Frühlingskur

Die Temperaturen werden wieder wärmer, Fastnacht ist vorbei, zwischendrin war ich auch in Corona Quarantäne – so langsam wächst die Lust wieder in der Werkstatthölle etwas zu machen. Und ich musste eh in die Werkstatthölle, um den Prolomotor auszuladen.

Beim Pirat steht der TÜV an und das will ich nutzen, um ihn etwas aufzuhübschen. Es ist eine Gradwanderung. Ich mag die Patina an dem Bock, aber an der Heckklappe nahm sie überhand.

Wenn das oben weitergeht, habe ich Löcher im Blech.

Neben dem immer wiederkehrenden Rost ergab sich inzwischen ein weiteres Problem: Einzelne Nieten lösten sich. Zeit, das Problem etwas nachhaltiger anzugehen, also bohrte ich das mittlere Blech ab. Was ich vorfand, begeisterte mich nicht.

Die Überlagerungen waren teilweise sogar durchgerostet. Ich bohrte weiter, weil das Blech einfach hinüber war. Die Rückseiten der Bleche sehen schlimm aus.

Wie konnte das passieren? Da muss ich etwas in die Geschichte des Pirat gehen. Angefangen hat alles damit, dass ich die Heckklappe cleanen wollte. Beim Schweißen hatte sich das damals so verzogen, dass ich keinen Bock hatte, das zu spachteln. Dann wollte ich ein großes Blech darauf nieten, hatte aber kein großes Blech. Also habe ich Computergehäuse genommen. Und das ist nicht nur dünnes Blech, es ist innen auch nur leicht grundiert. Lackiert habe ich das nicht. Ich hätte damals nie gedacht, dass ich über 12 Jahre später den Bock immer noch fahre – und irgendwann bahnt sich der Rost eben seinen Weg.

Die Bleche sind tot, wenn ich da den Rost wegschleife, sind die dünn, wie Papier, wenn nicht durch. Die werde ich ersetzen, auch wenn’s schade um die Patina ist. Ich nehme da irgendwelche Restbleche, die rumliegen.

Die Bleche mit dem Piraten Paula will ich retten, auch wenn da wahrscheinlich auch der Rost wieder durchkommen wird. Glücklicherweise sind die linken Bleche am wenigsten betroffen.

Lassen wir die Patina an der Stelle, auch wenn da auch Ersetzen besser wäre. Das Bild gehört eben zur Geschichte des Autos. Das Pinup hat im Dezember 2009 Lars per Hand auf die Heckklappe gezaubert mit teilweise winzigen Pinselchen und viel Liebe zum Detail.

So sah das Bild kurz nach der Fertigstellung damals aus.

Das Bild hat in über 12 Jahren ziemlich gelitten. UV Strahlung, waschen etc. hat das Bild ausbleichen und viele Details verschwinden lassen. Ich bin nicht so filigran drauf, wie Lars. Aber ich habe mit einem kleinen Pinsel einmal angefangen zu probieren, wenigstens das Schwarz wieder aufzufrischen. Dazu habe ich mattschwarzen Sprühdosenlack in einen Joghurtbecher gesprüht und damit gepinselt.

Manche Details waren gar nicht mehr da, ich kannte sie gar nicht mehr, um sie zu rekonstruieren, aber wenn ich das Schwarz und ein paar weiße Highlights nachpinsle, bin ich zufrieden. Und mit Schwarz und Weiß kann ich die Fehlstellen füllen, die ich durch das Entfernen des Rosts entstanden sind. Auch habe ich unten die Nieten ebenfalls ausgebohrt, damit ich das Blech leicht anheben kann- So konnte ich unter das Blech Owatrol reinpinseln.

Owatrol bekam auch die entrostete Fläche unter den anderen Blechen.

Ich will das einmal ausprobieren, wie das den Rost hemmt. Also entrosten, dann Owatrol und dann Brantho 3 in 1. Das Owatrol lasse ich jetzt erst einmal einen Tag trocknen.

2 thoughts on “Frühlingskur

  1. Ich würde vielleicht noch überlegen eine kleine Menge Sanders Fett unter das Blech zu bringen. Vielleicht vor dem verbieten dünn und mittig aufpinseln, verteilen wird sich das schon von alleine. Ist aber eine Gratwanderung zwischen Schutz und Sauerei, an den Fugen kommt es früher oder später raus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.