Der „Rod“ von Thomas

Das hier ist der Rod von Thomas:

Nunja, ich gebe zu – es gehört etwas Phantasie dazu, den als solchen zu erkennen. Er hat diesen „Haufen“ für ganz kleines Geld bei eBay ersteigert. Bei ihm fehlen die Achsen total, was aber auch egal ist, denn da sollen ja eh andere Achsen rein. Er denkt an Jaguar Hinterachse und Ford oder Jaguar Vorderachse. Motor schwebt ihm ein Audi V8 vor. Bin schon gespannt, was er da für ein Getriebe dranflanschen will.

Auch Thomas beschäftigt das TÜV-Problem. Wir tauschen uns da aus. Er hat erst einmal an eine Zeitschrift geschrieben. Die beschäftigen einen Sachverständigen zu TÜV Fragen:

Sehr geehrte Sachverständige!

Meine Fragen haben zwar nichts direkt mit einem US Car zu tun, doch geht es um den Umbau eines Framo Heinichen 901/902 (Ex DDR Klein LKW) zu einer Art Hot Rod, bzw. Custom Car. Eventuell können Sie mir dazu die richtigen Antworten, bzw. Tips zu einem legalen Umbau und zu dem was bei einem solchen Umbau möglich ist geben, da auch eine reguläre Zulassung als LKW angestrebt wird!

Bei dem Framo handelt es sich um einen Klein LKW mit einer max. Zuladung von 1.900 kg und einem Eigengewicht (als Pritsche) von 1.050 kg, die Karosserie, wie die Pritsche sind auf einem Leiterrahmen montiert, Vorder- und Hinterachse sind an Blattfedern montiert, die Vorderachse hat ein quer liegendes Federpaket mit Dreieckslenkern die am Rahmen verschraubt sind, die Hinterachse ist üblicherweise an zwei Federpaketen in Längsrichtung befestigt, angetrieben wird der Framo von einem Dreizylinder Zweitaktmotor mit 900 ccm u einer „Leistung“ von 24 PS.

Ich habe nun vor die Hinterachse eines Jaguar XJ12S am Rahmen zu montieren (was ja auch gerne von Rodern gemacht wird), da diese in einem eigenen Rahmen sitzt u einen wesentlich besseren Fahrkompfort bietet als so eine polternde Starrachse eines LKW, darüber hinaus ist sie wegen dieses Rahmens auch gut zu befestigen. Ich weiß das es auch möglich ist diese Achse ohne den original Rahmen in einem Hilfsrahmen zu montieren, doch darüber habe ich bisher leider keine Informationen.

Die Vorderachse soll nach Möglichkeit auch eine Einzelradaufhängung erhalten, hier muß ich aber noch sehen ob ich ebenfalls die Vorderachse vom Jaguar XJ12S verwende (habe schon öfters Berichte gelesen in denen diese Achse z.B. in einem Chevy Pick Up eingebaut wurde. Eine andere Alternative wäre die Vorderachse aus einem Ford Taunus zu verwenden. Ich habe allerdings auch schon darüber nachgedacht eine Vorderachsaufhängung ? la Cuterham Super Seven zu verwenden, was bei entsprechender Auslegung wohl auch möglich sein dürfte.

Hierbei tritt noch die Frage auf, auf welche Art eine Befestigung am Rahmen möglich ist, da Schweisen von Befestigungen ja vermutlich nur bedingt zulässig ist, wenn überhaupt!

Der Motor soll logischerweise auch ersetzt werden. Hierbei ist allerdings die Frage was ein solcher Rahmen denn an Leistung und Drehmoment verkraftet, leider weiß ich nicht wie man so etwas berechnet u wie man eventuell den Rahmen verstärken kann und was hierbei zulässig und erlaubt ist, damit der entsprechende Leistung verkraftet. Als Motor habe ich noch einen 3,6L Audi V8 Motor mit einer (bisherigen) Leistung von 250 PS oder einen 5 Zylinder 20V Turbomotor mit 230 PS. Grade dieser Motor wäre mit einfachen Mitteln leicht auf eine Leistung von 380 PS zu bringen – mit größerem Aufwand u Kosten auch auf wesentlich mehr, doch leider muß man überhaupt einmal wissen was der Rahmen denn verkraftet, denn sonst braucht man da gar nicht drüber nachzudenken. Soll halt ein kleiner Renner weden, daher will ich natürlich schon wissen was maximal möglich ist.

Als Bremsanlage habe ich bisher für die Vorderachse die HP2 Sättel (Audi Bremsanlage) die so auch im Audi A8 S8 Verwendung finden oder die des Porsche Bi-Turbo und die haben nunmal genug Bremsleistung 😀 und es gibt entsprechende Adapter, bzw. Firmen die diese herstellen. Für die Hinterachse dürfte die Serienanlage reichen oder was würden Sie im Bezug auf die Hinterachse vorschlagen?

Für die Ein- bzw. Umbauten könnten eventuell auch Karosserieumbauten nötig sein, doch hier taucht dann die Frage auf, in wie weit ein Karosserie Umbau möglich ist, damit noch ein Eintrag als Framo LKW möglich ist. LKW gab u gibt es ja mit Sonderaufbauten und als Sonderanfertigungen für Spezialanwendungen, also müßte es auch möglich sein die Karosserie entsprechend abzuändern oder auch ein bißchen Custom daran zu machen :o)!

Im übrigen habe ich auch noch Kontakt zu jemandem der ähnliches vor hat

weitere 4-5 Leute die solch einen Umbau machen wollen. So suchen wir alle momentan also nach Antworten und Möglichkeiten für einen Umbau.

Es werden mit Sicherheit noch viele viele weitere Fragen auftauchen, doch Antworten auf oben Beschriebenes wäre schon mal ein guter Anfang in Richtung Framo Hot Rod. Ich würde mich über eine Nachricht von Ihnen freuen!

Mit freundlichen Grüßen Thomas XXXXXX

kam Antwort – leider nicht die, die wir alle hören wollen:

Sehr geehrter Herr XXXXX,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich fürchte Ihre Anfrage kann ich per Mail kaum beantworten. So wie Sie den Umbau schildern sehe ich aber ein rechtliches Problem: durch die massiven Änderungen an dem Alt-LKW entsteht ein Neufz. (aus Gebrauchtteilen zusammengebaut), rein rechtlich muß dieses Fz. dann auch alle derzeit geltenden Bestimmungen erfüllen. Die wichtigsten wären z.B. das Abgas-, Brems- u. Geräuschverhalten.

Diese EG-Vorschriften kann Ihr Eigenbau aber kaum erfüllen, so daß Ihr Vorhaben vermutlich nicht zum erwünschten Ziel führen wird.

Mit freundlichen Grüßen

XXXXXXX

mein Prüfer gesagt hat. Ficken! Es muß ein Hintertürchen geben. Irgendwo.

4 thoughts on “Der „Rod“ von Thomas

  1. Mir kommt gerade die Idee für das Hintertürchen. Kann es sein, daß wenn der Umbau nach und nach erfolgt, diese Regelung zu umgehen ist?

    Sprich, Du hast einen Framo der bekommt Fordachsen. Das wird so eingetragen und gut. 3 Monate später bekommt er neue Bremsen, Eintragung dazu. 4 Monate später rüstest Du den Motor um, wieder eintragen. Karosseriemodifikationen kommen dann nochmal extra. Solange bis alles umgebaut ist.

    Durch die zeitlich getrennten Entwicklungsschritte dürfte der Neuwagenpunkt fallen. Was meinst Du?

    P.S. Mir ist schon klar, daß Du das alles von vorn bis hinten fertig machen willst. Ich liefere nur „Denkanstösse“.

  2. Ähnliche Gedanken hatte ich auch, aber es wird schwierig sein, das einem Prüfer klar zu machen… Und so viele gutgesottene Prüfer gibt es auch nicht, dass man sie einfach immer wechselt…

  3. Hmm, vielleicht mit den Achsen anfangen… wurden durch Unfall beschädigt, blah, blubb, dann annere Maschine. Nicht unbedingt mit dreihunnertachtsch PS, sondern halt ne Oppel Nähmaschine. Aus Umweltschutzgründen. Die Wartburgmaschine ist ja net unbedingt zeitgemäß.

    Wenn die Technik erstmal drin ist – und vor allen immer noch als Framo gewertet wird, ja, dann kann man doch diesen – nun real existierenden – Framo modden.

    Nur so ein Gedankengang. Klar, braucht viel Zeit, aber man macht es den TÜV-Prüfern nicht so schwer. Alles auf einmal einzutragen ist auch für die nicht gut. Aber Stück für Stück, da kannst Du argumentieren, und er kann folgen, ohne das Gesicht zu verlieren.

    Mir bereitet aber gerade der Punkt „Motor“ Kopfzerbrechen. Von wegen Emmisionswerte. Aber egal, besser als ein Zweitakter ist jeder andere Motor allemale.

  4. Hallo !
    Ich kann Dich durchaus verstehen…Wir bauen seit 2 Jahren Simson mopeds mit Harleyteilen um und auf und hatten da auch unsere Probleme mit dem Tüv.
    Beispiel:H-Schwinge um 15 cm verbreitert 260ziger Reifen auf 9×16 zoll felge rein Motor dann 90 ccm und nur 60 km/h höchstgeschwindigkeit (wegen des Moppedführerscheines usw…
    Aber unser bisher gut gesonnener Tüv Mensch brachte den entscheidenden TIP.
    Seine Worte: Wir haben doch EU…..
    Polen ist auch EU…..
    Was in anderen EU Ländern geht,muß hier auch gehen.
    Und ?????
    Klappt prima.
    Einmal Polen und zurück.Seitdem bauen wir fast alles was wir wollen und bekommen hier so ziemlich jeden Umbau genehmigt.
    Hoffe das ich Dir helfen konnte.
    Gruß.Martin
    PS: Die Jungs in Polen verdienen sehr wenig geld und sind für „Geschenke“ sehr dankbar :-)))

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