Wir basteln uns einen Ringkragen

Derzeit ist bei mir selbstgewählter Fastnachtsstress. Man glaubt es kaum, wie oft ich die Uniform meiner Jägergarde anhabe.

Und da kam die Idee auf, ich brauche eigentlich noch einen Ringkragen. Ringkragen werden sich jetzt die meisten fragen. Was soll das sein? Nun, das ist ein Überbleibsel von den Ritterrüstungen aus dem Mittelalter. Zunächst war es noch ein Teil einer Ritterrüstung, der weiter getragen wurde als Zeichen der Offiziere.

Mit der Zeit wurden die Ringkragen immer kleiner und hatten eigentlich keine Schutzfunktion mehr.

Der Ringkragen wurde quasi ein Schmuckelement, das teilweise sehr aufwändig gestaltet wurde. Verwendet wurde er später sowohl als sichtbares Zeichen des Fahnenträgers, als auch von der Feldgendarmerie.

In der Mainzer Fastnacht tragen vor allem die Fahnenträger einen Ringkragen. Nun besteht die Meenzer Jägergarde ja nur aus mir und wer da wohl die Fahne trägt…

Klar gibt es Repros von historischen Ringkragen, aber da sind eben auch die Embleme der entsprechenden Einheiten drauf. Ich wollte etwas Eigenes. Also selbst bauen. Und in diesem Fall holte ich mir einen Komplizen an Board. Der Gojowy, langjähriger Kumpel und auch automobil ordentlich einen angenehmen Sprung in der Schüssel, ist sehr aktiv in der Reenactment Scene und hat schon viele Accessoires in der Richtung gebaut. Er baut auch Sachen für  Fastnachtsgarden. Genau der richtige Partner für die Geschichte. Und ich gebe ehrlich zu: Diesmal war ich nur der Handlanger.

Zunächst ertüftelten wir uns gemeinsam eine Form mit Pappschablonen. Und dann kramten wir in meinem Fundus an Jägermeister Devotionalien, was man da verwenden kann.

Ganz klar war: Der Ringkragen sollte hochwertig aussehen und individuell zur Uniform der Jägergarde passen. Glücklicherweise habe ich genug Auswahl, was man als Basis verwenden kann. Gebaut haben wir den Kragen dann in der Werkstatt vom Gojowy. Er hat die entsprechenden Maschinen, einen Riesenfundus an Kleinteilen und vor allem: Seine Werkstatt ist geheizt.

Basis war ein Messingblech mit 2mm Stärke. Aus dem wurde die Form erst grob ausgflext und dann mit der Fächerscheibe beigeschliffen.

Bis aus dem Blech die geeignete Grundplatte wurde, waren einige Zwischenschritte nötig. Feilen, schleifen, …

Auch haben wir die Platte leicht gebogen. Zuletzt hat der Gojowy sie poliert.

Nach seinen Ansprüchen hätte man es noch mehrfach polieren sollen. Ich war dann irgendwann zu ungeduldig und habe gesagt: Es reicht.

Zentrales Schmuckelement wurde eine Gürtelschnalle. Die hatte ich vorab schon bearbeitet und die Halter an der Rückseite entfernt.

Da das Ganze komplett in Goldtönen gehalten sein sollte, wurde sie gold lackiert.

Anschließend kam noch eine ordentliche Schicht Klarlack drüber, um das zu versiegeln.

An der Aufhängung haben wir länger getüftelt. Letztendlich wurden es sehr Aufhänger für Bilderrahmen aus Messingguss. Der Gojowy hat sie verschraubt und zusätzlich verklebt. Danach die Schrauben verschliffen, damit keine scharfen Kanten entstehen.

Auf die Vorderseite kamen Jägermeister Pins zum Andeuten einer Niete der Befestigung.

Fehlte noch ein Jägermeister Schriftzug. Ich habe da Jägermeister Ketten im Hip Hop Style.

Bei einen diesen Schriftzügen hat der Gojowy die unteren Stege durchgefeilt, wobei der Schriftzug in drei Teile zerbrach, weil das Material sehr spröde ist. Das war aber egal, weil das eh aufgeklebt wurde. Ich machte die Teile heiß, um sie in Form zu biegen.

Wir hatten alles zusammen, dann konnten wir die Zierelemente aufkleben mit Schmuckkleber. Als Kette verwendeten wir die Panzerkette der Jägermeisterkette.

Ich finde, der Ringkragen ist sehr stimmig geworden. Wirkt wie aus einem Guss. Vielen Dank an den Gojowy für seine Unterstützung!

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