Es gibt Dinge, da frage ich mich, warum ich sie nicht schon früher gemacht habe…

Gestern in der Werkstatt. Eigentlich wollte ich nur den einen Bremssattel auswechseln, weil ich die Vermutung hatte, er hängt. Ich habe auf jeden Fall beim Fahren so Geräusche, die darauf hindeuten. Also einen Sattel aus dem Fundus genommen – stammt vom grünen Scheißhaus.

Danach das System wieder entlüftet. Dazu habe ich das erste mal mein neues Bremsenentlüftungsgerät getestet. Ich habe das damals vom Korrosionschutzdepot geholt, kostete 24 Euro. Funktioniert über den Luftdruck eines Reserverads. Hab tatsächlich mal die Bedienungsanleitung vorher gelesen, is aber easy. Einziger Punkt, der schiefgegangen wäre, hätte ich es nicht gelesen: Es sollen auf dem Reserverad max. 1,4 Bar sein.

Was soll ich zu dem System sagen? Ich ärgere mich, daß ich mir nicht schon früher sowas zugelegt habe. Das Ding funzt wunderbar. Das lästige Pumpen entfällt, man braucht keinen zweiten Mann und es soll auch schonender für den HBZ sein. Das Entlüften war schon fast zu einfach. Also hatte ich noch Zeit.

Im 342BQP ist es in Autobahnfahrten relativ laut, das liegt nicht nur an dem Dieselmotor, es sind auch Windgeräusche. Die Türdichtungen waren ziemlich am Sack. Kein Wunder, bei einem 24 Jahre altem Auto mit 453.000km auf der Uhr – nehme an, das waren die ersten Türdichtungen.

Für den Dreitürer habe ich keine Ersatztürdichtungen. Welche auf dem Schrott zu finden gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen, denn die Dreitürer sind dünn gesäht, neue wären übertrieben – abgesehen davon, daß ich denke, daß es die auch nicht mehr gibt. Was also tun? Ich hab mal im Fundus gestöbert. Ich hatte noch Türdichtungen von einem Schlacht-Passat 35i. Kommt vom Profil hin. Also auf der Fahrerseite gleich mal die Beifahrertürdichtung aus dem 35i eingezogen. War natürlich zu kurz.

Ich wäre aber nich der KLE, wenn ich nicht auch dafür ne Lösung gefunden hätte. Ich habe eine zweite Dichtung von dem 35i – diesmal von einer hinteren Tür – und habe ein Stück eingesetzt.

Auf der Beifahrerseite habe ich nicht die komplette Dichtung ersetzt, sondern nur den unteren Teil.

Verbunden habe ich die Dichtungsteile übrigens immer mit einem Stück Unterdruckschlauch. Im Original werden die Dichtungen ja auch mit einem Zwischenstück verbunden. Ich habs vorsichtshalber mit Pattex eingeklebt, daß es nicht in der Dichtung weiterrutscht.

Fertig! Und immer noch Zeit. Was nervt mich auch schon ewig? Ah ja, der Scheibenwischer. Wer Bilder vom 32BQP kennt, oder den Wagen auch live gesehen hat, dem ist vielleicht schon einmal aufgefallen, daß die Scheibenwischer eigentlich nie unten am Scheibenrand anlagen, wie sich das für ein anständiges Auto gehört, sondern irgendwo auf der Scheibe rumgurken. Eigentlich nich schlimm, paßt auch zum Charakter des Fahrzeugs. Aber der Wischer machte auch andere Spirenzchen. Der Arm auf der Beifahrerseite wanderte auf dem Zapfen und so passierte es ab und an bei regen, daß der Wischer über die Scheibendichtung bretterte, oder den unteren Bereich garnicht wischte. Nervig. Und die Haube – obwohl ganz nach vorne geschoben beim justieren, schrabbte auch am Wischer beim Öffnen und Schließen der Haube – normal konnte das auch nich sein. Die Wischerwanderug hatte ich schon mal probiert abzustellen mit einem anderen Wischerarm, was nicht wirklich Besserung gebracht hatte. Vielleicht ist doch die Verzahnung am Gestänge am Sack? Mal näher angesehen. Nin, richtig tief ist die Verzahnung nicht mehr. Griff in den Fundus und nächstes Scheibenwischergestänge/Motor.

Hier sind übrigens vor- und Nachfacelift Passat 32B nicht identisch. Der Stecker am Motor ist anders – liese sich aber sicherlich umfummeln. Brauchte ich in dem Fall aber nicht. Mein Ersatz stammte aus einem Vorfacelift.
Als ich das alte Gestänge raus hatte, sah ich auch den Grund, warum die Haube nicht so dolle am Scheibenwischer vorbeikam. Is irgendwie außermittig.

Der Wagen ist doch fast neu – wie passiert denn sowas 😉 Ich ordne das einfach mal unter Verschleiß ein. Will ich bei der Laufleistung des Wagen grad noch ma durchgehen lassen. Irgendwann gibt selbst das beste Material auf.
Das „neue“ Gestänge reingeschraubt und hey! Die Arme lassen sich nicht mehr im Stand bewegen. So muß das sein. Jetzt stehen die Wischer auch da, wo sie hinsollen – auch wenn das jetzt fast schon zu spießig wirkt 😉

Ich hab dem ganzen noch neue Wischerblätter gegönnt. Die guten von Bosch. Normal nicht meine Art – der Restpostenmarkt hatte auch welche in der richtigen Länge. Aber Billigwischer haben mich noch nie überzeugt – komisch, ausgerechnet da spare ich ma nicht.

Es ist schon bescheuert. Das mit dem Scheibenwischer und auch mit den Türdichtungen war kein Akt – das Material lag alles im Fundus, hat also nix gekostet und trotzdem schiebt man das ewig vor sich her. Und das bring wirkliche Besserung…

Bei der Heimfahrt waren die Windgeräusche erheblich niedriger. Das hat wirklich was gebracht mit den Dichtungen. Vorher wars immer so, als wenn ein Fenster einen kleinen Spalt offen war – das is weg. War eigentlich logisch – gut, im Sommer fahre ich eh immer mit offenem Fenster – auch auf der Autobahn. Bei den Geschwindigkeiten…

Aber das andere Geräusch ist noch da. Ich befürchte, ich habe den Bremssattel auf der verkehrten Seite gewechselt. Ich Depp, ich…

3 thoughts on “Es gibt Dinge, da frage ich mich, warum ich sie nicht schon früher gemacht habe…

  1. Sagen wir mal so, umsonst war der Wechsel sicher nicht. Beim Anbau vom rechten Vorderrad war ja durchaus ein etwas beeinträchtigtes drehen des Rades spürbar. Die Fahrerseite habe ich mir ja nicht angesehen. Also sind halt beide Seiten durch. Hast ja sicher noch mehr Ersatz.

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