TÜV!

Gestern war der Termin. TÜV-Prüfung. Und die nicht so umme Ecke sondern etwas weiter weg bei einem TÜV, mit dem der Umbau vorher(!) abgesprochen war. 240 km lagen vor mir, also um 6 den Wecker gestellt und leider erst einmal viel zu oft die Schlummertaste am Wecker gefunden. Naja, es war noch deutlich vor 7, als ich loswollte. Auto aus der Garage, und gleich wieder rein: Rückleuchten ohne Funktion. Das wäre eigentlich schon der Punkt gewesen, wieder ins Bett zu gehen 😉

Im Radio plapperten die was von Eisregen und Unfalltoten und ich mit Sommerreifen auf die Piste – na toll. Gut, dass auch erst einmal die A66 dicht war. Ich liebe es… Und die Batterieleuchte leuchtete immer öfters. Ein Problem, dass die Lima schon im Scheißhaus hatte – Drecksteil! Und das war nicht nur so ein divenhaftes Flackern, die lud tatsächlich kaum, wenn überhaupt. Also wurde die Batterie schwächer und schwächer und schwächer. Zunächst wurde das Licht düsterer, die Scheibenwischer langsamer, als dann das Radio ausging wuchsen die Bedenken, als der Blinker nicht mehr ging, fuhr ich ab. In weiser Voraussicht hatte ich 2 andere Batterien eingepackt. Man kennt die Technik. Also andere Batterie rein – und selbst die Tankuhr reagierte darauf positiv – selbst dafür reichte inzwischen der Batteriestrom nicht mehr. Glücklicherweis legte sich der Nebel, so dass ich nun ohne Licht fahren konnte. Nach 3 Stunden kam ich dann beim TÜV an.

Erstmal AU. Motorhaube auf und nach dem Öl gesehen. Da is zu viel drin, wir können keine AU machen. War mir auch neu. Ok – habe ich anscheinend nach dem Ventildeckeldesaster zuviel nachgekippt. Dann eben erst einmal keine AU. Es gäbe aber nicht weit weg eine Tankstelle mit Ölabsauger, also nur verschoben. Geht ja noch.

Dann in die Prüfhalle mit dem Teil. Prüfender Rundgang – nicht alles fand sooo die Zustimmung des Prüfers, so war noch genug Öl von der Ventildeckeldichtungs-Ölparty zu finden. War wohl nicht so gründlich bei der Säuberung – geringer Mangel, da kein neues Öl austrat. Und dann die Räder. Prinzipiell wäre es ja möglich gewesen, nur beim Belastungstest in enger Kurvenfahrt schliff es. So wird das nicht eingetragen – dumm gelaufen, aber verständlich. Wenn ich das nachbessere, werden die eingetragen. Auch soll ich doch besser gleich breite Distanzscheiben hinten und vorne verbauen, würde den Geschmack des Prüfers auch besser treffen. Der Rest war kein Problem. Kühlergrill, Stoßstangen, Sitze, Federn, … Alles abgenommen. Auch die Winterräder vom Passat 35i, die ich noch hatte, stehen als Alternative im Gutachten.
Der ?21 endete mit geringen Mängeln, u.a. wurde angemerkt, dass das Ausrücklager Geräusche macht. Stimmt – das Geräusch ist auch mit dabei. Hölle, dann muß der Motor ja noch mal raus. Hätte ich das gewusst, hätte ich früher in ein neues Ausrücklager investiert. Am Unterboden sollte ich etwas tun, sonst steht da demnächst auch das Schweißgerät an. Es gab viel zu schreiben, also schickte mich der Prüfer zur Tankstelle, das überschüssige Öl absaugen. Der Typ von der Tanke meinte, was das für ein Ford wäre, den ich da fahren würde. Banause.

Ölstand passt, wieder in die AU Halle. Die AU für Diesel ist brutal. Bis zur Drehzahlgrenze hochdrehen, der Motor wird richtig gequält. Was ich nicht verstanden habe, war, dass der Prüfer den Anschlag des Gashebels eingestellt hat, dass er höher(!) war. Und dann wieder Drehzahl hoch und Gas weggenommen und die Drehzahl blieb oben. Was is das? Prüfer meint Einspritzpumpe hin, keine AU möglich. Komisch, bisher hat sie es immer getan und der Motor ist wirklich sparsam. Mußte ich wohl so hinnehmen und ich spekuliere natürlich auf eine andere Meinung an anderer Stelle.

Inzwischen waren meine Papiere fertig, AU musste ich kulanterweise nicht bezahlen – war aber trotzdem um ca. 125 Euro ärmer. Die ganze Geschichte dauerte tatsächlich bis weit nach 14 Uhr. Ich durfte mit dem Auto heimfahren mit der Auflage, diese dann gegen Serienräder zu tauschen. Extreme Kurvenfahrten sind auf der Autobahn selten.

Auf der Heimfahrt schneite ich bei Kollege Monsterbacke vorbei – lag auf der Strecke – und sah mir seine Projekte an, die er gerade schraubt. Da kommt nächste Saison einiges auf uns zu. Ich bin gegen Peter ein Wenigschrauber. Er lässt sich aber nicht so gerne in die Karten schauen. Mindestens eines der Projekte, die er da in der Mache hat, werdet Ihr aber zusammen mit meinem Coup? voraussichtlich auf der Techno Classica sehen können.

Von da an gings weiter nach Mainz – das waren dann noch so 100km. Und die zweite Batterie wurde schwach und es fing an zu dämmern… Grausam. So 60km vor der Heimat hatte ich dann den Effekt, den wir bei der AU hatten. Motor dreht hoch und kommt nicht mehr herunter. Warnblinker, Seitenstreifen, Motor aus und auf der Abbiegespur eines Parkplatzes liegengeblieben. Schnell die dritte Batterie – denn ohne sprang er natürlich nicht an. Auf den Parkplatz gefahren und darüber nachgedacht, den ADAC zu holen. Mußte ich aber nicht, da leistete gerade ein gelber Engel Pannenhilfe und war gerade fertig – Glück im Unglück. Er verstand das Phänomen am Anfang nicht, wunderte sich aber, warum der Leerlauf so hoch eingestellt ist. Leerlauf runtergedreht und huch! Der Motor kam ohne Probleme von Drehzahlspitzen wieder runter – und kommt es bis jetzt. Dann hies es zittern, ob die Batterie bis Mainz hält. Radio aus, so wenig, wie möglich Scheiben gewischt, … Es reichte ums Arschlecken. Ich hatte dem Prüfer versprochen, die Räder zu wechseln und da ich morgen (heute) den Bock anmelden will, wollte ich weiter in die Scheune. Also Batterie ans Ladegerät und eine dreiviertel Stunde später gings los. Anspringen kein Problem aber viel Ladung war nicht auf dem Akku. Das Licht wurde dunkler, altes Spiel. Zittern, dass ich ankomme. Ich hatte ja keine Batterie auf Reserve. Iregndwie hat es die Kiste geschafft bis in die Scheune. Räder umgeschraubt und die Lima aus dem 35i gesucht, den ich einmal geschlachtet hatte. Die hat immerhin 65A. Verglichen, passt. War, wie immer, irgendwie trotzdem ne Fummelei, die Lima wollte nicht wirklich in den Halter. Geholfen hat heute Sveni. Jetzt ist sie drin und was soll ich sagen – auf der Heimfahrt wurde das Licht nicht dunkler. Erweckt Vertrauen – das hätte ich vor dem heutigen Tag machen sollen.

Ein stressiger Tag, aber mit Erfolg. Wenn ich die AU noch hinbekomme, dann kann ich morgen die Kiste auf schwarzen Nummern anmelden. Mein Wunschkennzeichen dürfte noch frei sein…

6 thoughts on “TÜV!

  1. Die Drehzahl wird hochgenommen um zu sehen ob er bei Höchstdrehzahl abregelt oder durchgeht. Offensichtlich mag Deiner nicht mehr abregeln deswegen bekommt der sich dann nicht mehr ein. Machen die bei unserem Bulli auch ab und an mal. Wenn es Dich interessiert kann ich Dir gerne ausführlichere Literatur zur Abregeldrehzahl zur Verfügung stellen. Ansonsten Herzlichen Glückwunsch zur Bestandenen HU.

  2. Meinen Glückwunsch!
    Obwohl ich es fast nicht glauben konnte, das Du dafür 125Euro abdrücken mußtest. Macht ja bald 1/3 bis 1/4 des gesamten Budget aus. Alles Halsabschneider.
    Der Rest (AU) klappt dann auch noch.
    Gruß, Pizza (der auf die Aufkleber gespannt ist)

  3. Hi KLE!

    Na herzlichen Glückwunsch auch von mir 😉
    Wunschkennzeichen? MZ-bla bla 907, oder? 😉

    Hab die ganze Umbauerei ja ganz neugierig verfolgt. Das Heck deines Ford, ääh Coupes ist zwar nicht mein Geschmack, aber ansonsten cool 🙂

    Na dann mal viel Spaß damit auf Deutschlands Straßen.

    Gruß
    Lalli

  4. Jau, dann will ich auch mal herzlichen Glückwunsch zum (bis auf die AU) geglückten Projekt wünschen, wenn ich hier schon so oft zum Durchlesen vorbeigesurft komme! 🙂

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