Ich bin ja Hardcore Sammler von Jägermeistersachen. Und das wird immer schwieriger das so unterzubringen, dass es stimmig zu meiner Wohnung ist. Sonderflaschen in 0,7l sammle ich schon fast garnicht, weil es einfach zu viele gibt und ich keine Ahnung habe, wie ich sie unterbringen sollte. Aber die kleinen 0,02l und 0,04l – ich liebe sie.
Bisher hatte ich da immer Speisekartenkästen umgebaut, um sie unterzubringen.
Als ich letzthin die Tür da gewechselt hatte war der eigentliche Plan aus einer Schrottür eine Vitrine zu bauen, aber als ich die schöne Tür für kleines Geld gefunden hatte – neeeee, die versau ich nicht. Das finde ich zu hübsch.
Dann kam mir die Idee mit einem Vitrinentisch. Ich hatte wochenlang einen Suchauftrag bei Kleinanzeigen laufen „Tisch Holz Glas“. Gar nicht so einfach, da was zu finden, was meinen Ansprüchen nahe kam. Musste ja groß genug sein als Wohnzimmertisch. Ein super geeigneter Tisch in richtiger Größe zu verschenken ging mir durch die Lappen. Einen anderen Tisch konnte ich von 100€ auf 60€ runterhandeln, weil er schon ewig inseriert war. Ich fragte nach der Größe, die passte. Als ich vor Ort war, war der Tisch DEUTLICH kleiner. Die Verkäuferin hatte sich vermessen. Ärgerlich.
Dann kam ein Tisch ins Angebot, den ich eigentlich stinkhässlich fand, aber der Potential hatte. Hätte etwas größer sein, etwas höher, aber es war eine Basis. Stand in Mainz, also schlug ich zu.
Die Beine fand ich hässlich, aber er hatte schon die Schublade drunter für meine Flaschen, auch wenn die Schublade zu tief war für die kleinen Flaschen.
Dann mal ans Werk. Mein bisheriger Wohnzimmertisch begleitete mich jetzt über 25 Jahre. Das war eigentlich einmal ein Esstisch vom Sperrmüll, bei dem ich die Beine eingekürzt hatte. Bei meinem Umzug hatte ich die Platte neu lasiert. Aber eben lasiert und nicht weiter versiegelt. Ich hätte die Oberfläche damals mit Klarlack versiegeln sollen ich Depp. Da waren inzwischen einige Kratzer drin, bei denen das helle Holz durchschien.
Den Tisch brauche ich jetzt nicht mehr. Wieso dann nicht die Beine von dem nehmen. Das Gestell war verzapft. Also habe ich das Gestell mit dem Hammer auseinandergedroschen.
Da die Flanken des „neuen“ Tisches niedriger sind, habe ich die Lücken der Verzapfung mit eingeleimten Holzleisten gefüllt. An den Beinen sieht man die Einschläge des Hammers – ist ja aber egal, weil das unterm Tisch verschwindet.
Die Beine habe ich dann mit dem Tisch verbunden. Sowohl mit Holzleim verleimt, als auch mit Winkeln verschraubt. Die gibt es günstig bei Action.
Die sind richtig fest. Deutlich fester als beim Kauf des neuen Tisches. Das ist jetzt nicht die super Qualität. Aber das sieht man später nicht. Damit die Flaschen näher an die Scheibe kommen, habe ich eine OSB Platte geholt und Holzleisten – Reststücke vom alten Tisch – untergelegt.
Jetzt musste ich das noch farblich anpassen. Diesmal verwendete ich Lacklasur. Und ich musste teilweise 3x streichen, bis der Unterschied zu den Beinen nicht mehr auffiel. Auch habe ich die Schubladengriffe ersetzt.
Waren da jemals andere Beine dran? Innen habe ich das übrigens Gold mit der Sprühdose lackiert.
Da sind jetzt NOCH einige Doppelte drin, was nicht schlimm ist, denn ich wollte ja nicht nur Platz für den Istzustand der Sammlung schaffen, sondern auch Platz für die Zukunft. Und jetzt habe ich erstmal eine lange Zeit Ruhe bei der Vitrinensuche für die kleinen Flaschen.


















