Eine touristisch angehauchte Oldtimer-Orientierungsfahrt…

Deutschland, irgendwann, irgendwo. Auf einem Parkplatz treffen sich dubiose Gestalten – obwohl – so dubios sind sie nicht. Sie haben nur alle Benzin im Blut. Und sie haben alle ein Auto dabei. Ein altes Auto. Bis auf zwei Ausnahmen ist jede Karre über 30 Jahre, alle jedoch über 20 Jahre alt.

Plan ist es, eine kleine Tour zu fahren. ca 450km lang – für einige wird sie kürzer, für andere (viel) länger. Die Strecke muß man selbst finden. Einziges erlaubtes Navigationsgerät sind Straßenkarten und ein Beifahrer. Elektronische Hilfsmittel verbietet der Ehrencodex. Die Strecke wird definiert durch Startpunkt, 5 Checkpoints und einem Ziel. Als Checkpoints dienen Tankstellen, der Nachweis ist eine Tankquittung oder eine Kaufquittung. An jenem heißen Tag meist Quittungen für gekühlte Getränke.
Es wird eine Startreihenfolge ausgelost und dann wird das Altblech auf die Piste geschickt. PS-Monster mit V8 Motor…

…genau, wie gemütlichere Untersätze im Format von B-Kadett…

..oder zwei Diesel-Benzen.

Nicht die gefahrenen Geschwindigkeiten entscheiden, wer letztendlich als erster ankommt, sondern der optimale Weg. Große Verantwortung für die menschlichen Navigationsgeräte. Die Straßen lassen eh kein hohes Tempo zu – es gilt die StVO 😉

Mittendrin ein komisch goldener Passat.

Mein Navi funktionierte hervorragend. Manche Tankstellen waren einfach zu finden, da an Schnittstellen von Bundesstraßen, andere nur mit Raffinesse. An den Tankstellen immer nette Begegnungen. Irgend ein anderer Teilnehmer fuhr da immer weg oder kam nach einem an – die Tankwarte waren amüsiert, wenn immer wieder irgendwelche Verrückte hereinrannten und nen Schokoriegel kauften und ne Quittung für haben wollten. CP 3 führte Strichliste – da waren wir noch 8. von 13. Lag daran, daßan einem Autobahnring eine Baustelle war und die Umfahrung wirklich mies ausgeschildert – das kostet Zeit. An dieser Stelle einen Schönen Gruß an den Mitarbeiter, der die Ausschilderung verbrochen hat – Du Arschloch! Du hast nen Tritt in den Arsch bei mir gut.
Die Autobahnfahrt unter Vollast nahm der Goldfinger leicht übel – der Schlauch der Gehäuseentlüftung war abgerutscht und etwas Öl drückte er dann schon raus. Führte zu einem kleinen, netten Feuerchen auf dem Krümmer beim nächsten Tankstopp. Feuer im Motorraum an der Tankstelle? Kein Problem – einfach ausblasen, feddich 😉

Schön auch die Idee, einen CP ans andere Ufer eines Gewässers zu setzen an einer Stelle an der es nur eine Fähre gibt. Zumindestens in der direkten Verbindung, die auch ausgeschildert war. Das führte einen Teil des Feldes sehr nah zusammen – der Rekord steht bei 5 Teilnehmern gleichzeitig auf der Fähre. Der einzige teilnehmende Fronttriebler war so schlau, einen Umweg zu fahren, dafür einen Tunnel fahren zu können und nicht von der christlichen Seefahrt abhängig zu sein.
Am letzten CP sollte das Organisationskomitee angerufen werden, wir waren der zweite Anrufer – sollte der Hot Button für uns so früh zuschlagen?

Letztendlich kamen wir als dritter ins Ziel – eine klasse Teamarbeit von Maschine, Navigator und Fahrer, ich bin mehr als zufrieden. Angepeilt wurde ein Platz in den Top 5.

Abends wurde dann das wahnsinnige Startgeld von 20 Euro schlichtweg versoffen. Manche mußten zwar nach dem Tag ganz komisch aufstoßen…

Nehme aber mal an, der hatte einfach nur was verkehrtes gegessen. Ne Siegerehrung gab es auch, bei der der letzte genauso gefeiert wurde, wie der erste – darum gings im Grunde genommen ja auch garnicht. Es ging um den Spaß – und den hatten auch die im hinteren Feld…

5 thoughts on “Eine touristisch angehauchte Oldtimer-Orientierungsfahrt…

  1. sehr geil, werde mich mit meinem youngtimer auch mal öfters auf orientierungsfahrten sehen lassen…..

    war das das was du schon vor langem mal angekündigt hast???

  2. @Carsten
    Anfangs hieß es nur 30 Jahre und älter – da war der 5ender ein Jahr u jung und so hatte ich Motivation, den Goldfinger endlich mal zu machen. Und jetzt macht der Wagen auch richtig Spaß – richtige Entscheidung…

  3. Da meine Bilder gestern scheinbar auch auf der digitalen Südumfahrung steckengeblieben sind, werde ich Dir die einfach nochmal hochladen, vielleicht in kleineren Tunnelpacken und nicht per ZIP-Fähre ;o) Wortspiel ahoi!

    Warum hab ich das eigentlich alles ausgestanden um dann vorgestern mit Pado abzufliegen? Da hätte ich nicht so weit fahren brauchen 😉

    Check! Urs

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.