Ein Fall für den 3D Druck

Ich habe ein Problem am Prolo, das ich schon bei anderen Autos habe. Kein schwerwiegendes, aber eines, das mein Hirn schon etwas länger beschäftigt. Es geht um die Engelmann Rückspiegel am Prolo – meine Lieblingsspiegel, weil so mega 80er. Das Problem: Montiert am Spiegeldreieck stehen sie schief, weil die Anschraubfläche zu horizontal ist und der Beifahrerspiegel lässt sich nicht genug in Richtung Fahrzeug drehen.

Auf den Bildern des montierten Spiegel sieht man das nicht aus jeder Perspektive.

Klarer wird es, wenn man sie abmontiert sieht – weiter lassen sie sich nicht auf dem Fuß reindrehen.

Muss jetzt nicht 100% gerade stehen, ein wenig schräg ist auch sportlich. Aber ein wenig gerader wäre nett. Mich wundert es wirklich, dass ich im Netz keine Lösung für das Problem gefunden habe. Das kann doch nicht nur mir so gehen. Immer wenn ich Engelmann Spiegel an das Spiegeldreieck montiert habe – und ich hatte die schon an vielen Fahrzeugen – hatte ich das Problem.

Blogleser Hessi hat angeboten, mir da etwas im 3D Druck zu machen. Ich dachte an eine Simple Lösung. Einfach ein Sockel, der auf der einen Seite höher ist. Quasi eine schräge Verlängerung des Fußes, die den Spiegel gerader stehen lässt und ein weiteres Eindrehen ermöglicht. Also mailte ihm eine Zeichnung, wie ich es mir vorstellte.

Gleichzeitig legte ich den Fuß auf den Scanner und konstruierte in einem Grafikprogramm die Grundfläche nach als Vorlage.

Seitdem habe ich eine E-Mail Standleitung, weil Hessi der Ehrgeiz gepackt hat. Wenn dann will er das doch gleich perfekt machen. Also diskutierten wir über beispielsweise über Formen des Sockels.

Eigentlich eine gute Idee, nur fehlt am Spiegeldreieck der Prolos der Platz für einen breiteren Sockel, so dass wir das verwerfen mussten. Die Diskussion über den Winkel haben wir noch nicht endgültig geklärt.

Die Engelmann Rückspiegel werden am Fahrzeug montiert, indem erst ein kleiner Halter ans Fahrzeug geschraubt wird, auf den der Spiegel gesteckt wird und da wieder mit einer Schraube fixiert.

Beim Hin- und Herschicken diverser Fotos meinte Hessi: Die Halter sind ja teilweise kaputt.

Gut, ich habe ausreichend heile Halter. Aber das ist eben auch 30-40 Jahre altes Plastik. Wie wäre es, den Halter nicht anzuschrauben, sondern gleich mitzudrucken?

Gute Idee! Aber erstens hab ich 3D Konstruktionen nicht drauf und zweitens bin ich wirklich Weltmeister darin, mich zu vermessen. Ich einigte mich mit Hessi darauf, im einen Spiegel im Paket zu schicken. Dann kann er auch gleich sehen, ob der Sockel an den Spiegel passt.

Noch ist das Paket unterwegs. Wenn er angekommen ist, kann Hessi weitermachen. Aber ich glaube, das wird gut.

9 thoughts on “Ein Fall für den 3D Druck

  1. Cooles Thema!

    Die Sockel wären sicher in kleinen Stückzahlen auch zu vermarkten, denn das Problem hat ja nicht nur der KLE, sondern so ziemlich alle Engelmann Fans….

    Carsten

  2. Wäre es denn nicht dann eine Idee, direkt den Halter der ans Fahrzeug geschraubt wird, an der Auflagefläche zur Karossiere abzuschrägen?
    Wenn der schon verlängert wird, wäre für eine Anschrägung ja auch Material vorhanden.

      1. Mein Fehler…Habs falsch in Worte gefasst, und dann erst das Bild richtig interpretiert.

        Meinte es so wie auf dem letzten Bild der rechte Teil. Statt mit dem Halter und dem Zwischensockel zu fummeln, gleich den Halter verlängern und anschrägen…Facepalm.

        1. Genau so habe ich auch einige Halterungen entworfen, aber das funzt net beim Ausdrucken. Die Dinger werden ja nicht so wie auf dem Bild ausgedruckt, sondern auf dem Kopf, damit die Layer nicht ebgeschrägt sind.
          Ich habe die auch versucht mit der abgeflachten Seite nach unten zu drucken und das mit einer Stützstruktur abzufangen. Vollkatastrophe beim Druck.

  3. So, ist fertig. Du bekommst nun vier Ersatz-Halterungen (haben ist besser als brauchen) und je zwei abgeschrägte Verlängerungen in 20 und 35 Grad. Habe sie angeschliffen. Sieht nicht gut aus, ist halt matt und man sieht noch leichte Kratzer. Entweder fillern und lackieren oder einfach dick Lack drauf und gut ist.

    Die originalen Halterungen haben mich wahnsinnig gemacht! Erst der fünfte Halter passte endlich. Die sind so klein, da geht es um Viertelmillimeter.

    Trotzdem, Respekt für die Entwickler! Die Spiegel halten, indem sie den Halter bei Belastung verbiegen und den Spiegel, bzw. dessen zwei Bolzen dabei verklemmen. Auch wenn ich die so gut es ging nachgebaut habe, denke ich, dass ein PETG-Druck schlicht biegefester als das Original ist und daher empfehle ich die vom Hersteller garantierten 300 km/h nicht auszuloten!

    Eigentlich wollte ich die Halterungen auf Thingiverse veröffentlichen und die kommerzielle Verwendung untersagen. Bin ein Freund der Nachhaltigkeit. Wenn jemand unbedingt welche benötigt, kann ich ihm die gerne drucken. Aber ohne jedwede Garantie und Haftung. Nur für Show-Cars geeignet. Gebt mir einfach mindestens die Druckkosten und das Porto.

      1. Ihr findet den Kram nun auch auf Thingiverse. Dort könnt Ihr mir, wenn Ihr mögt, eine Spende für meinen Entwurf zukommen lassen.
        https://www.thingiverse.com/thing:5494082
        Der Community ist gedient und es ist doch besser, als wenn man die irgendwo kauft, oder?
        Falls Euch dieser Entwurf von einem gewerblichen Händler mal zum Kauf angeboten wird: Das habe ich in den Lizenzbedingungen untersagt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.