Posted in Focht Titan

Was ein störrischer Esel!

Auf Facebook bot Peter alias der Engländer an, mitzuhelfen den Motor vom Titan zum Laufen zu bringen. Ich war zwar noch an keinem verzweifelten Punkt, aber wenn ein KFZ Mechaniker seine Hilfe anbietet, sage ich nicht nein. Es schraubt sich ja auch ganz nett mit etwas daneben Quatschen nebenbei.

Bis er kam, habe ich etwas Diesel aus dem Kanister in den Tank gekippt, den Anlasser eingebaut, etc. Als er da war, verkabelten wir gemeinsam den Motor, konnten alle Anschlüsse zuordnen etc.

Anlasser

Bis der Punkt kam, an dem wir uns sagten: Versuchen wir einmal, ob er anspringt. Zu dem Zeitpunkt waren wir echt zuversichtlich.

Natürlich dauerte es, bis Diesel vom Tank bis zum Motor kam. Letztendlich saugte ich mit dem Mund durch einen langen Schlauch den Diesel bis zum Spritfilter. Und dann war es soweit: Der Esel äußerte seine ersten Lebenszeichen. ABER: Er sprang nur kurz an und ging sofort wieder aus.

Vielleicht noch Luft im System? Wir wiederholten das Spiel mehrmals, um dann erst einmal aus der Werkstathölle rauszurennen. Das war kein Bodennebel, das war der Fog des Grauens – eine Qualmwolke aus unverbranntem Diesel. Ficken!

Engländer

Mir fiel ein, dass wir bei der Montage der Zahnriemen ein Problem hatten: Als wir Nocken- und Kurbelwelle in OT Stellung blockiert hatten, ließ sich die Einspritzpumpe nicht nach Vorschrift blockieren. Es war so 1-2 Zähne daneben. Wir haben das korrigiert und die Zahnriemen nach Vorschrift montiert, da wir es für einen Montagefehler einer der Vorbesitzer bzw. dessen Werkstatt hielten. Aber der Motor war vorher trotzdem irgendwie gelaufen.

Was ist, wenn die Steuerzeiten der ESP nicht passen. An dem Punkt hatte ich echt Schiss, dass der Motor noch einmal raus muss.

Ich habe ja noch einen Motor dastehen, da habe ich die Zahnriemenabdeckung einmal demontiert. Das Antriebsrad der ESP ist durch Langlöcher einstellbar.

Dieselmotor

Verglichen mit dem verbauten Motor – da stand die Zahnriemenabdeckung im Weg. Es ist einfach zu wenig Platz im Motorraum, aber wir haben es soweit abbekommen, dass man drankommt. Letztendlich bekam ich so viele Schrauben auf, dass wir drankamen, auch wenn nicht die komplette Verkleidung ab war.

Dieselmotor

Beim anderen Motor standen die Schrauben mittig, bei meinem am linken Anschlag. Probieren wir es einmal: Schrauben gelöst und das Rad ebenfalls mittig angezogen. Siehe da, der Motor blieb an, nahm aber SEHR unwillig Gas an. Und blieb nur Try & Error. Also an den rechten Anschlag gedreht und siehe da – der Motor läuft und nimmt auch willig Gas an!

Läuft sauber eigentlich. Ich kenne leider derzeit keine Möglichkeit, wie man das genau einstellt.

Gut, dass Peter dabei war – ich hätte früher die Flinte ins Korn geworfen und wäre mit dem ersten Video im Internet durch Foren und Facebook Gruppen tingeln gegangen.

Am Motor fehlt noch das Kühlsystem etc. da steht noch Arbeit an, aber wieder ein Meilenstein: Der Motor läuft und er klingt auf jeden Fall gesund!

Kleiner Nebenschauplatz: Die Stabischellen sind inzwischen rostfrei geworden in der Zitronensäure!

Stabischellen

Damit sie nicht gleich wieder Rost ansetzen, habe ich sie erst einmal grundiert.

Stabischelle

Die werden natürlich auch noch rot lackiert beim nächsten Mal.

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So ein Esel!

Gestern bin ich endlich mal wieder zum Schrauben gekommen. Ich hatte ja von Ronny die Riemenscheibe abgedreht bekommen, Zeit also die einzubauen und den Keilriemen zu spannen.

Keilriemen

Alle drei Schrauben mit Muttern gekontert. Sowas fällt auch nur Ford ein. Man braucht drei Hände, um den Riemen zu spannen…

Das Ausrücklager konnte ich ja nicht montieren, weil da eine Hülse auf dem Getriebe steckte für einen größeren Durchmesser. Natürlich hatte ich kein Ausrücklager mit dem größeren Durchmesser. Ich habe ewig gebraucht, bis ich das Ding runterbekommen habe. Als sie so weit vorne war, hatte sie quasi verloren.

Hülse

Man kommt einfach mit keinem Werkzeug vernünftig drauf. Aber irgendwann hatte sie verloren.

Hülse

Und Tatsache – jetzt passt mein neues Ausrücklager.

Ausrücklager

Getriebe fertig, Motor fertig – dann kann ich das ja irgendwie zusammenwerfen. Aber die Brocken sind natürlich schwer. Und ich hatte keinen Helfer. Nachdenken. Im Motor ist noch kein Öl, kann also nix auslaufen. Ich hab den Motor einfach auf die Stirnseite gestellt.

Ford Dieselmotor

Und dann einfach das Getriebe drüberstülpen. Ich musste den Motor noch etwas schräg stellen wegen der Antriebswelle. Aber es ging. Beides verschrauben und wieder umkippen.

Ford Dieselmotor

Dann kam der Motorkran zum Einsatz. Mit dem habe ich zunächst das Paket auf die Rollpalette bugsiert, um es unters Auto zu schieben, dann den Motorkran mit Arm über dem Motorraum platziert, und dann das Ganze nach oben gezogen. Motorhalter und Getriebestrebe festgeschraubt.

Motor Ford Escort MK4 1,8D

Der Motorkran konnte ab – er ist drin!

Motor Ford Escort MK4 1,8D

Zum Anschließen bin ich nicht mehr gekommen, es war schon zu spät. Aber einen kleinen Gag habe ich mir noch gegönnt. Der MainzMichel hatte in seinem Blogkommentar ja Recht – das Wort „Esel“ sollte man auf dem Ventildeckel noch rausarbeiten. Ich habe das mit einem kleinen Pinsel und roter Farbe gemacht.

ESEL

Es kann nicht mehr lange dauern, bis dieser Esel das erste Lebenszeichen von sich gibt…

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Ronny hat den Dreh raus…

Ich hatte ja das Problem der Riemenscheibe am Motor des Titan, bei dem gleich mehrere Ecken ausgebrochen waren.

Riemenscheibe

So dürfte sie eine ziemliche Unwucht gehabt haben. Nicht gut für die Lager der Kurbelwelle. Und offenbar haben mehrere Riemenscheiben dieses Problem. Bei eBay stehen ein paar dieser Scheiben, aber keine komplett unbestätigt. Was tun? Ich hab die Scheibe Ronny geschickt, der hat eine Drehmaschine.

Drehbank

Er hat so wenig, wie möglich, aber so viel wie nötig Material abgedreht, damit sie wieder einigermaßen wuchtig ist. Am Samstag haben wir uns getroffen und er hatte die Riemenscheibe im Gepäck.

Riemenscheibe

Da da ein Rippenriemen drauf läuft, sollte der Keilriemen auch so halten. Problem (hoffentlich) gelöst. Mein Dank gilt mal wieder dem Ronny!

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Hätte ich das mal vorher gewusst…

Die neuen Ölablassschrauben sind da. Ich wollte ja mal probieren, ob eine VW Schraube mit 19er Kopf passt. Vom Gewinde her ja, aber sie geht nicht komplett rein.

Ölablassschraube

Aber ich hatte auch eine Ford Schraube mitbestellt, dann eben doch erst mal eine mit 13er Kopf – unsinnig wie auch immer diese Konstruktion auch ist.

Ölablassschraube

Nebenbei habe ich mich um die Schellen für den Stabi gekümmert. Der Versuch in Bremsflüssigkeit hatte sie ja nur entlackt.

Stabihalter

Ich hatte einen Kanister Zitronensäure besorgt. Also hab ich die Schellen derweilen gebadet, während ich an anderer Front gearbeitet habe.

Stabihalter

Sehr konzentriert war die Säure nicht. Es hat zwar gearbeitet, aber nicht ausreichend. Es ging Rost ab, aber nicht alles.

Stabihalter

Nicht so schlimm, kommen sie das nächste Mal eben wieder ins Bad. Ich habe sie herausgenommen, weil ich nicht wusste, wann ich das nächste Mal in der Werkstatthölle bin. Ich hätte die Schellen mechanisch erst einmal grob Entrosten sollen. Aber ganz ehrlich? Eigentlich hatte ich die Säure ja deshalb besorgt, um mir das zu sparen.

Eigentlich war ich so weit. Ich könnte ja das Getriebe jetzt mit dem Motor verschrauben können. Also erst einmal die Getriebestrebe wieder unters Getriebe mit neuen Lagern.

Getriebe

Beim Kupplungssatz war natürlich auch ein neues Ausrücklager dabei Ich wollte es draufstecken, aber es ging nicht. Der Innendurchmesser des neuen Ausrücklagers war kleiner.

Ausrücklager

Ausrücklager

Ausrücklager

Verdammt! Ich habe den Rechner angeworfen und gegoogelt. Wenn Maße bei Teilen für mein Modell stehen, dann ein Innendurchmesser von: 29,55 mm. Also die Version, die ich habe.

Daheim habe ich über eine FB Gruppe recherchiert, was für ein Ausrücklager ich brauche und erfahren, dass man einfach die Führungshülse im Getriebe abziehen muss, dann passt das. Hätte ich es vorher gewusst – ich hätte den Motor dranschrauben können. Aber woher soll man das schon wissen?

Aber ich wollte noch was schaffen. Also hab ich mir eine Fleißaufgabe gestellt: Verpassen wir dem Motor einen coolen Ventildeckel. Ich habe den vom zweiten Ersatzmotor genommen als Basis. Als ich ihn abgenommen hatte, war ich froh, den anderen Motor genommen zu haben – alles voller Ölschlamm.

Ventildeckel

Zylinderkopf

War vielleichtdoch gar nicht sooooo schlecht, dass ich den anderen Motor genommen habe.

Also erst einmal sauber gemacht innen und außen abgeschliffen. Dann bekam er eine Grundierung.

Ventildeckel

Ich hatte noch Strukturlack. Den Lackiert man und behandelt ihn dann mit dem Heißluftföhn, um ihn zum Kräuseln zu „überreden“.

Ventildeckel

Weil der Lack nicht glatt wird, hatte ich die Stellen, an denen abgedichtet wird, vorher abgeklebt. Dann kam die Flex mit der Fächerscheibe zum Einsatz, um die erhabenen Stellen des Aludeckels wieder freizulegen.

Ventildeckel

Ich finde den Look cool. Bringt sicherlich 0,05 PS.

Ventildeckel

Die Ventildeckeldichtung ist neu – wie man auf dem letzten Bild ansatzweise sieht, war die alte undicht.

Ich hoffe einmal, dass die Info mit dem Führungsflansch stimmt, dann kann ich endlich Motor und Getriebe verbinden.

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Den Grill tiefergelegt

Weiter ging es am Titan. Mich störte ernsthaft das Ford Emblem auf dem Ansaugkrümmer des neuen Motors.

Ansaugkrümmer

Ist natürlich absoluter Blödsinn. Das sieht so gut wie niemand und ob da Ford steht, stört wirklich keine Sau. Außer mich natürlich, immer auf der Suche nach Gags, die ich verstecken kann. Über so einen Stuss kann ich mir wirklich den Kopp zerbrechen. Ich hatte noch einen Doming Aufkleber „Wolfsburg Edition“ im Fundus. Der passte gut.

Ansaugkrümmer

Feierabend für gestern am Titan. Hä? Was ist denn jetzt los? Wegen einem Aufkleber in die Werkstatt fahren? Nein, natürlich nicht. Ich habe am Wochenende eine private Party und dafür musste ich einiges basteln. Neben einigen für den Blog uninteressanten Dingen kam auch mal wieder ein alter Bekannter zum Zug: Mein Werkstattgrill musste transportabel gemacht werden.

Den hatte ich irgendwann durchrostet geschenkt bekommen und immer zum Hallengrillen wieder zurechtgefummelt. Nie in der Absicht, den auch mal transportieren zu müssen.

Grill

So passt der aber nicht in den Kofferraum. Schrauben sind schon lange zusammengerostet, Hänger wollte ich deshalb nicht leihen, irgendwie musste ich ihn zerlegbar machen.

Also kantete ich vier Winkel und ging von Bein zu Bein, klemmte die Winkel hinter die Beine und bohrte Löcher.

Grill

Winkel raus, durchgeflext und verschraubt.

Grill

So lässt sich der Grill vom Gestell trennen und wieder sicher zusammenschrauben.

Grill

Und mit etwas Tetris geht er bequem in den Kofferraum vom Pirat.

Grill

Bin gespannt, wie lange mich mein Werkstattgrill noch begleiten wird. Ausgeliehen hab ich ihn mir zum ersten mal 2007, 2008 oder 2009 bekam ich ihn letztendlich geschenkt bekommen, weil er Schrott war. Aber todgesagte leben bekannterweise länger…

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Aus dem Familienalbum

Geht es Euch auch so? Wenn ein altes Familienalbum ausgepackt wird, schaue ich zwar auch auf die Personen, aber verschärft nach Bildern von Autos. So geschehen einmal wieder letzte Woche bei einer Familienzusammenkunft, als ein Großcousin die Hochzeitsfotos meiner Eltern sehen wollte. Und was finde ich? Das einzige mir bekannt Foto des ersten Käfers meines Vaters. Aufgenommen 1969.

VW Käfer

Der Knilch vorne vor meinem Vater ist mein großer Bruder und nicht ich. Wem der Typ 3 im Hintergrund gehörte, ist nicht mehr bekannt.

Meine Eltern konnten sich damals noch keinen Neuwagen leisten, der Wagen kostete damals wirklich Kleingeld. Es war eigentlich ein Brezelfensterkäfer, aber ein Vorbesitzer hatte den Mittelsteg entfernt. Das machte man damals eben so, um den Wagen moderner erscheinen zu lassen. Heute ein NoGo.

Ich kenne so ein paar Geschichten um den Wagen. So richtig gut war er technisch nicht mehr. Und damals war vieles anders als heute. Kein Handy, keine ADAC Mitgliedschaft und so richtig Vertrauen hatte mein Vater nicht in den Wagen. Deshalb gaben sie vor der Abfahrt zur ca. 200km weit weg wohnenden Verwandtschaft die Strecke durch, die sie fahren würden, damit, falls sie lange überfällig sein sollten, jemand zur Hilfe entgegenfahren könnte. Es ging meines Wissens aber immer gut.

Schön auch die Story beim TÜV: Der reklamierte, dass die Stoßstangen zu weit abstehen würden. Damals war der TÜV konkurrenzlos, der Graukittel war die einzige Alternative, an der man vorbei musste. Mein Vater ist kein Schrauber und fuhr mit dem Auto zum VW Händler. Der löste das schwer zu verstehende Problem pragmatisch: Er fuhr mit dem Wagen rückwärts an eine Mauer und bog die heute mit Gold aufgewogenen Sickenstoßstangen einfach etwas ans Fahrzeug.

Der Wagen ist inzwischen schon viele Jahre verschrottet.

Nach einem oder zwei weiteren Käfern kaufte sich mein Vater einen neuen VW 411 Variant sehr zum Ärger meiner Großeltern. Die fanden damals, dass man als Privatmann keinen Kombi fährt. Was sollen die Nachbarn denken? Einen Kombi fährt nur ein Handwerker, der Metzger etc. Heute kaum noch vorstellbar. Aber das war eine andere Generation. Mein Opa war auch wahnsinnig stolz auf mich, als ich mit meinem ersten Benz vorfuhr. Das war damals ein W123, den ich für 2.000,- DM gekauft hatte. Das war etwas Besonderes. Dass der neue Passat, den mein Vater damals fuhr, weit über das zehnfache gekostet hatte, war egal. Wer einen Mercedes fährt, hat es eben geschafft…

Nach dem 411 kam dann endlich der erste Passat.

Passat 32

Auch von dem kenne ich nur dieses eine Foto. Jedes Foto kostete eben Geld und meine Eltern hatten andere Prioritäten, als das eigene Auto zu fotografieren. Auf dem Bild stand er eher zufällig im Hintergrund.

Das Passat Chrommodell war nicht lange in der Familie. Er fiel einem Unfall zum Opfer. Mein Vater wog die Reparaturkosten ab, die die Vollkasko bezahlt hätte und entschied sich dafür, den Unfallwagen in Zahlung zu geben und einen Neuwagen zu nehmen. Schade eigentlich. Denn das Chrommodellfinde ich heute deutlich cooler. Damals waren aber eben Plastikstoßstangen moderner und man war stolz, den als Neuwagen zu fahren.

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Die Sache mit dem Kilometerstand

Ich habe zwei verschiedene Angaben zu dem Motor, den ich in den Titan einbauen werde. Der Verkäufer, von dem ich den Motor habe, behauptete 60.000km. Der Vorvorbesitzer – ich kannte den Motorspender ja vorher, meinte, dass bei einer AU Prüfung der Motor hochgegangen ist und deshalb vor 30.000km ein fabrikneuer Motor verbaut wurde. Alles Nonsens. Aber von Anfang an.

Die eine Zahnriemenabdeckung war ausgebrochen. Die einzige, die ich online gefunden habe, soll 25 Euro kosten. Nicht mit mir. Ich habe mir ein verzinktes Blech zurechtgeflext und zurechtgedengelt, mit Dichtmasse festgeklebt und mit 2 Nieten fixiert. Taugt.

Zahnriemenabdeckung

Die Riemenscheibe hängt bei dem Foto nur drauf, weil ich die Freigängigkeit getestet habe.

Dann war da das Problem mit der Ölablassschraube. Wir erinnern uns: Kopf war rund und die Schraube saß bombenfest. Plan C war eine Mutter aufzuschweißen und es damit zu lösen. Die erste hat nicht geklappt, die zweite auch nicht – um es abzukürzen: Die sechste Mutter brachte den gewünschten Erfolg.

Ölablassschraube

Der Trick: Leicht versetzt aufgeschweißt und auch seitlich einen Punkt gesetzt. Ging dann nur mit dem Gabelschlüssel, aber es ging!

Ölablassschraube

Eine neue Schraube ist bestellt – bzw. zwei Varianten. Ich hoffe, dass eine mit 19er Kopf, die alternativ angeboten wurde, tatsächlich passt. Bei der Gelegenheit habe ich gleich den Ölfilter gewechselt. Öl habe ich noch keines wieder eingefüllt, die alte Schraube sitzt derzeit als Platzhalter nur handfest drin, damit nichts mehr raustropft.

Drehen wir den Motor weiter. Jetzt war die Kupplung dran. Die verbaute Kupplung war echt Verschleißgrenze. Keine Riefen mehr drin und kurz davor, dass die Nieten angeschliffen werden.

Kupplung

30.000km? 60.000km? Never ever! Also DIE Kupplung ist mehr gelaufen.

Eine neue Kupplung draufschrauben musste noch etwas warten. erst einmal habe ich noch die Schwungscheibe demontiert und den Simmering darunter auch neu gemacht. Sicher ist sicher.

Simmerring

Zum Festziehen der Schwungscheibe hatte ich keinen Gegenhalter. Deshalb bediente ich mich eines Pfuschertricks: 2 Schraubendreher und 3 dicke Kabelbinder, fertig ist der improvisierte Gegenhalter.

Gegenhalter

Hat tatsächlich so funktioniert. Hat gereicht, um dei Schrauben mit demm Drehmomentschlüssel fest genug anzuziehen. Ein Kabelbinder war übrigens zu wenig, der riss ab. Und bei der Montage der Kupplung musste ich gleich noch einmal improvisieren. Ich hatte keinen passenden Kupplungszentrierdorn. Der von VW passte nicht. Was aber tatsächlich passte, war eine 1/2Zoll Verlängerung.

Kupplung

Das Blech zwischen Motor und Getriebe war beim Transport ziemlich verbogen.

Zwischenblech

Besonders der Bereich rundum den Anlasser war vollkommen krumm. Hammer, Schraubstock und danach die blanken Stellen mattschwarz übergeblasen – fast wie neu.

Zwischenblech

Die Seite des Motors ist auch fertig.

Kupplung

Kommen wir nochmals auf die Kilometerleistung des Motors. Auf der Zahnriemenabdeckung war ein unleserlicher Aufkleber vom Zahnriemenwechsel. Ich habe ihn behutsam sauber gemacht und hab’s mal mit Photoshop lesbarer gemacht.

Zahnriemenaufkleber

Und was lesen wir da? 140.000km. Oha! Gut, kann ein Dieselmotor ab. Und das war der Kilometerstand von 2004! Die Zahnriemen waren – wenn der Aufkleber stimmt – auf jeden Fall eine gute Aktion, die alten waren 14 Jahre alt.

Natürlich ist es reine Spekulation, aber ich habe so meine eigenen Theorien. Der Tacho des Fahrzeuges zeigte wahrscheinlich beim Ausbau tatsächlich ca. 60.000km. Was aber keine 60.000km waren, denn der Tacho hat nur 5 Stellen. Übrigens totaler Schwachsinn bei einem Diesel. Aber das steht auf einem anderen Zettel. Das sind sicher 160.000km, wenn nicht 260.000km.

Theorie Nummer zwei: Ja, es kann sein, dass vor 30.000km der Motor gewechselt wurde. Aber eben nicht gegen einen fabrikneuen Motor, sondern gegen einen gebrauchten. Und das ist eben jener gebrauchte Motor.

Wieviel er gelaufen hat? Ich denke mal zwischen 160.000km bis 200.000km sind realistisch. Nichts, was mich wirklich nervös macht.

Beim Titan selbst bin ich mir auch nicht 100% sicher, wieviel er gelaufen hat. Denn der hat schließlich auch einen 5stelligen Tacho. Und der zeigt etwas über 80.000km. Können 180.000km sein, 280.000km oder sogar noch mehr. Aber ich tippe mal realistisch auf 280.000km. Das habe ich jedenfalls jetzt auf den alten Zahnriemenaufkleber geschrieben. Ein neuer Aufkleber war leider bei den neuen Zahnriemen nicht dabei.

Zahnriemenaufkleber

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Riemenspielchen

Normalerweise schraube ich nicht an Freitagabenden. Aber gestern hatte sich Marcus angekündigt, der mir bei den Zahnriemen helfen wollte. Und wenn ein „echter“ KFZ Mechaniker Zeit für mich hat, dann richte ich mich nach dem. Ich war etwas vor ihm da. Da dachte ich mir: Ach, lasse ich mal das alte Öl aus dem Motor ab. Denken ist aber eben Glückssache. Ratsche angesetzt, aber Pustekuchen. Die Schraube war rund.

Direkt zu Plan B. Erst einmal die Schraube heiß machen.

Ölablassschraube

Und dann aufmeißeln. Äh ja. Die Schraube gab irgendwie nach – bewegte sich aber keinen Mikrometer.

Ölablassschraube

Mal ernsthaft – eine Ölablassschraube mit 13er Kopf ist schon unsinnig und irgendwie hat die der Vorbesitzer extrem drangeknallt. Plan C ist, da eine größere Mutter dranzuschweißen. Aber dazu kam ich nicht, denn da trudelte schon Marcus ein – mit Michael, meinem Elektriker im Schlepptau. Die beiden sind Kumpel.

Und dann gingen wir mit den Zahnriemen in media res. Marcus arbeitet in einer freien KFZ Werkstatt und brachte die ganzen Spezialwerkzeuge mit. Beim Fixieren der Zahnräder fiel auf: Äh ja, da passt was nicht. Die Einstellung der Einspritzpumpe stimmte um ein, zwei Zähne nicht. Der Motorkann nicht optimal gelaufen sein vorher.

Riemen alle runter und dann erst einmal den Simmerring gewechselt. Den hatte ich vorab online bestellt, aber den verkehrten geliefert bekommen. Glücklicherweise hatte ich das vorab überprüft. Da der Schraubertermin feststand, habe ich ihn eben beim örtlichen freien Teilehändler geholt. Deutlich teurer (23,50 Euro), aber was will man tun. Ich brauchte ihn. Der Einbau war etwas fummelig.

Helferteam

Letztendlich saß er aber drin. (Bild vom Ende des Abends, ich habe versäumt von den Zwischenschritten Bilder zu machen)

Simmerring

Also nächstes kam die Wasserpumpe dran. Die alte war eigentlich noch gut, der Wechsel ist eher präventiv. Geht das Lager kaputt, war’s das auch mit dem Zahnriemen mit bekannten Folgen. Und auch hier galt: Wenn man schon einmal so gut drankommt.

Beim Zahnriemensatz waren neben den zwei Riemen auch die zwei Spannrollen dabei und eine weitere Rolle. Und das war auch gut so, die eine einzelne Rolle war ziemlich an der Verschleißgrenze. Beim Ford ist alles etwas anders als bei VW. Sowohl das Nockenwellenrad, als auch das Rad an der Einspritzpumpe sind einstellbar, die Spannrollen haben eine Feder. Man Presst die Federn ganz zusammen, löst die Schrauben der Räder, legt den Zahnriemen auf, löst die Federn, der Riemen spannt sich und dann zieht man die Schrauben der Räder und der Spannrolle.

Nach ca. 2 Stunden war es vollbracht. Die neuen Riemen etc. waren alle an ihrem Platz, alles nach Vorschrift festgezogen.

Motor Ford Escort MK4 1,8D

Es ist toll, wenn man Freunde im Netzwerk hat, die einem helfen, wenn man sich an eine Sache nicht so recht drantraut. Danke an der Stelle an Marcus, der die Hauptarbeit gemacht hat.

Marcus

…und natürlich auch an Michael, der ebenfalls mitgeholfen hat.

Marcus empfahl mir eine neue (gebrauchte) Riemenscheibe zu suchen. Meine hat so viele abgebrochene Stellen – das könnte unwuchtig laufen und die Unwucht könnte sich auf die Kurbelwelle übertragen – suboptimal. Die Riemenscheibe von meinem alten Motor passt leider nicht. Da war ein Teil mit dem Riemenrad dahinter und das war nicht kompatibel zu meinem Motor. Hat da zufällig einer etwas rumliegen? Breiter Rippenriemen, mit 4 Schrauben geschraubt. Könnte auch von einem Fiesta Diesel passen etc. Sind ja prinzipiell die selben Motoren, alles was mit dem Motorkennbuchstaben RT anfängt.

Riemenscheibe

Riemenscheibe

Auch die Zahnriemenabdeckung war am alten Motor anders, deshalb werde ich die von dem Motor nehmen. Da ist ein Teil der unteren Abdeckung herausgebrochen.

Zahnriemenabdeckung

Das könnte ich irgendwie zubasteln, aber wenn einer eine für kleines Geld hat, würde ich mir das eventuell sparen.

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Glück im Unglück

Ich dachte mir gestern: Lohnt es sich überhaupt, in die Werkstatthölle zu fahren? Ich habe Simmerringe bestellt, die brauche ich, um die Kupplung zu machen, aber ein wenig gibt es auch sonst zu tun. Ich hatte ja die Schrauben für das Fahrwerk bekommen, da konnte ich zumindest mal das zweite Federbein zusammenschrauben.

Federbein Ford Escort MK4

Also rein mit dem zweiten Federbein und die Bremse wieder montiert.

Federbein Ford Escort MK4

Da es sich um selbstsichernde Schrauben handelt und ich ja zwei neue Schrauben hatte, aber keinen Sicherungslack, dachte ich mir, es kann nicht schaden, die Schraube auch auf der anderen Seite u ersetzen – sicher ist sicher. Ist schließlich eine der wichtigsten Schrauben am Fahrwerk.

Federbein Ford Escort MK4

Dass die Halter für den Stabi und die Getriebestrebe gelb waren – eigentlich ist das ja egal. Trotzdem störte mich das irgendwie. Fahrwerksteile in rot find ich cool bei einem gelben Wagen. Ich hatte noch eine Dose billigen roten Sprühdosenlack. Muss ja nix können. Den Abschlepphaken hab ich mattschwarz übergeblasen.

Halter

Eine „Kleinigkeit“ wollte ich noch am Motor machen. Der Motor war ja im Schwesterescort vom Titan. Schwesterescort, weil auch der Euro 4 eingetragen hatte. Was aber auffällt: Scheiße, an dem Motor ist ein normaler Krümmer mit Hosenrohr – da, wo der Kat drangehört.

Motor Ford Escort MK4 1,8D

So brauch ich nicht beim TÜV aufkreuzen. Aber ich hab ja natürlich den Krümmer samt Kat vom alten Motor abgeschraubt. Eigentlich hätte es gereicht, das Hosenrohr gegen den Kat auszutauschen, aber ich hatte zugegebenermaßen dummerweise nicht die Hosenrohrdichtung sondern die Krümmerdichtung besorgt. Also erst einmal die Dichtfläche vom Krümmer sauber gemacht.

Krümmer

Die Verbindung zum Rest des Auspuffs hatte ich nicht dicht bekommen, weil Reste vom alten Dichtring draufsaßen. Jetzt war die Möglichkeit das alles sauber zu machen, um es dicht zu bekommen.

Kat

Derweilen hatte ich die Schraube des Krümmers am neuen Motor mit Rostlöser eingeweicht. Und es gingen alle Schraube/Muttern gut auf. Und was fand sich drunter? Ölspuren. Offensichtlich war die Ventildeckelsichtung marode.

Motor Ford Escort MK4 1,8D

Das ist eigentlich o.k. – Ventildeckeldichtung ist schnell ersetzt. Natürlich habe ich das sauber gemacht vor der Montage. Dann den „neuen“ Krümmer mit neuer Dichtung montiert. Alle Schrauben drin und wie es Murphey so wollte, der letzte Stehbolzen, der mit der Mutter rauskam, packte nicht. Irgendwas war mit dem Gewinde nicht in Ordnung. Die Dichtung war schon gepresst. Ficken. Natürlich kam man da nicht mit einem Gewindeschneider rein. Was tun?

Ich entschied mich mal wieder für eine unkonventionelle Methode. Ich schweißte eine Schraube auf einen Gewindeschneider.

Gewindeschneider

So kam ich in das Gewinde. Ich habe zwei Umdrehungen gedreht und es passierte, was passieren musste: KNACK! Der Gewindebohrer brach ab.

Gewindeschneider

Hätte bedeuten können, das alles wieder ab muss, alles ausbohren, … Aber ich hatte Glück im Unglück. Der Gewindeschneider ging mit Hilfe einer Zange wieder raus und das Gewinde, das ich geschnitten hatte, reichte, dass der Bolzen sich wieder einschrauben ließ und ich konnte auch Druck auf das Ganze geben.

Stehbolzen

Der Kat ist am Motor!

Motor Ford Escort MK4 1,8D

Wieso hatte ich mit Gedanke darüber gemacht, dass es sich nicht lohnen würde, dafür überhaupt in die Werkstatthölle zu fahren? Letztendlich war ich genauso lange in der Werkstatt, wie sonst auch immer.

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Teileorganisation

Hatte ich mich letzthin ein wenig geärgert über den Ford Teiletresen, bekam ich ein Mail.

Mail

Wie sich rausstellte., ist Blogleser Sebastian irgendwo anders am Ford Teiletresen und er bestellte die Fahrwerksschrauben für mich und schickte sie mir zu. Eben kamen sie an.

Schrauben

Wie geil ist das denn? Vielen Dank an Sebastian!

Er machte mich auch auf einen Umstand aufmerksam, den ich eigentlich schon wusste, aber ein wenig verdrängt hatte. Aber ja, es macht Sinn: Wenn ich eh den Zahnriemen und die Kupplung neu mache und den Zahnriemen wechsle, dann macht es Sinn, die Wellendichtringe der Kurbelwelle zu wechseln. Minimal war es auf der Seite des Zahnriemens bereits ölig, bis das wirklich so ölt, dass er sein Revier markiert, ist es vermutlich noch lange hin, aber so gut, wie jetzt, komme ich vermutlich nie wieder dran. Also habe ich auch die online geordert. Auf die paar Euro und die Arbeit kommt es nun auch nicht mehr drauf an. Wenn man sich das Getriebe vo der Reinigung ansieht, muss ich Sebastian recht geben: Die Motoren neigen wirklich auch an der Stelle zu Ölundichtigkeiten.

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