17 Stunden unterwegs in Sachen Altblech

Am gestrigen Samstag stand ein etwas größerer Trip an – und alles hatte mit Altblech zu tun. Ich machte mich morgens um 7 auf nach Stuttgart. Normalerweise komme ich um die Uhrzeit nach Hause samstags, aber was soll?s. Erstes Ziel war Stuttgart die Retro Classic. Ich hatte auf der Autobahn etwas Stau, kam so gegen 9:30 Uhr da an und wollte ins Parkhaus. Am Eingang des Parkhauses wurde aussortiert. Alltagsautos ins Parkhaus, Oldtimer auf einen offenbar kostenlosen Parkplatz. Ich wurde mit dem 32BQP auf den Oldtimerparkplatz verwiesen. Tolle Wurst, denn am Eingang zum Oldtimerparkplatz sagte man mir: Kein H-Kennzeichen, keine 07 – das ist kein Oldtimer, hier können Sie nicht parken. Und nu? Der Weg zum Parkhaus war natürlich Einbahnstraße. Ich fand die Einfahrt zu einem zweiten Parkhaus – Ausgang direkt vor der Messe und ich stand wirklich fast alleine da drin…

Urs angerufen und der holte mich für die Passat Kartei günstig hinein. Deswegen ging auch mein erster Weg zum PKD Messestand. Dort stand u.a. ein Prototyp von VW, der IRVW II – ein Versuchswagen, der besonders sicher und aerodynamisch sein sollte.

Offensichtlich hatte er auch einen Abwehrmechanismus für Kameras, denn das Bild von vorne ist eines der Wenigen, die nix geworden sind an dem WE.

Der Wagen hat Features, wie Seitenaufprallschutz, Scheinwerfer hinter Plexiglas für eine bessere Aerodynamik, abgedeckte Regenrinnen, …

…und als Highlight Bremsleuchten in den hinteren Kopfstützen in guter Baumarktmanier.

Der Wagen stammte aus dem Volkswagen Museum und war nicht unbedingt wie aus dem Ei gepellt, da sprang hie und da schon mal der Spachtel und an anderen Stellen sah man deutlich, dass er nachlackiert wurde. Aber nun gut.

Ansonsten war noch u.a. Urs GLI Variant am Stand.

Einer der wenigen überlebenden Passat, die original mit der Maschine vom Golf GTI (1,6l Einspritzer, 110PS) gestückt sind.

Da die Passatjungs es um 9:30 noch nicht geschafft hatten, eine Kanne Kaffee aufzusetzen, ging ich erst einmal durch die anderen Hallen. Ich muss sagen, dass die Retro Classic DEUTLICH kleiner, als die Techno Classica in Essen ist. Da merkt man eben, dass es die TC schon über 15 Jahre länger gibt.
Klar, erste Halle für mich war die Teilehalle. Viel gab?s nicht interessantes, trotzdem ein paar nette Gespräche mit Händlern, die evtl. Geschäfte nach sich ziehen.
In der Halle ein erstes Verkaufs-„Highlight“. Ein Kübel, angeblich im Zustand 1-2.

Geschmackssache der Wagen. Mich haben z.B. die Klarglas-Zusatzscheinwerfer gestört. oder die zusätzlichen Lüftungsöffnungen am Heck.

der Antennensockel – gleichzeitig Belüftung – hatte wieder was.

Nicht missverstehen – die Lüftungsschlitze hätten mir auch „passieren“ können, vermutlich sogar noch viel extremer – aber wir stehen hier vor einem Käfer, der Zustand 1-2 sein soll und das beinhaltet Originalität. Rost habe ich keinen Gesehen, ein Sonnenlandverdeck hat was – aber 10.000 Euro? Sind wir schon so weit? Offenbar ja.

Lustiges Detail in der Halle: Man achte mal auf die Kennzeichen der beiden zum Verkauf stehenden Alfas:

Wenn ich 2 Sätze meiner 07 hätte, würde ich sicher nicht 2 Fahrzeuge nebeneinander damit ausstaffieren – legt den Verdacht nahe, daß die im Konvoi da hochgefahren sind und das wäre nicht zulässig. Ginge mir persönlich am Arsch vorbei, aber man muß ja sein 07 nicht unbedingt deshalb riskieren…

Im Freigelände standen ein paar Wagen zum Verkauf. Mein persönliches Highlight: Ein Alfa GTV. Was für ne Grotte – aber mit neuen Alus.

Man betrachte die Detailfotos – sehr geschmeidiger zustand, oder wie die Amis sagen „Good condition, needs work“ – und von der haufenweise.

Beim Motor hatten sich so einige Teile, wie z.B. die Vergaser, Urlaub genommen:

Was darf so was kosten? Ich verrate es Euch:

Lächerliche 1.500,- Euro. Möge sich jeder selbst ein Urteil dazu bilden. Dann gäbe ich lieber die geforderten 42.900,- Euro VHB für dieses Benz Coup? aus – wenn ich die Kohle denn hätte.

Ich mag diese Autos – und wenn sie, wie in diesem Fall, auch noch nen Benz V8 Motor unter der Haube haben, umso mehr…

Ein weiteres Highlight der Messe war sicherlich der Käfer Pickup vom Adde (Ausstellungsfahrzeug).

Ersteigert bei Ricardo.ch – eigentlich hauptsächlich wegen der Felgen.

Kenner wissen – das sind Lemmerz Sportstahlfelgen in LK 5 X 205 und die werden inzwischen mit Gold aufgewogen. Der „Felgenspender“ ist ein historischer Umbau auf Basis eines Ovalfensterkäfers mit so netten Details wie einer gekürzten Motorhaube – die natürlich auch original Ovali.

Was mit dem Auto passieren wird, isst noch nicht klar, irgendwann sehen wir den sicher noch mal.

So gegen Mittag traf ich mich mit dem Tony, der mit seinem Vater unterwegs war auf nen Schwatz – eine Halle liefen wir gemeinsam. Wir waren in entgegengesetzter Richtung unterwegs und es gab nur eine Halle, die wir alle noch nicht gesehen hatten.

Lustige Karre war noch dieser 280er W123 im Rallye-Outfit.

Schön, wie der Kühlergrill für die Zusatzscheinwerfer ausgesägt wurde, oder?

Ich habe mich gedrückt extrem viele Bilder zu machen – es laufen bei solch einer Messe einfach zu viele Leute einem vor die Linse. Aber auch viele Bekannte – man ist doch länger in der Scene unterwegs. Auch erkannte mich ein mir persönlicher Stammleser, der Dax-Fahrer, der hier ab und an Kommentare schreibt. Einen schönen Gruß an der Stelle! Sorry, daß ich nicht mehr Zeit für nen kleinen Plausch hatte.

Zum Abschluß ging ich nochmals über den Oldtimer-Besucherparkplatz und machte ein paar Bilder. Auch da stand ein 32er Passat.

Aber auch ganz andere Autos standen da, wie diese Amis:

Ich habe es nicht fotografiert, aber es stand auch ein heruntergekommener Passat 32B Facelift, also ein jüngerer Passat, als das 32BQP auf dem Parkplatz – nur der hatte ein 07er Kennzeichen im Gegensatz zu mir…

Ein BMW 02 stand da auch.

Montiert waren gute alte Bekannte:

Meine geliebten Cosmic Alus, wie ich sie auf dem Goldfinger habe…

Gegen 16 Uhr machte ich mich auf zu meinem nächsten Ziel: Jürgen. Das Navi lotste mich durch Stuttgarts Innenstadt, daß ich oft an der Intelligenz der Tante, die da aus dem Kasten sprach, zweifelte, aber ich kam tatsächlich an, wenn auch später als geplant – der Verkehr durch Stuttgart hat es in sich.
Bei Jürgen konnte ich seinen Vari live sehen.

Wirklich schlimm.

Die Sanierung hat inzwischen begonnen, bisher hält er durch.

Passend finde ich auch, daß er sich beim Arbeiten wie ein Waldarbeiter schützt.

Mir käme auch ein Kettensägenmassaker in den Sinn, wenn ich diesen rottenen Vari sehe.

Wird aber wohl noch einige Zeit ins Land gehen, bis der wieder fährt. Zweck meines Besuchs war aber eigentlich, die Heckklappe von Urs seinem Variantumbau samt Scheibe zu holen. Die Klappe ohne Scheibe schnallte ich aufs Dach.

Die Heckklappe brauche ich eigentlich nicht, ich brauche nur die Dichtung der Scheibe, die Heckscheibe braucht Dietmar und Urs wollte die Heckklappe komplett loshaben. Wie das halt so manchmal im Leben läuft. Zudem hatte ich ein Getriebe für Kralle dabei, der da auch auftauchte, so daß ein kleines Passattreffen entstand.

Noch schnell nen Kaffee getrunken und dann ging?s nach Heidelberg im Konvoi mit 2 Passat – Jürgen fuhr nur bis zur Autobahn voran.

Auf der Autobahn übernahm ich dann die Führung. 54PS und Dachlast – das is nich wirklich fix…

Das Restaurant, in dem das stattfand, fanden wir nicht spontan, weil wir eine verkehrte Hausnummer hatten, aber letztendlich fanden wir den Weg. Schöne Location dieses Tati in Heidelberg!

Immerhin 5 Passat standen davor – nicht jeder war mit seinem Passat gekommen.

Insgesamt keine zu große Runde, aber sehr angenehm. Und für Alt-Passatfahrer schon ein größeres Ereignis. So viele sind wir nicht. Klar, wurde Altblech gequatscht, Teile getauscht, etc. Umso erstaunlicher fand ich, daß sich die Runde relativ früh wieder auflöste. Gut, ich blieb bis ca. 23 Uhr. Dann waren wir aber wirklich nur noch zu zweit.

Die Heimfahrt ging ich gemütlich an. Gut, ich hätte beinahe noch dem Pärchen, das vor mir im Drive In vom BurgerKing stand, auf die Fresse gehaun, weil sie durch ihre Umbestellerei mich 10 Minuten meines kostbaren Lebens gekostet haben. Aber so was denkt man ja immer nur und setzt es im Normalfall dann doch nicht um.

So gegen Mitternacht war ich wieder in Mainz. Vorsichtig in die Garage fahren, die Heckklappe auf dem Dach steht seitlich etwas über, nicht daß auf die letzten Meter…

Erschöpft und müde legte ich den Tag zu den Akten. Heute Nachmittag ist BurgerKingen, vorher die Haube in die Werkstatt bringen, zum Kingen Teile von Bens Schlachtvari dem Ben mitbringen, dort Teile abholen – auch der Sonntag steht wieder einmal im Zeichen des Altblechs – zumindest ab dem Nachmittag…

Mehr Bilder von diesem Samstag in der Galerie.

7 thoughts on “17 Stunden unterwegs in Sachen Altblech

  1. Ließt sich gut… Ach und wie schön das BQP auf den Bildern strahlt, richtig ungewohnt *thumbs up* 😉

    Im tati war ich auch schonmal, istn gemütlicher Schuppen.

  2. Der marinogelbe Fliessheck ist auch sehr schön. War heute auch auf der Retro und habe immerhin den Urs in Natura kennengelernt, wenn ich auch den KLE und Jürgen verpasst habe. Dass Jürgen die Energie für den silbernen Rostmolch aufbringt, wo er doch so hübsche 32b dastehen hat, ist ein Wunder.

  3. Die 07er sehen nicht so aus als gäbs sie wirklich. Ich seh da keine Plakette druff und Doppelnull ohne Nummer gibs eigentlich auch nicht, soweit ich weiß. 4-stellig is auch selten. Wenn auch nicht ganz existenzlos. Also bei uns fang die immer mit 07001 oder 070001 an.
    Ansonsten schöne Fotos, schöner Bericht, wie immer 😉

  4. Naja, der silberne Rostmolch ist halt ein originaler 85PS GLS Vari, die sind mittlerweile nimmer viel häufiger als die GLi, sowas gibts wohl kaum in viel besser…

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