oben geblieben sind. Nach der Minicrash auf dem Transporter hab ich das schlimmste befürchtet. Auf die Idee, den Handbremshebel festzuzurren, hätten wir gleich kommen können :-). Zu schade, dass das Abladen der Karre aus der tiefen Pampa (hehe) nicht so gut geklappt hat.

    Öh, und den 1sten Gang hab ich eigentlich reingemacht… Naja, ist na nur ein Nebler.

    Viel Spass beim Schlachten.

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