Januar Roadtripp Teil 2 – der 474 ist in Mainz!

Samstag früh gings los Richtung Wolfsburg. Ich hatte den großen Transportanhänger auf dem weißen Klaus Huckepack und da es immer noch tierisch kalt war und ich am Vortag bei Klausi eine zugefrorene Steckdose für die Anhängerbeleuchtung vorgefunden hatte, unternahm ich diesmal Vorsichtsmaßnahmen. Mit Überzieher ist man auf der sicheren Seite.

Und los gings auf die Piste – sind ja ein paar Kilometer hoch von Mainz nach Wolfsburg. Die Sonne ging gerade auf, der Tag schien ein schöner zu werden.

Ich lag gut in der Zeit. Noch. Klausi schien seine Tage zu haben. Ich dachte Klaus wäre ein Männername? Na auf jeden Fall wurde er wieder heiß.

Ab auf den Standstreifen, Warnblinker. Abkühlen lassen, im Standgas laufen lassen, so hatte es gestern auch geklappt. Wieder auf die Piste, Thermometer stieg wieder. Parkplatz, warten, abkühlen lassen, zweiter Versuch. Temperatur stieg wieder. Solange sie nicht an den roten Bereich kommt vorsichtig weiter, der nächste Rasthof ist nicht weit. Dort hatte ich vor, einen Kaffee zu trinken, um ihn mal richtig runterkühlen zu lassen auf die Temperatur meiner Füße. Die waren inzwischen wieder eiskalt. Klausi, die Sau, bläst in den Fußraum immer kalte Luft, egal, wie man die Lüftung einstellt. Doch noch bevor ich den Rasthof erreichte, war der Knoten geplatzt, die Temperatur sank und blieb im grünen Bereich. Ich vermute, das Thermostat hängt. Immer ein Auge auf die Temperaturanzeige dann durchgefahren ohne Pause. Ich wollte nicht zu spät da auftauchen. Bei Tageslicht verläd es sich einfach besser. Erster Treffpunkt war die Schrauberhalle von Thomas, der mich dort schon erwartete. Die Halle ist in der Nähe von Wolfsburg. Wir luden dort den Hänger an und kuppelten ihn an.

Steckdose war frei, wunderbar. Thomas lieh mir einen Adapter von 13 poliger Steckdose auf 7 poligen Stecker vom Transportanhänger. Das hatten wir telefonisch abgemacht, sonst hätte ich noch einen besorgen müssen. Das Problem war mir beim Aufziehen des Verhüterli über die Steckdose erst aufgefallen.

Der Wagen stand nicht direkt in Wolfsburg, sondern in Sachsen Anhalt in einem kleinen Ort. Nochmals ne Stunde zu fahren. Wir fuhren zuerst zum Haus des Verkäufers, wo in der Garage ein Teil der Teilesammlung lagerte – fast ausschließlich Neuteile.

Das Bild zeigt nicht alles – da war viel dabei. Unsinnige Teile aber auch viel brauchbares, wie z.B. ein Armaturenbrett, das ich noch überprüfen muß, ob gebraucht oder neu, ein neuer Kamei Spoiler, Anlasser, Lichtmaschine, zig Kleinteile und Verbrauchsteile. Das sollte am besten alles weg. Wir einigten uns auf einen mehr als fairen Preis für das Gesamtpaket und fuhren dann zu Auto. Das war in einer anderen Halle untergebracht.

Da stand er nun vor mir, der 474. jemals gebaute Passat. Der Lack is echt schlimm, aber insgesamt ist die Substanz super. Ich nenne es Patina.

Die Verladung habe ich ja schon gestern in einem netten kleinen Zeitraffervideo gezeigt. Aufgenommen haben wir das übrigens mit der Digicam von Thomas mit eben dieser Funktion, die er vorab an der Heckscheibe der Fahrerkabine mit einem Saugnapfstativ befestigt hatte. Geiler Effekt, wie ich finde. Der 474 war aufgeladen und verzurrt, dann ging es an die dort lagernden Teile.

In jener Halle standen die größeren Teile – es waren auch Gebrauchtteile für den 32B dabei. 2 Kisten verluden wir komplett, die eine, ohne sie vorher zu öffnen.

Dann ging es zurück zu der anderen Garage und wir machten den Hänger voll. Also richtig voll – den restlichen Platz füllten wir fast komplett auf. Ich war ja nicht zum Spaß so weit gefahren.
Dann gabs noch nen Kaffee, die Papiere, etwas Literatur und im Gegenzug auch Geld. Fragt nicht wieviel – es war aber wie schon geschrieben mehr als fair.

Zurück zu Thomas Halle. In einer Nachbarhalle eines guten Bekannten gab es noch mehr Bonbons zu bergen. Der hatte einige Teile für mich aussortiert. Irgendwann. Und die lagerten hier. Also irgendwo in ein, zwei Kartons in diesem Haufen.

Sowas beruhigt mich immer sehr, daß es NOCH chaotischere Menschen, als mich gibt. Nicht viele, aber es gibt sie. Der gute Bekannte, der nicht namentlich genannt werden will – nennen wir ihn mal Peter Ludolf (Name von der Redaktion geändert) – machte sich aber in aller Ruhe daran, die entsprechenden Kisten zu finden.

Und er fand auch einiges. Ob es alle Passatteile waren, kann ich jetzt nicht sagen – er übrigens auch nicht. Er fand aber nicht nur Passatteile, sondern auch Teile von Porsche 356 A Sitzen. Also die Sitzfläche und die Lehne eines der Sitze. Den anderen Sitz und die Scharniere hätte er auch noch – irgendwo, die könne ich auch haben. Bevor Anfragen kommen: Nein, die Hocker sind nicht zu verkaufen, die sind ausschließlich zum Verbauen in irgendein unsinniges Auto aus meiner Schmiede gedacht, sonst hätte Peter Ludolf (Name von der Redaktion geändert) sie mir sicherlich nicht geschenkt.

Wie geil is das denn? Porsche Lederhocker vom 356. Keine Ahnung, in welchen Wagen ich die einmal mache, aber die Dinger sind der Hammer, das Leder stark patiniert, aber ohne Risse. Mal sehen, wieviele Jahre ich auf den Rest warten werde, aber irgendwann verbaue ich die – keine Angst, nicht in den 474.

Wir sammelten alles Brauchbare auf einem Haufen und dann erst einmal Feierabend. Wir waren alle durchgefroren. Mit Einbruch der Dunkelheit wurde es auch nicht wärmer. Mal schnell zu Thomas in die Wohnung, die Flossen waschen und dann ab zum Griechen, Futter und ein paar Bierchen einwerfen. Thorsten, der ebenfalls bei der Haufenwühlaktion dabei war und seine Freundin begleiteten uns. Zurück bei Thomas konnten wir uns es nicht verkneifen, das Zeitraffevideo zu schneiden und zu Youtuben. Das Ergebnis steht seit gestern ja online.
Am nächsten Morgen, also heute, gings dann zurück zu Klausi, dem 474 und den Hänger. Auch heute wars wieder schön kalt – alles vereist.

Wir verluden die restlichen Teile, einiges mußten wir sogar in den 474. Passatkofferraum stellen, denn der Hänger war zum bersten voll.

Äh ja – Job erledigt, dann mal heim.

Die Periode von Klausi war vorbei, diesmal lief er ohne Mucken. Guter Wagen. Was bin ich froh, daß ich auf den ab und an zugreifen kann. 2 Pinkelpausen waren drin, in denen Klausi sich in den Schatten diverser LKW stellen durfte.

Während der Fahrt organisierte ich Marcus zum Ausladen des Hängers und Abladen des 474. Er war auch dabei, als ich die ungeöffnete Kiste geöffnet habe – und er hat ein kleines Video darüber gedreht, das selbstverständlich inzwischen auf Youtube steht:

(Auf das Bild klicken für das Video)

Ich hab das garnicht alles auf ein Bild bekommen, was ich da alles geborgen habe an Teilen.

Die großen Kartons waren dabei, die roten Kisten, aber auch die orangene Motorhaube – selbstverständlich mit der richtigen Anzahl von Lüftungsschlitze für das 74er Modelljahr.

Hänger leer, dann mal weiter zur Tiefgarage, den 474 abladen. Vorher habe ich n der Tankstelle noch Luft auf die Reifen gemacht – die waren teilweise sehr platt, schlecht zum Schieben und rangieren.

Jetzt waren die Spanngurte mächtig straff – schließlich hatten wir die um die platten Reifen festgezurrt und das hatte über 400km gehalten. Mehr Luft, mehr Druck.

Weiter zur Tiefgarage. Direkt reinfahren konnte ich mit Klausi nicht, das Tor ist nicht hoch genug, also haben wir ihn davor abgeladen. Auf der Ladefläche von Klausi sind die Halter für die Rampen, die zu knapp sind, daß man daran nicht schleift. Bei DEM Auto ein Problem, deshalb haben wir als Idee von Marcus Hölzer unter die Vorderräder gelegt, um den Winkel zu verkleinern. Hat geklappt, auch wenn das Abladen schwierig war, das eine Hinterrad dreht sich nicht soooo gut. Irgendwann mit vielen Tricks war er trotzdem auf dem Boden der Tatsachen.

So richtig schieben lassen wollte er sich nicht. Deshalb haben wir ihn hinter Marcus Polo hinterhergezogen in die Tiefgarage. Dabei löste sich die Bremse einigermaßen, so daß wir ihn die letzten Meter dann per Hand in die Ecke schieben konnten. Zudem hatten unsere Schuhe auf trockenem Betonboden eindeutig mehr Grip, als auf Schnee.

Da steht er nun und wartet erst einmal auf besseres Wetter und mehr Platz in meiner Halle. Marcus machte sich auf den Heimweg und ich machte mich daran, Auffahrrampen zu verstauen. Dann deponierte ich den Transportanhänger da, wo der Autotrailer übernachtet hatte und hängte den dran. Jetzt wieder 13poliger Anhängerstecker. Anstecken lies der sich nicht wirklich leicht. Als der Stecker reinging, leuchtete NIX am Hänger – und das bei Dunkelheit. Geht nicht. Also habe ich gefummelt: Eis rauspulen aus der Dose und dem Stecker, Pole des Steckers mit dem Feuerzeug warm machen, hin und her, bis es ging.

Was ein Fick. Autos im Winter transportieren ist nicht die beste Idee…
Klausi und den Trailer habe ich dann zurückgebracht. Vorher an die Tanke, volltanken. Geliehene Autos immer mit mehr Sprit im Tank abgeben, wie man sie ausgeliehen hat – das verlangt der Anstand. Auch, daß man ihn innen wieder sauber macht. Aber sie stehen jetzt wieder bei dem, bei dem ich sie geliehen hatte.

Den großen Transportanhänger behalte ich noch ein paar Tage für die Teile der beiden Schlachter, die ich am Freitag geborgen habe. Irgendwie muß ich die ja auch transportieren…

An dieser Stelle vielen Dank an alle, die an diesem Wochenende mitgeholfen haben, Teile gespendet etc. – war ein chaotisches, ereignisreiches, erfolgreiches Wochenende. Die Pannen gehören wohl dazu, aber sonst wärs ja auch langweilig und für Euch auch nicht so interessant zu lesen 😉

11 thoughts on “Januar Roadtripp Teil 2 – der 474 ist in Mainz!

  1. U700 könnte ein Handy sein – kenn mich da nich aus.
    Hat der weisse Klaus eigentlich keine Möglichkeit, die Auffahrrampen unterzubringen? Ständig liegen die in Autos oder Anhängern rum? 😉

  2. Ähm, Glückwunsch zur erfolgreichen Heimholung, bin mal gespannt, wie es weiter geht.
    Zu den Porsche Hockern: Die müssen in den Framo, odrrrr? Wenn schon kein Porsche Motor dann wenigstens Porsche Sitze. Ich vermute nur, dass Du mit Deiner Größe in diesen Hüfthaltersitzen ein Problem bekommst. Aber so ein Leckerli hätte ich auch mitgenommen.
    Zu den Temp.problemen von Klaus: Könnte es sein, dass der nicht genügend Frostschutz im Kühler hat?? Wasser zunächst gefroren -> Eisklumpen verhindern das Zirkulieren im gesamten Kühlkreislauf, dadurch Überhitzung, dann in der Pause reicht die Motorwärme zum Auftauen des Eisklumpens und alles ist in Butter. Erklärt vielleicht auhc die seltsamen HEizmethoden für den Innenraum,

    Gruß Andreas

  3. lol, ich bin ja ein guter Verwirrungsstifter. Ja das Handy, ein „Samsung SGH-U 700“ war gemeint. Viel Spaß damit, solangs noch funktioniert und der Lack nicht blättert. Im Servicecenter haben wir die meist nach durchschnittlich 6 Monaten wieder bekommen, weil der Lack auf der Oberschale erneut abplatzt, kein Empfang mehr im E-Netz ist, das Display aussetzt, keine SMS mehr empfangen werden, … und so weiter und so fort.

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