Fusselblog - KLEs Schrauberblog

 
Im Fusselblog schreibe ich über den Aufbau meiner Autos im Fusseltuning Stil. Zudem berichte ich über Veranstaltungen, Trends, etc. rund um Oldtimer, Youngtimer und Tuning.

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20.12.10

Permalink 09:23:47, von KLE E-Mail

Besuch vom Jägervari in Mainz

Am Samstag war Julian bei mir, der jetzige Eigentümer des Jägervaris. Er ist gerade auf nem Trip quer durch Deutschland mit dem Wagen. So bekam ich ihn nach längerer Zeit mal wieder live zu sehen. Jägervari Allgemein sieht er noch ganz gut aus. Julian hat inzwischen die Windschutzscheibendichtung gewechselt und leider die Zierleiste nicht mehr reinbekommen. Dadurch ist sie etwas schmäler und man sieht einen Rand Originallack. Aber das kann man beilackieren. Angeblich ist auch am Unterboden inzwischen die Kante zwischen Bodenblech und Schweller durch - da hatte ich den Wagen nicht geschweißt, kann also sein. Scheint in guten Händen zu sein...

19.12.10

Permalink 09:03:00, von KLE E-Mail

Der Ludenbenz

Ich fühlte mich zu Höherem berufen, als ich mir 1998 zu meinem Diplom als Diplom Designer (FH) den Ludenbenz kaufte. Ich hatte den Taxibenz schon verkauft, dachte mir nicht, daß es ein solches Problem werden würde, einen W126 zu bekommen. Dabei hatte ich gar nicht so große Ansprüche: Ich war auf keine Motorisierung fixiert, ich wollte nur einen guten Allgemeinzustand und keine zu asseligen Farbkombinationen. Deshalb schied z.B. der kackbraune Wagen von einem Fähnchenhändler aus. Wenn ich schon einmal eine Luxuslimo kaufen sollte, dann sollte sie auch wie eine Luxuslimo aussehen. Und dann kam das Inserat: 420SE W 126, Bj 11/87, TUV/AU neu, Klima, blau-schw.-met. Schw. Leder, eSitze, eFH, ZV, Autom., ABS, RS, eLenksäule, Mittelarm, RC, Alu, eSD, ASR, gepflegter GaWa, 15.500,-DM.

Mercedes Benz W126 420SE

Und ganz ehrlich? Ich hätte diese Anzeige besser überlesen. Aber ich war heiß auf so eine Karre und als ich zur Besichtigung fuhr, war ich einfach blind verliebt - ich merkte nicht einmal auffällige Details. Schaut Euch mal das Bild an - die vordere Stoßstange ist schwarz, der Rest des Plastiks grau. Angeblich keine Vorschäden. Wenn der Verkäufer so dreist lügt, stimmt auch der Rest nicht. Scheckheft war "versehentlich" verloren gegangen, da war nix nachweisbar, der Tacho zeigte knapp unter 200.000km und war mit 100%iger Sicherheit zurückgedreht. Und die vielen Vorbesitzer mit auffällig vielen "Ü" und "Y" im Namen hätten mich auch stutzig machen sollen. Aber ich war eben verliebt... Der erste Werkstattcheck fiel sehr ernüchternd aus: Kostenvoranschlag über 15.000DM - wie jetzt? Ich hakte nur ein paar Punkte davon ab: Querlenker ließ ich machen und neue Reifen montieren, das andere war mir zu teuer. Optisch änderte ich nicht viel an dem Wagen. An den Kühlergrill kamen ein paar Plaketten, die Blinker tauschte ich gegen weiße Exemplare. Das waren so ziemlich die ersten Teile, die ich im Internet bestellte. Ja, inzwischen war das Internet als Handelsplattform entdeckt worden, das Angebot wuchs langsam.

Ludenbenz

Mit den Plaketten hatte ich auch ne schöne Geschichte erlebt. Ich machte einen Ausflug mit einer Freundin und als ich an den Wagen zurückkam, kniete ein Japaner vor dem Wagen und fotografierte die Plaketten. Ich warte immer noch darauf, daß sowas an irgendeinem Reiskocher mal kopiert wird :. Hinten aufs Heck kamen Die Bezeichnungsschilder "Schlachtschiff" und "Achtender". Die bekam ich kostenlos für einen Werbebanner auf irgendeiner meiner damals schon existierenden Webseiten.

Schlachtschiff Achtender

Das war´s dann schon so ziemlich. Der Wagen hatte außer Niveauregulierung und AHK so ziemlich alles - also alles für den Fahrer. Ein absoluter Egoistenwagen. Sitzheizung? Klar, aber nur der Fahrersitz. Elektrische Fensterheber? Klar, aber nur vorne... Ich, als Fahrer hatte also jeglichen Luxus. Die elektrischen Sitze waren die Show - selbst die Kopfstützen waren elektrisch. Willkommen zuhause!

Lederausstattung Mercedes W126

Selbst mit den Sitzen hatte ich Spaß. Ich stand einmal im Stau auf der Autobahn - heißer Sommertag, Klima an, Fenster geschlossen. Neben mir ein VW Polo, in den 4 Erwachsene gezwängt waren. Scheiße, haben die mich bös angesehen, als ich demonstrativ mit dem Fahrersitz vor und zurück gefahren bin. Als ich dann das Fenster heruntergelassen habe und aus dem Radio lautstark Heinz Rühmann schallte mit dem Lied "Wozu ist die Straßen da - zum marschieren", hatte ich definitiv keine neuen Freunde gefunden. Meine Neffen fanden sie Sitze auch genial - ich weiß nicht, wie lange die im Auto saßen und mit den Sitzen spielten - ich mußte befürchten, daß die da nie wieder rauskommen. Auch das Armaturenbrett war geil - ein Traum in Wurzelholz:

Armaturenbrett Mercedes Benz W126 420SE

Klasse der Kommentar meines Vaters, als ich ihn über den Kauf des Wagens informierte: "Mercedes 420SE - der hat doch 2,4l Hubraum!" Hatte er natürlich nicht, es waren 4,2l verteilt auf 8 in V-Form angeordnete Töpfe.

Motor Mercedes Benz W126 420 SE V8

Mit den 224PS lief der Wagen 230 Tacho - und selbst bei dem Tempo war der Wagen total entspannt zu fahren. Telefonieren durchaus noch möglich - und damals sogar noch legal. Gut, er soff dann auch - ich denke mal insgesamt bin ich den Wagen ungefähr im Schnitt mit 20l Super auf 100km gefahren - was sollte der Geiz! Im Sommer fuhr ich die originalen Kanaldeckel Felgen, im Winter besorgte ich mir entsprechende 15 Zoll Winterräder. Drauf kamen äußerst seltene Radzierblenden: Die vom /8 bzw. W123 in 15 Zoll - die hatten nur die Leichenwagen und Krankenwagen. Damals bekam ich die neu bei eBay.

Winterräder Radkappen 15 Zoll Mercedes Benz

Rechts im Bild übriges der Memberaufkleber der Parkplatzraver, aus denen sich später die Motoraver entwickelten. Der Ludenbenz war das neueste Fahrzeug damals im Club. Ich kannte die Junx damals nur übers Internet. Alles so weit, so geil. Wenn dieser Wagen nicht unter einem jahrelangem Wartungsstau gelitten hatte. Ich weiß nicht, was in welcher Reihenfolge kaputt ging. Ich glaube, das erste, was verreckte, war der Lüfter vorm Kühler, der Zahnausfall bekam. W126 Teile auf dem Schrott? Fehlanzeige. Ich fand eine Tankstelle in Frankfurt, die in der kleinen Werkstatt daneben ausschließlich W126 reparierte und herrichtete. Die hatten den entsprechenden Lüfter - nicht das letzte teil, das ich da kaufte. Das Schiebedach verreckte irgendwie, ich behalf mir mit zukleben - ich hab ja Klima. Also anfangs. Die wurde immer lauer - irgendwo war die undicht. Ich hatte aber noch elektrische Fensterheber - als da der Schalter verreckte, reparierte ich das dann doch einmal. Die Auspuffanlage war irgendwann so fertig, daß ich Ersatz brauchte - Kosten ohne Kat: 3.500 DM - und das war keine originale von Mercedes!

Ludenbenz

Auf einer Fahrt in meine alte Heimat löste sich ein Keilriemen halb auf. Leider nur halb. Denn der Rest des Keilriemens schlug wild um, sich und zerstörte die Leitung des Getriebeölkühlers. Da der Wagen so gut gedämmt war, merkte ich das erst, als das Getriebe trocken gefahren war: Kapitaler Getriebeschaden. Ein gebrauchtes Getriebe fand sich an der schon genannten Tankstelle für "nur" 1.000 DM - inkl. Einbau war fast noch ein Tausender klein. Der Wagen schröpfte und schröpfte mein Konto, bis ich so weit war: Der Wagen muß weg. Nur fürs Auto arbeiten ist dann doch nix. Also inserierte ich ihn eigentlich überall. Ich fing an mit 11.000 DM. Sehr optimistisch, wie sich zeigte. Und was soll ich sagen: Es ist ein Abenteuer, eine gebrauchte S-Klasse anzubieten. Beispiele: Auf der Straße sprach mich ein Afrikahändler an, was ich für den Wagen wolle.

KLE: 11.000 DM

Afrikahändler: Ich gebe Dir 5.000 DM

KLE: Nein, das ist viel zu wenig

Afrikahändler: Warum?

KLE: Das ist weniger als die Hälfte

Afrikahändler: Aber ich gebe Dir das Geld bar

KLE: Ich hätte die 11.000 gerne auch bar Er hat mich dann gepflegt beleidigt und ist gegangen.

Überhaupt - es hat kaum ein flüssig Deutsch sprechender Interessent angerufen. Der Hammer war aber der Teppichhändler:

Teppichhändler: Was solle kosten Mercedes Benz

KLE: 10.000,-DM

Teppichhändler: Ich geben Dir 3.000 DM und echten Orientteppich

KLE: Was soll ich mit einem Orientteppich?

Teppichhändler: Deine Frau wird Dich lieben für originalen Orientteppich

KLE: Ich bin nicht verheiratet

Teppichhändler: Deine Freundin wird Dich lieben für originalen Orientteppich

KLE: Ich habe auch keine Freundin

Teppichhändler: Jede Frau will mit Dir schlafen, wenn Du habe original Orientteppich.

Ich hätte es vielleicht ausprobieren sollen ;-)

Mercedes Benz W126 420SE Ludenbenz

Die Versuche, den Wagen abzugeben, dauerte mehrere Wochen, wenn nicht Monate. Letztendlich habe ich den Wagen für 6.000 DM verkauft. Ich hab am Ende mal durchgerechnet, was mich der Wagen so gekostet hat und ich bin nur für Wertverlust und Reparaturen auf ca. 1.000 DM/Monat gekommen - dazu kamen noch Steuer, Versicherung und Sprit. Auch wenn ich mir das damals einigermaßen leisten konnte, so war das doch sehr teures Lehrgeld. Sollte ich mir jemals noch einmal eine Luxuskarre vom Schlag eines W126 kaufen, dann nur mit lückenlosem Scheckheft aus seriöser Quelle...

18.12.10

Permalink 09:36:02, von KLE E-Mail

Der Taxibenz - Mercedes Benz W123 230E

Ich war noch Student, aber die Nebeneinkünfte stiegen, da dachte ich mir, ich müßte auch mal automobil aufsteigen. Es wird Zeit einen Benz zu fahren. Also ging ich auf die Suche und durchstöberte Kleinanzeigen und stieß auf ein Fahrzeug, das wunderbar absurd war. Einen Rentnerbenz, der nicht wirklich nach einem Rentnerfahrzeug aussah. Mercedes Benz W123 230E Mercedes Benz 230E, EZ 1980, Stahlschiebedach, nur 84.000km gelaufen in einem wirklich gewöhnungsbedürftigem Outfit. Senfgelb (keine Ahnung, wie der Farbton richtig heißt) mit einem braun metallicfarbenen auflackiertem Streifen drum rum, Frontspoiler, Seitenschweller, Heckspoiler, 2 Satz Alus dabei, ... VHB 2.600,-DM. Es war wirklich hart an der Geschmacksgrenze - auch die Innenausstattung in rentnergrün. Nein, es gibt hübscheres. Innenausstattung Mercedes Benz W123 Gut, die Farbkombination kannte ich schon von unserem Urlaubsbenz damals. Der angebotene Benz war aber deutlich besser erhalten. Der Wagen wurde vom Vater des Erstbesitzers als Jahreswagen übernommen und der Opa hat den Wagen gut gepflegt. Als er ihn bei einem BMW Händler schließlich in Zahlung gegeben hat, wanderte er direkt weiter zu einem Fähnchenhändler - dem BMW Händler war der wohl zu peinlich. Mercedes Benz W123 230E Ich sagte mir, wenn ich ihn für 2.000,-DM bekomme, nehme ich ihn. Ich bekam ihn für die Kohle. Was ich gekauft hatte, war für mich ein Gestaltungsanlaß. Weil so konnte er einfach nicht bleiben. Der Frontspoiler flog weg, ebenso die Seitenschweller, nur den Heckspoiler ließ ich, weil der Lack drunter viel weniger ausgebleicht war, als der Lack drum rum. Das hätte mies ausgesehen. Das auf der Lenksäule montierte Econometer flog auch raus, blieb noch das Problem mit dem braunen Streifen drum rum. Gelber Wagen? Was kann man aus einem gelben Wagen machen? Checker Taxi! Ich besorgte DC-Fix Karofolie aus dem Baumarkt, aber das überzeugte mich nicht. a) gab es die im Baumarkt nur mit marmorierten weißen Flächen und b) paßte die Breite der Karos nicht 100%. Aber es gab die Aussicht, daß das gut aussehen könnte. Also lackierte ich die Karos mit der Sprühdose. Was ne Abklebeorgie - aber es hat sich gelohnt! Mercedes Benz W123 Checker Taxi Style Vom Kühlergrill riß ich die Chromstreben und all den anderen Kokolores, was da noch hing und lackierte das Plastik in schwarz (original grau), die Scheinwerfer waren vom Vorbesitzer schon schwarz hinterlegt. Taxibenz W123 Ganz ehrlich? So würde ich den heute noch fahren, vielleicht noch die Scheinwerfer gegen die Eckigen vom 280er tauschen und weiße Blinker, etwas tiefer, aber sonst... Ich hatte mein Studienziel erreicht: Student mit Benz und Putzfrau &amp;#58;&amp;#46; Man muß ja nicht erwähnen, daß die "Putzfrau" eine Studentin war, die nur 2 Stunden/Woche bei mir sehr grob sauber machte. Einen Luxus, den ich mir bis heute gönne. Den Frontspoiler und die Seitenschweller habe ich verkauft, ebenso die diggen Alus, die im Kofferraum lagen. Waren fiese breite Kreuzspeichen, nagelt mich nicht fest - irgend so eine derbe Größe 8x14 mit absolut unüblicher Reifengröße. Der Satz Reifen hätt irgendwas um 1.000,-DM gekostet. Das stand in keinem Verhältnis zum Wagenwert, also weg damit! Es ist erstaunlich, was so ein Benz für einen Imagewandel bei alten Leuten bewirkt. Als ich das erste Mal mit dem Wagen bei meiner Familie war, waren meine Großeltern hin und weg. Für die war das ein Zeichen: Der Bub hat?s geschafft im Leben. Mein Opa fragte mich, ob ich denn eine Alarmanlage hätte, so ein Mercedes würde doch sicherlich oft geklaut. Der Argumentation, daß der Passat Neuwagen meines Vaters ein Vielfaches des Benz gekostet habe, konnte er nicht folgen. Er mußte sogar ein Bild machen mit mir und Oma am Benz, damit sie es allen Bekannten zeigen konnten. Leider habe ich das Bild zum Scannen nicht wiedergefunden. Der Wagen fuhr sich gut, die 136PS standen gut im Futter, leider soff er bei Vollgas auch. Wie gut, daß der Sprit damals (ca. 1997) noch nicht ganz so teuer war. Mercedes Benz Motor 230E In der Steuer war er auch nicht ganz so billig - der Bock hatte keinerlei Kat. Egal. Der Wagen war trotzdem sehr geschmeidig. Normalerweise kämen jetzt in einem Bericht über meine Letzthandkarren irgendwelche Pannenberichte, aber ohne zu lügen: In den knapp 2 Jahren, in dem ich den Benz gefahren habe, ging wirklich nix kaputt. Ölwechsel, 1x Ventile einstellen - das war?s. Ich war mit dem Wagen auf einem Passattreffen. Schon kurz nachdem ich losgefahren war, kam der panische Anruf von Olaf: "Wo bleibst Du? Die wollen mich hier alle alleine lassen!" Ich gab Gas, um am Freitagabend zum Treffengelände zu kommen. Als ich ankam, verkrümelten sich tatsächlich alle anderen außer Olaf und mir. Wir diskutierten diverse Abendgestaltungsmöglichkeiten und letztendlich fand sich am nächsten Tag folgendes Bild: Zwei verkaterte Gestalten schlafend in dem Wohnwagen, der nur als Kassenhäuschen eingeplant war und daneben ein senfgelber Benz, neben Beifahrer- und Fahrertür je ein Haufen mit leeren Bierdosen. Gab Mecker, aber wir hatten Spaß. An einem Abend war ich mit dem Benz und einem Kumpel in Frankfurt unterwegs. Wir hatten von einer geilen Party gehört, wußten aber nicht, wo die stattfinden sollte. Zum Vorglühen gab es in Wiesbaden Gin Tonic. Nachdem wir einige Runden ziellos durch Frankfurt gefahren waren, fragten wir Passanten nach dem Weg. Die angesprochene Gruppe war sich nicht einig und fing an zu diskutieren, wie man fahren könne. Die Straße hatte 2 Spuren in meiner Richtung, trotzdem setzte sich hinter mich ein Taxi und beschallte uns mit Dauerhupen. Die Passanten kamen immer noch zu keinem Schluß, das Hupen ging weiter. Mein Hals schwoll und schwoll... Der Weg war gefunden, ich konnte weiterfahren und ich beruhigte meine Nerven mit einem Sprint bis zur nächsten Ampel. Könnte durchaus sein, daß das Tempo 3stellig wurde. Wer stellt sich neben mir an die Ampel? Ein komisch grün weißes Auto. Was folgte war abzusehen: Allgemeine Verkehrskontrolle. Aber irgendwie anders, als sonst. Ein Polizist am Fenster, ein zweiter Polizist mit der Hand an der Waffe in Sicherheitsabstand. "Wir müssen davon ausgehen, daß sie die Passanten beim Drogenhandel betrogen haben, weil sie die Personengruppe so schnell verlassen haben" Wattttt??? Das is mal was Neues. Nach Überprüfung meiner Personalien ohne Auffälligkeiten Entwarnung, sie glaubten mir meine Geschichte. "Da müssen Sie sich nichts dabei denken, wir sind in Frankfurt, da sind die Taxifahrer eben so" Aha. Ich ließ mir von dem Polizisten den Weg zur Party erklären - wieder ganz anders, als die Passanten es meinten. Als ich dann losfahren wollte kam die Frage: "Ach ja, haben Sie etwas getrunken?" - ich bin ohne zu antworten einfach weitergefahren. Der Benz hatte einen Zigeunerhaken und so war ich dran, als wir hinter dem Studentenwohnheim eine Terrasse betonierten, den Zement zu holen. Zigeunerhaken W123 Ich fuhr zum Praktiker, lieh dort kostenlos einen Hänger und lies eine Palette Zementsäcke auf den Hänger mit dem Gabelstapler laden. Der Staplerfahrer setzte genau über der Achse ab - Ladungssicherung? Ach, die 5 km... Und natürlich ist das Leben ein Arschloch - ich wurde geschnitten und mußte mit dem Gespann voll in die Eisen. Resultat: Die Palette Zement rutsch nach vorne. Resultat: Sportbootfahrwerk ist geschmeichelt, mein Beifahrer und ich sahen gen Himmel, die AHK war nur noch wenige cm über dem Asphalt. Ach, ich hab ja Highchecker - an die Take gefahren und aufgepumpt. Keine wirkliche Besserung. Palette umladen? Zu faul. Wir entschieden uns für eine Schleichfahrt durch Mainz. So leicht zu lenken war er nie wieder - ein Wunder, daß die Vorderräder noch Bodenkontakt hatten &amp;#58;&amp;#46; Nach weniger als 2 Jahren stand mir der Sinn nach einem weiteren Automobilen Aufstieg. Ne S-Klasse, das wär?s! Ich hatte noch keine an der Hand, aber inserierte den Taxibenz schonmal vorsorglich. Er hatte noch etwas Rest-TÜV, einziger Rostschaden waren die Ecken der Kotflügel unten, da hatte es unter dem Frontspoiler gegammelt. Rostloch Kotflügel Mercedes W123 Der Wagen fand sehr schnell für 1.000,-DM einen Käufer. Mal wieder viel zu billig. Der Käufer zahlte 500 DM an und gab mir einen Monat Zeit, einen Nachfolger zu finden. Und den suchte ich zu lange, wurde beim Kauf unvorsichtig. Wenn man zu heiß auf etwas ist, wird man betriebsblind. Der Taxibenz ging in Teilen letztendlich in den Libanon. Schade drum, er hätte wahrscheinlich ohne Probleme in Deutschland den Oldtimerstatus erreicht.

17.12.10

Permalink 08:43:38, von KLE E-Mail

Der Passaratti BSE Kuh-Pee Teil 2

VW Passaratti BSE Kuh-pee 1978 Einen anderen Unfallschaden zog ich mir in einer verkehrsberuhigten Zone zu. Ein wunderbarer Slalom, den ich immer weiter ausreizte, wie schnell er zu fahren ist spät nachts. Ich sag mal so: 80km/h sind zu schnell. Problem waren Betonblumenkübel, die als Begrenzung da standen und so knalle ich mit dem Hinterrad gegen einer dieser Kübel. Der Kübel überlebte das, der Wagen sah aber sehr komisch aus. Das eine Rad stand jetzt satt im Radkasten, während das andere sich tief in den Radkasten verflüchtigt hatte. Die Achse war verschoben. Eine freie Werkstatt sagte: Auto wegwerfen! Aber nicht mit mir. Ich suchte einen Ausschlachtwagen und wollte die Hinterachse wechseln. Ich fand einen inseriert für 100 DM. Stand in Offenbach. Ich also dahin, Treffpunkt war ein Parkplatz - er stehe dann da. Hä? Wer steht denn tagsüber den ganzen Tag an einem Parkplatz? Nun, an dem Parkplatz war eine Trinkhalle und der Verkäufer begrüßte mich stilsicher mit der Bierflasche in der Hand. Der Schlachter war abgemeldet, der Besitzer hatte den Schlüssel verloren und versucht den zu überbrücken. Also erst einmal alle Kabel am Zündschloß durchtrennt. da er das mit den richtigen Kabeln nicht hinbekommen hatte, hat er den Schalter hinterm Zündschloß irgendwie rausgefuddelt bekommen, alle Kabel einfach irgendwie miteinander verzwirbelt und so ließ sich der Wagen mit einem Schraubenzieher starten. Abenteuerlich. War aber ein GLS mit 85PS, hatte sogar noch etwas TÜV. Wir einigten uns auf 50 DM und so holte ich den Wagen. Ich verglich die Hinterachsen der beiden Wagen und stellte fest, daß der Panhardstab unterschiedlich war. Scheiße, ich hatte mir "nur" den Panhardstab verbogen und dafür sollte ich den Wagen wegwerfen? Den Panhardstab aus dem Schlachter verbaut und die Achse stand wieder da, wo sie hingehörte. Aus dem Schlachter habe ich dann noch den Motor ausgebaut und die Auspuffanlage. VW Passat 32 Schlachtfahrzeug Eigentlich wollte ich noch die Colorverglasung ausbauen, wenn da nicht... Der Wagen stand vor dem Studentenwohnheim, in dem ich mal gewohnt habe. Und wir räumten ein Zimmer aus. Und Möbel wurden damals grundsätzlich zertrümmert, die Bretter aus dem Fenster geworfen und auf dem Lagerfeuer verbrannt. Dumm nur, daß bei einer solchen Aktion sich ein Brett in einem Baum verfang und eine ungewollte Flugbahn nahm. Landeplatz: Stumpf durch die Heckscheibe des Schlachters. Colorverglasung nicht mehr komplett, also wurde der Wagen mit den Restscheiben entsorgt. Scheiße, war ich doof. VW Passaratti BSE Kuh-Pee 1978 Ich hätte zu mindestens mal die Antriebswellen bergen sollen. Denn eine der Antriebswellen fing irgendwann an zu klackern. Ich drehte das Radio lauter, bis das zu schwach wurde. Als Rundruf bei diversen Schrottplätzen und einer hatte die passende Welle - die Reparatur kam etwas zu spät, denn bis ich dazu kam, war die Antriebswelle schon komplett verreckt. Ein Kumpel holte mich mit dem Abschleppseil ab. Damals hatte ich den Dreh mit den umgeschweißten Sitzen noch nicht so raus und ganz ehrlich? Mit 2,04m Körpergröße ist so ein 32er Passat mit Seriensitzen nicht lustig. Und so kam es, daß ich irgendwann wieder Bock auf einen neuen Wagen hatte. Ich brauchte einen Anlaß zum Fahrzeugwechsel und der fand sich in Form der kaputten Auspuffanlage. Ich hatte den Auspuff vom Schlachter - aber das wäre Arbeit gewesen. Ein Bekannter wollte den Passaratti BSE unbedingt haben, aber als der seinen Führerschein verloren hatte, weil er - festhalten - Rosenmontag in Mainz betrunken eine Ampel überfahren hatte, dachte ich mir: inserieren wir ihn. Es kam sofort ein Protestanruf vom Bruder des bekannten: Hey! Nicht verkaufen! Der ist meinem Bruder versprochen. Ich ließ mich überreden, was ich bis heute bereue. Resultat war: Der Wagen stand abgemeldet ein halbes Jahr vor dem Studentenwohnheim, der Rest-TÜV verfiel und irgendwann hieß es, daß er weg muß. Dringend. Letztendlich wurde eine Anzeige geschaltet, daß der Wagen zu verschenken wäre. Und irgendwer hat ihn auch abgeholt - informiert wurde ich nicht, wer ihn geholt hat. Der Wagen war damals nicht wirklich schlecht. Eine Endspitze durch, technisch bis auf den Auspuff fit - und das Armaturenbrett auch noch ansehnlich. Armaturenbrett Passat 32 Hach, ich könnte mich in den Arsch beißen - hätte ich doch damals ne Unterstellmöglichkeit gehabt, ich würde den Wagen heute wieder ab und an zu irgendwelchen Treffen rausholen...

16.12.10

Permalink 09:00:00, von KLE E-Mail

Das Passaratti BSE Kuh-Pee Teil 1

Das Passaratti BSE Kuh-Pee war das erste Auto, das eine größere Öffentlichkeit wahrgenommen hat - und das erste, das es in die Zeitung geschafft hat. Und ich meine jetzt keinen Unfallbericht in der lokalen Presse. Als ich 1996 mit dem Bock auf dem VW Forum war, gönnte mir die VW Scene ein Bild im Bericht:

VW Passarati BSE in der VW Scene

Doch fangen wir von vorne an. Am Anfang stand mal wieder eine Kleinanzeige. Da wurde ein Variant LS angeboten. Ich rechnete mit einem VW Passat Variant. Sehr naiv ;-)

Verkaufsanzeige VW Passat

Kilometerstand niedrig, fast 2 Jahre TÜV - klang doch gut. Also habe ich mir ihn angesehen. Irgendwie hatte jemand 2 Türen geklaut und das Heck abgeschnitten. Das war ne astreine Limo mit großer Heckklappe. Auch gut. Der Wagen machte einen guten Eindruck, nur ein Kotflügel vorne war durch, das war?s. Handeln ließ der Verkäufer nicht mit sich, aber der Preis war ja auch ok. Was für mich damals nicht ok war, war die Farbe: merianbraun - im Volksmund auch kackbraun genannt. Das ging für mich damals garnicht. BTW: Ich hab nie zuvor und auch nie danach bewußt einen zweiten merianbraunen 32er Passat gesehen....

Ich machte aus der Not eine Tugend. Ich besorgte einen Kotflügel auf dem Schrott und begann das Braun zu interpretieren und lackierte die Karre wie eine braun-gescheckte Kuh.

VW Passaratti Passat BSE

Ich achtete darauf, daß jede Anschlußkante zu den vorderen Kotflügeln weiß war, damit man den anderen auch hätte wechseln könnte und auf dem Kotflügel vom Schrott lackierte ich die Flächen mit schokoladenbraun - natürlich Baumarktlack, natürlich gerollt. Zudem bekam der Wagen noch ein paar Gags.

So waren die Bezeichnungsschilder am Heck angepaßt - waren nur geplottete Aufkleber, aber das taugte.

Volksplagen Passaratti BSE

Durch den Kühlergrill ragte eine Kuh.

Kuh im Kühlergrill

Eine ähnliche Kuh landete am HBZ, der Luftfilterdeckel war weiß lackiert mit einem Milchettiket drauf und die Kühlerpappe habe ich durch ein weiß lackiertes Blech mit der Aufschrift Kuh-Pee ersetzt.

Motorraum Passaratti BSE Kuh-Pee

Das Blech hatte noch eine andere Funktion: Das versteckte den Außenlautsprecher. Im Handschuhfach hatte ich da so ein kleines Gerät. Das konnte neben diversen Sirenen und Durchsagen übers Mikro vor allem eines: Tierstimmen. Und ja, es war auch ein Kuh Muhen dabei.

Sirene

Die Spiegel versetzte ich nach oben an den Türrahmen, wie ich es bei Käfern und Hot Rods so cool fand - der Bierdosenhalter war nur bei Autotreffen an der Fahrertür.

Hot rod spiegel am VW Passat

Und was sieht man noch schön auf dem Bild - ja, der Wagen hatte Ausstellfenster ab Werk. Einem Detail, das ich damals nicht besonders spektakulär empfand, denn der 1978er 32er, den mein Vater einmal fuhr, hatte die schließlich auch.

Der Wagen war in dem Outfit natürlich bekannt, wie ein bunter Hund eine bunte Kuh. Er hatte so einen gewissen Freibrief durch den Niedlichkeitsfaktor. Wie eine angeschossene Sau durch die Stadt brettern, Leute schneiden und danach neben der betroffenen Person an der Ampel stehen provoziert lautes Fluchen der anderen Seite. Wenn man dann aber achselzuckend den Knopf im Handschuhfach betätigt und das Auto "Muh" schreit wich das meist einem Lachen.

Nur weil der Wagen relativ wenig gelaufen hatte, war das keine Garantie gegen Pannen - sie hielten sich aber wirklich in Grenzen. Nur der Vergaser machte Anstalten bei der Heimfahrt von einem Treffen - ich denke, das war das VW Forum 96. Ich blieb gleich 2x wegen des Vergasers liegen. 1x half mir einer aus der Passat Kartei, das zweite Mal war es so spät nachts, daß ich mich nicht mehr traute, einen Bekannten anzurufen. Also holte ich den ADAC. Der reparierte den Wagen und stellte mich vor 2 Alternativen: Entweder ich müsse die Pannenhilfe bezahlen, oder ich trete in den ADAC ein. So wurde ich an der Autobahn nachts um 2 Uhr Mitglied im ADAC - eine Entscheidung, die ich bis zum heutigen Tag nicht bereut habe.

Apropos VW Forum: zu dem Treffen wurde der Wagen noch besonders geschmückt: Ich klebte einen Schwanz hinten an die Heckklappe und habe einen rosa Gummihandschuh aufgeblasen und unters Auto gebunden. Meine Kuh hatte 5 Zitzen &amp;#58;&amp;#46;

Ich war damals Student. Ich studierte an der FH Mainz, was natürlich nicht ausschloß, auf den Unicampus zu fahren und dort an Unifeten zu partizipieren. Und an einem Donnerstag war ich als Fahrer dran. Auf dem Campus ist Schrittgeschwindigkeit angesagt - aber nachts um 3 Uhr - who cares? Keine Ahnung, wie schnell ich war, aber man merkte, daß ich den Campus nicht kannte, als mein Beifahrer plötzlich die Gesichtsfarbe verlor und laut das Schreien anfing. War irgendwas, wie S-C-H-R-A-N-K-E!

Ich hatte vergessen, daß die Uni eine Schranke zur Ausfahrt hatte. Die öffnete automatisch, wenn man langsam ranfährt. Ich war schneller, obwohl ich voll in den Eisen stand. Und ich schaffte es um Schamhaaresbreite nicht ganz, den Wagen rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Die Schranke öffnete, jedoch noch nicht weit genug. Ich streifte sie mit dem Windschutzrahmen und das Ding knalle mir eine Delle ins Dach. Hmmmpf. Nennen wir es ehrlich erworbene, heldenhafte Kampfspur.

Weiter geht?s im zweiten Teil des Berichts...

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