Roadtripp to Hell…

Das Angebot für den Framo kam über das Forum von www.f-r-a-m-o.de – ein Framo für 300,- Euro. Häuschen schlecht, Rahmen top. Das war das beste Angebot bisher. Haken an der Sache: Nur an Selbstabholer. Das Ding stand zwischen Bautzen und Zittau – laut www.falk.de so um die 580 km weit weg. Also läßt man sich das nochmal durch den Kopf gehen und fährt nicht sofort los.

Letztes Wochenende stand ein Familientreffen an und wenn ich über Froschgrün fahren würde, wo meine Eltern noch leben… – ich würde über 600km Fahrt sparen. Also dann dieses Wochenende. Der Ducato („blauer Klaus“) ging klar, Donnerstag war der Tag, an dem es losgehen sollte. Donnerstag früh – dachte ich. Aber dann ruft noch eijn Kunde an, er bräuchte noch schnell etwas, dann mußte ich noch schnell in die Metro, eine billige Cam holen (billig, nicht preiswert, das Ding taugt wirklich null) und eh ich mich versah, war die Abfahrtszeit von 10 Uhr auf 13 Uhr verschoben. Nu aber.

Glücklicherweise war es Donnerstag und nicht Freitag. Bedeutet, der Verkehr hielt sich in Grenzen. Trotzdem, die Strecke zog sich. Ich fuhr antizyklisch. Bautzen liegt in Richtung polnischer Grenze. Wir waren sehr viele Autotransporter auf der Piste – nur war ich wirklich der einzige, der in der Richtung leer fuhr.
Erstaunliche Erkenntnis: Während in den alen Bundesländern sich BurgerKing und McDonalds abwechseln bei den Autohöfen, bzw. sogar nebeneinander existieren, gibt es in den neuen Bundesländern irgendwie nur den Mäckes. Gut – ißt man eben die Pappe.

Ich habe die Zeit garnicht im Kopp, aber ich war dann erst gegen Abend bei Gunter. Er betreibt die Website www.framomobile.de und hat auch einen Framo Kombi und eine Framo Pritsche, beide aufwändig restauriert im Originalzustand. Hat aber auch ein Herz für Customizer, wie mich offenbar. Ein Hüter des heiligen Grals der Originalität verkauft ja kein Auto an mich 😉

Da stand er nun:

„Mein“ Framo. Die Pritsche war total verrottet.

Der Boden fehlt komplett, aber auch der Rest – nur noch als Brennholz zu verwenden. Man hätte evtl. die Beschläge noch verwenden könen, nur hätte der Framo dann extrem hinten übergehängt, also weg damit.

Die Familie von Gunter war sehr interessiert, was denn mit dem „guten“ Stück passiert, der Sohn meinte mich schonmal im Fernsehen gesehen zu haben – den Beitrag in AMS-TV haben offensichtlich mehrere gesehen.

Rauf auf den Ducato …

… anschnallen …

… paßt!

Der Vorbesitzer hatte noch irgendwelche Verlängerungen an den Rahmen gebraten, die sinnlos nach hinten raushingen. Ich habe die vorsichtshalber von Gunter (der mit den blauen Arbeitslatzhosen) abflexen lassen. Der dekadente Schrauber läßt flexen 😉

Als der Bock aufgeladen war, war es gegen 21 Uhr. Ich mußte ja nur noch ein paar Meter. ca. 280 km, um genau zu sein, wobei die ersten 25km über wacklige Landstraßen mit einer verteufelten Anzahl von Baustellenampeln ging.

Letzter Check, Gurte sitzen fest, bezahlt, verabschiedet und los gings…

Langsam machte Autofahren keinen Spaß mehr. Klar, ein Ducato mit 75PS Dieselmaschine mit Auto im Huckepack ist kein Rennpferd (ist das nicht ein beschissener Vergleich?), zumal der Motor nicht optimal eingestellt ist bei dem Bock. Aber auch Nacht, Regen und ein gewisses Maß an bereits zurückgelegter Strecke und der Umstand, daß ich mit meinen 2,04m eigentlich viel zu groß für ein Auto bin, das für Italiener gebaut wurde, machen die Sache nicht angenehmer. Meine Lieblingsstelle war eine ca. 18km lange Baustelle. 2 Autos auf der Piste – ich und irgendein feiger PKW, der sich nicht traute, zu überholen. Also zwanghaft rechts fahren…

Gegen 1 Uhr war ich dann in Froschgrün. Schnell noch einen Blick ins Internet, dieser Blog gehackt, na super. Da schläft man doch gleich entspannter ein ;-( An dieser Stelle Danke an Markus, der in meiner Abwesenheit dafür gesorgt hat, daß am Wochenende der Blog wieder erreichbar war.

In Froschgrün stand das Gespann dann bis Sonntag Nachmittag unter einer Laterne.

Normal ist mir das viel zu heikel, aber in der alten Heimat…. Und die Nachbarn wollen ja auch etwas zu reden haben. Ein Nachbar erwischte mich dann auch noch und ich hörte mir diue Geschichte seiner unsinnigsten Autos an. Ich habe darauf verzichtet, zu erklären, was aus dem Framo werden soll. Ob er es verstanden hätte?

Freitag morgen ging es dann mit der Familie im Golf Plus (Fachausdruck: Neuwagenscheiße) meines Vaters nach Schlesien (jetzt Polen). Familienfest war angesagt und Spurensuche. Meine Mutter stammt aus Neurode (jetzt Nowa Ruda) in Niederschlesien und es galt die alte Heimat wiederzusehen. Grausam. Alles verdammich verkommen, scheiß arme Gegend da. Gehört hier aber nicht her. Ich habe nur ein Auto gefunden, über das ich berichten wollte – das später unter Altauto-Scene. Einzig wichtig hier zu berichten: Ich habe mir bei der ellenlangen Fahrt nach Schlesien den Rücken verrenkt – ne Muskelverspannung, die sich bis ins Bein fortzog. Ich will nicht jammern, aber das kan verdammich ungelegen, wenn man ein paar Kilometer im Auto vor sich hat. Glücklicherweise hatte eine meiner Cousinen, die Krankenschwester ist, Schmerztabletten dabei – so konnte man irgendwie Auto fahren. Nicht besonders komod, aber es ging.

Sonntag war die Heimreise. Start 9 Uhr in Schlesien, gegen 16 Uhr waren wir wieder in Froschgrün, 16.30 Uhr startete der „blaue Klaus“ nach Freimersheim.

Und es regnete, und regnete, …

Eigentlich hatte ich gedacht, bis 21 Uhr wäre es locker zu schaffen. Ich war aber langsamer unterwegs, als gedacht, zudem mal wieder Stau rund um Würzburg. Die A3 rund um Würzburg wqird demnächst als Zweitwohnsitz in meinen Papieren stehen. So viel Zeit, wie ich da die letzten drei Wochenenden verbracht habe…

In Wertheim gabs dann BurgerKing (is ja in den alten Bundesländern). Kurze Pause gemacht, das Bein entspannen und im Stehen essen, ehe man sich wieder in den Klaus zwängt. Kommt dann ein maximal 20 jähriger sponsort by Pappi-SLK-Fahrer zu mir „Was ist das denn für ein Auto?“ „Ein Ducato“ – Depp 😉

Gegen 22.30 Uhr war ich dann endlich in Freimersheim. Unverständnis bei den Vermietern aufgrund des massiven Schrotts mit wenig Ähnlichkeit zu einem Auto. Kritik geschluckt und abgeladen.

Der Framo steht jetzt so, wie er von Klaus runterkam in der Scheune. Keinen Bock, irgendwas zu rangieren.
Den Klaus noch schnell zurückgebracht und mit dem 32BQP heimgefahren nach Mainz. Leider liegt mein Handy noch im Klaus. Scheißendreck. Aber umkehren kam gestern Nacht nicht mehr in die Tüte. ich wollte einfach nur noch heim…

Danke an dieser Stelle an Gunter – auch für die Bilder. Die meiner Digicam waren einfach zu schlecht. Muß jetzt bei eBay nachsehen, ob ich eine günstige Cam schießen kann. Sie muß gut sein bei Dämmerung und Dunkelheit, gute Bilder machen in niedriger Auflösung – ist ja „nur“ fürs Web. Wenn einer ein älteres, aber funktionierendes Modell hat, bei dem einem die Auflösung nur nicht mehr reicht – bitte anbieten…

2 thoughts on “Roadtripp to Hell…

  1. Feine Antwort für den Jungspund! Was habe ich gelacht!

    Lass‘ Dich von Deinen Noch-Vermietern nicht ärgern. Keinen Arsch in der Hose, um Dir die Kündigung persönlich mitzuteilen, aber bei Geräuschen nach 22:00 Uhr unter ihrem Stein hervorkriechen und dumme Sprüche zu Deiner Neuerwerbung absondern. Die haben doch Deine Fax-Nummer, sollen sie Dir ihre Meinung über den Framo doch faxen. 🙁

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