Das Motorwechseldrama…

Zum Hallengrillen wollten wir mal „schnell“ den Motor und das Getriebe vom Pirat wechseln. Motor/Getriebe raus, neuer Motor/Getriebe rein – sollte doch kein Problem sein, oder? Es war ein Problem.

Ich habe schon einmal eine Stunde vor offiziellem Beginn angefangen alles rauszureißen. Kühler raus, Heizung abschließen, Kabel ab, Lima ab… Als zweiter Helfer kam Michael, der dabei half. Bis es so weit war, den Motor rauszuheben, waren wir schon ein kleineres Team.

Motorwechsel

Da lag nun die alte Antriebseinheit. Motor keinen Öldruck mehr und Startprobleme. Das Getriebe ist ok, aber ich wollte ein anderes: Ein 2N (aus dem Santana Schlachter), das ist länger und bedeutet noch moderateren Spritverbrauch, wenn man ihn rollen läßt und die Option auf eine höhere Höchstgeschwindigkeit, wenn man ihn tritt.

Antriebseinheit

Während die einen den neuen gebrauchten Motor mit den Anbauteilen des alten Motors ausstatteten und mit dem anderen Getriebe zu verbinden, machte ich mich an die Spurstangen. In so einem leeren Motorraum läßt sich prima Schrauben und wenn der Motor draußen ist, kommt man prima dran.

Motorraumtauchen

Ich schraubte raus, andere brachten die neuen Stangen auf die identische Länge zu den alten – gutes Teamwork. Natürlich passierten Pannen, die Platte mit den Schraube für die innere Befestigung ist nur perpreßt und natürlich löste sich das. Selbstsichernde Muttern draufschrauben – keine Chance. Ich mußte das rausflexen. Ein Schraubenset aus einer weiteren Lenkung genommen, zwei Scheißpunkte drauf, daß es nicht wieder passiert und dann ging?s.

Spurstangen

Währenddessen wuchs die neue Antriebseinheit zusammen – ich wollte den großen Anlasser, den es zum Motor dazu gab verbauen – dazu mußte der Motorhalter raus, weil der nicht daran vorbeiging.

Für den Wechsel des Agregateträgers fehlte die Zeit, da aber ein Motorlager abgerissen war, haben wir wenigstens die neuen Lager verbaut.

Motorlager

Und dann wieder rein mit der Einheit. Irgendwie fehlen mir ab dem Punkt etwas die Bilder – man möge mir verzeihen. Gästebetreuung, Schrauben – da fehlt ab und an die Hand und der Kopf für die Kamera…

Lief soweit alles glatt – bis auf die Getriebehalterung, die nicht fluchten wollte – was ein Gewerch. Motor noch mal ab, Stemmeiseneinsatz, Werkzeugbau – da war alles dabei. Ein Kampf.

Erster Startversuch. Fehlanzeige: Anlasser platt. Und das bei dem Anlasser, für den der Halter ab muß. Verdammt. Wieder mit vereinten Kräften fummeln.

Fummeln

Als der Anlasserwechsel durchgezogen war, erneuter Versuch und wieder nix. Die Sau wollte ums Verrecken nicht anspringen. Problem: Die ESP zog keinen Diesel. auch nicht mit manueller Füllung, mit dem Mund ansaugen – keine Chance. Die Expertenrunde um den Motorraum fand keine Lösung.

Expertenrunde

Wir beschlossen: Feierabend für den Samstag. Grillen, chillen, Bierchen und Jägermeisterchen trinken.

Am Sonntag ging es weiter. Ich war noch garnicht zuhause, so langsam brauchte ich nu wirklich eine Dusche, aber wir waren nicht zum Spaß da. Christian war mein Held des Tages, auch wenn ich kein Bild von ihm gemacht habe irgendwie.
Der Übeltäter war die ESP – also raus damit. Und weil wir feststellen mußten, daß die Wasserpumpe Spiel hat, kam eine andere an den Motor – ich hatte am 32BQP die Wasserpumpe erneuert kurz bevor der Motor komplett ausgetauscht hatte, die WaPu hatte noch nicht viel von der Welt gesehen.

Wasserpumpe

Christian baute mir den Zahnriemen drauf, brachte die neue ESP in Grundstellung, während ich an der Peripherie schraubte. So kam der alte Ventildeckel z.B. wieder zum Einsatz – ich hatte leider die verkehrte Version von Ventildeckel lackiert – der Anschluß für die Entlüftung war nicht identisch. >:XX

Am späten Nachmittag kam dann der bewegende Moment:

[video:youtube:KuRusvwBV8s]

Es lebt! XX(

Zwischendrin haben wir immer mal wieder mit Andreas telefoniert, meinem Turbodieselexperten. Der wollte auch die ESP einstellen, war aber ebenfalls noch am Schrauben, könne erst später kommen. Also hieß es auf ihn zu warten.

Christian ging, ich schraubte weiter. Bis Andi vorbeikommt, gab es ja noch einiges zu tun. Der Kühler mußte wieder rein, Wasser aufgefüllt werden, Ölwechsel mit Filter, …
Und da waren auch noch die die Anschlüsse vom Ladeluftkühler. Da der Turbo am Passatmotor anders sitzt, als beim Golfmotor, der vorher drin war, mußte ich alles umfrickeln – denn so kann ich das nicht anschließen:

Ladeluftühler Schläuche

Glücklicherweise hatte ich mir das Bastelmaterial von der Erstinstallation aufgehoben. Damit war das kein Problem. Ein zusätzliches Rohrstück, den einen oder anderen Schlauch eingekürzt, den originalen Schlauch vom Motor mit eingesetzt und irgendwann war alles wieder verbunden.

Ladeluftühler Schläuche

Fehlte noch der Luftfilter. Der Sportluftfilter kam nicht wieder zum Einsatz, der macht beim Turbodiesel keinen Sinn und war nur aus Platzgründen drin – nun war Platz für den orig9nalen Luftfilter. Als erst einmal eine Halterung gezaubert.

Halter

Es ist eng, aber es paßt. Natürlich kam ein neuer Filtereinsatz rein.

Luftfilter

Soweit alles fertig? Nun, der Geber für die Öldruckanzeige fehlt noch, aber ich hatte keine passenden Kupferdichtungen und ehe das Öl sifft… Bleibt noch die Einstellung der ESP. Andi???

Nun, Andi hatte ebenfalls Probleme in der Werkstatt, der konnte nicht so früh. Ich habe inzwischen den Grill wieder angeworfen. Waren noch genug Reste da. Ich war inzwischen auf dem Zahnfleisch unterwegs.
Andi kam nach Mitternacht. Scheiße, es wurde spät aber eine geile Aktion von Andi, sich so spät noch auf den Weg zu machen. Ging eben nicht früher bei ihm.
Die ESP hat er erst einmal Pi mal Daumen eingestellt, denn wir haben noch mehr Probleme: Die ESP sifft Diesel. Die noch abzudichten laben wir dann doch nicht mehr geschafft. Da muß ich Dichtungen besorgen. Und dann is da noch der Umstand, daß der Motor verdammt laut nagelt. Hoffentlich kein Lagerschaden… Werde die Tage bei Andi aufschlagen und dann dichten wir die ESP ab und ich fahre den Motor jetzt erst einmal ganz gemütlich ein.

Feierabend. Dachte ich. Probefahrt sollte gleich die Heimfahrt sein. Nur als ich aus der Halle fuhr war etwas komisch. Die Bremse hatte keinen Druck. Also wieder Retour in die Werkstatt. Kann ja eigentlich nur der BKV sein und der war es auch – etwas am Unterdruckrohrgewackelt und *knack* war das Rohr ab.

Abgerissene Druckluftleitung

Vom anderen Motor abgeschraubt und ausgewechselt und siehe da – er bremst wieder.

Es war nach 2 Uhr, als ich heute Morgen wieder daheim war und Badewasser die Farbe von einem Moorbad gab. Das Drama geht aber weiter. Die ESP bekommen wir hin, hoffen wir, daß wir auch das Nageln in den Griff bekommen, dabei is mir noch total flau im Magen…

Ein RIESENDANKESCHÖN an dieser Stelle an alle Mithelfer, die wie ich teilweise danach waussahen, wie nach einer Schicht im Kohlebergwerk.

2 thoughts on “Das Motorwechseldrama…

  1. das ist mir auch noch auf der arbeit so beim nachdenken eingefallen – scheiße, nochmal das geweih ab xD

    würde ich als nächstes machen, auch wenns voll blöde arbeit ist… aber der rest passt, das kann nix anderes sein… der hat schon keinen lagerschaden 😉

    hast ja noch richtig was gerissen! ein bild von mir is doch dabei, bin der dritte von links bei der expertenrunde 😀

    war ne coole aktion und nächstes jahr bin ich dann ohne kopfschmerzen dabei, das wird noch lustiger =)

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